Showdown der Erzrivalen

Von am 4. Mai 2012 – 9.39 Uhr 28 Kommentare

Der 20. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga wird am Sonntag einen ersten Fingerzeig im Kampf um den Meistertitel und die Startplätze in der Champions League liefern. Denn im Duell zwischen den Erzrivalen 1. FFC Turbine Potsdam und 1. FFC Frankfurt (live ab 14 Uhr auf DFB-TV) werden wichtige Weichen gestellt.

Für die Frankfurterinnen zählt am Sonntag nur ein Sieg, will man im Kampf um die ersten beiden Plätze in der Liga noch ein Wörtchen mitreden. „Wenn wir unser bestes Leistungsniveau erreichen, dann können wir auch in Potsdam gewinnen“, ist sich Frankfurts Trainer Sven Kahlert sicher. Sein Team hat sich in den vergangenen Wochen kontinuierlich stabilisiert und beim 7:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg weiteres Selbstvertrauen getankt hat.

Frankfurt optimistisch nach Potsdam
„Am Anfang der Woche hatte sich die Mannschaft zwei Tage der Erholung redlich verdient, aber jetzt ist der Akku wieder aufgefüllt und wir reisen optimistisch nach Potsdam.“ Gespannt sein darf man, wie das Publikum im Karl-Liebknecht-Stadion die früheren Potsdamer Spielerinnen Desirée Schumann und allen voran Fatmire Bajramaj begrüßen wird. Im Hinspiel setzten sich die Potsdamerinnen in Frankfurt mit 2:0 durch, im DFB-Pokal setzte es für die Turbinen allerdings an gleicher Stelle eine herbe 1:5-Niederlage.

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Potsdam ohne Glanz, aber effektiv
Die Potsdamerinnen haben ihre Leistung in den vergangenen Spielen ebenfalls stabilisiert und dreimal in Folge zu Null gespielt, ohne jedoch großen spielerischen Glanz zu versprühen, wie etwa beim 2:0-Arbeitssieg unter der Woche gegen den SC 07 Bad Neuenahr. Doch die Gastgeberinnen sind in der komfortablen Position als einziger der vier Titelkandidaten die Meisterschaft aus eigener Kraft perfekt machen zu können, sollten die verbleibenden drei Saisonspiele gewonnen werden. Turbine-Trainer Bernd Schröder ist sich sicher: „Wenn wir am Sonntag gegen Frankfurt gewinnen, dann kann man über den 1. oder 2. Platz sprechen. Wir wollen international spielen, denn wir werden auch in der nächsten Saison eine gute Mannschaft haben.“

Wolfsburg mit lösbarer Aufgabe
Doch auch zwei andere Teams wollen im Kampf um die ersten beiden Plätze noch ein Wörtchen mitreden. Dabei hat der VfL Wolfsburg im Heimspiel gegen den verletzungsgeplagten SC Freiburg die vermeintlich leichteste Aufgabe zu bewältigen. So fehlen bei den Gäste weiterhin die Langzeitverletzten Hasret Kayikci (Kreuzbandriss) und Lydia Miraoui (Schien- und Wadenbeinbruch) sowie Caroline Abbé (Muskelfaserriss) und Essi Sainio (krank). Darüber hinaus ist der Einsatz von Chioma Igwe und Margarita Gidion (beide Bänderverletzungen) sowie Stéphanie Wendlinger (Achillessehnenprobleme) fraglich. Wolfsburgs Verteidigerin Josephine Henning meint diplomatisch: „Wir nehmen den Gegner sehr ernst, müssen uns aber nicht verstecken.“

Frauenfußball - Frankfurt gegen Potsdam

Potsdam gegen Frankfurt - wer behält im "Karli" die Oberhand? © Nora Kruse / ff-archiv.de

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Duisburg in München ohne Oster
Der FCR 2001 Duisburg steht beim FC Bayern München vor einer nicht einfachen Aufgabe, denn für die Gastgeberinnen ist das Spiel die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale in Köln gegen den 1. FFC Frankfurt sechs Tage später. Bei den Duisburgerinnen sind die Begehrlichkeiten im Saisonverlauf gewachsen. „Ich bin ein optimistischer Mensch und fest davon überzeugt, dass wir noch etwas reißen in dieser Saison“, sagt etwa Stürmerin Alexandra Popp. Und Trainer Marco Ketelaer meint: „Es ist sehr bemerkenswert und verdient hohe Anerkennung, wie sich diese quantitativ so kleine Truppe immer wieder aufrappelt, alle personellen Rückschläge wegsteckt und immer wieder absoluten Siegeswillen zeigt.“ In München wird Ketelaer erneut nicht seine stärkste Formation aufbieten können, denn Jennifer Oster wird wegen einer Muskelverletzung fehlen.

