Bad Neuenahr kürzt Etat für Saison 2013/14

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Frauenfußball-Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr wird mit einem deutlich reduzierten Etat in die Saison 2013/14 gehen, will aber dennoch Jugendarbeit und Scouting verbessern und weiterhin eine Rolle in der Bundesliga spielen.

„Wir können auch in der Zukunft eine Rolle in der Bundesliga spielen, aber alles hat seine finanziellen Grenzen, die wir nicht überschreiten werden. Es gilt in erster Linie den Verein endlich einmal schuldenfrei zu stellen“, erklärte Präsident Bernd Stemmeler nach einer sechsstündigen Klausurtagung des SC 07 Bad Neuenahr im SETA Hotel in Bad Neuenahr.

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Schwachstellen aufdecken, Lösungen finden
„Gemeinsam die Zukunft gestalten“ – unter diesem Motto analysierten beinahe das komplette Präsidium sowie Cheftrainer Colin Bell und Vereinsmanagerin Sandra Minnert die Stärken und Schwächen des Frauenfußball-Bundesligisten, erarbeiteten Lösungen zur Behebung der bestehenden Situationen und stellten die ersten Weichen für die Zukunft. Alle Bereiche des Clubs wurden auf den Prüfstand gestellt, auch die finanzielle Situation.

Klausurtagung des SC 07 Bad Neuenahr
Bad Neuenahrs Vize Stefan Gustav (li.) bespricht mit Trainer Colin Bell und Managerin Sandra Minnert die neuen Aufgabenbereiche © SC 07 Bad Neuenahr

Jugendarbeit und Scouting ausbauen
„Wir werden in den nächsten Monaten weiter unsere Hausaufgaben machen, die wir dem Verein und vor allen Dingen unseren Partnern  wie Lotto Rheinland-Pfalz und die Kreissparkasse Ahrweiler schuldig sind, die uns bisher auf dem schwierigen Weg begleitet haben“, so Stemmeler. Trotz eines für die nächste Saison deutlich reduzierten Etats – Zahlen wurden nicht genannt – wird der schon seit dem vorigen Jahr eingeläutete sportliche Weg weitergegangen. Neben der Jugendarbeit wird das Scoutingkonzept weiter ausgebaut und zusammen mit der DFB-Eliteschule versucht, Talente an die Ahr zu holen.

Infrastruktur und Organisation verbessern
„Wir haben schließlich was zu bieten“, erklärt Vize-Präsident Herbert Kommer. „1. Bundesliga, 2. Bundesliga und Juniorinnen Bundesliga sind mit Mannschaften des Kurstadtclubs besetzt. Dies ist nicht nur für Rheinland-Pfalz ein Alleinstellungsmerkmal auf das man stolz sein kann“. Auch die Verbesserung der Infrastruktur und der Organisation in allen Bereichen haben sich die Teilnehmer der Klausurtagung auf die Fahnen geschrieben.

Motivierter Trainer
So war auch Cheftrainer Colin Bell sehr angetan von den Ergebnissen der Zusammenkunft. „Die Intensität mit der hier gearbeitet wird, motiviert auch einen Trainer sehr. Ich denke der SC 07 Bad Neuenahr wird in Zukunft vor allem in der Region wieder mit anderen Augen gesehen.“

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Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Fehlt jetzt bloss noch die Hiobsbotschaft, dass Leistungsträger den Verein verlassen werden… 🙁

waiiy
waiiy

Ich kann mir vorstellen, an welcher (Personal-)Kostenstelle ab der nächsten Saison gespart wird… 🙁

Sheldon
Sheldon

Das hört sich doch mal konstruktiv an! Sehr großen Respekt für die akribische Arbeit, die dort wirklich geschieht, da könnte sich denke ich so mancher andere Club eine Scheibe abschneiden.

Ich finde es beeindruckend, wenn es dieser Club nur mit regionalen Sponsoren schaffen sollte, wirklich schuldenfrei da zu stehen. Das zeigt die großartige Arbeit, die dort betrieben wird.

