Jahresrückblick 2012: die Absteiger
Neben den Akteurinnen und Akteuren, die im vergangenen Jahr so richtig durchstarten konnten, gibt es auch die, für die 2012 weniger erfolgreich verlief, weil Erwartungen nicht erfüllt werden konnten. Womensoccer schaut auf die Absteiger des Jahres.
Gleich bei zwei internationalen Turnieren blieb Deutschland im vergangenen Jahr nur die Zuschauerrolle. Dass die A-Nationalmannschaft bei Olympia nicht dabei sein würde, hatte sich bei der Weltmeisterschaft 2011 entschieden. Im Frühjahr gab es dann ernüchternde Nachrichten für den Nachwuchs.
U19-Nationalmannschaft Eigentlich ist die deutsche U19-Nationalmannschaft Dauergast bei internationalen Turnieren. Bislang konnte sich das Team von Bundestrainerin Maren Meinert jährlich für die Europameisterschaft qualifizieren. Doch jede Serie reist einmal, 2012 scheiterte die DFB-Elf in der zweiten Qualifikationsrunde. Als Titelverteidiger ins Rennen gegangen unterlag man im April Schweden mit 0:1. Tröstend aus deutscher Sicht: Erst die EM in diesem Jahr in Wales ist Qualifikationsturnier für die U20-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Kanada.
- FFC Frankfurt Lange tanzte der 1. FFC Frankfurt im vergangenen Jahr auf drei Hochzeiten: Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League . National zogen schließlich der 1. FFC Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg davon. Im Pokalfinale zeigte der FFC eine schwache Leistung und unterlag dem FC Bayern München , im Champions-League-Finale hätte man Chancen gehabt, musste aber sich dennoch Olympique Lyonnais am Ende mit 0:2 geschlagen geben – ein weiteres titelloses Jahr also für die Frankfurterinnen, die wie üblich mit großen Erwartungen und namhaftenNeuverpflichtungen (u.a. Fatmire Bajramaj und Ana-Maria Crnogorcevic) in die Saison gestartet waren. Und ähnlich begann auch die neue Saison. Gleich drei deutsche Nationalspielerinnen wechselten an den Main, die Meisterschaft wurde zum Ziel erklärt. Nach dem schwachen Saisonstart ist man nun zurückgerudert: die Qualifikation zur Champions League – also zumindest Rang zwei – solle es werden. Mit neuem Trainer also die gleichen Probleme: Das zweifellos vorhandene Potenzial der Mannschaft kann nicht abgerufen werden.
FCR 2001 Duisburg Doch noch eine dritte Mannschaft reiht sich hier ein. 2009 war der FCR 2001 Duisburg noch UEFA-Cup-Sieger – mittlerweile stehen die „Löwinnen“ in der zweiten Tabellenhälfte. Die Leistungsträgerinnen, die nicht vor der Saison 2011/2012 gegangen sind, haben dem Verein vor Beginn der laufenden Spielzeit den Rücken gekehrt. Die Insolvenz konnte knapp abgewendet werden, aber statt die Früchte der Erfolge aus der jüngeren Vergangenheit ernten und darauf aufbauen zu können, muss man beim FCR neu anfangen.
Die WPS Neu anfangen muss man auch in den Vereinigten Staaten – schon zum dritten Mal. Denn nach der ersten Profiliga WUSA scheiterte im vergangenen Jahr auch die WPS. Immer mehr Vereine zogen sich aus der Liga zurück, die Liga lieferte sich einen Rechtsstreit mit magicJack-Besitzer Dan Borislow. Zuletzt waren nur noch fünf Mannschaften im Spielbetrieb. Zunächst sagte man die Spielzeit 2012 ab, dann wurde das Aus der gesamten Liga verkündet. Nun soll ein dritter Versuch gestartet werden, NWSL heißt die neue Liga und soll den Spielbetrieb im Frühjahr mit acht Teams aufnehmen.
Thomas Dennerby Bei der Weltmeisterschaft 2011 holte Thomas Dennerby als schwedischer Nationaltrainer mit seiner Mannschaft die Bronzemedaille. Mit hohen Ansprüchen zu den Olympischen Spielen nach London gefahren, musste sich das Team dort im Viertelfinale Frankreich geschlagen geben. Schon lange hatte man in Schweden über eine Ablösung Dennerbys gemunkelt, im Frühjahr bekannten gar Teile der Mannschaft, dass es an der Zeit für neue Methoden sei. In gewisser Hinsicht war Dennerby in London zum Erfolg verdammt, doch die Erwartungen konnten nicht erfüllt werden, und so wird das nächste Turnier nun mit Pia Sundhage auf der Trainerbank in Angriff genommen.
Brasilien Alles andere als nach Plan verliefen die Olympischen Spiele auch für die brasilianische Elf. In der Gruppenphase gewann man glanzlos gegen Kamerun und Neuseeland, ehe es zwei Niederlagen setzte. Zunächst unterlag die „Seleçao“ Großbritannien mit 0:1, im Viertelfinale dann Japan mit 0:2. Vom Glanz vergangener Tage war in London nur wenig zu spüren; Ende des Jahres musste Trainer Jorge Barcellos seinen Hut nehmen. Doch auch bei der Jugend läuft es nicht. Bei der U17-WM schied Brasilien ebenfalls im Viertelfinale aus, die U20 scheiterte bei den Titelkämpfen in Japan bereits in der Gruppenphase.