Potsdam vor Titelgewinn, Wolfsburg in der Champions League

Von am 20. Mai 2012 – 17.10 Uhr 46 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat mit einem Auswärtssieg beim FCR 2001 Duisburg die Weichen für den Gewinn der vierten deutschen Meisterschaft in Folge gestellt. Der VfL Wolfsburg qualifizierte sich durch einen Sieg gegen den 1. FFC Frankfurt zum ersten Mal für die Champions League.

Die Potsdamerinnen (53 Punkte) gewannen durch zwei Treffer von Patricia Hanebeck (46., 86.) vor 2 234 Zuschauern im PCC-Stadion von Homberg mit 2:0 (0:0) gegen den FCR 2001 Duisburg (45 Punkte) und können am Pfingstmontag mit einem Heimsieg gegen Abstiegskandidat 1. FC Lokomotive Leipzig nach den Jahren 2009, 2010 und 2011 erneut Meister werden.

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Potsdam auf Titelkurs
„Es gab zwar ein paar brenzlige Situationen, aber wir waren besser. Nächste Woche müssen wir nachlegen“, freute sich Turbine-Trainer Bernd Schröder über den wichtigen Dreier, der die Chancen auf den neuerlichen Titelgewinn in die Höhe schnellen ließ. Nach dem Führungstreffer durch einen Distanzschuss von Hanebeck kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit versuchten die Gastgeberinnen vor allem in der Schlussphase noch einmal alles, Turbine-Torhüterin Alyssa Naeher klärte per Fuß gegen die aussichtsreich positionierte Simone Laudehr (84.) und war auch bei einem Distanzschuss von Luisa Wensing kurz vor Spielende auf der Hut.

Frauenfußball - Patricia Hanebeck

Patricia Hanebeck brachte ihr Team mit zwei Treffern dem Titel näher © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

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Traumtor von Hanebeck
Doch die Postdamerinnen waren Duisburg über weite Strecken physisch überlegen und kamen besser mit der sommerlichen Hitze zurecht. Mit einem sehenswerten Schlenzer aus 25 Metern sorgte Hanebeck kurz vor Schluss für die Entscheidung. „Das Tor war sensationell“, so Schröder. Duisburgs Trainer Marco Ketelaer meinte: „Wir spielen seit Wochen am Limit, haben nochmal alles versucht, aber es hat einfach nicht gereicht.“

Wolfsburg in der Königsklasse
Beim VfL Wolfsburg (52 Punkte) war die Freude nach dem 1:0 (0:0)-Sieg gegen den 1. FFC Frankfurt (43 Punkte) vor der eindrucksvollen Kulisse von 8 689 Zuschauern groß, denn dem Team von Trainer Ralf Kellermann ist der zweite Platz und somit die Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison nicht mehr zu nehmen.

Führung nach Fehlentscheidung
Lena Goeßling erzielte per Foulelfmeter den Treffer des Tages (56.), nach einem angeblichen Foul von Melanie Behringer an Nadine Keßler. Die Frankfurterinnen drängten danach auf den Ausgleich, doch Behringer und Kerstin Garefrekes fanden ihre Meisterin in der gut aufgelegten Torhüterin Alisa Vetterlein, die den insgesamt aufgrund einer starken ersten Halbzeit verdienten Sieg festhielt.

Glücklicher Kellermann, Kahlert ernüchtert
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann erklärte: „Ich bin überglücklich, dass wir heute schon die Champions-League-Teilnahme perfekt machen konnten, den Titel wird sich Potsdam nicht mehr nehmen lassen. Wir haben verdient gewonnen, auch wenn wir in der ersten Halbzeit zu viele klare Torchancen haben liegen lassen.“ Frankfurts Trainer Sven Kahlert meinte: „Wir waren heute ebenbürtig, aber ein Tor schlechter. Ich werde keine Aussage zur Schiedsrichterin machen, sie hat entschieden und ich kann nichts daran ändern.“

Leverkusens Kampfgeist belohnt
Nach einem dramatischen 3:2 (0:1)-Erfolg gegen den FF USV Jena (15 Punkte) wittert Bayer 04 Leverkusen (14 Punkte) noch einmal Morgenluft im Abstiegskampf. Ein verwandelter Foulelfmeter von Katie Bethke (90.) machen den wichtigen Dreier perfekt, Eunice Beckmann (52.) und Lisa Schwab (79.) hatten die Partie nach dem Führungstreffer von Vivien Beil (42.) gedreht, ehe Kathleen Radtke für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte (86.).

