DFB-Elf kämpft sich ins Halbfinale

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Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Schweden den Einzug ins Halbfinale geschafft. Die DFB-Elf besiegte Italien mit 1:0 (1:0) und trifft nun am Mittwoch auf Gastgeber Schweden.

Im Vergleich zum Norwegen-Spiel veränderte Bundestrainerin Silvia Neid ihre Startelf. Wie erwartet, standen die zuvor gelbgesperrte Jennifer Cramer und die gegen Norwegen angeschlagene Lena Goeßling wieder in der ersten Elf. Außerdem verzichtete Neid auf Dzsenifer Marozsán und Melanie Leupolz und brachte stattdessen Anja Mittag und Simone Laudehr.

Spielerische Probleme
Die DFB-Elf ging wesentlich engagierter in die Partie als noch gegen Norwegen, spielerisch hatte sie aber weiter große Probleme. Im Spiel war wenig Sicherheit bei den Deutschen erkennbar – am deutlichsten zeigte dies die enorm hohe Fehlpassquote, wodurch sich die Mannschaft immer wieder ihrer Möglichkeiten beraubte. Eine gute Partie zeigte Simone Laudehr, die in der siebten Minute die Chance zur Führung hatte. Doch die Frankfurterin köpfte eine Flanke von Célia Okoyino da Mbabi über das Tor. In der 20. Minute flankte sie selbst, doch die Hereingabe war zu nah vor das Tor gespielt, sodass Chiara Marchitelli keine Mühe hatte, vor Okoyino da Mbabi an den Ball zu kommen.

Simone Laudehr
Simone Laudehr wurde zur besten Spielerin der Partie gewählt. © Nora Kruse / ff-archiv.de

Führung durch Laudehr
In der 26. Minute fiel schließlich die Führung für die deutsche Mannschaft, die mehr für das Spiel tat als Italien. Nach einer Ecke von Leonie Maier wurde Laudehrs Schuss von Elisa Bartoli zum 1:0 für den Titelverteidiger abgefälscht. Auch wenn es eine Standardsituation war, aus der der Siegtreffer hervorging, waren die Standards, sowohl Ecken als auch Freistöße, im Anschluss erschreckend schwach.

Möglichkeiten für Italien
Italien hatte noch vor der Pause die Möglichkeit zum Ausgleich, aber Elisa Camporese köpfte eine Flanke von Melania Gabbiadini über das Tor (36.). In der 43. Minute landete ein Abwehrversuch von Saskia Bartusiak bei Daniela Stracchi. Nadine Angerer im deutschen Tor war beim Schuss der Italienerin jedoch zur Stelle.

Marozsán trifft die Latte
Nach dem Seitenwechsel begannen die Italienerinnen zunächst druckvoll, aber nach etwa einer Viertelstunde konnte sich die DFB-Elf etwas befreien. Sicherheit gewann das deutsche Spiel allerdings zu keinem Zeitpunkt, sondern war von vielen (Abspiel-)Fehlern und Abstimmungsproblemen geprägt. Insgesamt war es ein glücklicher, wenn auch nicht unverdienter, 1:0-Erfolg für die deutsche Mannschaft, der für Moral und Selbstbewusstsein enorm wichtig gewesen sein wird. Marozán hatte per Freistoß in der 89. Minute sogar noch das 2:0 auf dem Fuß, traf aber nur die Latte.

Steigerung gegen Schweden nötig
Im Halbfinale wartet nun Schweden. Spielerisch hat der EM-Gastgeber bislang sicher nicht das Niveau der Französinnen gezeigt, aber die Mannschaft von Pia Sundhage ist nach dem schweren Auftakt gegen Dänemark längst im Turnier angekommen, spielt temporeich, selbstbewusst und hat mit Lotta Schelin die bislang beste Torschützin des Turniers in den eigenen Reihen. Kämpferisch hat sich die DFB-Elf im Vergleich zum Norwegen-Spiel bereits gesteigert, gegen die Schwedinnen muss allerdings auch spielerisch noch eine Schippe draufgelegt werden.

