Bayern verdirbt Wolfsburg den Saisonauftakt

Von am 7. September 2013 – 20.22 Uhr 54 Kommentare

Tripelsieger VfL Wolfsburg musste sich am ersten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga mit einem glücklichen Remis gegen den FC Bayern München begnügen und blieb nach 26 Siegen in Folge auf heimischem Boden erstmals ohne Sieg.

Beim 1:1 (0:1) vor 8 249 Zuschauern im VfL-Stadion am Elsterweg, der zweitbesten Kulisse der Bundesliga-Geschichte, nutzte Katharina Baunach einen Fehler von Wolfsburgs neuer Torhüterin Almuth Schult zur Führung (15.), Lena Goeßling gelang per direkt verwandeltem Freistoß der Ausgleich (69.).

Besserer Start für Bayern
Überraschend fand der Gast aus München schneller in die Partie. „Wir haben in der ersten Halbzeit ganz schlecht ins Spiel gefunden, die Abstände haben nicht gepasst und wir waren nicht so spritzig“, stellte Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann seiner Elf ein schlechtes Zeugnis für die ersten 45 Minuten aus. Und so war es nur folgerichtig, dass die Münchnerinnen in Führung gingen.

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Schult patzt
Nach Vorarbeit von Sarah Hagen, die den Ball quer auf Baunach legte, erzielte die Linksverteidigerin mit einem Schrägschuss die Führung – unter gütiger Mithilfe von Schult, die den kurzen Pfosten nicht abdeckte. „Das ist für mich ein bisschen unglücklich gelaufen, Baunach ist der Ball über den Schlappen gerutscht und ich stand schlecht, ich hätte zwei Schritte weiter Richtung Pfosten machen müssen“, räumte die Nationaltorhüterin Nummer Zwei nach dem Spiel freimütig ein.

Erste Chancen für Wolfsburg
In der Folge erarbeitete sich auch Wolfsburg erste Chancen in einer von vielen Fehlpässen und individuellen Fehlern geprägten Partie. Alex Popp scheiterte mit einem Flugkopfball (17.), Nadine Keßler (26.) und Anna Blässe (28.) versuchten es aus der Distanz, ohne jedoch große Gefahr zu versprühen, so dass mit einer verdienten Bayern-Führung in die Pause ging. Und die Münchnerinnen hatten im zweiten Durchgang gar gute Gelegenheiten, einen Dreier mitzunehmen.

Hagen vlässt gute Chance liegen
Hagen scheiterte freistehend aus 12 Metern und schoss den Ball direkt in Schults Arme (62.). „Den macht sie normalerweise blind“, so Bayern-Trainer Thomas Wörle. Auch Bundestrainerin Silvia Neid, die einen „gelungenen Start in die neue Saison“ und ein „spannendes Spiel“ sah, konstatierte nach der Partie: „Streckenweise war Bayern dem 2:0 näher, als Wolfsburg dem Ausgleich.“ Doch die Bayern verpassten, den Sack zuzumachen und das sollte sich rächen.

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Goeßling gleicht aus
Denn mit einem direkt verwandelten Freistoß, der an zahlreichen Spielerinnen beider Mannschaften vorbeiflog, gelang Goeßling der Ausgleich (69.), den sich die „Wölfinnen“ erst in der Schlussphase mit nun druckvollerem Spiel verdienten, in der auf der Gegenseite US-Neuverpflichtung Erika Tymrak zu ihrem Debüt im Bayern-Dress kam.

Lena Lotzen (li.) im Duell mit Lena Goeßling © Zetbo / Framba-Fotos.de

Lena Lotzen (li.) im Duell mit Lena Goeßling © Zetbo / Framba-Fotos.de

Lotzen vergibt Matchball
Trotz der Leistungsteigerung in der zweiten Halbzeit durfte sich die Heimmannschaft bei Lena Lotzen bedanken, die nach einem Missverständnis zwischen Schult und Nilla Fischer den Matchball auf dem Fuß hatte, doch den Ball anstatt ins leere Tor zu schieben an den Außenpfosten schoss (75.). „Den muss ich klar reinmachen, ich weiß nicht, was ich da gedacht oder gemacht habe“, so eine untröstliche Lotzen.  Und Goeßling meinte: „Ich habe den Ball schon drin gesehen, da kann ich mich bei Lena nur bedanken.“

