Algarve Cup: DFB-Elf zieht ins Finale ein

Von am 11. März 2013 – 15.52 Uhr 30 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf steht zum zweiten Mal in Folge im Finale des Algarve Cups. In Lagos gab es einen 2:0 (0:0)-Sieg gegen Norwegen, die Treffer erzielten Célia Okoyino da Mbabi und die eingewechselte Nadine Keßler.

Drei Änderungen
Bundestrainerin Silvia Neid veränderte ihre Startformation gegenüber dem 2:1-Sieg gegen Japan auf drei Positionen: Gemäß Rotation hütete Nadine Angerer anstelle von Almuth Schult das Tor, für die erkältete Saskia Bartusiak übernahm Josephine Henning den Platz in der Innenverteidigung. Anstelle von Nadine Keßler durfte Viola Odebrecht von Beginn an spielen. Darüber hinaus fehlten weiter Linda Bresonik und Kim Kulig.

Okoyino da Mbabi trifft die Latte
„Trotz vieler Ausfälle können wir das immer irgendwie kompensieren, und das freut mich“, erklärte Neid, deren Team in der sechsten Minute die erste Torchance des Spiels gehörte; Dzsenifer Marozsán verzog aber aus 20 Metern (6.). Doch nur Sekunden später wäre es fast soweit gewesen, doch Célia Okoyino da Mbabi traf von der Strafraumgrenze nur die Latte. Verena Faißt hatte die nächste gute deutsche Chance, doch Norwegens Torhüterin Ingrid Hjelmseth reagierte glänzend (18.). Doch auch Norwegen kam zur ersten Chance, ein 20-Meter-Schuss von Maren Mjelde strich knapp über die Latte (19.).

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Wensing erleidet Platzwunde
In einem Zweikampf bekam Luisa Wensing die Schuhspitze von Melissa Bjånesøy ins Gesicht, die Wolfsburger Verteidigerin musste mit einer zwei Zentimeter tiefen Platzwunde über dem linken Auge vom Feld, für sie kam Jennifer Cramer (29.). Zunächst hatte Neid darüber nachgedacht, Goeßling nach hinten zu beordern, sich dann aber entschlossen, Cramer „einfach ins kalte Wasser zu werfen“ und sie in die Viererkette zu schicken. Das hat funktioniert, „sie ist echt gut gewesen“, lobte die Bundestrainerin die Debütantin vom 1. FFC Turbine Potsdam. Die Partie pläschterte in der Folge weitgehend im Mittelfeld vor sich hin, Marozsán versuchte es mit einem Distanzschuss (34.).

Célia Okoyino da Mbabi (r.) brachte die DFB-elf auf die Siegerstraße. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Célia Okoyino da Mbabi (r.) brachte die DFB-elf auf die Siegerstraße. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Pfosten verhindert Führung
Nach einem Fehler von Solfrid A. Dahle kam der Ball erneut zu Marozsan, doch sie schoss aus aussichtsreicher Position über das Tor (36.). Und noch einmal hatte die Frankfurterin Pech, ihren Torschuss kurz vor der Pause nach schöner Vorarbeit von Anja Mittag lenkte Hjelmseth an den Pfosten (44.). „Wir hatten vier 100%ige Möglichkeiten, und es hätte für Ruhe sorgen können, wenn wir noch vor der Halbzeit getroffen hätten“, so Neid.

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Okoyino da Mbabi trifft
Erst in der zweiten Halbzeit wurde das deutsche Spiel mit Treffern belohnt. Nach einem Steilpass von Anja Mittag erzielte Okoyino da Mbabi die Führung (52.). In der Folge hatten die Norwegerinnen gute Chancen auf den Ausgleich, Marit Christensen (65.) und Ingvild Isaksen (66.) scheiterten aber mit ihren Möglichkeiten. Erneut Christensen per Kopf (68.) kam dem Ausgleich nahe, der für Norwegen den Finaleinzug bedeutet hätte (68.).

Entscheidung durch Keßler
Doch in der Schlussphase machte die DFB-Elf den Erfolg perfekt. Erst scheiterte die eingewechselte Keßler nach Vorarbeit der eingewechselten Svenja Huth noch mit einem Versuch über das Tor, doch kurz darauf machte sie es besser und erzielte nach einer Hereingabe von Goeßling das erlösende 2:0, das den Finaleinzug endgültig perfekt machte.

Im Finale warten die USA
Das Endspiel findet am Mittwoch um 18 Uhr (MEZ) im Estádio Algarve statt. Dann erwartet die DFB-Elf ein Duell mit den USA, die zwar gegen Schweden nicht über ein 1:1-Unentschieden hinauskamen, sich damit aber dennoch den ersten Platz in Gruppe B sichern konnten.

Deutschland – Norwegen 2:0 (0:0)

Deutschland:
Angerer – Maier, Wensing (31. Cramer), Henning, Peter – Odebrecht, Goeßling – Mittag (67. Huth), Marozsán (67. Keßler), Faißt (56. Behringer) – Okoyino da Mbabi (67. Popp)

Norwegen: Hjelmseth – Ryland, Dahle, Christensen, Akerhaugen – Mjelde (57. Stensland), Mykjaland – Gulbrandsen, Ims (56. Landvik Isaksen), Hansen (46. Hegerberg) – Bjånesøy (55. Larsen Kaurin)
Tore: 1:0 Okoyino da Mbabi (52.), 2:0 Keßler (86.)