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Letzte Aktualisierung am 15.09.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Einige Gedanken zum Spiel: Es war ersichtlich, dass die Vorbereitung und drei Gruppenspiele nicht dazu geführt haben ein funktionierendes Spielsystem einzustudieren. Was ich gesehen habe waren viele Abstimmungsprobleme, einige gute Einzelaktionen aber im allgemeinen eine riesige Enttäuschung. Als Wolfsburgfan weiß ich, was aber an Spielkultur möglich ist und von daher hoffe ich, dass nach der WM einige Köpfe im DFB ausgetauscht werden um den stetigen Abwärtstrend im spielerisch/taktischen Bereich zu Begegnen. Folgenden Artikel fand ich ganz gut: https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/frauenfussball-em-ratlos-und-verunsichert-12289241.html Und besonders darin vom Potsdamer Trainer: „Meines Erachtens haben sich da einige ehemalige Nationalspielerinnen eine eigene Erlebniswelt geschaffen, in der keine neuen… Weiterlesen »

Sylvijaaa
Sylvijaaa

Es tut mir leid, ich bleibe dabei. Alles nur Krampf. Der Unterschied zum Norwegen-Spiel: Diesmal hat Deutschland durch einen abgefälschten Ball gewonnen.
DaMbabi kann keinen Ball stoppen. Mittag steht neben sich. Man kommt aus dem Spiel zu keiner Torchance.
Wie konnte Neid Maro auf die Bank setzen?

Egal wie das Turnier ausgeht, ich finde, es sollte mal ein Trainerwechsel kommen.

Michele
Michele

Am Mittwoch ist das Turnier für uns vorbei! Wir werden von Schweden aber sowas von aus dem Stadion geschossen, dass einigen hören und sehen vergeht! Das klingt hart, aber wie will man gegen Schelin und co. bestehen? Ich will der Mannschaft den Kampf nicht absprechen, aber das reicht in so einem Turnier einfach nicht. Was sollte die Aufstellung von Goeßling? Die hatte offensichtlich noch mit den Nachwirkungen ihrer Grippe zu kämpfen! Soviele Fehlpässe habe ich von ihr schon lange nicht mehr gesehen. Was sich Anja heute wieder geleistet hat, war um es vorsichtig auszudrücken, auch nicht das gelbe vom Ei!… Weiterlesen »

noworever
noworever

weiß garnicht so recht – aber so richtig freude aufkommen … sieht wohl anders aus. nein – halt – ich freue mich … für simone laudehr! – sie hat sich das wirklich verdient … die unermüdliche kämpferin vor dem herrn. aber sonst … die leistung in der 1.halbzeit, der gewohnte hühnerhaufen (was ist nur mit lena gößling los?) – teilweise wirklich erschreckend. erst mit dem auftauchen von dzsenifer marozsán kam auch endlich so etwas wie spielkultur mit in das spiel … denke, gegen schweden kann man es sich nicht erlauben von anfang an auf solche impulse zu verzichten. … wobei,… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

Glückwunsch an die Mannschaft zum Einzug ins Halbfinale! In den K.O.-Spielen zählt im Endeffekt nur das Ergebnis. Deshalb muss man über die Leistung gar nicht groß diskutieren. Interessant ist nur, ob das gegen Schweden reichen wird. Aber vielleicht tut sich da unser Team auch leichter, weil der Gastgeber das Spiel machen wollen wird. Das ist eine andere Situation als in den Spielen zuvor. Positiv an den Änderungen heute ist mir das Spiel von Laudehr aufgefallen. Sie hat auf ihre Position an der Seitenlinie in meinen Augen viel besser gehalten als zuvor in den Spielen auf der 6-er Position. Dadurch war… Weiterlesen »

never-rest
never-rest

Glückwunsch zum Sieg. Aber viel mehr gibt es aber m.E. nicht zu feiern. Spielerisch null Fortschritte. Wieder ein total verkrampftes Spiel in der 1. Hz mit den seit Turnierbeginn bekannten Schwächen im Passspiel, Spielaufbau und Torgefahr und Chancenverwertung. Aber auch kein Wunder, wenn die Bälle von den beiden Innenverteidigerinnen immer nur nach vorne oder in`s Aus gekoppt werden. Das tut regelrecht weh beim Zusehen. Goesling hat heute leider auch einen gebrauchten Tag erwischt. Ich meine sie wäre sowieso in der Innenverteidigung mit ihren Fähigkeiten z.B neben L. Wensing (natürlich in Normalform) besser aufgehoben. Für Umstellungen in der Innenverteidigung ist es… Weiterlesen »

gerd.karl
gerd.karl

gegen schweden werden wir eine andere mannschaft sehen, viele werden jetzt fragen warum, ganz einfach, das damoklesschwert viertelfinal aus ist weg.

pia sundhage wird ihre mannschaft nicht gegen deutschland einstellen können.
celia raus und vorne lena lotzen dazu noch bajramaj der rest bleibt.
die deutsche mannschaft wird befreit gegen schweden aufspielen und ins finale einziehen.