Magull scheitert nur knapp
Zwei Minuten später spritzte Lina Magull in einen Flanke von Anna Blässe, der Ball ging jedoch knapp über das Tor (77.), doch ein Sieg der Wolfsburgerinnen wäre an diesem Tag trotz einer verbesserten Leistung in Halbzeit zwei über die gesamte Spielt gesehen nicht verdient gewesen.

Kellermann: „Leistungsgerechtes Remis“
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann konstatierte: „Das war heute ein leistungsgerechtes Remis. Wir haben uns schwer getan, unseren Rhythmus zu finden und einige Spielerinnen waren grippegeschwächt und es sind auch noch nicht alle Spielerinnen auf dem gleichen Leistungsstand.“

Zufriedener Wörle
Bayern-Trainer Thomas Wörle meinte: „Wir haben heute eine richtig gute Leistung gezeigt und leidenschaftlich gekämpft. Wir sind zufrieden mit dem Punkt, obwohl wir das Spiel auch hätten gewinnen können, wenn ich an die Chancen von Lena und Sarah denke. Es war ein intensives Spiel bei sommerlichen Temperaturen in einem tollen Rahmen.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

54 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Du schaffst es immer wieder dich nochmals zu übertreffen und wenn es um WOB geht läufst du zu ungeahnten Höhen auf.Vielleicht schreibst du dir mal deine letzten „Statements“ auf und schaust sie dir dann später z.B.nach der Hinrunde nochmal an.So unterhaltsam ich deine „Posts“ auch finde und auch gerne deine „Vorlagen“ zu Antworten nutze, aber einem Mindestmaß an „Seriosität“ in der Bewertung oder Einschätzung von Spielerinnen oder Trainer solltest auch du dich unterziehen.
    Das „Rühren“ im Kader der Wölfinnen mit Einstreuen von irgendwelchen dir in den Sinn kommenden Spielerinnennamen, gewürzt mit Qualitätsmängeln bestimmter Teamteile und überbacken mit der Unfähigkeit des Trainers ist dann selbst für dich als Urheber dieses Gerichtes ungenießbar.

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  • noworever sagt:

    ach @dummkopf … vom abtauchen kann man nun doch aber wirklich nicht reden …
    die rasen-grün, weißen leibchen sind absolut (noch) zeitgemäß. 😉

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Du bist noch eine Antwort schuldig entsprechend deiner nachfolgenden Behauptung.
    „@Altwolf: Hartmann hat in der letzten Saison in all ihren 23 Saisonspielen Innenverteidigung gespielt. Sie sollte mittlerweile wissen, wie man diese Position spielt.“
    @Sheldon.I.Hartmann hat von 22 Liga-Spielen 5 Partien in der IV gespielt,davon 2 mit L.Gößling,ansonsten nur mit J.Henning;von 5 Pokal-Spielen 3 mit J.Henning u.von 9 CL-Spielen 4 mit J.Henning in der IV.Soweit die Fakten.
    Woher stammt also deine Annahme bzw. Behauptung I.Hartmann hätte in all ihren 23 Spielen in der IV (genau 12x als IV in der Anfangsformation, 1x als IV eingewechselt,dazu 1x Anfangsformation MF u.8x im MF eingewechselt, zusammen 22 Einsätze) gespielt? Bei solchen Statements über WOB erwarte ich von dir korrekte Angaben und keine „tendenziellen“ Vermutungen.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Gerne gebe ich dir deine Antwort. Damit es kurz wird, hier die verkürzte Fassung. Die relevanten Positionen, auf denen Ivonne Hartmann in der letzten Saison zum Einsatz kam, waren maximal DM und IV, da wirst du mir sicher zustimmen. Ansonsten muss davon ausgegangen werden, dass ihre Wechsel immer positionsgetreu waren, was bei 3 Einwechslungen für Stürmerinnen durchaus gewagt ist.

