Spannendes Saisonfinale

Von am 28. Mai 2012 – 8.00 Uhr 59 Kommentare

Am 22. und letzten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga kämpfen der 1. FFC Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg im Fernduell um die Meisterschaft, der FF USV Jena, Bayer 04 Leverkusen und der 1. FC Lok Leipzig um den Klassenerhalt.

Dabei haben die Leverkusenerinnen die besseren Chancen, denn Leipzig muss nach Potsdam reisen. Und so könnten am Montag um 15.45 Uhr Freud‘ und Leid im Karl-Liebknecht-Stadion sehr nah beieinander liegen. Denn wenn die „Turbinen“ ihrer Favoritenrolle gerecht werden und drei Punkte einfahren, feiern sie die vierte Meisterschaft in Folge, während Leipzig damit abgestiegen wäre.

Zum Bundesligatippspiel

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Werkself tritt in Bad Neuenahr an
Aufgrund des Rückzugs des Hamburger SV wird es nur einen Absteiger geben, im oben genannten Szenario die Leipzigerinnen. Würden sie die Überraschung im „Karli“ schaffen, müsste Bayer 04 Leverkusen beim SC 07 Bad Neuenahr gewinnen, um ihre insgesamt starke Rückrunde mit dem Klassenerhalt zu krönen. Momentan beträgt der Vorsprung der Werkself auf Leipzig einen Punkt. Bad Neuenahr hat pünktlich vor dem letzten Saisonspiel den Vertrag mit Jung-Nationalspielerin Leonie Maier verlängert. Mit einem Sieg im rheinischen Duell würden sie ihren sechsten Platz in der Tabelle verteidigen.

Der 1. FFC Turbine Potsdam

Potsdam hat beste Chancen auf den vierten Titel in Folge. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Jena hat es in der Hand
Auf dem zehnten Platz liegt mit 15 Punkten momentan der FF USV Jena, der aber auch noch von Leverkusen und Leipzig überholt werden könnte. Der USV empfängt die zuletzt schwächelnden Freiburgerinnen. Und man ist in Jena „ fest entschlossen, auch ohne die Hilfe der anderen, die Liga aus eigener Kraft zu halten“, so Trainer Daniel Kraus. Mit einem „Dreier“ gegen den SC würde dies gelingen.

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„Durch den Rückzug des Hamburger SV und der Tatsache, dass es nur einen sportlichen Absteiger in dieser Saison geben wird, hat sich die Lage für Jena etwas entspannt, schließlich muss der Tabellenletzte Lokomotive Leipzig bei Turbine Potsdam antreten. Aber das spielt sicherlich nicht die zentrale Rolle für das Spiel am Montag. Es werden zwei Mannschaften auf dem Platz stehen, die das letzte Saisonspiel natürlich gewinnen wollen“, denkt SC-Trainer Milorad Pilipovic, der mit seiner Mannschaft Wiedergutmachung für das 0:3 gegen Essen in der vergangenen Woche betreiben möchte.

Zugabe für Wolfsburg?
Mit dem Erreichen der Champions League ist dem VfL Wolfsburg bereits Großes gelungen, die Meisterschaft wäre das i-Tüpfelchen, aber selbst VfL-Trainer Ralf Kellermann erklärte nach dem Sieg gegen Frankfurt, dass er nicht davon ausgehe, dass sich Potsdam den Titel noch nehmen lässt. Antreten wird seine Elf bei der SG Essen-Schönebeck. Wenn Potsdam gegen Leipzig nicht gewinnt, wäre Wolfsburg mit einem „Dreier“ bei der SGS Meister. Verzichten müssen die „Wölfinnen“ allerdings auf Maren Tetzlaff, die sich einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen hat.

duisburg-abschied-2011

Sie alle wurden von Duisburg bereits verabschiedet: Simone Laudehr, Anke Preuß, Luisa Wensing, Alexandra Popp, Christina Bellinghofen und Petra Hogewoning (v. l.) © FCR/Thomas Thienel

