Kommentar: Sportwetten, Frauenfußball und Spielsucht

Von am 26. Juli 2012 – 10.18 Uhr

Sportwetten sind im deutschen Fußball nicht mehr wegzudenken. Bei der diesjährigen Fußball-EM der Männer dürften Online-Wettbüros wie Betfair, bet-at-home oder bwin einen gewaltigen Anstieg der Neuanmeldungen gefeiert haben. Mittlerweile können private Online-Sportwettenanbieter in Deutschland sogar eine Lizenz bekommen und so – wenigstens im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein – völlig legal operieren. Aber lässt sich das alles 1 zu 1 auf den Frauenfußball übertragen?

Das alte Klischee, dass Frauen beim Wetten nicht rational sondern emotional setzen, dürfte mittlerweile längst überholt sein. Natürlich ist auf den Wettschein der Frauen nicht nur die Mannschaft mit den besser aussehenden Spielern zu finden oder die Nationalmannschaft mit den schöneren Stränden im Land. Das sind alte und überholte Stereotypen. Mittlerweile interessieren sich Frauen genau wie Männer für  spezielle Quoten und werten gezielt die zur Verfügung stehenden Informationen im Bezug auf ein bevorstehendes Match aus.

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Die Wettsucht, eine krankhafte Form der Spielsucht, bei der die Betroffenen in einen Strudel immer größer werdender Einsätze und Risiken geraten, ist bei Männern immer noch häufiger anzutreffen als bei Frauen. Das liegt daran, dass Männer mit den Sportwetten tendenziell mehr Abenteuer und Aufregung erleben wollen und damit eine höhere Dopaminausschüttung im Gehirn erzielen wollen. Bei Frauen soll eher die Ablenkung von den Alltagssorgen und die Pflege der Sozialkontakte im Vordergrund stehen.

Man erkennt eine Wettsucht an den folgenden Faktoren: Der Betroffene wettet immer höhere Summen und schafft es nicht mehr, dem inneren Wettwunsch zu widerstehen. Um seinen ‚Kick‘ zu bekommen, muss der Wettsüchtige also immer mehr setzen und rechtfertigt das vor sich selber oft mit der Notwendigkeit, das verlorene Geld zurückzugewinnen. Mit fortschreitendem Krankheitsbild geht der gesellschaftliche Abstieg einher, ähnlich wie bei Drogensüchtigen. Zum Glück sind diese krassen Fälle selten und das Gros der User der Online-Wettseiten wollen nicht mehr und nicht weniger als ein bisschen Spaß mit einer kleinen Wette hier und da.

Frauenfußball-Fans

Der Frauenfußball genießt wachsende Popularität © Nora Kruse / ff-archiv.de

Wie dem auch sei, die Tatsache, dass Online-Gambling- und Sportwetten-Seiten immer mehr Sponsorengelder lockermachen, dürfte langfristig auch für den Frauenfußball interessant werden. So hat jetzt beispielsweise der Online-Poker-Anbieter PokerStars bekannt gegeben, beim Regionalligisten VfB Lübeck einzusteigen. Der Vertrag umfasst sogar die Umbenennung des Stadions „Lohmühle“ in „PokerStars.de-Stadion an der Lohmühle“. Gelockerte Gesetze in Deutschland machen es möglich. Auch große Vereine wie Bayern München nehmen das Geld der Wettseiten gerne an. Der Vertrag der Bayern mit bwin bringt den Klub pro Saison ca. 10 Millionen Euro, weit mehr bekommt Real Madrid, hier schießt bwin geschätzte 23 Millionen Euro pro Saison zu.

Bei der WM der Frauen im Jahr 2011 hießen die nationalen Förderer noch Deutsche Telekom, Commerzbank, Allianz, Rewe, Deutsche Post und Deutsche Bahn. Wer weiß, vielleicht gesellen sich bei der nächsten WM in Kanada im Jahr 2015 noch PokerStars, bwin oder Betfair zu den Sponsoren unseres Teams oder der Veranstaltung im Ganzen hinzu.

Sportwetten liegen jedenfalls im Trend. Ob Frauen- oder Männerfußball spielt da überhaupt keine Rolle. Langweilige Spiele, die sich mit einer Wette ein bisschen ‚würzen‘ lassen, wird es immer geben. Und spannende Spiele zum Glück auch.

