Frankfurt bläst zur Titeljagd

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„Wir haben viel erreicht, aber nichts gewonnen“, blickt Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt, auf die vergangene Spielzeit der Frauenfußball-Bundesliga. Das soll sich in der neuen Saison ändern, denn nachdem der Meistertitel viermal in Folge an den 1. FFC Turbine Potsdam ging, wollen die Frankfurterinnen ihn nun wieder an den Main holen.

„Die Saisonziele definieren sich aufgrund des Kaders von selbst“, so Dietrich. Angesichts der prominenten Neuverpflichtungen gibt man sich beim FFC selbstbewusst und bläst zur Titeljagd. „Mit dieser Mannschaft kann man kein anderes Ziel haben“, fügt FFC-Präsident Bodo Adler hinzu.

Zum Bundesliga-Tippspiel

Neuzugänge haben eingeschlagen
Simone Laudehr, Babett Peter und Bianca Schmidt – drei deutsche Nationalspielerinnen wechselten an den Main, hinzu kam Frankreichs Nationalstürmerin Sandrine Brétigny. „Sie alle haben so eingeschlagen, wie wir uns das erhofft hatten – sowohl sportlich als auch menschlich“, ist Frankfurts Trainer Sven Kahlert mit Neuzugängen zufrieden.

Sandrine Bretigny
Treffsicherer Frankfurter Neuzugang: Sandrine Brétigny © Zetbo / Framba

Brétigny überrascht
„Alle dachten, ich würde für Paris unterschreiben“, schmunzelt Brétigny mit Blick auf ihren Wechsel von Olympique Lyonnais, „aber ich habe mich für Deutschland entschieden.“ Und zumindest in der Vorbereitung hat sie ihre Treffsicherheit bereits unter Beweis gestellt.

Gute Ergebnisse in der Vorbereitung
Da die deutsche Nationalmannschaft nicht an den Olympischen Spielen teilnahm, hatte Kahlert erstmals seit Jahren seinen Kader schon früh fast geschlossen beieinander. Dabei spielte der FFC zum Teil gegen prominente Gegner, wie den FC Barcelona und Paris Saint-Germain. Doch die Aussagekraft der deutlichen Siege ist gering. Top-Namen, „aber keine Top-Gegner, gegen die man ans Limit gehen musste“, beschreibt Kahlert die Begegnungen mit den ambitionierten Teams.

Kulig brennt auf Bundesliga-Rückkehr
Ambitioniert sind nach der Vorbereitung die Ziele von Kim Kulig. „Ich brenne auf Sonntag, wenn es endlich losgeht“, sagt die Nationalspielerin, die zwar schon im vergangenen Jahr nach Frankfurt wechselte, aber nach ihrem Kreuzbandriss bei der Weltmeisterschaft noch kein Bundesligaspiel für die Hessinnen bestreiten konnte. „Das Knie ist wieder voll belastbar“, sagt sie vor dem Auftakt gegen den FF USV Jena, bei dem nach überstandener Verletzung auch Nadine Angerer wieder im FFC-Kader stehen dürfte. „Ich habe alle Trainingseinheiten durchgezogen und bin wieder fit“, so die Torhüterin, die während ihrer Verletzung von Desirée Schumann stark vertreten wurde.

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Die Frankurterinnen wollen endlich wieder über Titel jubeln. © Nora Kruse, ff-archiv.de

„Der beste Kader“
Stark ist vor allem der Kader, „der beste der ganzen Liga“, so Angerer, dazu kommt ein Etat von 1,8 Millionen Euro. Die Voraussetzungen sind optimal, doch der FFC ist gefragt, den Verstärkungen und selbstbewussten Ansagen vor Saisonbeginn diesmal Titel folgen zu lassen.

Jena freut sich auf den FFC
Zum Auftakt geht es dabei am Sonntag auf eigenem Platz gegen den FF USV Jena. „Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, und die Vorfreude auf das erste Spiel besonders groß“, schildert USV-Trainer Daniel Kraus die Stimmung vor dem Spiel.  „Spiele gegen die Top-Teams sind immer Highlight-Spiele, gerade wenn so viele Nationalspielerinnen dabei sind. Der Fakt, dass wir gleich zum Auftakt gegen solch eine Mannschaft antreten, hat dem gesamten Team nochmal einen extra Schub in der Vorbereitung gegeben.“

Potsdam zu Gast beim Aufsteiger
Im zweiten Spiel des Sonntags empfängt Aufsteiger VfL Sindelfingen den Deutschen Meister aus Potsdam. Ein Sieg in Sindelfingen ist für den 1. FFC Turbine Potsdam Pflicht, bei den Saisonzielen hält sich Trainer Bernd Schröder allerdings noch zurück. „Es ist ganz schwierig einzuschätzen, wo wir stehen, denn wir haben eine ganz neue Mannschaft. Vom Prinzip her denke ich schon, dass wir in der Lage sind, den anderen Paroli zu bieten.“

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rockpommel
rockpommel

Nur Häuptlinge. keine Indianer !!! 😉

Das wird wieder nix.

