Frankfurt überrollt Barcelona, Potsdam und Duisburg verlieren

Von am 20. August 2012 – 16.25 Uhr 33 Kommentare

Am Sonntag feierte der 1. FFC Frankfurt in einem Testspiel gegen den spanischen Meister FC Barcelona ein Torfestival. Der VfL Wolfsburg durfte sich über den Turniersieg in Enschede freuen, während Meister 1. FFC Turbine Potsdam und der FCR 2001 Duisburg ihre Tests verloren.

Beim 8:1 (2:0)-Sieg der Frankfurterinnen vor 1 200 Zuschauern in Fulda brachte Neuzugang Sandrine Bretigny ihr Team in Führung (19., 22.), den Spanierinnen gelang durch Sònia Bermúdez der zwischenzeitliche Anschlusstreffer (52.).

Vier Tore binnen vier Minuten
Doch dann kam die FFC-Tormaschinerie auf Touren: Zwischen der 65. und 69. Minute schraubten Kerstin Garefrekes (65.), Ana-Maria Crnogorcevic (67.), Bianca Schmidt (68.) und Simone Laudehr (69.) die Führung in die Höhe, Jessica Wich (74.) und erneut Garefrekes (89.) machten den Kantersieg perfekt.

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Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes traf doppelt gegen Barcelona © Nora Kruse, ff-archiv.de

Starke Offensive
„Die Offensive war schon stark, obwohl auch da noch nicht alle Laufwege stimmen, der Ball manchmal zu lange gehalten wird, anstatt weitergeleitet zu werden. Auch hinten läuft noch nicht alles, wie ich es mir vorstelle, aber es wird von Tag zu Tag besser“, so das Fazit von Trainer Sven Kahlert.

Aufstellung Frankfurt: Schumann (46. Angerer) – Schmidt (78. Krieger), Bartusiak, Weber, Peter – Garefrekes, Smisek (64. Laudehr), Kulig (75. Herbert), Huth (57. Behringer) – Bajramaj (57. Wich), Bretigny (64. Crnogorcevic)

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Wolfsburg gewinnt Turnier in Enschede
Nach dem 1:0-Sieg gegen Gastgeber FC Twente reichte dem VfL Wolfsburg gegen Paris Saint-Germain ein 0:0, um sich den Turniersieg zu sichern. Trainer Ralf Kellermann zog zwei Wochen vor Saisonstart ein positives Fazit. „Diese beiden Spiele hier in Enschede waren eine wichtige Erfahrung. Physisch machen die Mädels einen guten Eindruck. Auch das Defensivverhalten stimmt. Allein nach vorne fehlt es noch an Präzision.“

Duisburg verspielt Zwei-Tore-Führung
Der FCR 2001 Duisburg unterlag beim belgischen Vizemeister RSC Anderlecht mit 2:3 (2:0). Barbara Müller per Kopf nach Vorarbeit von Jennifer Oster (25.) und Jackie Groenen (35.) nach schönem Pass von Müller sorgten für eine 2:0-Halbzeitführung.

Elfmeterfestival
Doch in der zweiten Halbzeit ging nach sieben Auswechslungen der Faden verloren, die Belgierinnen drehten die Partie durch drei Treffer, davon zwei Elfmeter in der Schlussviertelstunde, während Jennifer Oster einen Handelfmeter verschoss und auch Gurbet Kalkan eine gute Gelegenheit ausließ.

Aufstellung Duisburg: Kirstein, Schenk (46. Windmüller), Müller (46. Cengiz), Oster, Reed (46. Hellfeier), Neboli, Hauer (46. Debitzki), Silva (46. Banecki), Weichelt, Islacker (46. Kalkan), Groenen (46. Wahlen)

Turbine verliert
Auch Meister 1. FFC Turbine Potsdam musste eine Niederlage einstecken. Gegen das Männerteam des Storkower SC (fusioniert aus FSV Germania Storkow und Blau Weiss Alt Stahnsdorf) gab es vor 2 500 Zuschauern eine 0:2 (0:1)-Niederlage, Natasa Andonova vergab mit einem Schuss an die Querlatte die beste Torchance der Potsdamerinnen.

