Spannendes Saisonfinale

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Am 22. und letzten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga kämpfen der 1. FFC Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg im Fernduell um die Meisterschaft, der FF USV Jena, Bayer 04 Leverkusen und der 1. FC Lok Leipzig um den Klassenerhalt.

Dabei haben die Leverkusenerinnen die besseren Chancen, denn Leipzig muss nach Potsdam reisen. Und so könnten am Montag um 15.45 Uhr Freud‘ und Leid im Karl-Liebknecht-Stadion sehr nah beieinander liegen. Denn wenn die „Turbinen“ ihrer Favoritenrolle gerecht werden und drei Punkte einfahren, feiern sie die vierte Meisterschaft in Folge, während Leipzig damit abgestiegen wäre.

Zum Bundesligatippspiel

Werkself tritt in Bad Neuenahr an
Aufgrund des Rückzugs des Hamburger SV wird es nur einen Absteiger geben, im oben genannten Szenario die Leipzigerinnen. Würden sie die Überraschung im „Karli“ schaffen, müsste Bayer 04 Leverkusen beim SC 07 Bad Neuenahr gewinnen, um ihre insgesamt starke Rückrunde mit dem Klassenerhalt zu krönen. Momentan beträgt der Vorsprung der Werkself auf Leipzig einen Punkt. Bad Neuenahr hat pünktlich vor dem letzten Saisonspiel den Vertrag mit Jung-Nationalspielerin Leonie Maier verlängert. Mit einem Sieg im rheinischen Duell würden sie ihren sechsten Platz in der Tabelle verteidigen.

Der 1. FFC Turbine Potsdam
Potsdam hat beste Chancen auf den vierten Titel in Folge. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Jena hat es in der Hand
Auf dem zehnten Platz liegt mit 15 Punkten momentan der FF USV Jena, der aber auch noch von Leverkusen und Leipzig überholt werden könnte. Der USV empfängt die zuletzt schwächelnden Freiburgerinnen. Und man ist in Jena „ fest entschlossen, auch ohne die Hilfe der anderen, die Liga aus eigener Kraft zu halten“, so Trainer Daniel Kraus. Mit einem „Dreier“ gegen den SC würde dies gelingen.

„Durch den Rückzug des Hamburger SV und der Tatsache, dass es nur einen sportlichen Absteiger in dieser Saison geben wird, hat sich die Lage für Jena etwas entspannt, schließlich muss der Tabellenletzte Lokomotive Leipzig bei Turbine Potsdam antreten. Aber das spielt sicherlich nicht die zentrale Rolle für das Spiel am Montag. Es werden zwei Mannschaften auf dem Platz stehen, die das letzte Saisonspiel natürlich gewinnen wollen“, denkt SC-Trainer Milorad Pilipovic, der mit seiner Mannschaft Wiedergutmachung für das 0:3 gegen Essen in der vergangenen Woche betreiben möchte.

Zugabe für Wolfsburg?
Mit dem Erreichen der Champions League ist dem VfL Wolfsburg bereits Großes gelungen, die Meisterschaft wäre das i-Tüpfelchen, aber selbst VfL-Trainer Ralf Kellermann erklärte nach dem Sieg gegen Frankfurt, dass er nicht davon ausgehe, dass sich Potsdam den Titel noch nehmen lässt. Antreten wird seine Elf bei der SG Essen-Schönebeck. Wenn Potsdam gegen Leipzig nicht gewinnt, wäre Wolfsburg mit einem „Dreier“ bei der SGS Meister. Verzichten müssen die „Wölfinnen“ allerdings auf Maren Tetzlaff, die sich einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen hat.

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Sie alle wurden von Duisburg bereits verabschiedet: Simone Laudehr, Anke Preuß, Luisa Wensing, Alexandra Popp, Christina Bellinghofen und Petra Hogewoning (v. l.) © FCR/Thomas Thienel

Duell um Rang drei in Frankfurt
In den Meisterschaftskampf können der 1. FFC Frankfurt und der FCR 2001 Duisburg nicht mehr eingreifen, für beide Mannschaften geht es am Montag um den undankbaren dritten Rang. Mit zwei Punkten Vorsprung auf den FFC haben die Duisburgerinnen die besseren Chancen. „Auch wenn wir, genauso wie Duisburg, in der Meisterschaft keine Chance mehr auf einen der beiden vorderen Plätze haben, wollen wir uns vor unseren vielen treuen Fans im Stadion am Brentanobad mit einer guten Leistung präsentieren und uns mit einem Sieg in die Sommerpause verabschieden“, sagt FFC-Trainer Sven Kahlert.

