Wolfsburg muss Titelfeier verschieben

Von am 28. April 2013 – 17.53 Uhr 44 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat durch eine Niederlage beim 1. FFC Frankfurt die Chance verpasst, sich vorzeitig den deutschen Meistertitel zu sichern.

Vor  3 240 Zuschauern im Stadion am Brentanobad vertagten die Frankfurterinnen durch einen überzeugenden 2:0 (1:0)-Sieg gegen die Niedersachsen nicht nur die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft, sondern landeten auch einen wichtigen Dreier im Kampf um einen Startplatz in der UEFA Women’s Champions League.

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Zwei Standards sorgen für Entscheidung
Ein Kopfballtor von Kerstin Garefrekes nach Ecke von Dzsenifer Marozsán (15.) und ein Treffer von Saskia Bartusiak nach Ecke von Melanie Behringer (50.) sorgten für den dritten Frankfurter Sieg binnen einer Woche und untermauerten den Aufwärtstrend des Teams seit der Übernahme von Interimstrainer Sascha Glass.

Kompakt und bissig
Dabei waren die Frankfurter Spielerinnen gegenüber den Spielen in Freiburg und Jena kaum wiederzuerkennen, jede einzelne Spielerin kniete sich von Beginn an die Partie und ging bissig in die Zweikämpfe. Das Team hatte allerdings auch Glück, dass Wolfsburgs Mittelfeldspielerin Anna Blässe bei einem der wenigen gelungenen Wolfsburger Vorstöße nur die Latte traf (8.).

Pohlers trifft Pfosten
Und auch bei einem Schuss von Conny Pohlers nach tollem Pass von Lena Goeßling stand der Pfosten im Weg (31.). Frankfurts Torhüterin Nadine Angerer und Svenja Huth prallten beim Abwehrversuch mit den Köpfen gegeneinander und konnten erst nach zehnminütiger Behandlungspause weiterspielen.

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Spielszene Frankfurt gegen Potsdam

Der VfL Wolfsburg kam in Frankfurt nie richtig in die Partie © Nora Kruse / ff-archiv.de

Frankfurt dominiert
Doch abgesehen von den beiden Aluminiumtreffern hatten die Frankfurterinnen das Spiel gut im Griff, allein Kerstin Garefrekes hatte weitere gute Torchancen, etwa bei einem Schuss in der Anfangsphase (9.) oder auch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+2).

Vetterlein auf der Hut
In der zweiten Halbzeit stand Frankfurt sogar noch kompakter und machte die Räume immer enger, Dzsenifer Marozsán hätte beinahe Gäste-Torhüterin Alisa Vetterlein mit einem Heber aus fast 40 Metern überrascht, doch die war auf der Hut (49.).

Mentale Spritzigkeit fehlt
Wolfsburg versuchte sich zwar noch einmal in die Partie zurück zu kämpfen, doch insgesamt wirkte die Elf von Trainer Ralf Kellermann mental ein wenig ausgelaugt und nicht immer gedankenschnell. Frankfurt verkürzte den Abstand auf den Spitzenreiter auf drei Punkte, hat aber bereits ein Spiel mehr ausgetragen.

Zweikampfstärke als Schlüssel zum Erfolg
Glass meinte nach der Partie: „Ich finde es klasse, wie sich die Mannschaft in den letzten drei Spielen herausgearbeitet hat. Wir haben zum zweiten Mal gegen ein Spitzenteam zu Null gespielt. Wir hatten in der Anfangsphase ein wenig Glück, aber man hat der Mannschaft angesehen, dass sie es will. Wir waren einen Tick präsenter in den Zweikämpfen. Ein Kompliment an die ganze Mannschaft.“

Kellermann: „Heute sollte es einfach nicht sein“
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte: „Wir hatten uns viel vorgenommen und waren überzeugt, dass wir hier Deutscher Meister werden können. Aus dem Spiel haben wir nur wenig zugelassen, doch nach dem zweiten Gegentreffer gingen die Köpfe etwas nach unten. Unterm Strich sollte es heute einfach nicht sein, wir waren zu fahrlässig mit unseren Torchancen.“

Genoveva Anonma

Genoveva Anonma traf doppelt gegen Leverkusen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Anonma trifft doppelt
Der 1. FFC Turbine Potsdam kam zu einem 3:0 (1:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Yuki Ogimi gelang kurz vor der Pause der Führungstreffer (42.), ehe Genoveva Anonma mit zwei Treffern im zweiten Durchgang (71., 85.) das Ergebnis in die Höhe schraubte.

