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2013

Frauenfußball-WM 2015: Spielplan stößt Kunstrasen-Debatte an

Auf einem Treffen in Zürich hat die FIFA-Exekutive am Donnerstag den Spielplan der Frauenfußball-WM 2015 in Kanada provisorisch abgesegnet. Ein an sich normaler Vorgang, doch eine kleine Randnotiz dürfte in Zukunft noch für hitzige Diskussionen sorgen. Denn das WM-Finale, die Halbfinalspiele und eine Vielzahl weiterer Partien sollen auf Kunstrasen ausgetragen werden.

Wie bekannt wurde, wird das Turnier vom 6. Juni bis 5. Juli 2015 stattfinden. Vancouver erhält erwartungsgemäß das Finale, Austragungsort wird das BC Place sein. Eröffnungsfeier und Eröffnungsspiel werden in Edmonton über die Bühne gehen, wo Kanada als gesetzter Gruppenkopf A1 seine ersten beiden Vorrundenspiele austragen wird. Die beiden Halbfinals werden in Edmonton und Montreal ausgetragen.

Spielplan der Frauenfußball-WM 2015

Petition, die Frauenfußball-WM 2015 auf Naturrasen auszutragen

Erstmals 24 Teams, erstmals Kunstrasen An dem Turnier werden zum ersten Mal 24 Teams teilnehmen, ein Meilenstein in der Geschichte des Frauenfußballs. Dass das Turnier auch als das erste in die Geschichte eingehen wird, dass mehrheitlich auf Kunstrasen ausgetragen wird, darauf hätte man wohl lieber verzichtet.

Nur ein Spielort mit Naturrasen Richard Scott, Sprecher des kanadischen Fußballverbands (CSA), erklärte : „Ein Teil der Ankündigung war zu bestätigen, dass das Finale auf Kunstrasen ausgetragen wird.“ Doch nicht nur das Finale ist betroffen, fünf der sechs WM-Austragungsorte verfügen über Kunstrasen, einzig das Stadion in Moncton hat einen Naturrasen.

Naturrasen zu teuer? Die geplante Austragung auf Kunstrasen dürfte finanzielle Hintergründe haben, denn da die meisten Austragungsorte über keinen Naturrasen verfügen, dürfte eine entsprechende Aufrüstung mit einem zusätzlich annähernd zweistelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen, den der ausrichtende Verband offenbar nicht aufbringen will.

Unmut von Wambach und Kerr US-Starstürmerin Abby Wambach war eine der ersten, die ihren Unmut via Twitter kundtat und eine Petition an die FIFA anregt, keine Spiele auf Kunstrasen auszutragen. Und auch die Australierin Samantha Kerr gab indirekt zu verstehen, was sie von dem künstlichen Belag hält. Sie weist auf das spezielle Verletzungsrisiko hin. Laut Wambachs Aussage hat “der Prozess bereits gestartet” , weltweit über die Verbände den Dialog mit der FIFA zu suchen, um die WM 2015 doch noch auf Naturrasen austragen zu lassen.

I think we need to start petitioning FIFA to not let games be played on Field turf for the World Cup. Who’s with me? #2015WWCnaturalgrass

— Abby Wambach (@AbbyWambach) 21. März 2013

Turf gives you the worst burns, it hurts real bad #WWC2015

— Sam Kerr (@samkerr1) 22. März 2013

This is my best turf burn , or hole twitter.com/samkerr1/statu…

— Sam Kerr (@samkerr1) 22. März 2013

Erfahrungswerte fehlen Bei der FIFA ist man sich der Problematik offenbar durchaus bewusst, denn bereits während des Algarve Cups ging der Weltverband auf die teilnehmenden Teams zu, um die Befindlichkeit in puncto Kunstrasen auszuloten und vor allem mehr Erfahrungswerte zu erhalten, was zum Beispiel das Thema Regeneration nach Spielen auf Kunstrasen angeht.

Zahl der Kritiker dürfte wachsen Weitere Spielerinnen dürften sich in die Schar der Kritiker einreihen und man darf gespannt sein, wie die FIFA auf den zu erwartenden wachsenden Widerstand reagieren wird. Was würden wohl Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo sagen, wenn sie die Männer-WM auf Kunstrasen spielen müssten?