Duell um Rang drei in Frankfurt
In den Meisterschaftskampf können der 1. FFC Frankfurt und der FCR 2001 Duisburg nicht mehr eingreifen, für beide Mannschaften geht es am Montag um den undankbaren dritten Rang. Mit zwei Punkten Vorsprung auf den FFC haben die Duisburgerinnen die besseren Chancen. „Auch wenn wir, genauso wie Duisburg, in der Meisterschaft keine Chance mehr auf einen der beiden vorderen Plätze haben, wollen wir uns vor unseren vielen treuen Fans im Stadion am Brentanobad mit einer guten Leistung präsentieren und uns mit einem Sieg in die Sommerpause verabschieden“, sagt FFC-Trainer Sven Kahlert.

Aber auch sein Gegenüber gibt sich kämpferisch „Vom Pokalkrimi einmal abgesehen, haben wir die letzten vier Spiele in Frankfurt in Folge gewonnen. Das wollen wir wiederholen“, so FCR-Trainer Marco Ketelaer, in dessen Team letztmalig Simone Laudehr, Anke Preuß, Luisa Wensing, Alexandra Popp, Christina Bellinghoven und Petra Hogewoning im Kader stehen werden. Sie alle verlassen den FCR am Saisonende.

Hamburgs Abschiedsspiel
Verlassen wird der Hamburger SV die Liga, am Montag wird es der letzte Auftritt des HSV im Oberhaus. Der Verein zieht die Mannschaft zurück. Die Elf von Trainer Achim Feifel möchte sich beim FC Bayern München mit einem guten Spiel aus der Liga verabschieden, für die Gastgeberinnen geht es sportlich maximal um Rang sechs in der Meisterschaft.

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59 Kommentare »

  • speedy75 sagt:

    Turbine mit dem 1:0 gegen Leipzig.

    Auch Frankfurt führt gegen Duisburg mit 1:0

    Essen gegen WOB noch 0:0

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  • speedy75 sagt:

    Duisburg führt mittlerweile 2:1 gegen den FFC und Jena führt mit 1:0 gegen Freiburg.

    Turbine geht soeben mit 2:0 in Führung durch Göransson.

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  • paulchen sagt:

    1. Wir zerfleischen uns hier nicht,sondern diskutieren. Das ist der Sinn eines Blogs, und für mich ist es unverständlich, ständig daran zu erinnern. Wir diskutieren. „Wrack“ hat diese Meinung, ich eine andere. Und ? Ist doch ok.

    2. Das Thema gehört allerdings zum Saisonfinale, denn im Grunde ist es Wettbewerbsverzerrung. Ein Team, das nichts zu verlieren hat, wird auch so spielen.
    ____________

    Hallo, „Wrack“,

    das, was die Leute in Gütersloh und Bad Neuenahr auf dem Lande schaffen, soll in der Großstadt Hamburg nicht möglich sein ?????????

    Gütersloh hat sich bereits vor JAHREN selbstständig gemacht und ist aus eigener Kraft in die Bundesliga aufgestiegen … und Bad Neuenahr war schon IMMER selbstständig.

    Und das können die Frauen in Hamburg NICHT ????????? Wenn die Frauen dort Fußball spielen wollen, müssen sie sich darum kümmern – was soll schlimm daran sein, das zu sagen ? Die Männer haben sich bereits um ihren Sport gekümmert, denn sonst gäbe es ja die Anlagen nicht. Frauen werden seit langem nicht mehr unterdrückt -was ja tatsächlich einmal so war- und haben dieselben Chancen wie Männer. Also … ?

    Und wenn Du schon so reagierst, dann zähle doch bitte die Vereine in den ersten beiden Bundesligen auf, die von Frauen dominiert und geführt werden. Gibt es einen reinen von Frauen organisieren Frauenfußballverein ?? S. V. Herford hat eine Präsidentin …. wer noch ?