Aufstellung 1. FFC Turbine Potsdam: Sarholz (46. Berger) – Singer, Mirlach (78. Kulis), Kemme – Draws, Hanebeck, Winters (65. Jaques), Doorsoun-Khajeh – Evans, Andonova, Anonma

Herford schlägt Bad Neuenahr
Wie schon zuletzt der SC Freiburg zog auch der SC 07 Bad Neuenahr in einem Testspiel gegen einen Zweitligisten den Kürzeren. Beim Herforder SV gab es am Samstag eine 0:1 (0:1)-Niederlage, Giustina Ronzetti erzielte für die Gastgeberinnen aus spitzem Winkel den Treffer des Tages (35.).

„Vielleicht waren die Anforderungen während der Woche bei den hohen Temperaturen einfach zu viel, hinzu kam ja auch noch die dreistündige Anreise“, versuchte Bad Neuenahrs Trainer Colin Bell eine Erklärung für die Niederlage zu finden.

Jena gewinnt letzten Test
Der FF USV Jena gewann sein letztes Testspiel vor dem Start in die neue Bundesligasaison gegen Bundesliga-Absteiger 1. FC Lokomotive Leipzig mit 2:1 (1:1). Sabrina Schmutzler brachte ihr Team nach Vorarbeit von Safi Nyembo in Führung (9.), Leipzig glich noch vor der Pause nach einem Fehler von Jenas Torhüterin Katja Schroffenegger durch Erika Szuh aus (37.). Louisa Lagaris erzielte nach Vorarbeit von Schmutzler den Siegtreffer (50.).

Aufstellung Jena: Schroffenegger, Brosius, Arnold, Radtke, Löser, Utes, Kraus, Beil, Lagaris, Nyembo, Schmutzler

Vanessa Bürki

Vanessa Bürki und die FCB-Frauen hielten gegen die Männer des SC Fürstenfeldbruck gut mit © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Bayern verliert, Aufsteiger siegen
Der FC Bayern München musste sich im Sportpark Aschheim in einem Test gegen die männliche U17 des SC Fürstenfeldbruck durch einen späten Gegentreffer (86.) mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. Der VfL Sindelfingen kam zu einem 9:3 (7:3)-Kantersieg nach 1:3-Rückstand gegen Zweitligist ETSV Würzburg.

„Das war eine gelungene Abwechslung zum harten Trainingsalltag“, freute sich Sindelfingens Trainer Nico Koutroubis. Der  zweite Aufsteiger FSV Gütersloh 2009 kam zur Einweihung der Toennies-Arena zu einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Regionalligist VfL Bochum, die Treffer erzielten Lena Lückel (41.) und Rebecca Granz (65.).

Leverkusen mit Remis, Essen gewinnt RWE-Cup
Bayer 04 Leverkusen kam im letzten Vorbereitungsspiel gegen die DJK BW Friesdorf (B-Junioren, Bezirksliga) zu einem 2:2 (1:1), die Tore für die Leverkusenerinnen erzielten Lisa Schwab (14.) und Isabelle Linden (46.). „Mit dem Ergebnis kann ich nicht ganz zufrieden sein, weil wir besonders in der ersten Hälfte eindeutig zu viele Torchancen vergeben haben“, so Leverkusens Trainer Thomas Obliers. Die SGS Essen gewann den RWE-Cup in Rees im Finale gegen Zweitligist 1. FFC Recklinghausen. Ana Oliveira Leite erzielte den Treffer in der wegen der Hitze extrem auf 20 Minuten verkürzten Partie.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

33 Kommentare »

  • Zaunreiter sagt:

    Nunja…Titel und Überschriften…die sorgen für mehr Aufmerksamkeit und Klicks. Darum geht es doch.
    Und der prekäre Fußballfan liest dann das Frankfurt gewonnen hat und Duisburg und Potsdam verloren haben. So sollen Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher das ja auch lesen.

