SC 07 Bad Neuenahr stellt Insolvenzantrag

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Nach dem FCR 2001 Duisburg hat auch Frauenfußball-Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr heute beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Der Verein strebt die Entschuldung im Rahmen eines Insolvenzplans an, heißt es in einer Presseerklärung.

Hoffen auf dauerhafte Sicherung
„Gemeinsam mit dem durch das Insolvenzgericht zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter sollen die Weichen für die dauerhafte Sicherung der Aufgaben des Vereins, zu denen neben der Jugendarbeit auch der Spielbetrieb mehrerer erfolgreicher Amateur- und Lizenzligamannschaften gehören, gestellt werden“, heißt es.

Großes Bedauern
Zwar waren finanzielle Engpässe seit langem vorhanden und bekannt, aber die Vereinsleitung hatte es in der Vergangenheit mit viel Unterstützung aus dem Kreis der Gläubiger und Sponsoren immer wieder geschafft, die Zahlungsfähigkeit noch aufrechtzuerhalten. „Mit großem Bedauern musste das im November vergangenen Jahres neu gewählte Präsidium feststellen, dass die Hilfen der Sponsoren letztlich nicht den erhofften Erfolg hatten und das Vertrauen der Gläubiger nicht erfüllt werden konnte.“

Logo Bad Neuenahr
Logo des SC 07 Bad Neuenahr © SC 07 Bad Neuenahr

Ausfall von Sponsoren
Der Verein erklärt weiter: „Die stetig gestiegenen Verbindlichkeiten und die hohen Altlasten aus mehreren Jahren, die auch durch den Ausfall ehemaliger Hauptsponsoren wie RWE, Apollinaris/Coca-Cola und Deutsche Bahn AG beeinflusst wurden, machen den jetzt beantragten Gläubigerschutz unvermeidlich.“

Fortführung des Vereins angepeilt
Die Vereinsführung wird sich mit allen Präsidiumsmitgliedern weiter um die Belange des Vereins kümmern und in Zusammenarbeit mit dem vom Gericht zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter versuchen, die finanziellen Voraussetzungen für die Fortführung des Vereins gleichgültig in welcher Form zu ermöglichen.

Entzug des Bundesliga-Startrechts droht
Sollte ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgelehnt oder vor Ende des laufenden Spieljahres bis zum 30. Juni 2013 eröffnet werden, würde dem SC 07 Bad Neuenahr das Startrecht in der Frauenfußball-Bundesliga für die Saison 2013/2014 entzogen werden. Damit würde sich die Zahl der sportlichen Absteiger für die Saison 2012/2013 entsprechend vermindern, und ein sportlich abgestiegener Verein könnte nachrücken. Würde ein Insolvenzverfahren nach dem 1. Juli 2013 eröffnet, stünde der Verein als erster sportlicher Absteiger der Frauenfußball-Bundesligasaison 2013/2014 fest. Alle bis dahin erzielten Punkte und Tore der laufenden Spielzeit würden aus der Wertung fallen.

„Es gibt mehrere Optionen“
Heike Ullrich, DFB-Abteilungsleiterin Spielbetrieb, erklärt: „Wir sind mit dem Verein in Kontakt. Hier gibt es nun mehrere Optionen. Wir wünschen uns natürlich für einen Traditionsverein wie Bad Neuenahr, dass er es trotz beantragtem Insolvenzverfahren schafft, kurzfristig Partner zu finden, die mit dem dann konsolidierten Verein in eine neue Bundesligasaison gehen.“

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O. ChristSheldonsitacAltwolfM. aus H. Neueste Kommentartoren
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waiiy
waiiy

Das ist wirklich traurig, war aber nach den letzten 6 Monaten und den diesbezüglichen Meldungen leider zu erwarten.

Die Frage wird sein, inwiefern damit ein Verbleib in der 1. Liga möglich bzw. gerechtfertigt werden kann und inwieweit es auch weitere Konsequenzen für den Kader haben wird, in dem ja auch noch einige sehr interessante Spielerinnen stehen.

Gespannt darf man auch sein, ob Patricia Hanebeck mit der Wahl des neuen Vereins unter diesen Umständen glücklich werden wird.

Sheldon
Sheldon

Schade… aber wen wunderts? Vielleicht sollte man sich beim DFB ernsthaft darüber Gedanken machen, ob man das wirklich alles einfach so weiterlaufen lassen will oder ob man endlich mal einschreitet! Seit der WM 2011 gibt es soviele Insolvenzen wie schon lange nicht mehr. Kaum ein Verein ist noch fähig dazu, die Mittel, um überhaupt an diesem Geschäft teilnehmen zu können, wirklich noch aufzubringen. Und gerade Bad Neuenahr hat ja in diesem Jahr alles dafür getan, den Verein zu strukturieren und wirtschaftlich zu modernisieren. Dass nun auch so ein Verein in die Insolvenzfalle getrieben wurde, muss ein klares und deutliches Signal… Weiterlesen »

gerd.karl
gerd.karl

entschuldigung, aber das könnte sich gut für köln anhören.
köln könnte dann als dritte mannschaft aufsteigen.

