DFB-Elf weiter auf EM-Kurs

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat die direkte Qualifikation zur UEFA Women’s EURO 2013 weiter fest im Visier. Gegen Rumänien kam das Team dank eines Dreierpacks von Alexandra Popp zu einem klaren Erfolg.

Die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid fuhr auch ohne Célia Okoyino da Mbabi, Fatmire Bajramaj und Anja Mittag einen deutlichen 5:0 (3:0)-Erfolg ein, der die direkte Qualifikation für die Titelkämpfe in Schweden in greifbare Nähe gerückt hat. Die Treffer erzielten Linda Bresonik (1.), Alexandra Popp (34., 50., 90.), und Dzsenifer Marozsán (40.), die deutsche Mannschaft blieb im vierten Qualifikationsspiel in Folge ohne Gegentreffer.

Zufriedene Trainerin
„Ich bin total zufrieden“, so Neid. „Die Einstellung hat hundertprozentig gestimmt und wir haben nie nachgelassen, obwohl es schwierig war gegen einen Gegner, der mit zehn Spielerinnen hinten drin stand. Das spricht für den Charakter unserer Mannschaft. Wenn alle fit sind, haben wir eine sehr gute Mannschaft.“

Führung nach 45 Sekunden
Die DFB-Elf ließ sich in Bielefeld bei regnerischem Wetter und unwirtlichen Bedingungen nicht lange bitten, nach nur 45 Sekunden verwertete Bresonik per Flugkopfball eine maßgerechte Flanke von Popp vom linken Flügel zur frühen Führung, als die rumänische Auswahl noch gar nicht recht auf dem Platz zu stehen schien (1.).

Zähe Phase
Doch die Gäste versuchten dagegenzuhalten, Laura Rus hatte mit einem Heber die erste Chance der Rumäninnen, die sich ansonsten ganz auf die Defensive verlegten (10.). Mit dem schnellen 1:0 im Rücken leistete sich das deutsche Team einige Unkonzentriertheit im Passspiel, in der Folge geriet das deutsche Aufbau- und Kombinationsspiel mehr und mehr ins Stocken.

Popp eiskalt
Doch wie aus heiterem Himmel gelang Deutschland der zweite Treffer, als Marozsán mit einem Steilpass Popp in Szene setzte, die eiskalt verwertete (34.)  – zuvor hatte Viola Odebrecht per Kopf den zu kurzen Abschlag von Rumäniens Torhüterin Andrea Paraluta abgefangen, der die kompakte rumänische Defensive auseinandergerissen hatte.

Frauenfußball - Jubel der DFB-Elf
Die DFB-Elf jubelt über einen Treffer gegen Rumänien © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Gütige Mithilfe
Und Popp hatte nach Vorarbeit von Melanie Behringer die nächste Chance, traf aber den Ball nicht richtig (38.). Das deutsche Spiel lief nun wieder flüssiger, Marozsán gelang aus 15 Metern nach Doppelpass mit Behringer unter gütiger Mithilfe von Paraluta, die den Ball ins eigene Netz abprallen ließ, der dritte deutsche Treffer (40.).

Popp erneut zur Stelle
Und auch in der zweiten Halbzeit, in der Annike Krahn für Kapitänin Behringer eingewechselt wurde, gelang ein schnelles Tor, anders als beim ersten Treffer lieferte diesmal Bresonik die Flanke, Popp verwertete per Kopf (50.). Und die zukünftige Wolfsburgerin hatte weitere gute Chancen, etwa bei einem Kopfball, den Paraluta glänzend klärte (70.).

Weitere Chancen
Die für Odebrecht eingewechselte Svenja Huth kam ihrem ersten Länderspieltreffer nahe, scheiterte aber knapp per Kopf (79.). Und auch Popp hatte noch eine gute Chance, als sie sich kraftvoll im Laufduell gegen Maria Ficzay durchsetzte, Paraluta ihren Schuss aber mit den Fingerspitzen über die Latte bugsierte (81.). Bresonik hatte mit einem Lattenschuss die nächste gute Torgelegenheit der DFB-Elf (88.), doch es war Popp vorbehalten, mit einem weiteren Kopfballtreffer für den Endstand zu sorgen (90.).

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Ulf
Ulf

Gut, daß Trainer Kahlert heute mit Viererkette hat spielen lassen, sonst wäre das womöglich noch schiefgegangen.

timmy
timmy

Damit hat fast sicher den besten zweiten Platz sicher, der für die direkte EURO-Quali reicht. Verliert man noch zweimal, dann einmal gegen den Letztplazierten, welches Ergebnis also rausfällt. Man steht also mit 6 Siegen, 1 Remis und 1 Niederlage da. Unwahrscheinlich, dass das eine anderer Zweitplazierter erreicht.

laasee
laasee

Congratulations to Poppi for her hattrick.