    Was dahintersteckt, kann ja ein Fan des professionellen männlichen Fußballs nicht verstehen – will er ja auch garnicht. Er denkt sich dann: „Toll diese Frankfurterinnen!“ und surft dann weiter. 😉

    Und genauso will es der Mephisto vom Main ja auch. 😉
    Es bringt doch nichts pekuniäres oder geistig gehaltvolles, wenn Frankfurt gegen eine unterklassige Männermannschaft verliert. Da sammelt er doch Schlaands beste um sich, verziert das ganze noch mit schwedischen-französischen-japanischen Leckereien und spielt dann lieber gegen Teams, die sich im europäischen Aufbau befinden oder gegen unterklassige Frauenteams. FC Barcelona! – Ha! Messi! Xavi! Iniesta! – Ach…die kommen ja garnicht. Hmpf… :-/
    Carol? Esther? Marta? ??? Wer sind denn die?

    Da ist es mir lieber, daß es Testspiele gegen Männer gibt, wo ich ernsthaft teste.

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  • Zaunreiter sagt:

    Ich setz hier mal den Link zum Spielbericht auf der Seite des FCB rein:

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  • AdiPreissler sagt:

    Ich habe 4 der 9 Testspiele gesehen. Im allerersten gegen Leverkusen hat Peter IV gespielt, in den späteren 3 Spielen (2x Diez und gegen Barca) hat sie links gespielt, und das sehr effektiv vor allem auch offensiv. Von daher hoffe ich, dass sie auf der Position bleibt. Auch wenn es eigentlich verwegen ist, die beste Kopfballspielerin aus dem Abwehrzentrum zu nehmen. Aber ohne CL sollte das bei den den meisten Gegnern egal sein, und die Alternativen auf links sind halt offensiv wirkungslos.

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  • uschi sagt:

    zu den testspielen sei doch mal gesagt, der vfl wolfsburg hat gegen twente gewonnen durch einen elfmeter und nicht durch ein heruasgespieltes tor und wenn ich das vergleiche mit dem fcr duisburg der eine woche vorher gegen twente zu einem 2:2 kam und das mit diesem neu formierten und vorallem jungem kader und dem abgang vieler leistungsträgerinnen. da habe ich hochachtung vor. deswegen denke ich das der fcr dusiburg doch in der neuen saison mal für eine überraschung gut sein kann. ich weiß einige werden sagen vorbereitung und findungszeit für die mannschaften. aber ich denke das marko ketelaer gute arbeit leistet.

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  • Sheldon sagt:

    @Zaunreiter: Tatsächlich triffst du für mich genau den Nerv. SiDi geht es nicht um Erfolg, jedenfalls nicht im sportlichen Sinne. Er weiß, dass er sich auch ohne das vermarkten kann. Solange die Medien mitspielen, funktioniert alles.
    Das würde auch alles erklären, zum Beispiel, dass Kahlert immer noch Trainer ist. Was würde denn passieren, wenn Kahlert gefeuert würde? Alle würden merken, dass es bei Frankfurt nicht stimmt. Das würde eine Riesenschlagzeile geben in der FF-Welt und keine einzige Website würde sie aussparen. Jeder, der in dieser Zeit auch nur einen oberflächlichen Blick auf den FFC wirft, wird die Armut dieses Vereins bemerken.

    So kann man nach außen hin sich als Glamourgirls präsentieren und immer gute Miene zum bösen Spiel machen, die meisten Journalisten trauen sich nicht, Tacheles zu reden, sondern pflichten dem FFC noch bei.
    Da wird dann Jahr und Tag jede Nationalspielerin verpflichtet, um negative Schlagzeilen zu verdrängen. Transfernews sind spektakulär.

    Es ist dabei nur traurig, dass sich das auf die N11 auswirkt. Denn wenn die N11-Spielerinnen immer schlecht trainieren, werden sie auch international keinen Erfolg mehr haben.