Bayern landet Auswärtssieg
Der FC Bayern München feierte einen 3:0 (2:0)-Auswärtssieg beim SC Freiburg. Zwei Tore von Stürmerin Lena Lotzen (8., 19.) sowie ein Eigentor von Freiburgs Kapitänin Caroline Abbé (75.) bescherten den Münchnerinnen eines ihrer seltene Erfolgserlebnisse in der Fremde.

Sindelfingen de facto abgestiegen
Der VfL Sindelfingen unterlag auf eigenem Platz gegen den FF USV Jena mit 1:2 (1:2) und ist damit de facto abgestiegen, da das Team zwar nach Punkten den Tabellenzehnten FCR 2001 Duisburg noch einholen könnte, aber ein um 40 Tore schlechteres Torverhältnis hat. Die beiden neuseeländischen Nationalspielerinnen Amber Hearn (13.) und Ria Percival (42.) erzielten die Treffer für die Gäste, Nicole Loipersberger (23.) hatte zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen.

Heimniederlagen für Gütersloh und Duisburg
Trotz einer 1:0-Halbzeitführung musste sich der FSV Gütersloh 2009 am Ende mit 1:2 gegen die SGS Essen geschlagen geben. Marion Gröbner gelang zwar die Führung (30.), doch Emma Mitchell (63.) und Isabelle Wolf (75.) drehten in der zweiten Halbzeit die Partie für die Gäste. Auch der FCR 2001 Duisburg musste sich auf eigenem Platz mit 0:2 (0:2) gegen den SC 07 Bad Neuenahr geschlagen geben, Laura Störzel (6.) und Célia Okoyino da Mbabi (36.) erzielten bereits vor der Pause die Treffer.

Ergebnisse und Tabelle

VfL Sindelfingen FF USV Jena 1:2 (1:2)
1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg 2:0 (1:0)
1. FFC Turbine Potsdam Bayer 04 Leverkusen 3:0 (1:0)
SC Freiburg FC Bayern München 0:3 (0:2)
FCR 2001 Duisburg SC 07 Bad Neuenahr 0:2 (0:2)
FSV Gütersloh 2009 SGS Essen 1:2 (1:0)
Rang Verein Spiele Torverhältnis Punkte
1. VfL Wolfsburg 19 63:13 47
2. 1. FFC Frankfurt 20 50:24 44
3. 1. FFC Turbine Potsdam 19 60:16 40
4. FC Bayern München 19 41:18 36
5. SC Freiburg 20 30:29 28
6. SC 07 Bad Neuenahr 19 23:23 27
7. SGS Essen 19 22:26 26
8. Bayer 04 Leverkusen 19 25:34 22
9. FF USV Jena 19 18:37 22
10. FCR 2001 Duisburg 20 31:43 20
11. VfL Sindelfingen 19 11:63 11
12. FSV Gütersloh 2009 20 19:67 7

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

44 Kommentare »

  • wfm sagt:

    @Michele
    Wenn Du Dir den Artikel genauer ansiehst, dann sind das alles Gerüchte und Andeutungen, die genau so halbgar sind wie sein Gerede von der Wachablösung.
    Nicht nur ich empfinde den Artikel in der FAZ als merkwürdig, sondern auch die Leute vom frauenfussball-info siehe:

    Greifbar ist davon nur, dass Saki die einzige jüngere Spielerin ist, deren Vertrag dieses Jahr ausläuft.

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  • Michele sagt:

    @wfm

    Falsch! Lira hat selbst gesagt, dass sie den Verein vielleicht verlässt und Schmidt hat auch Probleme mit ihrer Rolle auf der Bank! Als Fan des FFC weiß ich, dass einige darüber nachdenken, den Verein zu verlassen!

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  • Speedy75 sagt:

    Wo wir schon beim Thema Wechsel sind. Die beiden Dongus-Zwillingen wechseln vom Absteiger Sindelfingen nach Hoffenheim, die derzeit gute Chancen haben in die erste Bundesliga auf zu steigen.

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  • wfm sagt:

    @Michele
    Dann müsste es ja so lauten:
    Überschrift: Lira Bajmaraj will den FFC verlassen
    Text: „Laut Micheles Kommentar auf womensoccer. de will Lira Bajmaraj den FFC verlassen, denn sie hat in einem launigen Interview gemeinsam mit ihrem Verlobten in der Bild-Zeitung (!) darauf hingewiesen, dass sie eine Ausstiegsklausel für 2013 hat.“

    So etwas nenne ich halbgar.

    Mir scheint die Lira hat nach ihrer langen Verletzung mit Blick auf die EM 2013 zurzeit ganz andere Sorgen als einen Vereinswechsel. Und wie man ihrer FB-Seite entnehmen kann, fühlt sie sich dort z.B. mit Marozsan, Crnogorcevic und Simone Laudehr recht wohl.

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