Linda Bresonik offenbar vor Wechsel nach Paris

Von am 26. Juli 2012 – 15.16 Uhr 57 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg muss in seiner Personalplanung einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Nach Simone Laudehr, Alexandra Popp, Luisa Wensing und Kapitänin Annike Krahn wird auch Linda Bresonik den Verein verlassen. Wie zuvor schon Krahn wird sich die Nationalspielerin offenbar Paris Saint-Germain anschließen.

Der FCR und die 78-fache Nationalspielerin haben sich bereits auf die Auflösung des bis Juni 2013 laufenden Vertrags geeinigt. Duisburg erhält im Gegenzug eine Ablösesumme, die der Verein als „rekordverdächtig“ bezeichnet, ohne auf weitere Details einzugehen.

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Einjahresvertrag in Paris?
Wohin es Bresonik zieht, gab der FCR nicht bekannt, auch Bresonik hat sich dazu bislang nicht geäußert. Das französische Frauenfußballmagazin footofeminin vermeldet allerdings ihren Wechsel zu Paris Saint-Germain, wo sie einen Vertrag bis Juni 2013 unterschreiben werde. Schon Teamkollegin Krahn hatte Mitte des Monats einen Zweijahresvertrag in der französischen Hauptstadt unterschrieben.

Schwere Entscheidung
„Die Entscheidung, den Vertrag von Linda aufzulösen, ist uns schwer gefallen, weil sie seit Jahren eine Stütze unserer Mannschaft ist und maßgeblich an den Erfolgen der letzten Jahre beteiligt war“, erklärt Duisburgs Sportlicher Leiter Jörg Schemberg. Man habe aber Bresoniks Wunsch entsprochen, da diese sich „in der neuen Philosophie des Vereins und in der Zusammensetzung des Kaders nicht mehr wiederfindet. Wir danken unserer Nr. 10 für viele tolle Spiele und Tore und wünschen ihr auch in Zukunft viel Erfolg.“

Linda Bresonik

Linda Bresonik (re.) und der FCR 2001 Duisburg gehen getrennter Wege  © Volker Nagraszus / girlsplay.de

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Dringende Verstärkung
Die Trennung von Bresonik hat den Verein finanziell in die Lage versetzt, eine zusätzliche Defensivspielerin zu verpflichten. Elli Reed kommt von den Boston Breakers und erhält einen Zweijahresvertrag.

Die 22-Jährige wird am 5. August zum Team stoßen. Trainer Marco Ketelaer sagt über den Neuzugang: „Diese Verstärkung unserer Abwehr ist dringend nötig. Elli besitzt nach unseren Kenntnissen alle Fähigkeiten der amerikanischen Topspielerinnen, sie ist schnell, athletisch, lauf- und kampfstark.“

Mit der Verpflichtung Reeds ist die Kaderplanung bei den Löwinnen abgeschlossen. „Jetzt haben wir einen guten Kader, mit dem wir uns in Ruhe und konzentriert auf die neue Saison vorbereiten können“, so Ketelaer.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

57 Kommentare »

  • gerd karl sagt:

    fffan, duisburg wird in der saison 2012/2013 mindestens 3 werden.
    und inka grings wird in der winterpause bei einem deutschen verein anklopfen, weil sie angst hat das sie nicht zur euro 2013 mitkommt.

    duisburg erinnert mich ein wenig an potsdam als viele spielerinnen den verein verlassen haben.
    ketteler ist ein guter trainer und wird eine gute mannschaft aufstellen, und wir werden kämpferische löwinnen sehen.

    und die fans die wirklichen fans, werden dem verein treu bleiben.

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  • fisch sagt:

    @ Gerd Karl
    Bei fast allen Wechseln von National- und Spitzenspielerinnen, die ja
    (verständlicherweise) zu den beiden Geldvereinen wechselten, waren die
    „Gesamt(kohle)pakete“ die ausschlaggebenden Wechselgründe. Ich fände das schon ok, wenn doch dabei klar und deutlich die Wahrheit von den
    Spielerinnen gesagt würde. Fast jede(r) würde doch seine Arbeitsstelle
    wechseln, wenn bei gleichem Arbeitsinhalt erheblich mehr Gehalt rein kommt. Und unehrenhaft ist das im heutigen Profi-FF, was DFB, Neid und Dietrich & Co. propagieren und anstreben, schon garnicht mehr. Der
    Mythos von Vereinstreue ist doch schon längst (fast) verloren gegangen. Wie dabei der sportliche Wettbewerb verzerrt wird und unter dem Hammer gerät, interessiert diese Herrschaften kaum noch.
    Vor Celia ziehe ich hier mal ganz tief meinen Hut.

