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2013

Spratzern stürzt Neulengbach in dramatischem Pokalfinale

In einem dramatischen ÖFB-Cup-Finale hat Vizemeister ASV Simacek Spratzern Seriensieger SV Neulengbach vom Pokal-Thron gestürzt und sich den ersten Titel der Vereinsgeschichte geholt. Mit einem 7:6 nach Elfmeterschießen setzte sich Spratzern gegen den Titelverteidiger durch und holte sich erstmals den Pokalsieg. Dabei hatte Spratzern zwischenzeitlich eine Drei-Tore-Führung aus der Hand gegeben.

Nach regulärer Spielzeit einschließlich Verlängerung stand es vor 500 Zuschauern auf dem Wiener FAC Platz 3:3 (3:3, 2:0). Dabei hatte sich Neulengbach nach einem anscheinend aussichtslosen 0:3-Rückstand mit einer furiosen Aufholjagd in den Schlussminuten noch in die Verlängerung gerettet.

Drei-Tore-Führung für Spratzern, doch Neulengbach kommt zurück Nach dem Führungstor von Julia Tabotta (31.) und einem Doppelpack der Ex- Neulengbacherin Darlene (42., 53.) führten die Schützlinge von Trainerin Brigitte Entacher bereits sensationell mit 3:0, der erste Titel der Vereinsgeschichte schien zum Greifen nah. Doch der zehnfache Doublegewinner setzte zur späten Aufholjagd an, Alexandra Biroova verkürzte auf 1:3 (88.), Kapitänin Nina Burger gelang kurz darauf das 2:3 (90.) und wiederum Biroova konnte in der Nachspielzeit sogar noch den Ausgleich zum 3:3 erzielen (90.+2). Die Verlängerung verlief torlos, im Elfmeterschießen setzte sich der Vizemeister schließlich mit 4:3 durch, wobei die slowakische Legionärin und Kapitänin Monika Matysova den entscheidenden Elfmeter verwandelte.

Elfmeterschießen: 0:1: Veronika Klechova 1:1: Lisa Makas 1:1: Nina Burger (verschießt) 2:1: Julia Tabotta 2:2: Romina Bell 3:2: Isabella Grössinger 3:3: Claudia Wasser 3:3: Annelie Leitner (verschießt) 3:3: Natascha Celouch (verschießt) 4:3: Monika Matysova

Dramatisches Finale Entacher erklärte: „ Dieses Finale war an Dramatik kaum zu überbieten und eine tolle Werbung für den Frauenfußball. Ein Kompliment an alle 22 Spielerinnen auf dem Platz. Dass Neulengbach nach dem Drei-Tore-Rückstand kurz vor Schluss noch einmal so zurück kommt ist unglaublich. Wir freuen uns irrsinnig über diesen Titel und ich bin sehr stolz auf die Leistung und den Kampfgeist meines Teams!“

Senkrechstarter Spratzern 2010 scheiterte die Elf aus einem Stadtteil der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten im allerletzten Qualifikationsspiel zur ÖFB-Frauenliga noch mit einer 0:2-Heimniederlage am Aufsteiger Union Kleinmünchen. Ein Jahr später setzten sich die Favoritinnen gegen den burgenländischen SC /ESV Parndorf in zwei Spielen mit einem Gesamtergebnis von 12:1 deutlich durch. Bei der „Premiere“ im Oberhaus sicherte sich Spratzern sensationell sofort Rang 2 hinter Meister Neulengbach und verwies dabei als Neuling den traditionellen Titelrivalen Wacker Innsbruck auf Rang 3. Das Foto-Finish aus der gerade zu Ende gegangenen Saison 2012/2013 ist noch bestens im Gedächtnis , nun feierten die Fußballerinnen aus Niederösterreich ihren ersten großen Erfolg gegen das österreichische Spitzenteam aus demselben Bundesland!

Wachablöse im österreichischen Frauenfußball? Ob Spratzern in den nächsten Jahren Neulengbach an der Spitze ablösen kann, ist derzeit nicht seriös zu beantworten. Dazu verfügt der Serienmeister über zu viel spielerische Substanz, die ihn in den letzten Jahren auch eindeutig dominieren ließ. Allerdings ist dem Abo-Meister endlich ein ernsthafter Konkurrent erwachsen, weshalb sich das Niveau in der ÖFB-Frauenliga in den nächsten Jahren sicherlich heben wird. Und in Hinblick auf die Teilnahme an der UEFA Women’s Champions League werden beide Teams von der gegenseitigen Herausforderung angespornt, wovon die Fans des Frauenfußballs in Österreich am meisten profitieren sollten.