Aber auch sein Gegenüber gibt sich kämpferisch „Vom Pokalkrimi einmal abgesehen, haben wir die letzten vier Spiele in Frankfurt in Folge gewonnen. Das wollen wir wiederholen“, so FCR-Trainer Marco Ketelaer, in dessen Team letztmalig Simone Laudehr, Anke Preuß, Luisa Wensing, Alexandra Popp, Christina Bellinghoven und Petra Hogewoning im Kader stehen werden. Sie alle verlassen den FCR am Saisonende.

Hamburgs Abschiedsspiel
Verlassen wird der Hamburger SV die Liga, am Montag wird es der letzte Auftritt des HSV im Oberhaus. Der Verein zieht die Mannschaft zurück. Die Elf von Trainer Achim Feifel möchte sich beim FC Bayern München mit einem guten Spiel aus der Liga verabschieden, für die Gastgeberinnen geht es sportlich maximal um Rang sechs in der Meisterschaft.

Letzte Aktualisierung am 18.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Ralf
Ralf

AUFRUF an alle, die am Montag zu irgendein Spiel der 1.BulI gehn:

Ich fänds toll, wenn bei jedem Spiel am Montag min. 1 Plakat zum Thema „HSV Frauen Rückzug“ zu sehn ist.
Holt die Farbe und die Tapete ausm Keller und LOS!

Lasst uns ein Zeichen setzen.
Auch wenn alle ihre Rivalen haben – sollten wir hier zusammenstehn.

Auf gehts!

Winter
Winter

@ Nora Kruse
Warum stehen eigentlich nicht mehr die Zahl der Gesamtaufrufe neben jedem Artikel? War immer interessant!

Sheldon
Sheldon

@Ralf: Ganz andere Idee: Fahrt doch alle nach München, behängt mit HSV-Schals und HSV-Flaggen etc. pb. Wer kein HSV-Fan ist, wird sicherlich in seiner Umgebung jemand kennen, von dem er sich was ausleihen kann. Wenn ihr wirklich die HSV-Frauen unterstützen wollt, dann zeigt ihr Präsenz bei einem Spiel, bringt 10.000 Zuschauer zu einem solchen Spiel, in dem es um nix mehr geht, brecht damit den Zuschauerrekord, organisiert irgendwelche Kameras, die das Spiel aufzeichnen, macht aus dem Stadion nen Hexenkessel und sorgt damit für ein historisches Ereignis. Insolvent gegangen sind schon viele Mannschaften, aber noch keine derart mit Pauken und Trompeten.… Weiterlesen »

hanah
hanah

Ich gön den Wolfsburgerin den Titel und Frankfurt platz drei:)

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Der nachhaltigste Effekt für eine Pro-HSV-Frauenteam-Aktion ist im Potsdamer Karli gegeben, wenn während der Liveübertragung im RBB reichlich Spruchbänder, Plakate, Schilder u.ä. zu sehen sein werden! Das Kamerateam wird diese u.G. einfangen sowie der Kommentator dazu Stellung beziehen und damit in die gesamte Republik ausstrahlen.

Sheldon
Sheldon

@SF: Ganz tolle Idee… Wieviele schauen zu, 100.000? Wen interessieren die denn? Wieviel Auswirkungen werden die Plakate haben? Null! Plakate sind doch alltäglich, mal kurz hochheben, um sein Gewissen zu beruhigen… Die Turbine-Fans werden sowieso alles, was den HSV angeht, vergessen, wenn sie Meister werden… Dann haben die ganz andere Interessen… Ist aber mal wieder typisch, das Fantum im Frauenfußball! Mal ein bisschen nebenher protestieren, aber wenn es um echten Einsatz geht, dann ist man ganz schnell weg. Überzeugt mich hier mal irgendjemand, dass er das tun würde?! Wir sprechen uns in zwei Monaten wieder, ich wette, kein Schwein interessiert… Weiterlesen »

Timmy
Timmy

Bisschen zu spontan um hier mit 10.000 Hamburgern nach München zu fahren. Blöd, dass Hamburg so spät öffentlich ging mit der Meldung. Wäre für die Kellermannschaften sicher auch gut gewesen sowas vorzeitig zu wissen.