    […]


    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Sheldon sagt:

    @uschi: Duisburg hat die Vorbereitung sehr gut genutzt, hat immer gegen Mannschaften getestet, die ungefähr auf ihrem Niveau waren und hat sich gut gefunden. Nicht zu vergessen, dass Kozue Ando noch zurückkommen wird und bei dem letzten Spiel gegen Anderlecht Martens verletzungsbedingt fehlte.

    Vor allem überzeugt haben mich die Jungen bzw. eine Junge: Daria Streng. Dieses Mädel, erst 17 Jahre alt, könnte die Entdeckung der Saison werden.
    Aber auch Islacker, Oster, Martens und auch die junge Jackie Groenen haben schon ihr Potential zeigen können und hier und da brilliert, dass es eine Freude war.
    Das Gute ist, dass die Stützen funktionieren. Hier hat Ketelaer bis jetzt bereits bewiesen, dass die Erfahrungslücken, die eine Popp, eine Wensing, eine Krahn, eine Laudehr oder eine Bresonik hätten hinterlassen können, von Islacker, Oster oder Neboli tatsächlich aufgefangen werden können.
    Und die Neuzugänge füllen die spielerische Qualität durchaus auf. Lieke Martens hat gezeigt, dass sie durchaus Alex Popp gleichwertig, wenn nicht sogar stärker ersetzen kann, da sie einfach noch effektiver als Stürmerin spielt.
    In der Innenverteidigung scheint Elena Hauer tatsächlich ihre alte Form, die sie bei Essen vorzeiten mal gehabt hatte, wiederzufinden und auch hier die Lücke einer Annike Krahn auszufüllen.
    Auf der Außenposition bringt Elli Reed technisch sicherlich das Potential mit, auch eine Luisa Wensing auf lange Zeit zu ersetzen.

    Ja, und im Mittelfeld kämpfen nach dieser Vorbereitung eine ganze Menge Spielerinnen um die Plätze: Mit Oster, Cengiz und Barbara Müller hat man gleich drei fürs defensive Mittelfeld, mit Silva, Groenen, Streng und Banecki mindestens mal 4 Spielerinnen für die Außen.

    Alles in allem kann man doch mit einem solchen Kader höchst zufrieden sein. Man beachte dabei immer: Mit Kämper, Harris und Ando fehlen Duisburg momentan immer noch drei Spielerinnen.

    Und eines sollte man auch nicht vergessen: Während bei Wolfsburg schon die Erstbesetzung (mit Ausnahme von Popp und Wensing) gespielt hat und nicht über ein mageres 1:0 herausgekommen ist, kamen bei Duisburg gleich 20 Spielerinnen zum Einsatz.
    Während die erste Halbzeit in vermeintlicher Bestbesetzung (Kämper – Windmüller, Himmighofen, Neboli, Reed – Cengiz – Oster, Groenen, Banecki – Islacker, Martens) 1:0 für Duisburg ausging, spielte in der 2. Hälfte eine Mannschaft mit Durchschnittsalter 20,63 – und verlor nur 1:2.

    Beachtenswert ist hier auch die Leistung von Barbara Müller. In der Saison vor der WM in superstarker Form, war sie letzte Saison nur noch Ergänzungsspielerin und trumpft nun wieder in bombastischer Form auf. Kaum wird sie gebraucht, da ist sie zur Stelle.

    Natürlich sollte man keine Wunderdinge von Duisburg erwarten, doch sie haben zumindest alles dafür getan, dass sich einige nächste Saison noch ganz schön wundern werden.

