Wolfsburg muss Titelfeier verschieben
Der VfL Wolfsburg hat durch eine Niederlage beim 1. FFC Frankfurt die Chance verpasst, sich vorzeitig den deutschen Meistertitel zu sichern.
Vor 3 240 Zuschauern im Stadion am Brentanobad vertagten die Frankfurterinnen durch einen überzeugenden 2:0 (1:0)-Sieg gegen die Niedersachsen nicht nur die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft, sondern landeten auch einen wichtigen Dreier im Kampf um einen Startplatz in der UEFA Women’s Champions League .
Zwei Standards sorgen für Entscheidung Ein Kopfballtor von Kerstin Garefrekes nach Ecke von Dzsenifer Marozsán (15.) und ein Treffer von Saskia Bartusiak nach Ecke von Melanie Behringer (50.) sorgten für den dritten Frankfurter Sieg binnen einer Woche und untermauerten den Aufwärtstrend des Teams seit der Übernahme von Interimstrainer Sascha Glass.
Kompakt und bissig Dabei waren die Frankfurter Spielerinnen gegenüber den Spielen in Freiburg und Jena kaum wiederzuerkennen, jede einzelne Spielerin kniete sich von Beginn an die Partie und ging bissig in die Zweikämpfe. Das Team hatte allerdings auch Glück, dass Wolfsburgs Mittelfeldspielerin Anna Blässe bei einem der wenigen gelungenen Wolfsburger Vorstöße nur die Latte traf (8.).
Pohlers trifft Pfosten Und auch bei einem Schuss von Conny Pohlers nach tollem Pass von Lena Goeßling stand der Pfosten im Weg (31.). Frankfurts Torhüterin Nadine Angerer und Svenja Huth prallten beim Abwehrversuch mit den Köpfen gegeneinander und konnten erst nach zehnminütiger Behandlungspause weiterspielen.
Frankfurt dominiert Doch abgesehen von den beiden Aluminiumtreffern hatten die Frankfurterinnen das Spiel gut im Griff, allein Kerstin Garefrekes hatte weitere gute Torchancen, etwa bei einem Schuss in der Anfangsphase (9.) oder auch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+2).
Vetterlein auf der Hut In der zweiten Halbzeit stand Frankfurt sogar noch kompakter und machte die Räume immer enger, Dzsenifer Marozsán hätte beinahe Gäste-Torhüterin Alisa Vetterlein mit einem Heber aus fast 40 Metern überrascht, doch die war auf der Hut (49.).
Mentale Spritzigkeit fehlt Wolfsburg versuchte sich zwar noch einmal in die Partie zurück zu kämpfen, doch insgesamt wirkte die Elf von Trainer Ralf Kellermann mental ein wenig ausgelaugt und nicht immer gedankenschnell. Frankfurt verkürzte den Abstand auf den Spitzenreiter auf drei Punkte, hat aber bereits ein Spiel mehr ausgetragen.
Zweikampfstärke als Schlüssel zum Erfolg Glass meinte nach der Partie: „Ich finde es klasse, wie sich die Mannschaft in den letzten drei Spielen herausgearbeitet hat. Wir haben zum zweiten Mal gegen ein Spitzenteam zu Null gespielt. Wir hatten in der Anfangsphase ein wenig Glück, aber man hat der Mannschaft angesehen, dass sie es will. Wir waren einen Tick präsenter in den Zweikämpfen. Ein Kompliment an die ganze Mannschaft.“
Kellermann: „Heute sollte es einfach nicht sein“ Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte: „Wir hatten uns viel vorgenommen und waren überzeugt, dass wir hier Deutscher Meister werden können. Aus dem Spiel haben wir nur wenig zugelassen, doch nach dem zweiten Gegentreffer gingen die Köpfe etwas nach unten. Unterm Strich sollte es heute einfach nicht sein, wir waren zu fahrlässig mit unseren Torchancen.“
Anonma trifft doppelt Der 1. FFC Turbine Potsdam kam zu einem 3:0 (1:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen . Yuki Ogimi gelang kurz vor der Pause der Führungstreffer (42.), ehe Genoveva Anonma mit zwei Treffern im zweiten Durchgang (71., 85.) das Ergebnis in die Höhe schraubte.
Bayern landet Auswärtssieg Der FC Bayern München feierte einen 3:0 (2:0)-Auswärtssieg beim SC Freiburg. Zwei Tore von Stürmerin Lena Lotzen (8., 19.) sowie ein Eigentor von Freiburgs Kapitänin Caroline Abbé (75.) bescherten den Münchnerinnen eines ihrer seltene Erfolgserlebnisse in der Fremde.
Sindelfingen de facto abgestiegen Der VfL Sindelfingen unterlag auf eigenem Platz gegen den FF USV Jena mit 1:2 (1:2) und ist damit de facto abgestiegen, da das Team zwar nach Punkten den Tabellenzehnten FCR 2001 Duisburg noch einholen könnte, aber ein um 40 Tore schlechteres Torverhältnis hat. Die beiden neuseeländischen Nationalspielerinnen Amber Hearn (13.) und Ria Percival (42.) erzielten die Treffer für die Gäste, Nicole Loipersberger (23.) hatte zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen.
Heimniederlagen für Gütersloh und Duisburg Trotz einer 1:0-Halbzeitführung musste sich der FSV Gütersloh 2009 am Ende mit 1:2 gegen die SGS Essen geschlagen geben. Marion Gröbner gelang zwar die Führung (30.), doch Emma Mitchell (63.) und Isabelle Wolf (75.) drehten in der zweiten Halbzeit die Partie für die Gäste. Auch der FCR 2001 Duisburg musste sich auf eigenem Platz mit 0:2 (0:2) gegen den SC 07 Bad Neuenahr geschlagen geben, Laura Störzel (6.) und Célia Okoyino da Mbabi (36.) erzielten bereits vor der Pause die Treffer.