Mit der Kürzung des Etats dürfte zumindest der Transfer von Celia damit feststehen! Schade…

HGD
HGD

Ich denke mal,mit dem Weggang zeier Leistungsträger/Nationalspielerinnen dürfte der Schuß dann aber nach hinten losgehen–bestea und abschrechendes Beispiel ist ja zZt Duisburg.
Man kann und sollte ersteinmal an die Strukturen des Vereins sowie dessen Umfeld gehen und nicht das wichtigste Kapital-Spielerinnen/Identifikationsfiguren der Fans verkaufen.

Sheldon
Sheldon

@HGD: Es geht nicht darum, ob die Spielerinnen verkauft werden, Fakt ist nur, dass bisher nur 4 Spielerinnen einen Vertrag über die Saison hinaus haben (Almuth Schult, Aylin Yaren, Laura Störzel, Shelley Thompson). Die Verträge von Spielerinnen wie Leonie Maier, Peggy Kuznik und insbesondere Celia laufen allesamt aus. Und gerade eine Celia KANN man sich zur Zeit einfach meines Erachtens nicht leisten, zumindest, wenn das bedeuten sollte, dass man ein vergleichbares Angebot zu Frankfurt abgeben muss. Wenn der Etat gekürzt wird, muss man sich zwangsläufig von Spielerinnen trennen, insbesondere von teuren Spielerinnen. In Duisburg ist das auch passiert, ja, aber… Weiterlesen »

FFFan
FFFan

@ Sheldon:
„Fakt ist nur, dass bisher nur 4 Spielerinnen einen Vertrag über die Saison hinaus haben (Almuth Schult, Aylin Yaren, Laura Störzel, Shelley Thompson).“

Diese Information beruht vermutlich auf den Angaben bei ’soccerdonna‘. Diese sind jedoch nicht immer zuverlässig; laut Medienberichten haben beispielsweise die Neuzugänge Rachel Rinast, Kathrin Becker und Rebecca Knaak im Sommer Dreijahresverträge abgeschlossen, Ersatztorhüterin Neide Simoes einen Zweijahresvertrag. Auch andere Verträge könnten länger laufen. Seiten wie ’soccerdonna‘ und ‚weltfussball‘ tragen wohl als Vertragsende immer das Ende der laufenden Saison ein, sofern ihnen nichts anderes bekannt ist.

SC07FanatikerXXL
SC07FanatikerXXL

Fakt ist, wir habens halt nicht dicke und dem Großteil der Fans (zumindest der Aktiven, die sich extrem mit dem Verein identifizieren) ist das auch bekannt. Solange aber immer am Ende der Saison 2 Mannschaften hinter uns stehen, ist uns das Recht. Wir sind sowieso nicht mit Titel, Triumphen und Ruhm „gesegnet“, was haben wir also zu verlieren? Ob wir am Ende der Saison 4., 8. oder 10. sind macht im Endeffekt auch nichts aus. Es gibt in Deutschland nunmal nur 3 Ziele im FF, die wertvoll sind: Meister, Champions-League Platz und DFB-Pokalfinale. Alles andere ist dann ja schon „Mittelmaß“… Weiterlesen »

frosti
frosti

Bei allem Respekt für Bad Neuenahr und aller Vernunft, die diese Entscheidung trägt.

Für den FF und die Frauen-Bundesliga deutet sich da ein spürbarer Rückschlag an.

