Frankfurt will Selbstvertrauen für Lyon-Spiel tanken
Der 1. FFC Frankfurt steht am Samstag zum zwölften Mal im DFB-Pokalfinale, acht Mal hat er den Titel geholt – das ist einsamer Rekord im Frauenfußball. Auch gegen den FC Bayern München ist der FFC favorisiert, und die Mannschaft will Selbstvertrauen für das Champions-League-Finale tanken. Doch sie muss aufpassen, mit den Gedanken nicht schon zu früh in eben diesem Endspiel zu sein.
Durch die Niederlage gegen den 1. FFC Turbine Potsdam am vergangenen Sonntag mussten die Frankfurterinnen alle Hoffnungen auf die Meisterschaft begraben, auch das Erreichen des zweiten Platzes ist nur noch theoretisch möglich. Um in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen, müsste Frankfurt am 17. Mai gegen Olympique Lyonnais gewinnen.
Die Top-Teams der Liga ausgeschaltet Entsprechend hat auch Sandra Smisek vor dem Pokalendspiel Lyon schon im Kopf. „Wir wollen dieses Spiel gewinnen und den ersten Titel einfahren, um uns dann in Ruhe auf das nächste Finale einzustimmen.“ Sie hat mit ihrer Mannschaft im Laufe des Wettbewerbs bereits den VfL Wolfsburg, den 1. FFC Turbine Potsdam und den FCR Duisburg ausgeschaltet. „Es wäre jetzt fahrlässig, das Finale einfach herzuschenken. Dafür haben wir zu viel investiert, zu viel gelitten und uns auch gefreut“, möchte FFC-Trainer Sven Kahlert die Gedanken an Lyon noch aufschieben.
Große Chance für Bayern München „Wir haben super Pokalspiele abgeliefert, aber dafür können wir uns nichts kaufen“, sagt Stürmerin Svenja Huth. „Wir müssen den letzten Schritt gehen. Beide Teams werden heiß sein, aber wir wollen natürlich gewinnen.“ Wie sich die Motivation beider Mannschaften am Samstag darstellt, wird eine spannende Frage sein. Jedes Team, das in einem Finale steht, will auch gewinnen. Aber während das Pokalfinale für den FC Bayern die einzige Chance auf einen Titel ist, ist dieser für den FFC, gemessen an der Champions League, eher unbedeutend.
Wichtiges Ziel bereits erreicht Den wichtigsten Schritt ist Frankfurt mit dem Einzug ins Endspiel gegangen, um sich und seine Sponsoren auf nationaler Ebene, inklusive Fernsehübertragung, zu präsentieren. Hinzu kommen die Prämien, die sich auf 70.750 Euro belaufen. Den Pokal nun auch zu verteidigen, wäre ein nettes Zubrot – mit dem man aber sportlich natürlich Selbstvertrauen für das Spiel gegen die wohl beste Mannschaft Europas tanken möchte.
Mit Pokalsieg im Rücken ins Olympiastadion „Köln ist wichtig; das ist der nötige Adrenalinstoß, um dann mit Selbstvertrauen nach München zu fahren“, denkt auch FFC-Manager Siegfried Dietrich bereits an das Duell mit Lyon. Mit zwei Niederlagen im Rücken im Münchener Olympiastadion anzutreten, wäre denkbar schlecht für den FFC. Die Mannschaft wolle daher auch „ein bisschen Wiedergutmachung“ für das 1:3 in Potsdam betreiben, so Kahlert.
Bayern hat gepokert „Ich habe mit allen noch gespielt, die auch aktuell in München spielen“, sagt Ex-Münchenerin Melanie Behringer . „Sie werden alle sehr heiß sein, und wir müssen gerade auf die schnellen Stürmerinnen achten. Vanessa Bürki und Ivana Rudelic sind immer für ein Tor gut. Wir haben uns in München das ein oder andere Mal schwer getan, aber wir sind gut eingestellt und einfach das bessere Team.“ Aber Kahlert hat in der Vorbereitung auf das Finale bereits beobachtet: „Die haben in allen Spielen gepokert und nicht die Mannschaft auf dem Platz gehabt, die gegen uns spielen wird.“ Und so könnte die Rolle des “Underdogs” im Spiel gegen ein Team, für das es fünf Tage später um viel mehr geht, noch zum großen Vorteil für die Bayern werden.