Detlef
Detlef

Ohjeh, jetzt hat es die Kurstädterinnen doch noch erwischt!!! Sie waren ja schon mehrfach von der Pleite bedroht, nun scheint es unabwendbar geworden zu sein!!! Wenn sie nicht schnell ein paar neue Sponsoren finden, werden sie, Not oder Übel, auch noch die restlichen Leistungsträgerinnen verlieren!!! Arme PATTI, die Rückkehr in die Heimat hat sie sich sicher anders vorgestellt!!! Falls es aber trotzdem zur Insolvenz kommen sollte, dann lieber vor dem 1.Juli!!! Eine „Geistermannschaft“ darf es nicht geben!!! Aber wer soll dafür aufrücken??? Sindelfingen war ja Vorletzter, aber dort sieht es wohl finanziell ähnlich prekär aus wie in der Kurstadt!!! Außerdem… Weiterlesen »

Santiago
Santiago

Wie schon geschrieben wurde, war diese Meldung über kurz oder lang leider zu erwarten. Für mich stellt sich die Frage, wie es weitergeht, FALLS Bad Neuenahr nächste Saison nicht erstklassig spielen könnte (was natürlich noch nicht feststeht!). Automatisch würde Sindelfingen auf den 10. platz rücken, der zum Klassenerhalt berechtigt. Aber was wäre denn, wenn Sindelfingen gar kein „Interesse“ hat, zum jetzigen Zeitpunkt in der Liga zu bleiben? Aufgrund der ebenfalls angespannten finanziellen Situation kam es dort zur Winterpause schon zu einem personellen Abbau. Darüber hinaus haben sie jetzt nach der Saison schon 11 Abgänge bestätigt. Coach Koutroubis hatte in der… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@gerd.karl,
Wer lesen kann, usw…!!!

Markus schrieb;
„Damit würde sich die Zahl der sportlichen Absteiger für die Saison 2012/2013 entsprechend vermindern, und ein sportlich abgestiegener Verein könnte nachrücken“

Detlef
Detlef

Eine Frage an die Regelkundler hätte ich noch!!!

Markus schrieb;
„Würde ein Insolvenzverfahren nach dem 1. Juli 2013 eröffnet, stünde der Verein als erster sportlicher Absteiger der Frauenfußball-Bundesligasaison 2013/2014 fest. Alle bis dahin erzielten Punkte und Tore der laufenden Spielzeit würden aus der Wertung fallen.“

Ähnliches hatte man ja bereits beim Insolvenzantrag in Duisburg lesen müssen!!!

Würde dies jetzt auch beim SC07 zutreffen, wenn er vor dem 1. Juli insolvent geht???
Müßte also der SC07 quasi aus der Tabelle entfernt-, und alle Ergebnisse gestrichen werden???
Ohje, das gäbe ja eine schöne Rechnerei!!!
Könnten sich dadurch noch Platzierungen in der Tabelle ändern??? 😉

gerd.karl
gerd.karl

ich kann lesen, aber sindelfingen und gütersloh haben nicht die mittel, es sei den tönnies greift tief in die tasche, dann bleiben halt nur die potenten vereine aus der 2 liga, köln sand.herford

Meta
Meta

@ Detlef:

So stehts auf http://www.dfb.de:

Sollte ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgelehnt oder vor Ende des laufenden Spieljahres bis zum 30. Juni 2013 eröffnet werden, würde Bad Neuenahr das Startrecht in der Frauen-Bundesliga für die Saison 2013/2014 verlieren. Damit würde sich die Zahl der sportlichen Absteiger für die Spielzeit 2012/2013 entsprechend vermindern, und ein sportlich abgestiegener Verein könnte nachrücken. Der SC 07 Bad Neuenahr würde ans Ende der Tabelle rücken, der Zehnte der bereinigten Tabelle in der Klasse bleiben.

gerd.karl
gerd.karl

detlef, bitte, die saison ist abgeschlossen da kann an den punkten und da du ja turbine fan bist nichts geändert werden.

Ralligen
Ralligen

Auch ich habe ne Frage!
Wie ist der aktuelle Kenntnisstand im Falle des FCR Duisburg und warum gab es keine Punktabzüge oder Strafen? Was ist zwischen dem
Insolvenzverfahren in Duisburg anders,als dem Verfahren in Bad Neuenahr?

Vielen Dank

uwe
uwe

@ Santiago

Man darf „freiwillig“ verzichten, siehe Meppen.

speedy75
speedy75

Sehr traurig das ganze. Da kann man nur hoffen die schaffen das und ihnen viel Glück/Erfolg bei den weiteren Maßnahmen wünschen.