Sheldon
Sheldon

Diese Saison wird schon in einer gewissen Weise existenzentscheidend für den FFC. Denn nach der Saison werden eine ganze Reihe Integrationsfiguren (Angerer, Smisek, Garefrekes und Thunebro) ihre Karriere nach der EM wohl beenden. Dazu kommen einige Spielerinnen, deren Verbleib doch auf der Kippe steht. Schumann oder Kumagai dürften auch hochdotierte Angebote bekommen und den Anspruch haben, CL zu spielen. Wolfsburg dürfte Interesse an Schumann haben und wenn die im Gegensatz zu Frankfurt in die CL gehen sollten, dürfte das großes Gewicht haben in möglichen Transfergesprächen haben. Und auch eine Dzsenifer Marozsan oder eine Silvana Chojnowski dürften andere Ansprüche haben. Nimmt… Weiterlesen »

Jennifer
Jennifer

Traurig ist doch wohl auch, dass Frankfurt sich jetzt einen Kader zusammen gekauft hat mit richtig guten Spielerinnen, die gerne spielen würden und die wir auch gern sehen würden (z.B. auf DFB-TV), die dann aber auf der Bank sitzen. Das kann nicht der Anspruch von klasse Spielerinnen sein! Der Trainer ist m. M. nach der Schwachpunkt des Teams. Da fehlt vielleicht vom Typ her so ein „Bernd Schröder“.

Winter
Winter

Ich habe das Gefühl, trotz aller Erfolgsbekundungen, allen wackeln schon gehörig die Kniescheiben in Frankfurt. Der Grad ist sehr schmal, bleibt abzuwarten wer wo und wann als erstes die Nerven verliert. Vorhang auf!

Maximus
Maximus

Ich glaube, dass es bestimmt ganz spannend wird. Aber am Ende setzt sich Qualität durch. Kahlert hat bestimmt aus seinen Fehlern gelernt. Seine Neuzugänge sind ERFAHRENE BL und Natio-Spielerinnen, die gut zusammenarbeiten werden. WEIL die letzte Saison so schlecht gelaufen ist, werden alle hochmotiviert sein. In der Abwehr z.B. muß auch nicht mehr groß eingespielt werden, da kennt man sich seit Jahren. Härteste Konkurrenten für Frankfurt werden wohl Wolfsburg und Bad Neuenahr sein, aber gegen die Frankfurter Konzentration von N11-Spielerinnen wird das über die ganze Saison nicht reichen. Wenn Frankfurt Punkte verliert, dann durch Unentschieden – die Abwehr ist zu… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@Jennifer: Das ist das Erfolgsrezept jedes guten Teams: Du brauchst Bankspielerinnen! Der BVB macht es seit ein paar Jahren vor, als Musterbeispiel wähle ich mal den Kader von 2010/2011. Da waren diese mustergültigen 13-14 Spieler, die fast immer gespielt haben und auch zu Stars heranreiften. Aber dann gab es dazu noch – und das ist wichtig – Spieler wie Langerak, Dede, Santana, Owomoyela, da Silva oder Feulner, viele von denen schon an die 30, die alle das Potential nicht mehr unbedingt haben, eine komplette Saison in diesem Kader auf allerhöchstem Niveau zu spielen und das auch wissen. Und dennoch konnte… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@Maximus: Hast du nicht Anonmas Worte gelesen? „Wir sind in diesem Jahr noch stärker!“ In der Tat sind die Lücken bei Potsdam durchaus gefüllt worden. Wen haben sie denn verloren? Peter, Schmidt und Odebrecht, vielleicht noch Kershowski. Dafür wurden Elsig und Mirlach sowie Winters, Evans und Doorsoun geholt. Dass keiner die Namen kennt, muss nix bedeuten. Zu Frankfurt: Schmidt ist technisch auf der rechten Abwehrseite beschränkt, deswegen spielte sie in Potsdam auch meist im rechten Mittelfeld. Dort wird Frankfurt in der nächsten Saison sehr anfällig sein, ebenso auch in der Mitte, wo Bartusiak und Weber spielen, von denen sich Bartusiak… Weiterlesen »

Speedy75
Speedy75

Sollte Frankfurt in dieser Saison wieder nicht Meister wird, brennt dort aber mächtig der Baum. Das ist nun schon zum wiederholten male dass man sich so äußert bezüglich der Ansprüche.
Es wird sehr interessant werden zu beobachten wie dieses Team agiert das meiner Ansicht nach aus zu vielen „Häuptlingen“ besteht.