Schiedsrichterin:
Salome di Iorio (Argentinien)
Gelbe Karte: Christensen
Zuschauer: 500

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

30 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @Alice: Habe nebenbei Georg Schramm gehört, das inspiriert echt vom Schreibstil^^

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  • Detlef sagt:

    Ich war (und bin) immer einer der größten Kritiker der Bundesgöttin gewesen!!!
    Ich kann allerdings zur gestrigen Leistung nix schreiben, da ich das Spiel nicht gesehen habe!!!
    Wie ich aber dem hier Geschriebenen entnehme, hat sich die Mannschaft noch einmal sichtbar steigern können!!!
    Und das obwohl, oder vielleicht gerade wegen weiterer fehlender Stammspielerinnen!!!

    Die Nachrückerinnen sind wahrscheinlich deshalb so „heiß“, weil ihre EM-Nominierungen noch auf des Messers Schneide stehen!!!
    Stammspielerinnen müssen sich da ja keinen Kopf machen, die sind sogar dann im EM-Kader, wenn sie nicht richtig fit sind!!!

    Freut mich ganz besonders für unsere JENNY, daß sie ihre Aufgabe anscheinend gut gelöst hat!!!
    Trotzdem bleibe ich dabei, daß ihr Talent in der IV verschenkt ist!!!
    Als AV hätte sie zumindest gelegentlich die Möglichkeit, ihren immensen Offensivdrang auszuleben!!!

    Allerdings bin ich aus den Berichten hier nicht so ganz schlau geworden, wie stark denn die Norwegerinnen wirklich gespielt haben???
    Die Leistungen (gerade der Defensive) kann man ja nur dann richtig bewerten, wenn man weiß wie stark der Gegner war!!!

    Ich glaube aber, daß der richtige Härtetest erst morgen gegen die US-Girls stattfinden wird!!!
    Wenn die Serie dann immer noch hält, darf man wohl ruhigen Gewissens Richtung EM blicken!!!

    Maxemus schrieb;
    „Wow, auf all die Ausfälle hat die Natio immer noch eine adäquate Antwort.“

    Frau Bundesgöttin kann auch auf ein unfassbar großes Reservoir an Top-Spielerinnen zurückgreifen!!!
    So viele Ausfälle kann es gar nicht geben, als das es da irgendwelche Engpässe geben könnte!!!
    Wer es sich leisten kann, Spielerinnen wie Melanie Hoffmann, CONNY POHLERS, ULLA DRAWS oder Mandy Islacker gar nicht erst in die engere Wahl einzubeziehen, der muß sich doch nicht über Ausfälle von Bartusiak, Krahn, Kulig oder Laudehr ernsthafte Sorgen machen!!!

    Und manchmal muß es eben erst „Weh-tun“, damit man die eingefahrenen Pfade verläßt, um etwas Neues auszuprobieren!!!

    @Sheldon,
    Volker Pispers ist ähnlich inspirierend!!! 😉

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  • karl sagt:

    ok Sheldon, das erklaert natuerlich alles , aber Georg Schramm hat sicher nicht ueber die Bundestrainerin philosophiert. Vielleicht hast du da irgendwas falsch verstanden 🙂 .
    Aber mal im ernst: Ich glaube nicht dass die Nationalmannschaft anders aussehen wuerde wenn Schroeder oder irgendein anderer der Bundestrainer waere. Die Meinung von Georg Schramm ueber die Personen ueber die er sich fuer gewoehnlich aussert teile ich natuerlich 🙂 , aber ich glaube nicht dass es Neids Hobby ist im Viertelfinale rauszufliegen. das hat sie bis jetzt nur einmal gemacht , obwohl das viele andere vor ihr auch gemacht haben.

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  • enthusio sagt:

    @ Detlef:
    Norwegen hatte keine echte erwähnenswerte Torchance, sondern
    – wie gerd.karl weiter oben zurecht schrieb – nur wenige Halbchancen, bei denen Angerer aber schwächelte und die Innenverteidigung etwas konfus wirkte. In den drei Spielen der Vorrundengruppe hat lediglich Japan es geschafft, einige dicke Torchancen gegen Deutschland zu kreieren. Die US-Girls sind aber ein ganz anderes Kaliber und werden unsere Abwehr gut beschäftigen. Da wird man interessante Erkenntnisse gewinnen, wie gut unsere jungen Defensivspielerinnen mit Weltklassespielerinnen wie Rapinoe, Heath, Morgan und Wambach klarkommen werden. Trotzdem haben Cramer, Henning und Maier gestern gegen Norwegen auch auf mich insgesamt einen überzeugenden Eindruck gemacht und die verletzten oder kranken erfahrenen Spielerinnen gut vertreten. Dass auch offensiv ansehnliche Chancen herausgespielt wurden erhöht die Vorfreude auf ein hochklassiges Endspiel beider Mannschaften.