    Bei den 14 Spielen von Anfang an (7 in der Bundesliga, 3 im DFB-Pokal, 4 in der CL; Quelle: soccerdonna.de) scheint ja zwischen uns Einigkeit zu bestehen, dass sie dort ausschließlich in der IV spielte. Ansonsten nenne mir die Spiele, wo sie nicht IV gespielt hat?

    Bei den 9 Einwechslungen (7 Liga, 1 CL, 1 DFB) waren 4 unter 5 Minuten (Turbine Hinspiel, Turbine DFB, Frankfurt Hinspiel, Arsenal CL). Dies waren alles taktische Wechsel, vor allem zum Zeitgewinn. Diese fallen aus der Wertung, denn anhand einer solch kurzen Einsatzzeit kann kaum eine Positionseignung festzustellen sein. Sonst wäre van Buyten ja auch Stürmer.

    Bleiben 5 weitere Einwechslungen, alle in der Liga.

    Gegen Jena für Keßler
    Gegen Freiburg für Keßler
    Gegen Duisburg für Odebrecht
    Gegen Bad Neuenahr für Henning
    Gegen Frankfurt für Odebrecht

    Man kann anhand dieser Fakten annehmen, Hartmann hätte im Mittelfeld gespielt. Allerdings ist es genauso gut möglich, dass in jedem dieser Spiele Hartmann in die IV ging, während Goeßling ins DM rotierte. Es ist auffällig, dass in jedem dieser Spiele Goeßling in der IV angefangen hat. Selbst, wenn Hartmann in dem ein oder anderen Spiel defensives Mittelfeld gespielt haben sollte, würde sie nicht über 60 Minuten von insgesamt knapp 1400 Minuten Einsatzzeit kommen.

    Es ist also absolut unsinnig, anhand der letzten Saison zu schließen, dass sie nicht als IV, sondern als DM eingesetzt werden soll.

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Du hattest behauptet I.Hartmann hätte in ihren 23 Spielen in der IV gespielt.Sie hat aber in den Ligaspielen nur 6x in der Anfangsformation gespielt und 1x im MF; zudem wurde sie 7x eingewechselt,davon 5x für MF-Spielerinnen und 1x für die IV u.1x für e.Stürmerin.
    Eigentlich gar nicht so von Bedeutung,da mich nur gestört hat, daß du meine Einschätzung, die IV mit I.Hartmann u. N.Fischer sei „ungewohnt“ und dabei auch I.Hartmann Unsicherheiten zeigte, damit wiederlegen wolltest,daß sie 23 Spiele als IV gemacht hätte und deshalb diese Einschätzung eher als „Entschuldigung“ der Leistungsdefizite gelte.
    Deshalb auch mein Hinweis,daß sie fast ausschließlich mit J.Henning in der IV gespielt hatte.
    Hier hast du übrigens eine dieser Spielerinnen,deren Rekrutierung als leistungsfähige „Backup“-Spielerin du R.Kellermann ja nicht zutraust.
    P.S.Wechsel im Spiel in Jena für Müller, nicht für Keßler.

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  • Dummkopf sagt:

    Also @Altwolf, jetzt enttäuschst du mich schon ein klein bisschen. Ist doch wirklich Himbeersenf mit Brezelsirup, ob der Sack Reis in China nach rechts oder links umfällt.

    Und eigentlich weisst du doch auch, dass du bei sheldon wirklich nicht jedes Wort so auf die Goldwaage legen musst. Sieh es doch mal globaler. Jede Mannschaft braucht doch auch einen Wuhler im Mittelfeld. Dem muss man auch mal einen Fehler zugestehen.

    Und Sheldon ist wirklich der fleissigste Vorlagengeber hier, der sich in jedem Spiel aufopfert, um uns mit Vorlagen zu füttern.
    Und auch wenn manche Vorlagen von ihm etwas krumm daherkommen, so kannst du dich doch insgesamt über ihre Verwertbarkeit nicht beschweren.

    Man sollte ihm also den Rücken freihalten, und seine Schaffenskraft nicht durch unnötige Scharmützel beeinträchtigen. Würde mich nicht wundern, wenn seine nächste Vorlage schon wieder in Arbeit ist.