The goal for 1:0 was class but the following 89 minutes is easy to forget.

Detlef
Detlef

Zum Spiel hat Markus ja eigentlich schon alles geschrieben!!! Drei Punkte, fünf zu null Tore, das ist das Wichtigste vom Tage!!! Die vielen Fehlpässe in Hälfte Eins hat Frau Bundesgöttin Dank der 5 Tore GsD vergessen, und so ist sie eben „sehr zufrieden“!!! Der Rest der Quali ist dann nur noch Formsache!!! Eine Sache muß man allerdings noch kritisch beleuchten, und das ist wieder einmal die katastrophale Schiedsrichterleistung einer eigentlich erfahrenen Größe!!! Da waren einige Situationen, wo klarste Fouls nicht geahndet wurden, die zT sogar gelbwürdig waren!!! Zwei Treffer hätten definitiv nicht gegeben werden dürfen, da einmal klares Abseits (Bresonik),… Weiterlesen »

gerd karl
gerd karl

laasee, die spiele der amis und der schwedinnen war ja auch nicht berauschend.
deshalb nur kein neid detlef, 8 spielerinnen ausgefallen und trotzdem werden alle spiele gewonnen.
das kann nur deutschland
die amis und die schwedinnen würden so einen aderlass nicht verkraften.

Ulf
Ulf

Es wäre wirklich furchtbar, wenn bei der EM der Schwan wieder so den Bach runter geht wie 2009; furchtbar für andere.

gerd karl
gerd karl

ulf, deutschland ist 2009 europameister geworden.

Ulf
Ulf

Ja, im Kichererbsen zählen.
Mein Kommentar bezog sich auf die 3 Fragezeichen.
Rhetorik ist Rheuma mit Decke.

Guido
Guido

Schön zu sehen, dass die U20-Weltmeisterinnen von 2010 zunehmend wichtiger fÜr das Spiel der Nationalmannschaft werden (Kulig nicht zu vergessen, die ja hoffentlich bald wieder zurück sein wird). Auch die etablierten Spielerinnen wie Laudehr, Okoyino da Mbabi, Behringer, Peter, Goeßling, Bajramaj sind ja alle erst Mitte Zwanzig. Das sind ja erfreuliche Perspektiven, dass diese Mannschaft ihre beste Zeit noch vor sich hat.

karl
karl

Hat irgendjemand eine Erklaerung dafuer was uns Ulf sagen will? Was hat Kahlert mit der Viererkette der Nationalelf zu tun ?
Was haben Schwaene damit zu tun ? und was Kichererbsen ?

wrack
wrack

Das war gar nicht soooo zäh, wie ich es befürchtet habe. Am Ende der Saison hat mich vor allem der Wille und die Leistung von Linda B. beeindruckt. Maro hatte einige überraschende, schöne Ideen und gehört f.M unbedingt zur Zukunft der Natio. Alex Popp war genau der richtige Stürmertyp für Rumänien – sehr gute Leistung. Die Chancenverwertung war mal wieder mau und es gab zuviele Fehlpässe. Aber der Rasen war nass, die Saison lang und der Gegner stand „hinten drin“. Die eine oder andere Spielerin hatte nicht den besten Tag, kein Wunder nach der anstrengenden Saison. Insgesamt: Kein Grund für… Weiterlesen »

Katerli
Katerli

da bin ich nicht so optimistisch, bei aller Freude, der Gegner war Rumänien, eine Torfrau, die gerade mal 3 Jahre Fußball spielt …

Sheldon
Sheldon

@wrack: Naja, naja, naja… Ich betone noch einmal, dass das bei Rumänien die besten 11 aus 800 waren und auch bei Rumänien insbesondere die Torhüterin verletzt war. Die Rumäninnen befinden sich noch im Spielbetrieb einer Saison, die inclusive Playoffs noch länger als die deutsche ist (24 Spiele). Dafür sahen die Deutschen gestern ziemlich lange aus wie begossene Pudel. Zwischen dem 1:0 und dem 2:0 war absolut tote Hose. Wenn überhaupt mal offensiv was ging, dann nur hoch hinein. Kein Kurzpassspiel, kein Tempo, keine Kombinationen. Marozsan blieb in dieser Zeit extrem blass, hat keinen einzigen Zweikampf gewonnen, sondern ließ sich immer… Weiterlesen »

