Bayern verdirbt Wolfsburg den Saisonauftakt
Tripelsieger VfL Wolfsburg musste sich am ersten Spieltag der Frauenfußball- Bundesliga mit einem glücklichen Remis gegen den FC Bayern München begnügen und blieb nach 26 Siegen in Folge auf heimischem Boden erstmals ohne Sieg.
Beim 1:1 (0:1) vor 8 249 Zuschauern im VfL-Stadion am Elsterweg, der zweitbesten Kulisse der Bundesliga-Geschichte, nutzte Katharina Baunach einen Fehler von Wolfsburgs neuer Torhüterin Almuth Schult zur Führung (15.), Lena Goeßling gelang per direkt verwandeltem Freistoß der Ausgleich (69.).
Besserer Start für Bayern Überraschend fand der Gast aus München schneller in die Partie. „Wir haben in der ersten Halbzeit ganz schlecht ins Spiel gefunden, die Abstände haben nicht gepasst und wir waren nicht so spritzig“, stellte Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann seiner Elf ein schlechtes Zeugnis für die ersten 45 Minuten aus. Und so war es nur folgerichtig, dass die Münchnerinnen in Führung gingen.
Schult patzt Nach Vorarbeit von Sarah Hagen, die den Ball quer auf Baunach legte, erzielte die Linksverteidigerin mit einem Schrägschuss die Führung – unter gütiger Mithilfe von Schult, die den kurzen Pfosten nicht abdeckte. „Das ist für mich ein bisschen unglücklich gelaufen, Baunach ist der Ball über den Schlappen gerutscht und ich stand schlecht, ich hätte zwei Schritte weiter Richtung Pfosten machen müssen“, räumte die Nationaltorhüterin Nummer Zwei nach dem Spiel freimütig ein.
Erste Chancen für Wolfsburg In der Folge erarbeitete sich auch Wolfsburg erste Chancen in einer von vielen Fehlpässen und individuellen Fehlern geprägten Partie. Alex Popp scheiterte mit einem Flugkopfball (17.), Nadine Keßler (26.) und Anna Blässe (28.) versuchten es aus der Distanz, ohne jedoch große Gefahr zu versprühen, so dass mit einer verdienten Bayern-Führung in die Pause ging. Und die Münchnerinnen hatten im zweiten Durchgang gar gute Gelegenheiten, einen Dreier mitzunehmen.
Hagen vlässt gute Chance liegen Hagen scheiterte freistehend aus 12 Metern und schoss den Ball direkt in Schults Arme (62.). „Den macht sie normalerweise blind“, so Bayern-Trainer Thomas Wörle. Auch Bundestrainerin Silvia Neid, die einen „gelungenen Start in die neue Saison“ und ein „spannendes Spiel“ sah, konstatierte nach der Partie: „Streckenweise war Bayern dem 2:0 näher, als Wolfsburg dem Ausgleich.“ Doch die Bayern verpassten, den Sack zuzumachen und das sollte sich rächen.
Goeßling gleicht aus Denn mit einem direkt verwandelten Freistoß, der an zahlreichen Spielerinnen beider Mannschaften vorbeiflog, gelang Goeßling der Ausgleich (69.), den sich die „Wölfinnen“ erst in der Schlussphase mit nun druckvollerem Spiel verdienten, in der auf der Gegenseite US-Neuverpflichtung Erika Tymrak zu ihrem Debüt im Bayern-Dress kam.
Lotzen vergibt Matchball Trotz der Leistungsteigerung in der zweiten Halbzeit durfte sich die Heimmannschaft bei Lena Lotzen bedanken, die nach einem Missverständnis zwischen Schult und Nilla Fischer den Matchball auf dem Fuß hatte, doch den Ball anstatt ins leere Tor zu schieben an den Außenpfosten schoss (75.). „Den muss ich klar reinmachen, ich weiß nicht, was ich da gedacht oder gemacht habe“, so eine untröstliche Lotzen. Und Goeßling meinte: „Ich habe den Ball schon drin gesehen, da kann ich mich bei Lena nur bedanken.“
Magull scheitert nur knapp Zwei Minuten später spritzte Lina Magull in einen Flanke von Anna Blässe, der Ball ging jedoch knapp über das Tor (77.), doch ein Sieg der Wolfsburgerinnen wäre an diesem Tag trotz einer verbesserten Leistung in Halbzeit zwei über die gesamte Spielt gesehen nicht verdient gewesen.
Kellermann: “Leistungsgerechtes Remis” Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann konstatierte: „Das war heute ein leistungsgerechtes Remis. Wir haben uns schwer getan, unseren Rhythmus zu finden und einige Spielerinnen waren grippegeschwächt und es sind auch noch nicht alle Spielerinnen auf dem gleichen Leistungsstand.“
Zufriedener Wörle Bayern-Trainer Thomas Wörle meinte: „Wir haben heute eine richtig gute Leistung gezeigt und leidenschaftlich gekämpft. Wir sind zufrieden mit dem Punkt, obwohl wir das Spiel auch hätten gewinnen können, wenn ich an die Chancen von Lena und Sarah denke. Es war ein intensives Spiel bei sommerlichen Temperaturen in einem tollen Rahmen.“