IFAB gibt grünes Licht für Kopftücher

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Der International Football Association Board (IFAB) hat gestern in Zürich historische Beschlüsse für die Zukunft des Fußballs getroffen. So wurde nicht nur der Weg für die Torlinien-Technologie geebnet, sondern auch das Kopftuchverbot endgültig aufgehoben.

Unter dem Vorsitz von FIFA-Präsident Sepp Blatter beschloss das IFAB einstimmig, das Tragen von Kopftüchern vorerst für eine Testphase zuzulassen. Bereits im März hatte sich der IFAB für eine Zulassung ausgesprochen.

Kopftuch im Fußball zukünftig erlaubt
Revolutionäre Entscheidung: Das Tragen von Kopftüchern ist nun offiziell erlaubt © Rainer Hennies

Detailfragen noch zu klären
„Die Frage ist jetzt nicht mehr, ob Spielerinnen Kopftücher tragen dürfen oder nicht. In Zukunft geht es nur noch um das Design und die Farbe, in denen Kopftücher erlaubt sind“, erklärte FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke. Die zulässigen Schnitte, Farben und Materialien werden nach der IFAB-Jahresgeschäftssitzung in Glasgow festgelegt und bestätigt, die im Oktober stattfinden wird.

Keine belegten Hinweise auf Verletzungsrisiko
Bisher hatte die FIFA das Tragen von Kopftüchern im Fußball mit dem Hinweis auf das Verletzungsrisiko untersagt.

Doch bislang gibt es keine medizinische Literatur zu Verletzungen durch das Tragen eines Kopftuch. Die Ergebnisse der Testphase sollen dann auf der IFAB-Jahresversammlung 2014 überprüft werden.

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grammofon
grammofon

Finde ich gut!

Verletzungsrisiko… auf so was muss man erst mal kommen. Aber irgendwie mussten sie es ja begründen.

hanah
hanah

Zum Glück!!!

grammofon
grammofon

Was ist denn hier los? Vielleicht wollen diejenigen, die bei den obigen Kommentaren Daumen-runter gedrückt haben, ihre Position erläutern?

FFFan
FFFan

Ob die „Torlinien-Technologie“ im Frauenfußball jemals zum Einsatz kommen wird? Ich schätze mal, dass dies frühestens bei der WM 2015 der Fall sein wird. An einen Einsatz in der Frauen-Bundesliga glaube ich schon wegen der damit verbundenen hohen Kosten nicht.

hanah
hanah

Ich finde jeder darf seine Religion auch im Sport ausleben und wenn es dazu gehört Kopftücher zu tragen dann dürfen sie es doch auch,oder ist hier jemand anderer Meinung?

hopkins
hopkins

Ich bin anderer Meinung. Religion und Politik haben im Sport nichts zu suchen.

defense2
defense2

@hopkins: vielleicht hat Religion nichts im Sport zu suchen, aber es ist ja nicht die Religion, die sich da in den Sport einmischt! Im Gegenteil: durch das Kopftuchverbot werden bestimmte Menschen aus dem Sport ausgegrenzt – und das geht eindeutig gegen jegliche Anti-Rassismus-bemühungen (z. B. exchange your jersey)! Vielleicht bist Du ja auch dagegen, dass Fahradfahrerinnen Kopftücher tragen, da sie anderen Verkehrsteilnehmern die Sicht behindern könnten?!? Ein Sportverband kann nunmal nicht die Religion dazu zwingen, ihre Anhänger von der Kopftuchpflicht zu befreien, er kann aber seine Statuten ändern, um diese Menschen am Sport teilhaben zu lassen und deren Religion zu… Weiterlesen »

P.Enalty
P.Enalty

@hopkins: Frauen, die Fußbal spielen habens in arabischen Ländern schon wirklich schwer genug. Wenn die einzige Möglichkeit zu spielen für sie also darin besteht, Kopftücher zu tragen, sollte man ihnen das erlauben und den Mut dieser Frauen dadurch belohnen. Ich denke, wenn sie dadurch Frauenfußballländerspiele bestreiten können und sich der Öffentlichkeit zeigen können, kann dies viel eher zu Veränderungen in arabischen Ländern führen. PS: Ich habe letztes Jahr ein sehr interessantes Buch mit ähnlicher Thematik gelesen, „Kick it in Kabul“ heißt es. Darin geht es um die erste Frauenfußballnationalmannschaft in Afghanistan. Wäre vielleicht mal ganz interessant für den einen oder… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