Altwolf
Altwolf

Gewonnen – und das letztendlich auch verdient,da eine kämpferisch bessere Leistung und auch in Teilen eine Mannschaft auf dem Platz stand.Italien mit engagiertem Pressing,wie es auch Norwegen praktizierte,ließ keinen Spielfluss aufkommen und erzwang auch viele Fehlpässe,was doch wiederholt verwundert,denn sowohl Italien,als auch schon Norwegen,waren passsicherer;die harte Spielweise d.Italienerinnen hätte auch durchaus zu einem 11er u.wohl auch zu rot (Tätlichkeit gegen Keßler) und zu gelb-rot führen können,wenn nicht sogar müssen.Positiv die Hereinnahme v.S.Laudehr auf die li.Aussenposition,die sie zur besten deutschen Spielerin machte,da sie die Position u.dann auch die dortigen Räume gut nutzte.Richtig auch die Herrausnahme von D.Marozsan, auch wenn A.Mittag keine… Weiterlesen »

Doc
Doc

Hallo Frau Neid, es scheint keinen Teil des Wissens zu geben, der schwerer zu erwerben ist, als die Erkenntnis, wann man aufhören muss! Ich weiß nicht mehr, was negativer ist: Einerseits die sichtbareie Unfähigkeit des Trainerstabes, aus den greifbaren 20+ Spielerinnen der mitbesten Liga der Welt eine sportpsychologisch stabile, technisch und taktisch gut spielende Elf zu kreieren. Andererseits nach dem Spiel (meiner Meinung nach) irritierende Äußerungen abzugeben, so dass der langjährige und klar denkende FF-Beobachter hier auf seinem Sofa annehmen muss, Frau Neid bewege sich inzwischen in einer anderen Realität und kann das Offensichtliche nicht mehr erkennen. So ein Phänomen… Weiterlesen »

laasee
laasee

The performance of EM 2009 in the Final against England (6:2) showed the brilliant quality that a German team can produce.

Since then it has been rubbish – WM 2011 debacle, Olympics 2012 no show, and now this!!!

There is something seriously wrong with N11 but almost everyone buries their heads in the sand and pretends that all is well!

FFFan
FFFan

Glückwunsch zum Einzug ins Halbfinale! Jetzt gilt es, den (Erfolgs-)Schwung mit nach Göteborg zu nehmen, gegen den Gastgeber und Topfavoriten haben wir ja nichts zu verlieren. 🙂

Sven
Sven

Herzlichen Glückwunsch für den Halbfinaleinzug. Natürlich war das Spiel verkrampft, aber wenn man immer die Glanzleistungen der letzten Jahre mit einer völlig anderen Mannschaft zu Grund legt, wird man immer enttäuscht sein. Die Mannschaft spielt, dafür dass es so viele junge Spielerinnen sind, aus meiner Sicht sehr gut. Und darf man auch nicht vergessen. Die Gegner werden auch immer stärker. Wer meint, dass Deutschland spielerisch immer glänzen muss, jeden Gegner haushoch besiegt, ist eigentlich seit 2011 eines besseren belehrt worden. Die Zeiten des Schönspielens sind vorbei. Wir müssen uns an eher schlechte Spiele gewöhnen. Natürlich gibt es viele Spielerinnen, die… Weiterlesen »

karl
karl

@Sven: Sehr guter Beitrag, volle Zustimmung.

Dummkopf
Dummkopf

Denke auch so wie Doc. Wirst ja doch bloss wieder enttäuscht beim Zuschauen. Und bei den Nachspielanalysen von Fr. N. vom D(FB) erkenne ich bei mir schon langsam eine Art – hm – Würgereflex, der sich einzustellen beginnt. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Weil du denkst: Wenn die Spielerinnen trotz der Behinderungen, denen Sie bei der N11 wohl ausgesetzt sind, auch nur 50% des Leistungsvermögens abrufen, dass Sie in anderen Mannschaften bei anderen Trainern zeigen, dann kann das immer noch für Schweden reichen. Wobei auffällt, dass wenn Sie nur für ein Länderspiel von der Vereinen zur N11 kommen, dann… Weiterlesen »

