Mangelnde Effizienz lässt Wolfsburg zittern
Mit einer 2:0-Führung und einer Spielerin mehr auf dem Platz ging der VfL Wolfsburg am Mittwochabend mit einer perfekten Ausgangsposition in die Halbzeitpause. Doch ein Eigentor und das Wetter machten den Wolfsburgerinnen einen Strich durch die Rechnung. Bange ist den Wölfinnen vor dem Rückspiel in einer Woche dennoch nicht, wenn gleich die Ausgangssituation nicht ungefährlich ist.
Kellermann: „Fühlt sich an wie eine Niederlage“ „Es fühlt sich an wie eine Niederlage“, meinte ein sichtlich enttäuschter Wolfsburger Trainer Ralf Kellermann mit vom Schnee durchnässten Haar nach dem 2:1-Sieg gegen den russischen Meister WFC Rossiyanka vor 1 971 Zuschauern in der Volkswagen-Arena.
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Ärgerlich knapper Sieg Denn statt mit einem Bein im Halbfinale zu stehen, muss sein Team nun am kommenden Donnerstag 90 schwierige Minuten in der Moskauer Winterkälte überstehen. „Es ist ärgerlich, dass wir nur 2:1 gewonnen haben“, meinte auch Mittelfeldspielerin Lena Goeßling .
Hochkarätige Chancen ausgelassen Dabei ließ der VfL Wolfsburg in der ersten Halbzeit gleich reihenweise hochkarätige Chancen aus, allein Alex Popp hatte neben ihrem Führungstreffer weiter „zwei, drei hundertprozentige Chancen“, wie sie selbst nach dem Spiel freimütig einräumte.
Zu viel nachgedacht Etwa, als sie alleine auf die russische Nationaltorhüterin Elvira Todua zulief. „Da dachte ich zuerst ich stehe im Abseits, dann habe ich links auch noch Martina gesehen und ich habe vielleicht wirklich ein bisschen zu viel nachgedacht.“
Auf der Suche nach der Effizienz Die mangelnde Effizienz verfolgt den VfL schon durch die gesamte Saison. Wollen die Wölfinnen die europäische Bühne weiter im Sturm erobern, gilt es fortan die sich bietenden Chancen kaltschnäuziger zu nutzen, denn so viele Chancen wie im Hinspiel wird man bei den hoffentlich weiteren Auftritten nicht bekommen.
Die beiden großen Wolfsburger Tageszeitungen widmen dem Spiel jeweils eine ganze Seite
Popp verletzt sich an der Hand Zu allem Überfluss trat Popp eine russische Spielerin auf die linke Hand. „Ich habe ziemlich Schmerzen, aber ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres. Ich kann zwar die Hand zur Faust ballen, aber nur ganz langsam.“ Erst eine Röntgenuntersuchung wird heute Aufschluss über die Schwere der Verletzung liefern.
Rossiyanka mit Schwierigkeiten Beim Gast aus Rossiyanka freute sich der frühere HSV-Trainer Achim Feifel, dass seine Elf nun im Rückspiel noch alle Optionen hat. Seit dem 18. November hatte sein Team kein ernsthaftes Wettbewerbsspiel bestritten, beim 1:1 in der Liga gegen den Tabellen-Vorletzten Mordovochka fehlten Anfang März 14 Spielerinnen. „Es war klar, dass es heute am Anfang schwierig werden würde“, so Feifel.
Müller optimistisch Doch dank des glücklichen Auswärtstreffers, als Josephine Henning einen Schuss von Nompumelelo Nyandeni ins eigene Tor lenkte, kann Rossiyanka weiter vom erstmaligen Erreichen des Halbfinales träumen. „Das ist eine gefährliche Situation“, gibt Goeßling zu. „Wir müssen unbedingt ein Tor schießen.“ Martina Müller bleibt siegessicher: „Wir haben schon in Polen gezeigt, dass wir auswärts bestehen können.“