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  • gerd karl sagt:

    bei fansoccer.de gibt es einen guten artikel über den fcr duisburg, danach glaube ich werden einige leute meine artikel besser verstehen.

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  • waiiy sagt:

    Ich denke, PSG setzt auf die falschen Namen, um oben anzugreifen, auch wenn das jetzt wieder Unwillen hervorruft. Cruz, Krahn, Bresonik – das wird nicht die Region von OL werden und auch die Entwicklungsfähigkeit dieser Spielerinnen bezweifel ich, sodass auch in der Zukunft nicht viel mehr rauskommen wird.

    waiiy

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  • rockpommel sagt:

    @ waiiy

    Diese Gedanken sind mir auch schon gekommen.

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  • bneidror sagt:

    Laut kicker.de handelt es sich bei der Ablösesumme um 30.000 Euro.

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  • chris85 sagt:

    @gerd karl:
    Du kannst doch nicht verlangen, dass Spielerinnen ihre Seele an den Verein verkaufen. Es ist ja auch nicht immer so, dass Vereinsmanagement und Spielerinnen ein Herz und eine Seele sind. Wenn Linda sich z.B. nach ihrer Karriere selbständig machen will, ist es wahrscheinlich gut, wenn sie ein bißchen was sparen kann. Und beim FCR ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie in der übernächsten Saison wieder ihr altes Gehalt hätte bekommen können.

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  • gerd karl sagt:

    chris 85, natürlich nicht, das gehalt kannn sie bei duisburg nicht mehr bekommen.
    dafür haben ja spielerinnen wie popp, krahn, laudeher, bellinghoven und andere, durch enorme gehälter denn verein auch fast kaputt gemacht.
    wäre es nicht toll gewesen sie hätten noch ein jahr drangehängt und auf 50½ ihres gehaltes verzichtet, um denn verein wieder auf kurs zu bringen.
    was machen sie, der verein hat kein geld mehr, also zieht man wie ein söldner weiter. nicht schön.

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  • FFFan sagt:

    @ gerd karl:
    „wäre es nicht toll gewesen sie hätten noch ein jahr drangehängt und auf 50% ihres gehaltes verzichtet, um denn verein wieder auf kurs zu bringen.“

    Nein. Toll wäre gewesen, wenn die Ex-Vorstände und Aufsichtsräte, die den Verein fast in den Ruin gewirtschaftet haben, dafür mit ihrem Privatvermögen eingestanden wären, um den Verein wieder ‚auf Kurs‘ zu bringen.

    Die Spielerinnen haben den Verein nicht „ausgeplündert“. Sie wurden mit hohen Gehältern ‚geködert‘!

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  • gerd karl sagt:

    fffan, wenn du das beweisen kannst, nehme ich alles zurück.

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  • Fee sagt:

    @gerd karl

    Beweise doch du mal deine Behauptungen.

    Jeder Verein sollte soviel an die Spielerinnen bezahlen wie er kann. Wenn er mehr bezahlt ist es die Schuld des Vereins, nicht der Spielerin. Das funktioniert so wie auch in der freien Wirtschaft.

    Ach ja, wenn es deinem Arbeitgeber mal schlecht geht wirst du dann auf 50% von deinem Gehalt verzichten?

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  • gerd karl sagt:

    na klar, so wie die arbeiter von opel, karstadt, neckermann und und und es lassen sich soviele beispiele finden wo firmenmitarbeiter auf lohn verzichtet haben.
    wenn ein verein, spielerinnen ausbildet, krahn, bresonik, popp, laudeher waren lange bei duisburg, sie sind da zu stars geworden.
    was meinst du fee, was sie gesagt haben bei vertragsverhandlungen.
    sie haben gesagt gebt mir mehr geld oder ich gehe, und der club musste zahlen, weil er um die cl, die meisterschaft und den pokal mitspielen wollte.

    […]


    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • bneidror sagt:

    Der Vergleich Arbeitnehmer gegen Sportler wird sehr gern benutzt. Allerdings lahmt er und ist einzig populistisch. Wenn man so argumentiert könnte man auch anführen das Schlecker dank seiner Mitarbeiter gescheitert ist. Und das ist genauso in­kor­rekt.

    Niemand hat den FCR gezwungen Geld auszugeben, welches gar nicht zu Verfügung stand. Den Erfolg kaufen ist meist recht kurz gedacht.