Gerade genießen wir, dass auch Mannschaften wie Bayern, Freiburg, Essen und eben auch Bad Neuenahr (!!) den 3 wirtschaftlich stärksten Mannschaften und gemeinten Favoriten Punkte abnehmen können und dadurch ein wenig mehr Spannung aufkommt, da verabschiedet sich nach Duisburg mutmaßlich mit Bad Neuenahr eine weitere Mannschaft aus diesem Kreis, so dass in Zukunft wieder eine deutlichere Zweiklassengesellschaft (oder gar Dreiklassengesellschaft) entsteht.

berggruen1
berggruen1

@frosti: Das Wörtchen „mutmaßlich“ spielt hier die entscheidende Rolle. Bekanntlich schießt nicht Geld die Tore und hält den eigenen Kasten sauber. Bei kontinuierlicher und guter Arbeit, einem guten Trainergespann in allen Abteilungen und einer guten Vorstandsarbeit kann auch mit wenig Geld Einiges erreicht werden. Die Aussage, endlich schuldenfrei sein zu wollen, ist nur zu unterschreiben. Oder wie SCFanatikerXXL schrieb, letzten Endes kann es gleich sein, ob man 4., 7. oder 10. wird, so lange man nicht absteigt oder aber Meister wird. Das ist aber meines Wissens auch mit einem stärker finanziell belastenden Kader nicht passiert. Daher kann es nur richtig… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@frosti: Solange es eine derartig große Differenz im wirtschaftlichen Bereich zwischen den Verein gibt, wird es langfristig immer eine Zwei- bis Dreiklassengesellschaft geben. Denn über kurz oder lang ist es im freien Markt so, dass sich das beste Angebot durchsetzt. Und bei einer solchen Differenz im finanziellen Bereich kannst du das alles nicht mit anderen Dingen aufwiegen!

Entweder du musst diesen Markt regulieren oder du musst mit dieser Mehrklassengesellschaft leben!

waiiy
waiiy

Da das Ganze immer steht und fällt mit dem Geld, muss man eben auch immer die Einnahmeseite betrachten und wie diese langfristig optimiert werden kann. Da sehe ich bei den meisten Vereinen absoluten Handlungsbedarf. Man kann natürlich sagen, dass in Potsdam vielmehr Sponsoren sind. Aber auch die geben in der strukturschwachen Region (und selbst Berlin gehört dazu) nicht gern Geld aus. Aber man schafft es eben, mehr Zuschauer ins Stadion zu locken und so will doch der eine oder andere eine Werbebande füllen. In Bad Neuenahr kostet der normale Stehplatz 7 EUR. Das sind locker 3 EUR mehr als in… Weiterlesen »

wolle
wolle

Ich schreibe dann schon mal den Nachruf für den SC 07. Spekulieren wir mal ein bischen. Zuerst gehen wohl die N11-Spieler. Celia wird vielleicht nach Paris wechseln. So viel ich weiß wohnt ja auch ein Teil ihrer Verwandschaft in der Nähe von Paris. Almuth würde sicherlich Wobs Torwartprobleme lösen. Leonie Maier wird vom Spielerprofil Herrn Schröder gefallen. Und die Anderen? Von den 7 U19-Europameisterinnen von 2011 werden nicht viele übrig bleiben. Aber ich habe ja in diesem Forum gelernt, das man nicht jammern und nicht neidisch auf die finanzstarken Vereine sein soll. Freuen wir uns also auf eine Liga die… Weiterlesen »

SC07FanatikerXXL
SC07FanatikerXXL

@ wolle, ich kann dich jetzt nicht zuordnen, du scheinst ja öfters bei unseren Heimspielen zu sein?!

Aufjedenfall mag ich dich für diese Sätze:

„Aber Tradition ist ja auch nicht gefragt. Und Fans wie die Celtics in BN sind ja auch gefährliche Menschen, die randalieren und stecken Stadien in Brand. Die will man ja auch nicht. Die fahren auch noch auswärts zu jedem Spiel mit, manchmal sogar noch bei der U17. Ich kann jedem die Facebook-Seite der Celtics empfehlen.“

