FCR 2001 Duisburg stellt Insolvenzantrag
Am Mittwoch, 23. Januar, war es soweit: Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg hat beim Amtsgericht Duisburg unter dem Aktenzeichen 63 IN 15/13 das Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet. Am Donnerstagnachmittag wurde der Verein in einer Presseerklärung erstmals konkreter und machte unter anderem den Ausfall bzw. die Verschiebung von Sponsoring -Einnahmen verantwortlich für die finanziellen Probleme.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter des im Vereinsregister unter VR 3951 eingetragenen Vereins wurde Rechtsanwalt Dr. Andreas Röpke bestellt. In der Regel nimmt der vorläufige Insolvenzverwalter später auch die Stellung des endgültigen Insolvenzverwalters ein. Verfügungen des Schuldners über Gegenstände seines Vermögens sind ab sofort nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam, auf den die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis übergangen ist.
Pressekonferenz in zwei Wochen Den Schuldnern des Schuldners (Drittschuldnern) wird verboten, an den Schuldner zu zahlen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen des Schuldners einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten. „Das klare Ziel ist eine Sanierung des Vereins innerhalb des Insolvenzantragsverfahrens in Zusammenarbeit mit Vereinsmitgliedern, Fans, Sponsoren und der Stadt Duisburg”, erklärt Dr. Röpke, der in der übernächsten Woche zu einer Pressekonferenz einladen wird, um über die Fortschritte und Sanierungsschritte innerhalb des Insolvenzverfahrens zu informieren.
Angeblich 200 000 Euro Defizit Nach einem Artikel der WAZ soll sich das Defizit auf rund 200 000 Euro belaufen, während Vorstandsvorsitzender Thomas Hückels an gleicher Stelle wenige Tage zuvor von „einer kleineren sechsstelligen Summe“ gesprochen hatte. In den nächsten drei Monaten will der Verein nun versuchen, eine Lösung für die Misere zu finden und frisches Geld aufzutreiben. Wie der FCR 2001 Duisburg nun in einer Pressemitteilung erstmals konkretisierte, sei die wirtschaftliche Schieflage “unter anderem durch Ausfall bzw. Verschiebung von Sponsoring-Einnahmen” entstanden.
Momentan keine Auswirkungen auf Spielbetrieb Der DFB hatte in einer kurz Pressemitteilung am vergangenen Freitag nur darauf hingewiesen, dass die Antragstellung zunächst keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb der Frauenfußball- Bundesliga habe. Man stehe im engen Kontakt mit dem FCR 2001 Duisburg. „Der Verein hat deutlich gemacht, Lösungen finden zu wollen“, so Heike Ullrich , DFB-Abteilungsleiterin Spielbetrieb.
Damoklesschwert Sollte allerdings noch vor dem letzten Bundesliga -Spieltag am 12. Mai ein Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgelehnt werden, würde Duisburg als erster Absteiger der Saison 2012/2013 feststehen. Alle Spiele, die der Verein in der Bundesliga bis zu diesem Zeitpunkt absolviert hat und die er danach noch austragen würde, würden in diesem Fall nicht gewertet werden.