Jennifer
Jennifer

Sheldon, das mit den „Bankspielerinnen“ sehe ich selbstverständlich auch so. Leider entkräftest du deinen Punkt mit dem Beispiel von Borussia Dortmund in der Herren-Bundesliga. Natürlich setzen sich die Männer für ein paar Millionen auf die Bank (auch wenn sie gern spielen wollen). Da kannst du auch mal bei Bayern München und sonstigen Herren-Vereinen schauen. Darum geht es beim 1. FFC Frankfurt (bzw. in der Frauen-Bundesliga) aber nicht. Das ist ein Frauenfussballverein, mit weniger Einkommen der einzelnen Spielerinnen als bei den Herren. Du schreibst dann aber weiter, dass es diese Back-up Spielerinnen auf Grund der Leistungsdichte im Frauenfussball nicht gibt. Das… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@Jennifer: Gut, das mit der Bundesliga war nicht das beste Argument. Dennoch würde ich nicht immer alles aufs Geld beschränken. Es geht doch in der Bundesliga genauso. Weichelt, M. Müller, B. Müller und andere machen es doch vor. Das, was Frankfurt verloren geht, ist die Bodenständigkeit. Dietrich investiert soviel in den Verein, dass er nicht sieht, dass er ihn an den Wurzeln beschneidet. Ihm fehlen nunmal die ganz normalen Spielerinnen, die ohne Prinzessinnen-Effekt, die mit dem ganz normalen Bezug zur Umwelt! Frankfurt ist kein Bundesligateam, Frankfurt ist ein Dream Team, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Traum ohne Bezug zur… Weiterlesen »

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Nun, lasst sie blasen – die Wahrheit liegt immer noch auf’m Platz! 😀

laasee
laasee

„Ich sehe am Ende die Reihenfolge in der Tabelle so:
1. Potsdam
2. Bayern
3. Wolfsburg
4. Bad Neuenahr
5. Duisburg
6. Frankfurt“

You have much humour.

Michele
Michele

@Sheldon

Über deine Argumente, kann ich immer herzhaft lachen! Danke!

Sheldon
Sheldon

@Michele: Lache nicht! Ich würde Markus bitten, diese Reihenfolge mal zu archivieren und am Ende wieder rauszuholen!

Wenn sie aber dennoch so lustig sind, bring doch mal Gegenargumente^^

wfm
wfm

@Sheldon
Also ich sehe die Frankfurter Prinzessinnen direkt vor mir: Angerer, Weber, Behringer, Garefrekes und Smisek! Alle mit Kleidchen und Krone!

Winter
Winter

Frankfurt auf dem 6. Platz. Die Vorstellung ist schon sehr weit hergeholt.
Aber lassen wir uns überraschen.

Sheldon
Sheldon

@wfm: Gut, diese Saison mag es noch die ein oder andere Frankfurterin geben. Doch was ist mit nächster Saison? Garefrekes und Smisek hören höchstwahrscheinlich auf, Angerer womöglich auch (nach einer erfolgreichen EM). Wer bleibt dann noch? Sie müssen nicht alle wie Prinzessinnen aussehen, um Prinzessinnen zu sein, denn Prinzesschen zeichnet vor allem eins aus: Sie sind verwöhnt! Und das sind sie bei Frankfurt alle! Sie wissen nicht, wie es ist, für sein Geld zu kämpfen, denn ihr Vertrag ist nunmal nicht prämienbasiert wie so manch anderer. Und Prinzessinnen kämpfen nicht darum, wenn ihnen irgendwer ihr liebstes Spielzeug wegnimmt (in diesem… Weiterlesen »

Speedy75
Speedy75

@Sheldon,
Na also ich halte die Reihenfolge auch für sehr weiter hergeholt, sollte es aber doch so kommen trifft man sich mal auf ein Bier und nen Rostbraten oder so.

be
be

Sheldon: Wie bist du denn darauf gekommen, dass Schumann nach Saisonende nach Wolfsburg wechseln könnte? Selbst wenn die Saison aus Frankfurter Sicht wieder […] laufen sollte: Mit Angerers Abgang ist mittelfristig zu rechnen, sodass sie nach derzeitigem Stand der Dinge dort ihren Stammplatz sicher hätte. Wolfsburg hingegen hat gerade erst mit Frohms vorfristig verlängert und sieht sie stark im Aufwind. Auch Vetterlein hat noch bis 2014 Vertrag, sodass ein solcher Wechsel einen Abgang von Burmeister bedeuten würde. Nur: Keine Stammplatzgarantie auf lange Sicht hätte Schumann auch in Potsdam haben können. Der Wolfsburger Kader wird sicher auch in den kommenden Jahren… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@be: Ganz einfach: Die Torwartposition ist neben der Linksaußenposition die einzige, die bei Wolfsburg nicht topbesetzt ist. Vetterlein mag eine Gute sein, doch im Vergleich zu Potsdam (Naeher, Sarholz, Berger), Frankfurt (Schumann, Angerer), Duisburg (Harris, Kämper), Bayern (Längert) und Bad Neuenahr (Schult) hat sie nunmal kein Weltniveau. Das wird Wolfsburg in der CL noch zu spüren bekommen. Wenn man jedenfalls mit der Abwehr vor sich nur 4 Gegentore weniger reinbekommt als Bad Neuenahr, dann muss man sich schon fragen, inwieweit da wirklich eine Spitzentorhüterin zu Gange ist. Für Schumann macht der Wechsel Sinn, das Gehalt würde ähnlich bleiben, sie hätte… Weiterlesen »