Guter Mann/Frau! 😀

Marcus
Marcus

So lange wir Erstklassig bleiben, ist das immer ein gutes Argument Spielerinnen anzulocken…..den wirklich bezahlen können nur die großen vier großen. Ob man jetzt nach z.b. Jena, Essen, Duisburg oder eben Bad Neuenahr wechselt das Entscheiden doch ganz andere Faktoren abseits vom Geld. @waiiy Es gab genug Schul bzw. Freikarten Aktionen und trotzdem sind die Massen großteils Ferngeblieben. Aber in einer Geiz ist Geil Welt, sind 10euro für ein Erstligaspiel nun wirklich unzumutbar. Desweiteren sollte sich so langsam herum gesprochen haben, das Coca-Cola kein Intresse am Frauenfussball hat und Apollinaris sich deswegen garnicht größer Engagieren darf. Vor wenigen Jahren standen… Weiterlesen »

frosti
frosti

@wolle
Ja, an die 3 Genannten dachte und denke ich auch – und auch in dieser Richtung!
Lassen wir uns überraschen!

O. Christ
O. Christ

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist mit Abstand kleinste Stadt, die einen Verein der 1. BL beheimatet, die nächste Großstadt liegt jenseits der Bundeslandesgrenze. Die sind ungünstige Bedingungen im Hinblick auf das Einzugsgebiet regionaler Fans. Der Club müsste probieren, sich besser im Bonner Raum (solange noch eine prominente Bonnerin dort spielt) und im weiteren Großbereich als regionale Größe zu etablieren.

AdiPreissler
AdiPreissler

Der logische Sponsor für BN wäre Haribo, genauso wie man aus Bonn Zuschauer anlocken können sollte. Ich weiß jetzt nicht, ob die Landesgrenze da entscheidend ist, aber zwischen Bonn und Köln herrscht ja die übliche Nachbarschaftsabneigung und Bonn hat absolut Null in Sachen Fußball zu bieten, auch nicht bei den Männern. Ich nehme aber an, dass man das schon versucht hat…

Sheldon
Sheldon

@waiiy: Tut mir leid, dein Vergleich zu Potsdam hinkt aber mal gewaltig! Du vergisst, dass Potsdam bereits in der DDR und auch heute noch einer der Olympiastützpunkte Deutschlands ist und damit quasi sämtliche Ausbildungsstätten zur Verfügung gestellt bekommt. Außerdem waren sie bereits in der DDR eine Macht. Das gilt für Bad Neuenahr generell nicht. Im Gegenteil, sie hatten mit der TSV Siegen lange die Macht im deutschen FF vor der Haustür. Und was zu den Fans in Bad Neuenahr: Tut mir leid, auch hier hinkt der Vergleich zu Potsdam. Anders als Potsdam hat Bad Neuenahr in einem Umkreis von 60,… Weiterlesen »

berggruen1
berggruen1

@AdiPreissler: Als Alt-Bonnerin kann ich Dir versichern, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Haribo auch nur Irgendetwas sponsort bei nahe null liegt. Sie sponsorn ja nicht einmal den Bonner Fußball (dort gäbe es durchaus Potential, man hat nur das gleiche Problem wie viele andere Städte auch: fehlendes Geld) oder die Bonner Fechter, die international immer wieder auch für Medaillen sorgen, ja, sie sind nicht einmal bei den Herren des Volleyballs eingesprungen, als man relativ wenig Geld benötigte um in Liga 1 zu bleiben, ähnlich sah es auch bei den Damen des BG Rentrop aus (Basketball). Warum um alles in der Welt sollte… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

@Sheldon: Hör auf zu schreiben… Gelsenkirchen – Bad Neuenahr: 150 km Dortmund – Bad Neuenahr: 150 km Deine Argumentationen sind wirklich klasse recherchiert. PS: Wenn nur die Hälfte der Zuschauer, die in Dortmund keine Karten für die Heimspiele bekommen, die 150 km Weg auf sich nehmen, um Bad Neuenahr zu sehen, würde Bad Neuenahr schon geholfen sein. Aber ich sehe, dass es auch nicht gewollt ist, über neue Wege zu mehr Popularität nachzudenken und dass man die Sache aufgibt, weil es vor ein paar Jahren nicht geklappt hat. Dann soll es auch so sein. Dann braucht man aber auch keine… Weiterlesen »