Wolfsburg feiert Last-Minute-Sieg
Im Topspiel des 10. Spieltags der Frauen- Bundesliga schienen sich lange Zeit die Fußballgötter gegen den VfL Wolfsburg verschworen zu haben. Denn trotz drückender Überlegenheit und hochkarätiger Chancen der Wolfsburgerinnen führte Potsdam bis in die Schlussphase, ehe Nadine Keßler mit zwei Treffern das Spiel drehte, als Potsdam in Unterzahl agierte.
Am Ende stand vor 3 069 Zuschauern im VfL-Stadion am Elsterweg ein 2:1 (0:1)-Sieg der Wolfsburgerinnen. Lisa Evans erzielte kurz vor der Pause den Führungstreffer für Turbine (44.), Nadine Keßler glich in der Schlussphase aus (82.) und erzielte in der Nachspielzeit den viel umjubelten Siegtreffer (90.+3). Wolfsburg zementierte somit die Tabellenspitze (25 Punkte) vor Potsdam (22) und hat noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.
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Veränderungen in beiden Teams Der VfL Wolfsburg trat mit einer gegenüber dem 8:1-Pokalsieg beim FCR 2001 Duisburg auf zwei Positionen veränderten Startformation an. Für Ivonne Hartmann und Stephanie Bunte kehrten Josephine Henning und Verena Faißt ins Team zurück. Der 1. FFC Turbine Potsdam bot gegenüber dem 1:0-Erfolg im DFB-Pokal beim SC 07 Bad Neuenahr Jennifer Cramer in der Anfangself für die erkrankte Patricia Hanebeck (Magen-Darm-Grippe) auf.
Wolfsburg drängt von Beginn an Von Beginn an übernahm der VfL Wolfsburg das Kommando, schon nach 60 Sekunden musste Stefanie Draws einen Schuss von Conny Pohlers zur Ecke blocken (1.), Pohlers scheiterte kurz darauf mit einem Schuss übers Tor (3.). Für die drückend überlegenen Wolfsburgerinnen sollte es die Halbzeit der verpassten Chancen werden, Pohlers (20.), Nadine Keßer (21.), Goeßling (26.), Odebrecht (27.) und Popp (28.) ließen beste Chancen liegen.
Chancen für Wolfsburg, doch Potsdam trifft Turbine konnte sich auf dem nassen Rasen nur selten aus der Umklammerung befreien, Evans gab einen ersten Schuss aufs Wolfsburger Tor ab (35.). Wegen einer Abseitsstellung verwehrte Schiedsrichterin Christine Baitinger einem Treffer von Pohlers die Anerkennung. Die mangelnde Chancenverwertung der Wolfsburgerinnen sollte sich rächen, denn Evans kam kurz vor der Pause am langen Pfosten freistehend an den Ball und verwertete aus 12 Metern zur 1:0-Führung für Turbine (44.) – der Spielverlauf der ersten Halbzeit war damit auf den Kopf gestellt.
Goeßling verschießt Elfer, Keßler trifft, Yango sieht Gelb-Rot Und der zweiten Halbzeit ging es im gleichen Rhythmus weiter, Pohlers ließ nach Ecke von Goeßling und Müller-Flanke die nächste gute Chance aus (54.), einen Kopfball von Keßler hielt Naeher sicher (63.). In der Schlussviertelstunde überschlugen sich die Ereignisse, die eingewechselte Jeanette Ngock Yango sah nach einem Foul an Jakabfi die Gelb-Rote Karte – Goeßling scheiterte vom Elfmeterpunkt an Naeher (77.). Und Keßler verpasste die nächste gute Chance (78.). Doch Minuten später ist sie zur Stelle und erzielt mit einem Drehschuss den hoch verdienten Ausgleich (82.).
Ereignisse überschlagen sich Und Popp vergab Sekunden vor Schluss aus kurzer Distanz den Siegtreffer (89.), Goeßling hatte noch einmal den Sieg auf dem Fuß (90.+1). Doch auch Potsdam hatte noch eine gute Chance in der Nachspielzeit, Ogimis Schuss ging knapp vorbei und als beide Teams schon fest mit einem Remis rechneten, schlug Keßler noch einmal zu und erzielte das 2:1 (90.+3).
Kellermann: „Klar bessere Mannschaft“ Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann erklärte: “Wir waren die klar bessere Mannschaft, haben aber unfassbar viele Chancen liegen lassen. Aber wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt. Der Sieg in der Nachspielzeit ist glücklich, aber unterm Strich hoch verdient.”
Schröder: „Hatten nicht viel zu bestellen“ Potsdams Trainer Bernd Schröder meinte: “Wir hatten heute nicht viel zu bestellen, Wolfsburg hat verdient gewonnen. Aber das Ergebnis zählt, deswegen ist es ärgerlich. Wir haben nur reagiert und es war klar, dass wir das nicht halten können.”
VfL Wolfsburg – 1. FFC Turbine Potsdam 2:1 (0:1)
VfL Wolfsburg: Vetterlein – Wensing, Goeßling, Henning, Faißt – Jakabfi, Keßler, Odebrecht – Martina Müller (71. Blässe), Pohlers (84. Magull), Popp (90.+4 Ivonne Hartmann)
- FFC Turbine Potsdam: Naeher – Singer, Draws, Jaques – Cramer (46. Ngock Yango), Doorsoun-Khajeh, Winters (80. Starke), Göransson – Evans, Anonma (69. Mirlach), Ogimi
Tore: 0:1 Evans (44.), 1:1 Keßler (82.), 2:1 Keßler (90.+3) Schiedsrichterin: Christine Baitinger (Friesenheim)
Gelbe Karten: Cramer (31.), Ogimi (37.), Anonma (62.)
Gelb-Rot: Ngock Yango (77. wiederholtes Foulspiel)
Besondere Vorkommnisse: Goeßling scheitert mit Foulelfmeter an Naeher (77.)