    Meine Äußerungen, über die Du Dich aufregst, sind also von Frauen erstellte Realitäten – es IST so. Und das soll eine Beschimpfung von Frauen sein ?

    Mein Maßstab an die FF-Abteilung des HSV ist nur der praktizierte Alltag in anderen Vereinen, aber sofort den Klassenkampf rausholen und die Diskussion verfälschen. Nochmal: es könnte in HH Bundesliga-Frauenfußball geben, denn wenn 75 % der HSV-Mitglieder der Auslagerung zustimmen, behält das Team die Lizenz. Warum schreibst Du nichts dazu ???

    Ich kann mir schon vorstellen, warum Du dazu nichts schreibst.

    Auch wenn euch vor Empörung der Dutt verrutscht – gäbe es Frauenfußball in Potsdam ohne Bernd Schröder ???? Nein. Auch für Bernd Schröder war der Job damals eine Premiere, er hatte keine Vorbildung. Und das hätten Frauen nicht gekonnt ????

    Gäbe es Frauenfußball in Frankfurt ohne S. Dietrich ??? Nein. Auch die Managerin von Bayern München hantiert ausschließlich mit dem Geld, das ihr von der Männerabteilung zur Verfügung gestellt wird.

    Auch in Gütersloh und Duisburg holen Männer die Kohle rein, verhandeln mit Spielerinnen, planen die Saison, scouten Spielerinnen, trainieren, engagieren sich und so weiter. Was ist so schlimm daran, das zu sagen?

    Auch Frauen könnten das, den sie haben die bessere Schulbildung, sind kompetenter in der Planung, effektiver in ihrem Tun und haben die gleichen Chancen wie Männer. Und die Frauen in Hamburg könnten nicht einen Verein leiten ????

    Na, dann eben nicht ….

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  • waiiy sagt:

    Einfach nur geil im Stadion in Potsdam! Wer nicht da ist, ist selbst Schuld.

    Von Hanebeck kommt jeder Pass an.

    Waiiy

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  • Sheldon sagt:

    Anonma müsste schon 4mal getroffen haben, nicht möglich, was die heute für Chancen liegenlässt…

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  • speedy75 sagt:

    Anonma lässt wirklich viele Chancen liegen heute.
    Turbine führt nun 5:0

    Essen fast mit dem 1:0 gegen Wolfsburg.

    FFC gegen Duisburg mittlerweile 2:2

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  • ballander sagt:

    @speedy: die anderen waren anja mittag und monique kerschowski.

    scheach vom rbb, diese nicht namentlich zu nennen.

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  • speedy75 sagt:

    Essen – WOB mittlerweile 1:1

    Die „Torbienen“ führen mittlerweile mit 8:0

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  • Sheldon sagt:

    Eine wunderschöne Meisterschaft für Potsdam!

    8:0 zum Saisonfinale, Anonma beste Torjägerin, Vidarsdottir mit ihrem ersten Saisontor, Nagasato nochmal mit einem Dreierpack, Hanebeck an fast allen Toren beteiligt

    Dazu der beste Sturm (62 Tore), noch vor dem VfL Wolfsburg (61 Tore), den Defensivrekord eingestellt, und dann durften Peter, Odebrecht und Schmidt sich noch einmal extra feiern lassen!

    Klasse auch das Spiel zwischen Frankfurt und Duisburg, 5:3 für die Hessinnen, nachdem Duisburg zweimal in Führung lag.
    Ein starkes Spiel zum Saisonabschluss!

    Und auch ein schöner Abgang von Uschi Holl und gleichzeitig das Comeback von Lisa Weiß in Essen!