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  • Detlef sagt:

    @enthusio,
    Danke für Deinen Bericht!!!

    Dann werden wir mal schauen wie die Youngster morgen mit den Superstars der Amis klarkommen!!!

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Wolfsburg spielt seit Jahr und Tag mit Raute im Mittelfeld…“

    Soso, Wolfsburg spielt also mit Mittelfeldraute…
    Wie wär’s, wenn du erst mal ein Spiel der ‚Wölfinnen‘ anschaust, bevor du hier Behauptungen aufstellst? Anschauungsmaterial gibt’s in der Mediathek von DFB-TV!

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  • Sheldon sagt:

    @FFFan: Wie spielt Wolfsburg denn sonst mit 4 Mittelfeldspielerinnen? Pohlers und Müller sind beides Stürmerinnen. Es wird vielleicht nicht immer ganz genau durchgezogen, aber Keßler hat deutlich den offensiveren Part. Das ergibt sich einfach aus ihrem natürlichen Zusammenspiel mit Odebrecht, so war es schon in Potsdam. Auch dort spielte Keßler, wenn sie spielte, die „10“, während Odebrecht defensiver agierte.

    Und wenn du zwei Außenmittelfeldspielerinnen hast, eine offensive und eine defensive Mittelfeldspielerin, kann man das gut und gerne als Raute bezeichnen…

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  • wrack sagt:

    @ enthusio: „Norwegen hatte keine echte erwähnenswerte Torchance…“

    Bin ich nicht ganz mit einverstanden:
    66′ – Isaksen stolpert wenige Meter vor dem deutschen Tor in eine scharfe Flanke, die Abnahme der Norwegerin verfehlt allerdings den Kasten um einige Meter.
    68′ – Nach einer Ecke kommt Christensen an der langen Ecke zu einem gefährlichen Kopfball und verfehlt knapp.

    In der Zeitlupe sieht das FÜR MICH nicht nach „Halbchancen“ aus.

    @ enthusio: „Die US-Girls sind aber ein ganz anderes Kaliber und werden unsere Abwehr gut beschäftigen.“

    Sind wir uns einig. Wer das Spiel gegen Schweden gesehen hat, muss von der Robustheit auch der jüngeren Spielerinnen beeindruckt gewesen sein. Das ist heute abend eine Quelle meiner Sorge, denn eine deutsche Innenverteidigung mit Henning und Cramer ist da, wie ich fürchte, NOCH überfordert – selbst wenn Wensing spielt. Vor allem wenn ich an Abby Wambach denke…
    Gegen Norwegen hat es im 110. Spiel den 80. Sieg bei 14 Niederlagen unter der Ägide von Silvia Neid gegeben. (Theune-Mayer: 135 Spiele, 93 Siege, 24 Niederlagen)
    Ich fürchte, nach dem Spiel gegen die USA werden die 80 Siege weiter stehen.

    @ Detlef: „Frau Bundesgöttin kann auch auf ein unfassbar großes Reservoir an Top-Spielerinnen zurückgreifen!!!“

    Denn „Erfahrung in der Natio“ unterschätzt du meiner Meinung nach. Das Reservoir ist deswegen fassbar begrenzt.

    Übrigens noch mein Kompliment an Silvia Neid, die – hoffentlich aus freiem Willen 🙂 – Jenny Cramer für Luisa Wensing gegen Norwegen gebracht hat und damit Goeßling als eine spielentscheidende Spielerin auf ihrer Position gelassen hat.

    Ich hoffe auf viele Tore der deutschen Mannschaft und wenige der Amis. Aber zum erstenmal seit vielen, vielen Monaten bin ich skeptisch. HOFFENTLICH trügt mich mein Gefühl !

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  • noworever sagt:

    @Sheldon:
    „Habe nebenbei Georg Schramm gehört, das inspiriert echt vom Schreibstil“

    you should indeed post your contributions on a comedy site.

    it would have the not to underestimate advantage that you have ALL the laughs on your side.

    whereas here … even though the flavor/origin of your commentaries is familiar to many, the indecisiveness for the reader in terms of … „does he really mean it?!“ or „is this just a joke?!“ is always new.

    you may think about it.

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Wie spielt Wolfsburg denn sonst mit 4 Mittelfeldspielerinnen?“

    Richtig ist, dass Keßler im zentralen Mittelfeld den „offensiveren Part“ hat. Anders ausgedrückt: sie ist diejenige mit den vertikalen Laufwegen, während Odebrecht eher horizontal agiert.
    Trotzdem hat das Wolfsburger Mittelfeld m.E. nicht die Form einer Raute, weil die Außen sowohl ‚höher‘ als auch ‚breiter‘ stehen als es in einer klassischen Raute der Fall wäre. Jakabfi, Blässe und Müller (die oft außen spielt, wenn Pohlers und Popp im Angriff beginnen) sind ja quasi Flügelstürmerinnen!

    Demnächst in der Champions League gegen Rossiyanka können wir es erneut beobachten, wobei das Mittelfeld allerdings wegen Keßlers Verletzung möglicherweise personell anders zusammengesetzt sein wird.

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