Spocky
Spocky

@ wrack Ich sehe das genauso wie Du … 🙂 Bei diesem „Schmuddelwetter“ war ich auch live im Stadion … Mir hat Linda B. auch sehr sehr gut gefallen … endlich durfte sie vor allem ihre „offensiven“ Qualitäten zeigen – sie wirkte sehr spielfreudig auf mich… Und bei Dzennifer „Maro“ kann ich nur sagen … Einfach ein Genuss ihr zuzusehen – auch wenn nicht jeder Pass klappt – sie versucht immer das schnelle direkte Spiel und ist „technisch“ hervorragend (wenn jetzt noch ein wenig „Fitness“ dazukommt … dann ist sie für mich eine der besten Spielerinnen … 🙂 Dafür dass… Weiterlesen »

berggruen1
berggruen1

Relativieren wir dieses Spiel doch einmal so: Unabhängig davon, ob die Spielerinnen bereits müde waren von der Saison oder nicht, sie haben in einer anständigen Höhe ohne größere Verletzungen gegen einen Mannschaft gewonnen, die ihnen nie auch nur im Ansatz gefährlich werden konnte. Solche Spiele haben eigentlich immer das Potential dazu, sehr lange Zeiten im Leerlauf zu bleiben. Nach der sehr frühen Führung war vielleicht einfach nur der notwendige Druck raus. In einem wichtigen und gleichwertigen Spiel sollte ein frühes Tor Sicherheit und Ruhe geben, in einem Spiel gegen einen „einfacheren“ Gegner wirkt ein frühes Tor oftmals einschläfernd. Natürlich wäre… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

Wenn man Maro jeweils 2m Platz lässt zu jeder Richtung, dann kann sie natürlich zaubern. Aber welche Mannschaft von Format lässt das zu? Und eigentlich hätte bei dieser Spielanlage von Rumänien von ihr ein Feuerwerk kommen müssen, dass man von 50 versuchten Angriffen zumindest 10 zu Ende führt und dann am Ende ca. 15:0 gewinnt. Ihr genialster Pass war der, wo sie kaum noch rankommt und ihn einfach nach vorn tritt und dieser durch Zufall genau die richtige Länge hatte, dass Popp mit voller Kraft laufen kann und das Tor macht. Ansonsten hat sie die Schnelligkeit von Popp nicht richtig… Weiterlesen »

wrack
wrack

@ Sheldon, Sheldon, Sheldon ;-): Korrekt: Zwischen 1:0 und 2:0 gab es lange Phasen, in denen die Deutschen durch Fehlpässe und unnötige Ballverluste „glänzten“, aber ein Spiel hat ja 90 Minuten. Deswegen ist deine 35-Minuten-Aufarbeitung irreführend für das Gesamtwerk. Pech für dich, dass du nur die 35 Minuten gesehen hast. Ich gehe davon aus, dass du Popps schöne Vorlage auf Bresonik zum 1:0 als einen Eckpunkt siehst und Maros butterweiche Vorlage auf Popp zum 2:0 als den zweiten Eckpunkt. Ich hoffe, dass die Partien gegen Frankreich respektive Schweden, so sie bei der EM IN EINEM JAHR zustandekommen, länger als 35… Weiterlesen »

laasee
laasee

The score is relatively unimportant. Be it 5:0, 1:0, or 20:0 – Germany were certain to get 3 points. Even before the Group started, Germany were certain to qualify automatically. I was concerned yesterday with the one-dimensional tactics. Everything was either on the left wing or the right wing. There was very little variation. I think that at EM Sweden the lack of tactical intelligence will be Germany’s biggest problem. Also, against a limited team as Romania why play a rigid 4 defence? I have seen Patti Hanebeck play several times this season and she looks a very talented player.… Weiterlesen »

Doc
Doc

Na ja, ich kann mich den Lobhudeleien nicht anschließen. Die Aussagekraft des Spiels ist fast Null. An die EM im nächsten Jahr denkend macht mir vor allem EINS Sorgen. Die dann dort spielende 11 wird zu sehr massiven Anteilen aus Frankfurt gespeist werden. Das gibt dem dortigen „Trainer“ noch ’ne Menge Monate Zeit, das spielerische Niveau erwartungsgemäß (auch bei den Neuzugängen) zu schmälern. Ehrlich, ich erwarte nicht mehr als das Halbfinale. Ich mag mich nicht mehr blenden lassen von all den so hoch gehandelten Namen, die, wenn man doch mal dezidiert und ganz ernsthaft die letzten 12 Monate überblickt, nur… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@berggruen: Wann verstehen Leute wie du, dass den Fußball nicht das Ergebnis, sondern die Spielweise ausmacht??? Ich war am Montag mit dem Potsdamspiel zufrieden, weil dort über fast das gesamte Spiel anständiger, schneller und offensiver Fußball geboten wurde. Das 8:0 hätte noch sehr viel höher ausfallen können, wenn man die Chancen reingemacht hätte, wäre ein Ergebnis zwischen 10:0 und 15:0 drin gewesen. Aber Chancenverwertung ist ziemlich das Einzige, was man nach einer solchen Saison entschuldigen kann. Ein Spiel gegen Rumänien kann man ruhig auch mal 15:0 oder 20:0 gewinnen. Man sollte bedenken, dass der Frauenfußball in Rumänien erst in den… Weiterlesen »