Frauenfußball - Lena Goeßling

Lena Goeßling schoss Wolfsburg in die Champions League © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Leipzig klammert sich an letzten Strohhalm
Auch der 1. FC Lokomotive Leipzig (13 Punkte) hat nach dem 2:2 (1:1) gegen DFB-Pokalsieger FC Bayern München noch theoretische Chancen den Abstieg zu verhindern, müsste dazu aber ausgerechnet beim Tabellenführer und designierten Meister 1. FFC Turbine Potsdam gewinnen. Sara Hagen (30., 58.) traf für die Gäste, für Leipzig traf zweimal Heller (45.+1 Foulelfmeter, 69.). Bayern-Torhüterin Kathrin Längert sah nach einer Notbremse kurz vor der Pause die Rote Karte.

Bad Neuenahr und Essen souverän
In zwei weiteren Spielen im Kampf um Mittelfeldplätze mussten die Heimteams empfindliche Niederlagen einstecken. Der Hamburger SV unterlag dem SC 07 Bad Neuenahr mit 0:4 (0:1). Sarah Gregorius (36.), Sara Doorsoun-Khajeh (52.), Célia Okoyino da Mbabi (57.) und Nicole Rolser (80.) erzielten die Treffer. Der SC Freiburg unterlag der SG Essen-Schönebeck mit 0:3 (0:1). Charline Hartmann (19., 90.+8) sowie Caroline Hamann (89.) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass das Team die Saison mit einem hervorragenden fünften Platz abschließen wird.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

46 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @Frank: Nur sitzt Lira am längeren Hebel und den wird sie auch ausspielen. Ich bin mir sicher, dass Dietrich keine Lira auf der Bank haben will, die zwei Jahre vorgibt, verletzt zu sein und nur dann spielt, wenn sie das will!

    @SGS: Glaube ich nicht, schließlich hat Schröder diese Mitteilung ja selbst öffentlich gegeben!

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  • waiiy sagt:

    @SGS: Da ich davon schon im Halbfinal-Rückspiel der CL auf der Tribüne erfahren habe, gehe ich davon aus, dass man das nicht mehr lange geheim halten konnte. Ansonsten ist es ja ein Interview mit Schröder, wie Sheldon schon sagt.

    waiiy

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  • Winter sagt:

    @ Sheldon

    Bitte keine Vergleiche mit den Männern des FC Bayern. Wir wollen bitte keine „Vize“ in allen Wettbewerben sein 😉

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  • Frank W. sagt:

    Welcher längere Hebel?

    Warum sollte Sigi sie abgeben? Allein mit ihrer Werbewirksamkeit verdient er mit.

    Und außerdem hat er es doch schon selbst erlebt beim Transfer von Kim Kulig, er wollte sie haben aber der HSV hat sich quergestellt, da konnte selbst er nichts machen.

    Und eine Lira Bajramaj setzt sich nicht freiwillig auf die Bank.
    Sie will immer spielen, auch wenn sie den Trainer nicht mag.

    Und wie gesagt glaube ich nicht, daß Lira zurück will.

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  • Sheldon sagt:

    @Frank: Wie gesagt, bis jetzt hat sich noch jedes Wechselgerücht bewahrheitet, von daher vertraue ich darauf, dass Bajramaj spätestens 2013 wieder bei Potsdam spielt.

    @Winter: Naja, die spielerische Qualität von Bayern würde für die FF-BL ja reichen 😉

    Es wär mal wieder schön, Lira mal wieder lachen sehen. Wieso sollte Lira nicht zu Potsdam zurück wollen? Die Werbeverträge kriegt sie dort auch, wenn nicht sogar mehr, weil nun wieder die Frauen im Mittelpunkt stehen, die erfolgreich sind.
    Sie kann wieder in ihrem System spielen, hat fähige und kreative Mitspielerinnen und hat den (noch) besten Trainer im FF.

    Und das Wichtigste: Lira würde mal wieder Spaß haben am Fußball, ich glaube, sie hat bei Frankfurt in diesem ganzen Jahr nicht einmal wirklich gelächelt während des Spiels!

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  • waiiy sagt:

    Sheldon: … und international spielen…

    waiiy

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