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  • Winter sagt:

    @Sheldon

    Bei den Auswirkungen vom Verein zur Nationalmannschaft stimme ich dir voll zu.
    Da wird es ein böses Erwachen geben. Aber Frau Neid ist ja auch sooo gut und wird dann trotzdem bis zur Rente bleiben dürfen. Für mich zeigt sich ab diesen Sommer erst wirklich ob sie es kann, ohne die großen Zugpferde (Prinz, Garefrekes usw.) und der Arbeit (insbesondere Theune-Mayer) vieler anderer in der Vergangenheit. Denn was sie jetzt macht, ist ganz allein in ihrer Verantwortung.
    …und dann wird es wieder die alte Leier geben, die anderen Nationen sind stärker geworden und haben aufgeholt. Oder um es mit meinen Worten zu sagen: Deutschland hat abgebaut und die Entwicklung verschlafen – zwei Beispiele gibt es schon, WM und verpasste Olympia-Qualifikation. Also Schluss mit der Vetternwirtschaft im DFB und auch mit dem 1. FFC, denn das bringt keinen weiter. Erinnert eher an die Bundeskanzlerin und ihren Macht- und Vassalenkreis.

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  • wrack sagt:

    @ winter:
    „…zwei Beispiele gibt es schon, WM und verpasste Olympia-Qualifikation.“
    Eigentlich kannst du das nur als ein Beispiel nennen, weil Ursache für beides ein und dasselbe Spiel war ;-).

    „…und dann wird es wieder die alte Leier geben, die anderen Nationen sind stärker geworden und haben aufgeholt.“

    Dem ist nicht so ? Die alte Leier VOR dem Algarve-Cup hörte sich etwa so an: „Da wird es ein böses Erwachen geben. “ Nicht erwacht sind allerdings damals die Untergangspropheten 🙂

    „Deutschland hat abgebaut und die Entwicklung verschlafen“

    Na, da warte ich erst einmal ab, wie die U20 spielt und natürlich die Europameisterschaft oder bis zur nächsten deutschen Niederlage oder… Übrigens muss man noch sagen, dass Japan inzwischen auch abgebaut hat nach dem WM-Titel ;-). „Nur“ die Silbermedaille bei Olympia, nur 5 Spiele der letzten 10 Spiele z.T. knapp gewonnen und heute hat die U20 gegen Neuseeland „nur“ 2:2 gespielt. Ich fürchte, die Japanerinnen beginnen, wieder in der bedeutungslosigkeit zu verschwinden 😉

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Was du nicht tust, ist bei Japan hinter die Kulissen zu sehen. Japan ist mittlerweile das Topland für Frauenfußball, da gibt es dann schon mal locker 10.000 Zuschauer bei nem durchschnittlichen Ligaspiel, bei den Spitzenspielen bis zu 25.000 Zuschauer.

    Du musst dabei aber bedenken, in welcher Zeit diese Entwicklung vonstatten gegangen ist. Das ist jetzt vielleicht 2-3 Jahre, in der dieser Quantensprung in Japan abgelaufen ist, ein Aufschwung, den Deutschland in 20-30 Jahren nicht hinbekommen hat.

    Sowas steckt man nicht so einfach zurück. Aber es ist doch erstaunlich, wie stabil und konstant Japan spielt. WM-Sieger, Algarve Zweiter, Olympia-Zweiter, […]
    Normalerweise kann man davon ausgehen, dass nach einem solchen Überraschungssieg erst einmal die Luft raus ist und die große Depression kommt.
    Die hat Japan erstmal überwunden und gezeigt, dass sie selbst als Favorit ihrer Rolle durchaus gerecht werden können.

    Und ehrlich, wrack, ich würde es mir wünschen, wenn Deutschland endlich mal wieder ein Testspiel verliert, dann würde man merken, dass wirklich ernsthaft getestet wird.

    Allerdings sehe ich die Entwicklung in der N11 als nicht so dramatisch an, denn sie scheint nicht irreparabel zu sein.
    Wenn man mal bedenkt, was Neid für ihre Verhältnisse in diesem Jahr schon alles geschafft hat:
    Sie hat Odebrecht in die N11 zurückgeholt gegen alle Erwartungen.
    Sie hat Bresonik aus qualitativen Gründen nicht nominiert, was fast schon Majestätsbeleidigung glich.
    […]
    Sie hat viele junge Spielerinnen neu nominiert, unter ihr haben in diesem Jahr bereits drei Spielerinnen debütiert (Wensing, Lotzen, Schult)
    Sie hat Krahn und Behringer auf die Auswechselbank gesetzt und dafür Goeßling und Mittag in die Startelf gestellt.

