Ideenlose DFB-Elf unterliegt Norwegen
Bundestrainerin Silvia Neid veränderte ihre Startaufstellung im Vergleich zum Island-Spiel. Für Lena Goeßling spielte Simone Laudehr. Und in der Abwehr rückte, wie erwartet, Leonie Maier auf die linke Seite der gelbgesperrten Jennifer Cramer . Rechts spielte Luisa Wensing.
Norwegen ohne die Stars Wirklich überraschend war allerdings die Aufstellung der Norwegerinnen. Nationaltrainer Even Pellerud ließ fast alle Stars draußen. Ingvild Stensland , Trine Rønning, Marit Christensen, Solveig Gulbrandsen , Caroline Graham Hansen – sie alle nahmen auf der Bank Platz. Auf dem Feld stand eine junge Mannschaft, die die DFB-Auswahl aber dennoch gut im Griff hatte.
Gute norwegische Defensive So gehörte auch die erste Chance in der vierten Minute den Norwegerinnen, doch Torhüterin Nadine Angerer konnte den Freistoß von Emilie Haavi parieren. In der Folge der ersten Halbzeit konnte Norwegen nach vorne zwar keine entscheidenden Akzente setzen, aber in der Defensive agierten sie diszipliniert und standen sicher. War Deutschland in Ballbesitz, zogen sich die Norwegerinnen meist in die eigene Hälfte zurück, und die DFB-Auswahl sah sich zwei Viererketten gegenüber, gegen die kaum ein Durchkommen war. In der 13. Minute schaffte es Dzsenifer Marozsán mit einem Zuspiel auf Célia Okoyino da Mbabi , doch die Stürmerin schoss am Tor vorbei. In der 24. Minute behauptete sie sich im Strafraum gegen drei Gegenspielerinnen, aber ihr Schuss war kein Problem für Torhüterin Ingrid Hjelmseth .
Isaksen erzielt norwegische Führung Zu einem kuriosen Treffer hätte es kommen können, als Hjelmseth nach einer knappen halben Stunde einen Ball von Saskia Bartusiak unterschätzte. Die schoss von der Mittellinie, und Hjelmseth konnte den Aufsetzer gerade noch über den Kasten klären. Über das Tor flog auch Luisa Wensings Kopfball bei der anschließenden Ecke. Die DFB-Elf nutzte ihre Chancen nicht – die Norwegerinnen schließlich schon. Mit dem erst zweiten Torschuss der ersten Hälfte erzielten sie durch einen abgefälschten Ball von Ingvild Isaksen das 1:0. “Die erste Halbzeit war wirklich unterirdisch”, konstatierte Bundestrainerin Silvia Neid.
Norwegen taktisch diszipliniert Nach dem Seitenwechsel sah es zunächst nach neuem Schwung auf Seiten der DFB-Auswahl aus. “Wir haben uns viel besser bewegt und haben mit mehr Tempo nach vorne gespielt”, urteilte Neid, doch Erfolg brachte dies keinen. Pellerud brachte schließlich seine Routiniers Gulbrandsen, Hansen und Stensland aufs Feld. Auch wenn Hansen das Spiel über die linke Seite bei den Norwegerinnen durchaus belebte, war es dennoch weiter die Defensive, mit der Norwegen überzeugte. Die Deutschen waren bemüht, agierten jedoch zu ideenlos und fanden kein Mittel gegen die konzentriert und abgeklärt agierten Norwegerinnen, die aufopferungsvoll kämpften und den knappen Vorsprung schließlich über die Zeit brachten.