    Alles in allem ein absolut gelungenes Saisonfinale 🙂

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  • Wieb Ke sagt:

    ja, ja, ja, Leverkusen bleibt drin!!!!!!!!!!!!!!
    Nach viel Verletzungspech und einer miserablen Hinrunde haben sie eine tolle Rückrunde gespielt und haben jetzt das Glück der Tüchtigen (Rückzug des HSV).
    Es tut mir wirklich leid für die HSV-Mädels und ich wünsche Ihnen, dass sie innerhalb der Buli neue Vereine finden.
    Also, Herr Obliers, los jetzt mit den Vertragsverlängerungen und an die eine oder andere HSV-Spielerin denken!!!!!!!!
    GLÜCKWUNSCH AN POTSDAM

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  • wrack sagt:

    Herzliche Gratulation an den alten und neuen Deutschen Meister !

    @ paulchen : Ich bin angesichts deines Posts verwirrt, denn du hast mich offenbar nicht verstanden. Der Grund scheint mir am Ende meines Posts offenbar zu werden.

    Zunächst aber:

    „Frauen werden seit langem nicht mehr unterdrückt -was ja tatsächlich einmal so war- und haben dieselben Chancen wie Männer.“

    Empirisch ist diese These nach wie vor widerlegt. Schlüsselpositionen gerade in Industrie und Wirtschaft haben in der Mehrzahl nach wie vor Männer inne. Gerade im Sponsering für die Bereiche Wissenschaft, Kunst und Sport kann man das belegen (Google u.a. mal Thomas Hermsen, der hat dazu publiziert). Der DFB kontrollierte von Beginn an den FF und ist als oberster Verband eine reine Männerveranstaltung.
    Der FF war und wird also von beiden Seiten von Männern dominiert und KONTROLLIERT. Es sind in der Mehrzahl MÄNNER Konsumenten und / oder Rezipienten des FF bzw. Adressaten des angeschlossenen Advertisment. Die Frauen stellen eine Minderheit dar, Ausnahme natürlich auf dem Platz.
    Zum HSV: Es ging mir nicht um die Spielerinnen der BL, sondern um das Signal für den FF.
    Nämlich genau da, nämlich für die Frauen auf dem Platz, haben die HSV-Männer gesagt: BL ist uns zu teuer (lachhaft), nicht förderungswürdig etc. Der kleine Junge bei uns im Verein, der darf von der BL träumen, der wird gefördert, die Träume des kleinen Mädchen regeln wir aber bei der 3. Spielklasse ab, demokratisch legitimiert. Die Enttäuschung der FF-Anhänger in Hamburg ist die eine Sache, eine andere ist die von mir Benannte:
    Wer das Spiel Fußball liebt, sollte Mädchen und Jungen die GLEICHEN CHANCEN geben, ungeachtet des Geschlechts. Ein Verein sollte das als gesamtgesellschaftlichen Auftrag begreifen.
    Das du diese Aufgabe sozusagen exklusiv an die Minderheit, an die Frauen, verweist und nicht an „die Anhänger des FF“, demonstriert ein nach Geschlechtern diskriminierendes Denken und so wird offenbar, dass wir beide uns zwar einig sind, dass der FF von Männern dominiert wird, du das aber als Versäumnis der Frauen betrachtest, während ich dies als Resultat einer sozialen Entwicklung sehe. Tatsächlich bleiben die Leute in den Schlüsselpositionen, ob Mann oder Frau, für den FF in der sozialen Verantwortung gegenüber dem kleinen Mädchen und Jungen, denn große Macht schließt in unserer Gesellschaft große Verantwortung ein.
    Der HSV hat sich dieser Verantwortung als unwürdig erwiesen und wird im Kontext des FF von mir fürderhin nicht mehr erwähnt.

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Du vergisst einen entscheidenden Faktor: Männerfußball schauen in Deutschland jedes Wochenende 40-60 Millionen Zuschauer, Frauenfußball vielleicht knappe 500.000 Zuschauer. Außerdem bezahlen viele Zuschauer für Pay-TV, um die Buli zu sehen. Und auch im Ausland schauen extrem viele Menschen die Bundesliga.

    Das Aufmerksamkeitsverhältnis ist 100:1!