Nun, ich finde ja eure religionstolerierende Einstellung echt toll, doch gerade noch vor ein paar Wochen wurde hier Stimmung gegen eine Thomas Obliers gemacht, der genau das getan hat innerhalb seines Amtes, nämlich die Religion des Landes, in dem er gearbeitet hat, und die damit verbundenen Gesetze und Ansichten toleriert. Für mich sieht das enorm nach Doppelmoral aus, in dem man versucht, selbst die Religion des Gegenübers nach seinen Interessen zu formen. Wir entscheiden, was richtig und was falsch ist. Das Kopftuch ist also okay, obwohl es das Zeichen der Knechtschaft der Frau gegenüber dem Mann ist. Aber Beschneidung oder… Weiterlesen »

hopkins
hopkins

Ich finde es großartig, dass Frauen in diesen Ländern Fußball spielen. Dazu gehört sehr viel Mut. Persönlich finde ich es sehr schade, dass sich die Religion wieder durchsetzt.

defense2
defense2

@sheldon & hopkins es bedeutet nicht, dass die Kopftuchpflicht an sich „okay“ ist – aber es ist ein Zeichen dafür, dass man Frauen TROTZ dieser „Knechtschaft“ ermöglicht, sich anderswo (hier eben im Sport) zu emanzipieren. Alles andere hieße doch, den Frauen noch zusätzlich Steine in den Weg zu legen. Ich finde, dass ein Kopftuchverbot diese Unterdrückungssymbolik eher noch unterstützt. Des Weiteren bin ich ein wenig erschrocken über die Bewertungen einiger Kommentare hier – ich dachte, Leser eines Frauenfußball-Blogs interessiert es, dass Frauen Fußball spielen und dies auch können/dürfen. Und außerdem: was ist denn ganz pragmatisch gesehen schlimm daran? Störend dürfte… Weiterlesen »

qwert
qwert

@hopkins, Lol, dürfen jetzt nur noch Artheisten Fussball spielen oder was?.

@P.Enalty, hat doch keinen Zweckt, mancher Leute sehen schon Rot, bei Wörtern wie Arabisch, Afghanistan oder Kopftücher.

Ich finde, was die Moslemischen Frauen in ihren Ländern tunen müssen, dürfen oder nicht. Ist Politik, und hat mit Fussball nichts zutun. Aber es ist nicht richtig, diese Frauen aus allen Fussballwettbewerben aus zu schließen, nur weil sie Kopftücher tragen MÜSSEN. Jetzt bin ich nur froh, dass das Verbot aufgehoben wurde.

Ps: bin Katholik, und Danke im voraus für die Roten Daumen.

Sheldon
Sheldon

@defense: Ich sehe es so, dass die Kopftuchbefürworter sich eher noch bestätigt fühlen und man schmeißt denen Steine vor die Füße, die sich in diesen Ländern unter Einsatz ihres Lebens für die Rechte der Frau einsetzen.
Ihnen nimmt man nun alle Argumente!

Sheldon
Sheldon

Übrigens, da fällt mir etwas ein: Seit einigen Jahren wurde das T-Shirt ausziehen beim Jubel verboten. Damit wurde den Spielern die Möglichkeit genommen, ihre ganz persönliche Botschaft den Menschen zu überbringen. Einfachste Dinge wie „Jesus liebt dich“ oder „R.I.P. …“ waren da zu lesen. Ich kenne persönlich Leute, die sich gerade brasilianischen Fußball unter anderem deswegen sehr gerne angeschaut haben, um diesen Torjubel erleben zu dürfen. Heute dürfen und müssen islamische Frauen ein bewusstes religiöses Zeichen im Sport setzen, indem sie ein Kopftuch tragen. Sie repräsentieren damit eine Religion, die menschenverachtend und grausam ist. Ist das nicht Doppelmoral der FIFA?… Weiterlesen »

grammofon
grammofon

Nur um mal ein Argument anzusprechen, welches hier (und wohl überhaupt im Westen) völlig falsch angegangen wird:

Das Kopftuch ist nicht unbedingt ein Symbol der Unterdrückung! Überhaupt verstehen es viele Muslimische Frauen eher umgekehrt als Befreiung von der sexuellen Objektivisierung, die ihnen sonst von den Männern aufgedrängt wird. Ich kenne viele sehr emanzipierte Muslimische Frauen, die das Kopftuch gerne tragen.

