DFB-Elf will Erfolgsserie ausbauen
„Wir wollen mit einem positiven Gefühl das Länderspieljahr beenden“, sagt Martina Müller mit Blick auf das letzte Länderspiel ihrer Karriere heute gegen Frankreich ( 15.15 Uhr, live in der ARD ). Aber aus der „Équipe Tricolore“ ist längst ein Team geworden, das zur internationalen Spitze gehört und gegen das sich die DFB-Auswahl mächtig ins Zeug legen muss, um ihrer Stürmerin einen erfolgreichen Abschluss zu bereiten.
„Frankreich ist ein Gegner, der uns alles abverlangen wird“, so die 100-fache Nationalspielerin. Die Mannschaft galt schon immer als ambitioniert, doch spätestens seit den beiden vierten Plätzen bei der Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten Medaillen und Titel geholt werden. Die Französinnen verfügen über einen breiten, ausgeglichenen Kader, in dem sich Trainer Bruno Bini den Luxus leisten kann, auf Defensivspezialistin Sonia Bompastor zu verzichten .
Von Frankreich lernen Die Mannschaft habe sich „hervorragend entwickelt in den letzten Jahren“, sagt Bundestrainerin Silvia Neid. Entsprechend haben sich auch die Vorzeichen ein wenig geändert, und man betrachtet die Französinnen als Team aus der Weltspitze, auf das man aufmerksam schaut und sich aus gutem Grund als Gegner gewählt hat. „Frankreich haben wir uns ausgesucht, weil wir von denen lernen wollen“, so die Bundestrainerin. „Wir wollen gegen die Besten spielen.“
Aufhören, wenn es am schönsten ist Das wird Müller bei der Europameisterschaft im kommenden Jahr nicht mehr, die Stürmerin vom VfL Wolfsburg entschloss sich zum frühzeitigen Abschied . „Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören, und das ist gerade so“, sagt die 32-Jährige, der der Spagat zwischen Beruf, Verein und Nationalmannschaft zu groß wird. „Es ist erstaunlich, was für einen tollen Weg sie gegangen ist“, lobt Neid. „Wenn man Martina auf der Bank hat und man sie einwechselt, dann weiß man einfach, was man hat: Eine Person, die Leben in das Spiel bringt und oft eben auch ein richtig wichtiges Tor schießt. Das werde ich vermissen.“
Die Bühne ist frei Damit sind innerhalb der vergangenen 16 Monate mit Birgit Prinz, Inka Grings und nun Müller drei erfahrene Stürmerinnen aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Die Bühne ist endgültig frei für die jüngere Generation um Anja Mittag, Célia Okoyino da Mbabi und Alexandra Popp, die in der EM-Qualifikation schon zu überzeugen wussten. Gegen Frankreich hat Neid offensiv auch Lena Lotzen und Svenja Huth berufen, die bislang vier bzw. acht Spiele im DFB-Dress absolviert haben.
Keßler für Kulig Verzichten muss Neid hingegen auf Fatmire Bajramaj (Kreuzbandriss) und Kim Kulig. Die Mittelfeldspielerin hat sich nach überstandenem Kreuzbandriss nun einen Nasenbeinbruch zugezogen. Die OP in dieser Woche ist gut verlaufen , dennoch wird die U20-Weltmeisterin von 2010 in diesem Jahr kein Spiel mehr absolvieren können. Nachnominiert wurde Nadine Keßler . Die Spielführerin des VfL Wolfsburg ist derzeit in bestechender Form , ihr letztes Länderspiel liegt allerdings schon über zweieinhalb Jahre zurück.
Positive Bilanz Das letzte Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich liegt dagegen erst anderthalb Jahre zurück. In der Vorrunde der Weltmeisterschaft trafen beide Teams in Mönchengladbach aufeinander und lieferten sich beim 4:2-Sieg der DFB-Auswahl ein packendes Match . Insgesamt spielten beide Mannschaften bislang zehn Mal gegeneinander. Acht deutschen Siegen stehen zwei Niederlagen gegenüber.
Die deutsche Mannschaft ist seit dem Viertelfinal-Aus bei der WM im vergangenen Jahr ungeschlagen – eine Serie, die man zum Jahresende nur zu gern gegen die “Bleues” fortsetzen möchte.