Bundesliga 2019/20
16.08.19 18.30 Uhr 1. FFC Frankfurt 3 Turbine Potsdam 2 17.08.19 13.00 Uhr FF USV Jena 1 TSG Hoffenheim 6 17.08.19 13.00 Uhr SC Freiburg 1 Bayern München 3 18.08.19 14.00 Uhr 1. FC Köln 2 MSV Duisburg 1 18.08.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg 1 SC Sand 0 18.08.19 14.00 Uhr SGS Essen 3 Bayer Leverkusen 1 23.08.19 19.15 Uhr Bayern München 3 1. FFC Frankfurt 0 24.08.19 13.00 Uhr TSG Hoffenheim 1. FC Köln 25.08.19 14.00 Uhr MSV Duisburg VfL Wolfsburg 25.08.19 14.00 Uhr SC Sand SGS Essen 25.08.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam FF USV Jena 25.08.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen SC Freiburg 13.09.19 19.15 Uhr 1. FC Köln Turbine Potsdam 15.09.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg TSG Hoffenheim 15.09.19 14.00 Uhr SC Freiburg SC Sand 15.09.19 14.00 Uhr Bayern München Bayer Leverkusen 15.09.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt FF USV Jena 15.09.19 14.00 Uhr SGS Essen MSV Duisburg 20.09.19 19.15 Uhr TSG Hoffenheim SGS Essen 21.09.19 13.00 Uhr Turbine Potsdam VfL Wolfsburg 22.09.19 14.00 Uhr SC Sand Bayern München 22.09.19 14.00 Uhr FF USV Jena 1. FC Köln 22.09.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen 1. FFC Frankfurt 22.09.19 14.00 Uhr MSV Duisburg SC Freiburg 27.09.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen SC Sand 28.09.19 13.00 Uhr SGS Essen Turbine Potsdam 29.09.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt 1. FC Köln 29.09.19 14.00 Uhr Bayern München MSV Duisburg 29.09.19 14.00 Uhr SC Freiburg TSG Hoffenheim 29.09.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg FF USV Jena 11.10.19 19.15 Uhr 1. FC Köln VfL Wolfsburg 12.10.19 13.00 Uhr TSG Hoffenheim Bayern München 13.10.19 14.00 Uhr SC Sand 1. FFC Frankfurt 13.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena SGS Essen 13.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg Bayer Leverkusen 13.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam SC Freiburg 18.10.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen TSG Hoffenheim 20.10.19 14.00 Uhr SC Sand MSV Duisburg 20.10.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg 20.10.19 14.00 Uhr SC Freiburg FF USV Jena 20.10.19 14.00 Uhr SGS Essen 1. FC Köln 20.10.19 14.00 Uhr Bayern München Turbine Potsdam 27.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena Bayern München 27.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FFC Frankfurt 27.10.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg SGS Essen 27.10.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim SC Sand 27.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam Bayer Leverkusen 27.10.19 14.00 Uhr 1. FC Köln SC Freiburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayern München 1. FC Köln 03.11.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt SGS Essen 03.11.19 14.00 Uhr SC Freiburg VfL Wolfsburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen FF USV Jena 03.11.19 14.00 Uhr SC Sand Turbine Potsdam 03.11.19 14.00 Uhr MSV Duisburg TSG Hoffenheim 23.11.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg Bayern München 23.11.19 14.00 Uhr SGS Essen SC Freiburg 23.11.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam MSV Duisburg 23.11.19 14.00 Uhr 1. FC Köln Bayer Leverkusen 23.11.19 14.00 Uhr FF USV Jena SC Sand 23.11.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt TSG Hoffenheim 01.12.19 14.00 Uhr SC Freiburg 1. FFC Frankfurt 01.12.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen VfL Wolfsburg 01.12.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim Turbine Potsdam 01.12.19 14.00 Uhr Bayern München SGS Essen 01.12.19 14.00 Uhr MSV Duisburg FF USV Jena 01.12.19 14.00 Uhr SC Sand 1. FC Köln 08.12.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim FF USV Jena 08.12.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FC Köln 08.12.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam 1. FFC Frankfurt 08.12.19 14.00 Uhr Bayern München SC Freiburg 08.12.19 14.00 Uhr SC Sand VfL Wolfsburg 08.12.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen SGS Essen 15.12.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg MSV Duisburg