Till
Till

Ich freue mich bei dem Sieg der deutschen Damen besonders für Simone Laudehr, welche in letzter Zeit viel herbe Kritik einstecken musste – gerade auch hier im Forum und da wurde sie häufig auch mit den Lieblingsspielern vergleichen, welche aber nur durch die rosarote Brille betrachtet worden sind. Kämpferisch war die Leistung der Mannschaft gut und ich hatte auch wieder häufiger wirklich das Gefühl, dass da ein Team auf dem Platz steht. Auch die technischen Fehler waren deutlich weniger – aber das war natürlich noch weit weg von dem Leistungsvermögen der Mannschaft. Nun muss die Devise lauten sich weiter zu… Weiterlesen »

wrack
wrack

Nein, dieses Spiel hat mich die Vorrunde nicht vergessen lassen, im Gegenteil. Vieles erinnerte an das Norwegen-Spiel. Natürlich sollte man den Sieg gegen die „unangenehmen“ Italienerinnen nicht kleiner machen als er war. Das Ergebnis und die kämpferische Einstellung war okay. Aber auch in den Testspielen „ohne 6“ hat dieses Team doch bewiesen, dass es sehr viel mehr kann. Von diesem nachgewiesenen Potential sieht man nur einen Bruchteil auf dem Rasen. Und das KANN ich mir mit Unerfahrenheit und jugendlicher Inkonstanz nicht ausreichend erklären, auch wenn man diese Faktoren nicht unberücksichtigt lassen darf. Ich will keine Spielerin verdammen. Genauso will ich… Weiterlesen »

ziefle
ziefle

In der Regel bin ich auch der Ansicht, dass nicht immer der Trainer schuld ist, wenn die Spielerinnen schlecht spielen. Bei dem gestrigen Spiel allerdings gab es derartige haarsträubende Fehler von SN: -Wenn eine Spielerin einen schlechten Tag erwischt, muss ich diese doch auswechseln und kann Gößling nicht 80min Frust schieben aufbrummen – nach diesm Spiel ist sie doch verbraucht für diese EM. -Weshalb wird den Spielerinnen das eigene Denken und die Kreativität bei der N11 abtrainiert, oder kann mir jemand erklären, warum bei einem Freistoss 10m von der Mittellinie eine Spielerin über den Ball springt und bei jedem Freistoss… Weiterlesen »

wolle
wolle

@sven:Wir müssen uns an eher schlechte Spiele gewöhnen. Sorry Sven, das möchte ich nicht und viele andere sicherlich ebenso. Schau dir mal die Spielkultur Frankreichs an, es geht sehr wohl noch. Ich wusste gestern nach dem Spiel nicht ob ich mich freuen oder ärgern sollte. Für die Spielerinnen, insbesondere die oft gescholtene Simone Laudehr, hat es mich gefreut. Es wurde bis zum Schluß gefightet um das Weiterkommen zu sichern. Man konnte am Fernseher den unbedingten Willen zum Sieg spüren, beeindruckend. Andererseits waren Nervosität, und Angst unübersehbar. Manche erfahrene Spieler wie Mittag, Gößling oder Celia sind total von der Rolle. Eigentlich… Weiterlesen »

Brandy74
Brandy74

@Ziegel : laut Videotext hatte krahn aber 80% gewonnener Zweikämpfe, danach kam glaube ich Kessler, so schlecht war sie also nicht. Aber wenn man erst mal einen Buhmann hat…

engel
engel

@Sven ….ich denke, wenn diese Formation noch die Möglichkeit hat 1 bis 2 Jahre zusammen zu halten, werden wir wieder so viel Freude habe, wie zuletzt und bisdahin müssen wir auch mal Niederlagen, vielleicht auch mal hohe, und schlechte Spiele einstecken und das Anspruchsdenken, dass man jeden Gegner in Grund und Boden spielt, beiseite schiebt… Richtig! Aber nicht mit allen auf dem Platz stehenden Personen sondern wenn schon ein Neuanfang, dann richtig! 2-3 gestandene Spielerinnen ( Laudehr,Bartusiak,?) und den Rest neu überdenken. Neue Impulse braucht das Spiel der Natio, d.h junge, hungrige Spielerinnen die taktisch und technisch gut geschult sind=>… Weiterlesen »