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  • Fee sagt:

    @gerd karl

    „sie haben gesagt gebt mir mehr geld oder ich gehe,“

    Sicher hast du bei den Verhandlungen mit am Tisch gesessen. 😀

    „na klar, so wie die arbeiter von opel, karstadt, neckermann und und und es lassen sich soviele beispiele finden wo firmenmitarbeiter auf lohn verzichtet haben.“

    Auf 50%? Außerdem hast du meine Frage nicht beantwortet.

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  • Sheldon sagt:

    Nun, dass Linda Bresonik nun weggeht, ist schon ein herber Verlust für die Mannschaft. Andererseits passt es in Ketelaers Konzept. Es zeichnet sich ab, dass er nicht mehr den großen Namen traut, da er anscheinend befürchtet, diese Spielerinnen könnten zu großen Einfluss haben und die Mannschaft spalten, wie es nach der Entlassung von MVT scheinbar der Fall gewesen ist.
    Doch dass Second-Hand nicht immer Mangelware bedeuten muss, hat er bereits diese Saison gezeigt. Spielerinnen wie Jennifer Oster oder Marina Himmighofen, die schon lange beim Verein sind und alle Schlachten überstanden haben, die immer in der zweiten Reihe gestanden haben, sind auf einmal über sich hinausgewachsen, eine Gülhiye Cengiz, die aus der eigenen Jugend kommt, hat sich nahtlos eingefügt, der Transfer von Laura Neboli aus Italien hat sofort eingeschlagen und Spielerinnen wie Kozue Ando und Mandy Islacker konnten an alte Stärken anknüpfen.

    Alle diese Spielerinnen werden auch in der nächsten Saison wieder auf dem Platz stehen. Man tut jetzt aber so, als ob Duisburg total zerfallen würde. Das sehe ich nicht so.
    Man hat mit Ashlyn Harris und Elli Reed zwei Spielerinnen aus der ehemaligen amerikanischen Profiliga, die beide auch hier in Europa durchaus ein Begriff sind.
    Dazu ist auch eine Nicole Banecki aus München gekommen, eine absolute Allrounderin, die auf der linken Seite wirklich alles spielen kann.
    Und dann hat man wie im letzten Jahr auch wieder eine ganze Menge Spielerinnen aus der II. Mannschaft oder der Jugend hochgeholt, die man nicht so einfach abschreiben sollte. Daria Streng beispielsweise ist aktuelle U17-Nationalspielerin.

    Die Mannschaftsplanung jetzt abzuschließen, ist sehr kühn, denn es fehlt beispielsweise noch eine Innenverteidigerin von Format. Doch die grundsätzliche Annahme, Duisburg hätte sich enorm verschlechtert, würde ich nicht teilen.
    Im Tor zumindest haben sie sich deutlich im Gegensatz zu letzter Saison verbessert, auch defensiv haben sie mit den Transfers von Banecki und Reed einiges getan.

    Doch solange Ketelaer es schafft, aus diesen 23 Spielerinnen, die er jetzt zur Verfügung hat, eine Mannschaft zu machen, sehe ich für dieses Team alle Chancen.
    Denn, erinnern wir uns an das Spiel Duisburg gegen Potsdam in der Hinrunde: Das war nicht die herausragenden Fähigkeiten einer Bresonik, einer Laudehr oder einer Popp, die das 3:2 ermöglicht haben, es war die Mannschaft, die Potsdam geschlagen hat, eine Mannschaft, bei der sich jede Spielerin für die andere hineingekniet hat, eine Mannschaft, in der jede Spielerin die andere mitzog und dazu motivierte, über sich hinauszuwachsen, eine Mannschaft, in der es gepasst hat.

    Ich bin mir sicher, dass Linda Bresonik, als sie ihre Entscheidung getroffen hat, mit Sicherheit nicht an dieses Spiel gedacht hat, als ihr 10 Mannschaftskolleginnen, von denen sie mindestens 5 nun zurücklässt geholfen haben, aus ihrem tiefsten Tief wieder herauszufinden! Denn es war genau diese Philosophie, die sie jetzt verteufelt, die es ihr überhaupt erst ermöglichte, nach einer solchen Saison noch einmal zu einem Topclub zu wechseln!

    Insofern gönne ich Linda Bresonik diesen Wechsel, denn auch sie war ein Teil dieser neuen Philosophie, und ich weiß, dass dieser Wechsel von einem Duisburg, dass diese neuen Tugenden von Ketelaer umsetzt, kompensiert werden kann!

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  • Michele sagt:

    Wann wird den der Wechsel offiziel bekanntgegeben? Wollte Linda ihn nicht zu Wochenbeginn bestätigen? Es ist doch klar, dass sie zu PSG wechselt! Warum wird dann solange ein Geheimnis daraus gemacht?

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