H-GD
H-GD

Man solte am besten beide Vereine -Duisburg sowie Bad Neuenahr in die 2Liga setzen,da es sonnst am Ende der saison 2013/14 ein erhebliches Durcheinander mit der Streichung der Ergebnisse und der Spuielwertungen geben.
Ferner könnten so beide Teams besser ihre Kader planen,was letztlich auch bei Bad Neuenahr Almut und Celia eine sorgenfreiere EM bescheren könnte.

Sindelfingen ist auch im Umbruch-wird daher wohl verzichten-Gütersloh das große ? und ob etwa ein Verein mehr aus der 2Liga nachrücken darf wage ich zu bezweifeln.

Schade nur,dass es jetzt schon den zweiten Traditionsverein erwischt hat.

sitac
sitac

Immer wieder die gleiche Frage: Quo vadis 1. Buli der Frauen? Und wieder mehr Verständnis, Nachsicht und Respekt gegenüber Vereinen wie Jena, die mit knapper Kasse bisher es geschafft haben, dem Abstieg von der Schippe zu springen – und dabei solvent bleiben. Zum Schluss@Detlef: vorne in der Tabelle hätte Wolfsburg einen um 2 Punkte größeren Abstand. Dahinter – wie jetzt auch – Frankfurt und Potsdam Und noch eine immer gleiche Frage: wie bekommt man mehr Zuschauer in die Stadien und damit mehr Anreize für mögliche Sponsoren zum Einsteigen. Dazu passt indirekt(Wahrnehmung der Liga) auch, dass die „Stuttgarter Zeitung“ von heute… Weiterlesen »

sitac
sitac

edit: Das „zum Schluss“ muss wirklich ans Ende, ist falsch reingerutscht. Außerdem natürlich: dahinter Potsdam und Frankfurt!!!

timmy
timmy

Tja, wo soll das Geld herkommen?

Wäre ein Antrittsgeld des DFB von einer Millionen Euro pro Verein pro Saison die Lösung?

Ob nun 1500 oder 500 Zuschauer ins Stadion juckeln macht die Vereinskasse ja auch nicht voll. Geld muss über Sponsoren oder Rechteverkauf kommen. Vielleicht die Eurosport-Bundesliga: Jede Woche ein Spiel live am Nachmittag. Danach vielleicht 30 Minuten Höhepunkte der anderen Spiele. Das machte die Liga etwas bekannter, man würde die Vereine kennenlernen und sich auch mal ein paar Gesichter der Spielerinnen einprägen. Nur so können sich doch Fans für eine Mannschaft entwickeln.

gerd.karl
gerd.karl

sitac, quo vadis buli, sehr übertrieben.
wolfsburg, frankfurt, potsdam, bayern, freiburg, bayer leverkusen geht es gut, man muss natürlich sagen das der weg weck von den reinen frauenvereinen geht.
aber das ist natürlich ganz klar, den die fussballerinnen wollen auch mehr geld verdienen.
der dfb müsste das sponsoring für die liga übernehmen, das würde sehr viel mehr geld einbringen.

Sheldon
Sheldon

@Detlef/gerd karl/Ralligen: Noch gibt es weder hier noch dort ein Insolvenzverfahren, es wurden lediglich Insolvenzanträge gestellt. Habe allerdings bei Duisburg nichts davon gelesen, dass es – sollte der Insolvenzantrag nach dem 1. Juli eröffnet werden – zum automatischen Abstieg käme. Bis jetzt hieß es immer noch, dass Duisburg gerettet ist, wenn das Verfahren bis zum 1. Juli nicht eingeleitet ist. Vielleicht kann Markus das klarstellen. Solange noch kein Insolvenzverfahren eröffnet wurde, kommt es auch zu keinen Strafen oder Abzügen. Wenn überhaupt, würden alle Ergebnisse lediglich für den Gegner zählen. Ich weiß auch nicht, wie man das handhaben wird. Sollten beide… Weiterlesen »

M.aus H.
M.aus H.

Eine Finanzweisheit (falls es sowas gibt) bestätigt sich immer wieder: Geld kommt zu Geld! Dehalb ist nun der DFB gefordert:
Es ist fraglich ob ohne eine breite, gute Basis der Erfolg der DFB-Elf auf Dauer gewährleistet ist.
Die gesamte 1. und 2. Frauen-Bundesliga wäre schon gesichert mit 0,75% der Kosten, die für die Männer-Nationalmannschaft in 2014 anfallen. Dies ist überlegenswert hierfür nur „noch“ 99,25% auszugeben, und dafür 36 Mannschaften a´ 25 Spielerinnen das Überleben zu sichern und deren Leistung zu fördern und zu würdigen.