    Sie hat schon Konsequenzen gezogen. Wenn heute die Nationalelf aufläuft:

    Schult – Peter, Goeßling, Bartusiak, Faißt – Odebrecht, Laudehr – Bajramaj, Marozsan, Mittag – Celia

    sind da letztlich nur noch 5 Frankfurterinnen drin.

    Und das wird noch stärker weg von Frankfurt gehen, denn es drängen viele junge Talente an die N11 heran:
    Nicht nur die U20-Spielerinnen, auch die Duisburgerinnen Jenny Oster, Mandy Islacker, Gülhiye Cengiz können sich diese Saison wieder in den Vordergrund spielen oder die jungen Wilden wie Daria Streng.
    Bayern-Spielerinnen haben schon Erfahrung in der N11, so durfte Katharina Baunach schon N11 spielen. Spielt Bayern dieses Jahr so stark auf wie zum Ende der letzten Saison, dann stehen mit Kathrin Längert, Clara Schöne, Katharina Baunach, Ivana Rudelic, Julia Simic, Rebecca Huyleur alle bereit für die N11.
    Genau dasselbe mit zahlreichen Spielerinnen von Bad Neuenahr und auch den Neuzugängen von Turbine Potsdam. Und nicht zu vergessen, Nadine Keßler.

    Da wird sich zwangsläufig was verändern in den nächsten Jahren, es ist einfach soviel Potential da zwischen Schult und Celia!


    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • rockpommel sagt:

    RSC Anderlecht ???

    Hatte Bayer Leverkusen nicht deutlich gegen die gewonnen?

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Japan ist mittlerweile das Topland für Frauenfußball, da gibt es dann schon mal locker 10.000 Zuschauer bei nem durchschnittlichen Ligaspiel, bei den Spitzenspielen bis zu 25.000 Zuschauer.“

    Von dem angeblichen „Frauenfußball-Boom“ in Japan ist wenig zu bemerken! Die Zuschauerzahlen bei der derzeit stattfindenden U20-WM sind erbärmlich; nicht mal bei den Spielen der ‚Young Nadeshiko‘ werden fünfstellige Besucherzahlen erreicht, bei anderen Spielen sogar nur zwischen 2500 und 3500. Da war vor zwei Jahren in Deutschland wesentlich mehr los, zumindest bei den Spielen der Heimmannschaft und allgemein am Spielort Dresden.

    Das riesige ‚Big Arch‘ in Hiroshima (Fassungsvermögen: 50.000 Zuschauer) war am Montag nur zu einem Zwanzigstel gefüllt. Hoffentlich ist diese ‚Schüssel‘ morgen nicht wieder so leer!

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  • Sheldon sagt:

    Mal ne Frage: Was denkt ihr, was so ne U20-WM international für nen Stellenwert hat???
    Selbst für die meisten Nationaltrainerinnen ist so eine WM ohne Stellenwert, von den 21 Weltmeisterinnen von 2010 haben bisher gerade mal 7 Spielerinnen in die N11 geschafft, von denen 3 bereits zuvor in der A-Nationalmannschaft debütiert hatten.
    In anderen Ländern wie beispielsweise nimmt man solche Wettbewerbe gar nicht ernst, da dort selten eine Spielerinnen, die jünger als 24 sind.

    Das dürfte in diesem Jahr zumindest in Deutschland hoffentlich anders sein, doch in anderen Ländern wohl eher nicht.

    Insofern ist es völlig verständlich, dass eine U20-WM belächelt wird wie einst in Deutschland, wo viele in den 1990ern nicht mal wussten, dass es solche Wettbewerbe im Männerfußball gibt…

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  • Sheldon sagt:

    Leider lügen die Fakten nicht und die 10 Personen haben einfach nur gezeigt, dass sie die Augen vor der Realität verschließen! Traurig…

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