    Und damit natürlich auch das Finanzielle, denn TV-Gelder berechnen sich an den jeweiligen Zuschauern, Stadioneinnahmen berechnen sich aus den Zuschauern, die kommen, und gerade aus denen, die ein Heidengeld für Logen ausgeben.
    Und auch die Sponsorengelder orientieren sich natürlich daran, denn MF ist nunmal das, worüber man fast alle Zuschauer erreicht. Beim FF erreicht man gerade mal ne regionale Randgruppe, zumindest beim HSV.
    Und auch die Preisgelder können halt nur in dem Maße ausgezahlt werden, wie auch der FF präsent im deutschen Sport ist.

    Insofern kann man sagen: Wenn ein kleiner 10-jähriger Junge in die Jugend vom HSV kommt und sein Talent voll entwickelt wie ein Özil oder ein Müller, dann bringt der später seinem Verein Millionen mit seinen Toren, da er damit die Attraktivität für Sponsoren, die Preisgelder und die Zuschauer, sowohl im Stadion als auch vorm Fernseher enorm steigert!
    Was meint ihr, was ein Messi einem FC Barcelona bringt? Oder ein Ribery dem FC Bayern München? Das sind Millionen, mehr als das Jahresgehalt dieser Spieler beträgt.

    Wie soll das ein kleines Mädel schaffen?

    Von daher: Die Ungleichbehandlung vom Frauenfußball wird nicht durch die Vereine, sondern durch den Zuschauer geschaffen.
    Dass große Vereine dann solche Entscheidungen vollziehen, das liegt dann schlicht und ergreifend daran, dass ein paar Herrschaften im Frauenfußball meinen, das Investitionsvolumen künstlich hochdrücken zu müssen und damit die Mittel zu haben, einem Team wie dem HSV die Spielerinnen abspenstig zu machen. Ich bin mir zu 100% sicher, dass die FF-Abteilung NICHT dichtgemacht worden wäre, wenn Kim Kulig heute noch dort spielen würde!

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon : Ist ja (fast) alles Pi mal Daumen richtig, kommentiert meine Aussagen aber eigentlich nicht. Das Spiel heißt Fußball und ist eine faszinierende Sportart, die schon auf dem Bolzplatz wertvolle soziale Funktionen erfüllt. Der Verein ist (in der Regel) eine als gemeinnützig anerkannte Organisation, integriert in das soziale Gefüge, ebenfalls mit wertvollen sozialen Funktionen wie z.B. die der Integration, Wertevermittlung oder Freizeitgestaltung.
    In den letzten Jahrzehnten, gerade mit dem Engagement und zunehmender Verquickung mit den Massenmedien, werden besonders im MF aus Vereinen Wirtschaftsunternehmen der Unterhaltungsindustrie, die in sich zuspitzender Konkurrenz zueinander stehen. Ethisch bedenkliche bis verwerfliche Auswüchse wie z.B. moderner Menschenhandel z.T. mit Kindern, Wettbetrug, Doping, Bestechung und illegale politische Einflussnahme haben wir in diesem Kontext bereits hinter uns, die Vereine beginnen ihre ursprünglichen sozialen Funktionen immer mehr einzubüssen.
    Den HSV zähle ich als ein Beispiel hinzu. Mahnen wir nicht bei Unternehmen soziale Verantwortung an ? Gerade nach der Banken-Krise ? Umso mehr darf ich dann doch einen großen „Sportverein“ in die Verantwortung nehmen, der sich aus selbiger stiehlt.
    Ich habe nix dagegen, wenn dem FF Almosen gegeben wird. Nein, ich fordere sogar für die Veruntreuung des Spiels durch den männlichen Profi-Fußball Tribut für den „rückständigen“ FF. Denn noch unterscheidet der FF sich wohltuend von der Männer-Fußball-Massenproduktion mit den High-End-Spielermodellen. Mir graut vor dem Tag, an dem dort auf dem Rasen im Sinne von Gewinnmaximierung und Zuschauerzahlen kaum bekleidete Models zuerst ihre Haare ordnen, bevor sie zum spektakulären Fallrückzieher ansetzen, der laut Drehbuch in der 59. Minute das 4 : 3 bringt. Das wäre dann der Einzug der scripted reality in den Fußball.