Aber sei das mal beiseite gestellt. Wenn man schon nicht die Religion tolerieren kann, dann vielleicht zumindest die Kultur? Die Kopftücher sind nämlich wirklich eher Teil der Kultur als der Religion.

wrack
wrack

qwert schrieb: „Aber es ist nicht richtig, diese Frauen aus allen Fussballwettbewerben aus zu schließen, nur weil sie Kopftücher tragen MÜSSEN. Jetzt bin ich nur froh, dass das Verbot aufgehoben wurde“ Das ist die vermeintlich positive Seite. Es ist aber noch gar nicht sicher, dass diese Frauen wegen dem Wegfall des „Kopftuchverbots“ tatsächlich international oder national spielen dürfen. Sind denn z.B. die Beine bedeckt ? Zeigen nicht die Trikots zuviel von den weiblichen Formen und könnten Männer erregen ? In einigen Ländern (z.B. Jemen) dürfen Männer bei Sportveranstaltungen der Frauen z.B. gar nicht im Publikum sein – was heißt das… Weiterlesen »

defense2
defense2

@sheldon:
ich sehe es eher so:

comment image&imgrefurl=https://www.openpr.de/news/272574/Sport-mit-Kopftuch-Sportsfreundin-greift-brisantes-Thema-auf.html&h=399&w=600&sz=25&tbnid=B7eY4nueaAKNyM:&tbnh=90&tbnw=135&prev=/search%3Fq%3Dkopftuch%2Bsport%26tbm%3Disch%26tbo%3Du&zoom=1&q=kopftuch+sport&usg=__h4ZAjH-bwmV7O4O_H6w_Um_NmBo=&docid=u2zCLXIVWR9TSM&sa=X&ei=tJ_6T8bpGczltQb_5qjTBQ&ved=0CKcBEPUBMA8&dur=2394

Es geht hier um Frauen, die aus Leidenschaft Sport treiben und ein Zeichen setzen wollen, dass dies auch mit islamkonformer Kleidung funktioniert.
Du stellst es so dar, als würden unterdrückte Frauen losgeschickt, um ihr „Unterdrückungssymbol“ zur Schau zu stellen und eine „Botschaft“ zu senden.

Wie grammofon sagt – viele tragen freiwillig ein Kopftuch, weil es nunmal zu ihrem Glauben gehört. Ich habe auch kirchlich geheiratet und trage überzeugt meinen Ehering, obwohl sich lt.biblischer Hierarchie die Frau dem Mann unterordnen soll…und ich darf sogar arbeiten gehen und Fußball spielen 🙂

wrack
wrack

@ grammofon: Zunächst etwas off topic: Es ist eine rührende Illusion, zu glauben, das Kopftuch schütze davor, von EINIGEN Männern als Objekt betrachtet zu werden. Das hat etwas von dem furchtsamen Kind, dass sich die Decke über den Kopf zieht und glaubt, das MONSTER könne es nun nicht mehr sehen. Zur Toleranz: Ich z.B. betrachte keine Frau mit Kopftuch a priori als unterdrückt. Sie muss es tragen DÜRFEN, wann immer sie will, wenn das ihre religiöse Überzeugung ist (auch wenn meiner Auslegung nach lediglich GEBOTEN wird – und dies nicht von Gott – das Haar zu BEDECKEN (nicht zu VERBERGEN),… Weiterlesen »

dadida
dadida

also ich glaube hier wurde verletzungsrisiko falsch interpretiert. würde ich eher als risiko bei kopfverletzungen sehen. der/die schiedsrichter/in kann eine offene kopfwunde dadurch mglw. nicht gleich oder rechtzeitig erkennen und damit steigt das risiko, dass die behandlung zu spät erfolgt, was bei kopfverletzungen vielleicht nicht so günstig ist….

defense2
defense2

@wrack:
naja, das mit dem Huhn ist dann wohl doch etwas überzogen…

Es geht hier ja sogesehen um ein Kleidungsstück – ich selbst spiele bei heißem Wetter auch mit Bandana als Schutz vor Sonnenstich; das ist ja eigentlich nichts anderes, als ein Kopftuch und das würde ich mir auch nicht verbieten lassen wollen…