    Ich jedenfalls, bin ihm für seinen nimmermüden Einsatz wirklich dankbar!

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  • Sheldon sagt:

    Gut, dass diese Debatte geklärt ist.

    Fakt bleibt also, dass die Stabilität der Abwehr allein von Josi Henning abhängig ist und die Kreativität in Mittelfeld und Offensive allein von Nadine Keßler. Ziemlich mau für eine Weltklassemannschaft mit immerhin 16 aktuellen Nationalspielerinnen (+ Müller und Pohlers). Das ist die Quintessenz dessen, was du geschrieben hast:

    Abwehr unsicher, weil Fischer und Hartmann nur Henning als Partnerin kennen.
    Offensive (Blässe, Müller, Popp, Magull) kriegt keine Pässe, obwohl Goeßling normal spielte.

    Ohne diese beiden Spielerinnen in Form scheint Wolfsburg nicht mehr als ein mittlerer Durchschnittsverein zu sein…

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  • Dummkopf sagt:

    Siehst du @sheldon, so sieht es aus.
    Hat zwar ein Weilchen gebraucht, aber nun hast du es auch gemerkt.
    Das war nämlich bitterlich enttäuschend, was die Weisswurst-Girls da am Sa. gewagt haben, abzuliefern. Ich hatte gedacht, die werden dieses Jahr mit ihren neuen Wunderwaffen gegen Durchschnittsvereine nicht mehr so viele Punkte verschenken.

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  • shane sagt:

    sheldon arbeitet jedenfalls nicht fuer die WAZ (oder hoechstens ganz inkognito) 😉
    aber zumindest was hartmanns vorherrschende position – naemlich in der innenverteidigung – sind sich waz & sheldon im gegensatz zum alten wolf einig:

    https://www.waz-online.de/Wolfsburg/WAZ-Sport/Sport-allgemein/VfL-Hartmann-hat-noch-den-Schwung-aus-London

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  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.Ja da hast du wahrscheinlich Recht.Ich hätte mich nicht auf dieser Ebene mit @Sheldon auseinandersetzen sollen, denn seine Schlüsse aus einem solchen Gedankenaustausch erreichen Dimensionen,die für mich als relativ „normal“ denkenden FF-Sympatisanten nicht mehr zu begreifen sind und ich nur staunend die Genialität seines komplexen Denkens bewundern kann.
    @Shane.Unglücklicherweise lese ich die WN (WOB-Nachrichten), so daß ich die in der WAZ geäußerten meiningsbildenden Statements nicht zur Kenntnis nehmen konnte, was meine abweichende Stellungnahme erklärt.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Ihr solltet euch mal lieber auf euch konzentrieren, sonst geht es euch gegen Jena so wie Potsdam und dann könnten Frankfurt, Hoffenheim und Leverkusen schon 4 bzw. 5 Punkte weg sein.

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  • Sheldon sagt:

    @Dummkopf: Es war auch enttäuschend. Sowohl Hagen als auch Lotzen müssen die Dinger rein machen, dann steht es 3:1 und die Sache ist gegessen. Das waren individuelle Fehler, die so nicht passieren dürfen und die es noch gilt abzustellen.

    Spätestens im Rückspiel im Grünwalder werden diese Schwächen behoben sein.

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  • Sheldon sagt:

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/machtverhaeltnisse-in-wolfsburg-vw-und-die-fuehrungsfrage-12569754.html

    Hier übrigens ein Link zu den aktuellen Geschehnissen bei VW. Sollte da was schief laufen, dürfte das auch Auswirkungen auf das finanzielle Engagement VWs im FF haben!

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Fantastisch,wie du mit deinem Sachverstand und den messerscharfen Analysen, schon nach einem Spieltag, die Stärken und Schwächen aller Clubs in der Liga erfaßt hast und eine knallharte Prognose über den Ausgang der Saison abliefern konntest.Daran werden sich Bayern und Frankfurt gern orientieren, während bei mir als Wölfinnen-Fan schon düstere Gedanken aufziehen.

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