    (Von wegen „die Zuschauer / Konsumenten sind schuld: Nur weil die Römer sich die Gladiatorenkämpfe ansahen, sind Caligula oder Nero noch lange nicht aus dem Schneider. Nur weil in den USA die Leute Feuerwaffen kaufen, ist die Waffenindustrie dort auch nicht aus dem Schneider.)

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  • paulchen sagt:

    Hi, „Wrack“ (wie ist denn Dein Vorname – mit „Wrack“ möchte ich Dich eigentlich nicht ansprechen.)

    Ich demonstriere ein nach Geschlechtern diskriminierendes Denken ??? Ouha !

    Ich bin der einzige, der den Frauen etwas zutraut … und vor allem beim Wort nimmt und sich für den Frauenfußball einsetzt. Ich bin ja hier der einzige, der Vorschläge macht, um den Frauenfußball in Hamburg zu erhalten.

    Denn … nochmal: der Erhalt der Buli in HH ist möglich. Also … dann mach es doch. Außerdem gibt es -wie ich schon schrieb- mehrere Fußballvereine in HH … aber das habe ich ja schon geschrieben.

    Eine weitere Diskussion können wir uns schenken, da es zu komplex ist. Unterm Strich werden Frauen im Frauenfußball nicht unterdrückt. Zudem müssten wir auch Mutterschaften und andere Dinge hinzuziehen.

    Es ändert aber -und da entziehst Du Dich auch aus der Verantwortung- nichts an der Tatsache, dass man auch selbst Initiative ergreifen kann, denn im Frauenfußball werden die Frauen eben NICHT. Oder soll Jarchow

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  • paulchen sagt:

    Uuuups …zu früh gespeichert. ich wollte schreiben

    „…Es ändert aber -und da entziehst Du Dich auch aus der Verantwortung- nichts an der Tatsache, dass man auch selbst Initiative ergreifen kann, denn im Frauenfußball werden die Frauen eben NICHT unterdrückt.“

    Ist das noch zu ergänzen ? Falls nicht, so sei hiermit mein Kommentar geschlossen.

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  • Sheldon sagt:

    @paulchen: „Ich bin der einzige, der den Frauen etwas zutraut… (…) Ich bin hier ja der einzige, der Vorschläge macht, um den Frauenfußball in Hamburg zu erhalten“

    Achja? 1. Wo? Und 2. habe auch ich Vorschläge gemacht, wie die Frauen überleben können.

    Woran es mal wieder nur scheitert, ist das Geld. Kollege wrack und all die anderen mögen sich hier ja nett und idealistisch geben, Fakt ist aber, dass FF in der Frauenfußballbundesliga selbst im Halbprofitum ohne Geld nicht mehr auskommt. Allen voran die Spielerinnengehälter. Nehmen wir nur mal eine Vergütung von 1.500 Euro pro Spielerin brutto zzgl. Steuerkosten etc. 2.000 Euro pro Spielerin im Monat.
    Das ist ein Jahresgehalt von 24.000 Euro pro Spielerin, was bei einem Kader von etwa 20 Spielerinnen knapp eine halbe Million Euro an Ausgaben erzeugt. Dazu noch die Gehälter von Trainerstab und medizinischer Abteilung, Geld für die Stadionpflege, PR, Geschäftsleitung und, und, und…

    Um wirklich erfolgreich in der Frauenfußballbundesliga zu sein, ist ein Etat von 1 Million jährlich heute bzw. in der Zukunft unerlässlich. Die Optionen wären – wie heute schon vielerorts sichtbar – schlechter Rasen, Spielerinnen mit Dauerverletzungen oder völlige Inkompetenz im Trainerteam. Und schließlich werden auch immer mehr Spielerinnen höhere Ansprüche an die Gehälter haben oder den Verein verlassen.