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

@Sheldon
Klar, alles, was nicht auf Deinem Mist gewachsen ist, ist genau ein solcher!
Ganz tolle Meinung über Demonstranten und Deine Art und Weise der Gewissensberuhigung! Allerdings schließt Du da zu sehr von Dir auf Andere…

be
be

@ Timmy: Vor allem sind Aktionen /nach/ der Abmeldung und dem Wegfall der Relegationsspiele in der 2. Liga eh nur noch Strohfeuer und bringen nichts mehr. Das Thema 1./2. Liga beim HSV ist durch. Und ein dauerhafter Imageverlust außerhalb der Frauenfußballkreise ist kaum zu erwarten. Hier muss ich Sheldon Recht geben. Zumal es durch unerwarteten Klassenerhalt auch zwei lachende Dritte gibt… (und durch den einen oder anderen Transfer möglicherweise noch mehr) Es ist sehr schade, dass man seitens des HSV-Vorstands in der Tat kein Interesse an der Erhaltung des Hamburger Bundesligastatusses hatte. Denn dass auch vor Montag nichts unternommen wurde… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

Sheldon schrieb; „Wir sprechen uns in zwei Monaten wieder, ich wette, kein Schwein interessiert sich noch für den Ex-HSV…“ Wette schon verloren, denn auch wenn es ab nächste Saison keinen hochklassigen FF mehr beim HSV geben wird, so werde ich mich immer sehr gern an die Auswärtsspiele in Stellingen erinnern!!! Und natürlich auch an die vielen Spielabsagen!!! Ich erinnere mich auch heute noch an die Auswärtsfahrten nach Rheine, Brauweiler und zum (alten) Bornheimer Hang!!! Aber eigentlich hat es der HSV gar nicht verdient, daß seine Spielerinnen überhaupt noch nach München fahren!!! So wie dieser Klub seine FF-Abteilung in den letzten… Weiterlesen »

Guido
Guido

Nun wird es wohl so sein, dass es nicht mal einen einigermaßen würdevollen Abschied zwischen Team und Anhängern geben wird. Ein Auswärtsspiel ausgerechnet 800 km entfernt in München als letzter Auftritt – diese Reise quer durch Deutschland an einem Tag, an dem die Nord-Süd-Autobahnen verstopft sind, wird ja wohl nur ein harter Kern auf sich nehmen. Beim letzten Heimspiel gab es ja noch nichts Offizielles zu diesem Rückzug, obwohl dies wohl längst festgestanden hat. Wahrscheinlich hat man die Kommunikation von Seiten des Vereins mit Absicht so gesteuert, dass man den Rückzug des Teams sang- und klanglos und ohne medienwirksame Protestaktionen… Weiterlesen »

wrack
wrack

Je Art der Aufmerksamkeit, die auf das Schicksal der FF-Abteilung des HSV gelenkt wird, KANN in der Zukunft positiv für den FF wirken. Es ist deswegen sicher nicht verkehrt, anlässlich einer Fernsehübertragung einige Spruchbänder in die Kamera zu halten. Das ist mitnichten nix. Natürlich wird das die BL-Mannschaft des HSV nicht retten, aber man darf ja auch weiter denken.

laasee
laasee

I hope that Turbine are Buli Champions – I have big respect for Schroder and the Brandenburgers. A proper football club.

However, more important is what happens with HSV. Morality and ethics within the ‚football family‘ should not be sacrificed at the alter of money.
Solidarity and support for the HSV girls.

Sokrates
Sokrates

@ Sheldon: Willst du eigentlich selber nach München fahren und die HSV-Frauen aktiv unterstützen? Du wohnst in der Nähe von Frankfurt und hättest damit keinen so weiten Anfahrtsweg wie viele andere der von dir erträumten 10 000 Zuschauer. Übrigens fasst das kleine Stadion in Aschheim noch nicht einmal die Hälfte der Zuschauerzahl, die du dir wünschst. Aber das weißt du vielleicht deshalb nicht, weil du nie ins Stadion gehst.

Sheldon
Sheldon

@Sokrates: Würde ich wahnsinnig gerne machen, habe dieses WE leider Besuch aus England…

Umso besser, das Stadion würde aus allen Nähten platzen, wenn soviele kämen, ein mehr als deutliches Zeichen…

Man merkt, ich bin so’n Flashmob-Typ 😉

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

> Man merkt, ich bin so’n Flashmob-Typ 😉

Wohl eher ein Bashflop-Typ! 😉

emmi
emmi

Ist doch perfekt Sheldon 🙂 die können gleich mit dir ins Stadion kommen…..

Sheldon
Sheldon

könnten, wenn ich sie nicht während des Spiels zum Flughafen bringen müsste 😉

hanah
hanah

Danke Hamburg für deine schöne Zeit in der Frauenbundesliga!!!! 🙂 Und für die Spielerinnen viel Glück für die Zukunft !!! 🙂 Und @ Sheldon: Es werden dort niemals 10.000 Leute zugucken. Es wäre zwar schön:) Und Flashmob ist was anderes:)

gerd karl
gerd karl

hoffentlich steigt der hsv, männer, nächste saison ab.