DFB-Elf weiter auf EM-Kurs

Von am 31. Mai 2012 – 19.55 Uhr 44 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat die direkte Qualifikation zur UEFA Women’s EURO 2013 weiter fest im Visier. Gegen Rumänien kam das Team dank eines Dreierpacks von Alexandra Popp zu einem klaren Erfolg.

Die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid fuhr auch ohne Célia Okoyino da Mbabi, Fatmire Bajramaj und Anja Mittag einen deutlichen 5:0 (3:0)-Erfolg ein, der die direkte Qualifikation für die Titelkämpfe in Schweden in greifbare Nähe gerückt hat. Die Treffer erzielten Linda Bresonik (1.), Alexandra Popp (34., 50., 90.), und Dzsenifer Marozsán (40.), die deutsche Mannschaft blieb im vierten Qualifikationsspiel in Folge ohne Gegentreffer.

Zufriedene Trainerin
„Ich bin total zufrieden“, so Neid. „Die Einstellung hat hundertprozentig gestimmt und wir haben nie nachgelassen, obwohl es schwierig war gegen einen Gegner, der mit zehn Spielerinnen hinten drin stand. Das spricht für den Charakter unserer Mannschaft. Wenn alle fit sind, haben wir eine sehr gute Mannschaft.“

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Führung nach 45 Sekunden
Die DFB-Elf ließ sich in Bielefeld bei regnerischem Wetter und unwirtlichen Bedingungen nicht lange bitten, nach nur 45 Sekunden verwertete Bresonik per Flugkopfball eine maßgerechte Flanke von Popp vom linken Flügel zur frühen Führung, als die rumänische Auswahl noch gar nicht recht auf dem Platz zu stehen schien (1.).

Zähe Phase
Doch die Gäste versuchten dagegenzuhalten, Laura Rus hatte mit einem Heber die erste Chance der Rumäninnen, die sich ansonsten ganz auf die Defensive verlegten (10.). Mit dem schnellen 1:0 im Rücken leistete sich das deutsche Team einige Unkonzentriertheit im Passspiel, in der Folge geriet das deutsche Aufbau- und Kombinationsspiel mehr und mehr ins Stocken.

Popp eiskalt
Doch wie aus heiterem Himmel gelang Deutschland der zweite Treffer, als Marozsán mit einem Steilpass Popp in Szene setzte, die eiskalt verwertete (34.)  – zuvor hatte Viola Odebrecht per Kopf den zu kurzen Abschlag von Rumäniens Torhüterin Andrea Paraluta abgefangen, der die kompakte rumänische Defensive auseinandergerissen hatte.

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Gütige Mithilfe
Und Popp hatte nach Vorarbeit von Melanie Behringer die nächste Chance, traf aber den Ball nicht richtig (38.). Das deutsche Spiel lief nun wieder flüssiger, Marozsán gelang aus 15 Metern nach Doppelpass mit Behringer unter gütiger Mithilfe von Paraluta, die den Ball ins eigene Netz abprallen ließ, der dritte deutsche Treffer (40.).

Popp erneut zur Stelle
Und auch in der zweiten Halbzeit, in der Annike Krahn für Kapitänin Behringer eingewechselt wurde, gelang ein schnelles Tor, anders als beim ersten Treffer lieferte diesmal Bresonik die Flanke, Popp verwertete per Kopf (50.). Und die zukünftige Wolfsburgerin hatte weitere gute Chancen, etwa bei einem Kopfball, den Paraluta glänzend klärte (70.).

Weitere Chancen
Die für Odebrecht eingewechselte Svenja Huth kam ihrem ersten Länderspieltreffer nahe, scheiterte aber knapp per Kopf (79.). Und auch Popp hatte noch eine gute Chance, als sie sich kraftvoll im Laufduell gegen Maria Ficzay durchsetzte, Paraluta ihren Schuss aber mit den Fingerspitzen über die Latte bugsierte (81.). Bresonik hatte mit einem Lattenschuss die nächste gute Torgelegenheit der DFB-Elf (88.), doch es war Popp vorbehalten, mit einem weiteren Kopfballtreffer für den Endstand zu sorgen (90.).

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

44 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    @ wrack:

    Das ist ein ‚zweischneidiges‘ Argument: einerseits wird unser 5-0 gegen Rumänien aufgewertet, andererseits relativiert sich das 6-0 gegen die Schweiz.

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  • wrack sagt:

    @ FFFan: Ist korrekt. Ich bezog mich damit speziell auf die Leute, die damals gegen Rumänien implizit ein zweistelliges Ergebnis forderten und damit das Team um Dusa und Rus schwer unterschätzten.

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  • Sheldon sagt:

    Ich habe die Rumänen nie unterschätzt. Ich habe sogar gewarnt vor den Rumäninnen.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass ein 6:0 gegen die Schweiz bei der (nicht vorhandenen) Hintermannschaft noch sehr schmeichelhaft ist. DIE hätte man zweistellig nach Hause schicken müssen!

    Wer mich bei der Schweiz enorm verwirrt, ist Caroline Abbe. Sie ist das genaue Gegenteil von Podolski: Im Verein stark, in der N11 eine absolute Katastrophe. Ich habe noch nie eine derart schwache Spielerin in der Innenverteidigung gesehen und das, wo sie doch immer respektable Leistungen im Verein abliefert. Stellt MVT das Problem nicht ab, dann kann sie gleich einpacken, denn dann verliert man demnächst noch gegen Kasachstan, wenn Abbe am laufenden Band Strafstöße verursacht und immer hart an der Grenze zur Roten Karte (Notbremse) ist.

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  • wrack sagt:

    Hatte ich fast vergessen:
    Freundschaftsspiel Frankreich – Rumänien 6:0 (4.Juli).
    Haben die Französinnen doch glatt ein Tor mehr geschossen als „wir“ !

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