    Woher soll also diese 1 Million Euro kommen??? Aus Fernsehgeldern vom DFB? Diese geben vielleicht gerade mal 100.000 Euro dazu bei dem Stand, den Hamburg hat.
    Preisgelder? Fehlanzeige, die Beträge, die in der Bundesliga für eigene Erfolge ausbezahlt werden, sind verschwindend gering.
    Eintrittsgelder? Bei 11 Spielen a 400 Zuschauern bei einem Durchschnitt von unter 10 Euro pro Karte, sind das pro Saison auch nur ne halbe Million Einnahmen maximal!
    Und das restliche Geld? Sponsoren, wer finanziert und sponsort eine Mannschaft schon, einen Abstiegskandidaten?

    Am Emde muss es dann doch von den Fans kommen!

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  • paulchen sagt:

    ——-zitat sheldon: Achja? 1. Wo? ————–

    In meinem Post am Sonntag, 27. Mai 2012 um 16.26 Uhr

    ——-zitat sheldon: Und 2. habe auch ich Vorschläge gemacht, wie die Frauen überleben können.————-

    Das wollte ich prinzipiell nicht ignorieren, ich habe nur nicht jeden Post gelesen. Sorry dafür.

    Du hast mit Deinem letzten Post auf jeden Fall Recht, ich kenne mich auch etwas aus mit Finanzaufwand, allerdings im Männerfußball. Grundsätzlich halte ich Gehälter im Sport mittlerweile für eins der Ursachen des Übels, warum etwas nicht klappt. Es ist eben Sport und keine Arbeit, und das sollte man eigentlich auch so belassen. Es wird nichts produziert, sondern begeistert, und das halte -zumindest- ich für einen großen Unterschied.

    Damit meine ich NICHT Aufwandsentschädigungen oder so, sondern überzogene Geldleistungen. Mal ehrlich, macht es im Amateursport, zu dem ich den frauenfußball zähle, tatsächlich Sinn, Spielerinnen von Crailsheim nach Löchgau zu transferieren ?

    Und man muß im Frauenfußball auch sich selbst gegenüber ehrlich sein … die sportlichen Leistungen im FF sind zu 90 % nicht so gut bzw. nicht gut. Heißt: die Ansprüche sollten sich immer an den Realitäten orientieren.

    Und Frauenfußball ist nun mal Freizeit, nämlich die Freizeit der Spielerinnen … nicht mehr, nicht weniger. Und ich denke, dass der Frauenfußball in Hamburg eben auch daran scheitert. Anstatt eigene Wege zu gehen und eigene Profile zu entwickeln, werden etablierte Mechanismen aus dem Männerfußball übernommen … die, da Frauenfußball ein geringeres Volumen hat, logischerweise völlig überdimensioniert gerät.

    So auch in diesem Forum hier … anstatt eigene Vorschläge zu machen und zu diskutieren, wie es in HH weitergehen könnte, werden alle anderen beschuldigt.

    Aber egal, letztlich müssen das die Leute in HH selbst wissen, ich kann die Spiele sowieso nicht sehen. Und ich bin mal gespannt, wie Gütersloh nächste Saison abschneidet.

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  • Zaunreiter sagt:

    Sheldon, der alte (R)Evolutionär.
    So jemanden wie dich, der die Zustände kritisiert, aber sich doch letztlich vor dem Götzen Mammon beugt, hätt ich gern mal in Frankfurt bei der Occupy-Bewegung gesehen 😛

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  • Sheldon sagt:

    @Zaunreiter: Wie soll man ohne Geld professionellen FF, den hier ja alle anscheinend wollen, hinbekommen?

    In Hamburg geht es nunmal nicht, ohne diese 750.000 Euro die Lizenz für die Buli zu bekommen.

    Die Frage ist nur, woher soll das Geld kommen? Vom Staat, von Sponsoren oder von den Fans?
    Ich bin für letzteres, allerdings in Kombination mit dem zweiten!

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