Wer punktet im Abstiegskampf?
Auch im Abstiegskampf werden am Sonntag erste Vorentscheidungen fallen. Bayer 04 Leverkusen wird beim Gastspiel bei der SG Essen-Schönebeck genauso Zählbares mitnehmen müssen, wie der 1. FC Lokomotive Leipzig beim SC 07 Bad Neuenahr, will man einen der letzten Strohhalme im Kampf um den Klassenerhalt ergreifen. Auch der FF USV Jena braucht nach der überraschenden Niederlage in Leipzig gegen den Hamburger SV jeden Punkt, um den Abstieg zu verhindern.

Der 20. Spieltag im Überblick

Sonntag, 6. Mai

11 Uhr:

FF USV Jena – Hamburger SV

14 Uhr:

1.FFC Turbine Potsdam – 1. FFC Frankfurt (live auf DFB-TV)
VfL Wolfsburg – SC Freiburg
SG Essen-Schönebeck – Bayer 04 Leverkusen
SC 07 Bad Neuenahr – 1. FC Lok Leipzig
FC Bayern München – FCR 2001 Duisburg

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

28 Kommentare »

  • Lucy sagt:

    Glückwunsch nach Potsdam !

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  • Wieb Ke sagt:

    Schade, schade, Leverkusen – das war’s wohl. Eine junge Truppe, die eigentlich viel Potential hat, aber es nicht umsetzen konnte. In der Hinrunde massenhaft Langzeitverletzte, in der Rückrunde gut präsentiert. Neuer Trainer in Sicht ….. Jetzt beginnt wohl der „Ausverkauf“, denn die vielen U-Nationalspielerinnen werden wohl kaum in der 2. Liga spielen – das wird auch der DFB nicht mit machen. Was wird nur aus den Langzeitverletzten (z.B. Hegering, Moik, Steinbach, Thompson) die sich ja nicht mehr zeigen konnten. Ob sie auch eine Chance bekommen? Oder kommt jetzt der Karriereknick?

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  • Michele sagt:

    Geil auch, dass Melanie Behringer im Tor steht! Bekommt der für diesen Mist auch noch Geld?

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  • Sheldon sagt:

    @Wiebke: Wenn sie gegen Jena gewinnen, ist es plötzlich nur noch ein Punkt. Und den kann man gegen Bad Neuenahr holen. Das bessere Torverhältnis hätte man!

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  • SGS sagt:

    Da ich nicht derzeit daheim bin, konnte ich leider nicht den klaren SGS-Sieg gegen Leverkusen bewundern, sondern musste mit der DFB-TV Übertragung aus Potsdam vorlieb nehmen. Das unterhaltsame Spiel war aber dann eine gute Entschädigung. Glückwunsch an den insgesamt doch verdienten Sieger aus Potsdam! Frankfurt hatte durchaus immer wieder seine Gelegenheiten, aber Respekt, wie abgezockt Turbine das Spiel nach Hause gebracht hat. Sehr beeindruckt war ich u.a. auch von der Leistung der Potsdamer Torhüterin, die ja viele gute Frankfurter Gelegenheiten vereitelt hat. Konnte kaum glauben, dass das die selbe Alyssa Naeher war, die sich vor ein paar Wochen in Essen den Ball mehrfach fast selbst reingeworfen hat. Frankfurt dürfte jetzt fast dazu verdammt sein, die CL zu gewinnen, denn mit dem für die kommende Spielzeit zu erwartenden Kader nicht international zu spielen, wäre wohl schon eine Offenbarung. Bin sehr gespannt, wie es da weiter geht.

    Der bereits angesprochene Reporter war aber wirklich eine Katastrophe. Außer dass er – wie bereits weiter oben erwähnt – Melanie Behringer zur deutschen Nr.1 gemacht hat, nannte er Smisek eine Halbzeit lang konsequent Bartusiak, die echte Bartusiak aber auch beim richtigen Namen. Als Krönung wurden dann Babett Peter und Bianca Schmidt im Interview gefragt, ob denn das Spiel gegen ihren Ex-Verein etwas Besonderes war…

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  • Postel sagt:

    @Wiebke, wie es Sheldon schon andeutete. Auch ich kann dich aus 3 Gründen etwas trösten.Es ist noch nicht aller Tage Abend.
    1. Gegen Jena kann derzeit jede Mannschaft gewinnen die sich traut vor dem 16ener einfach mal zu schießen. Hat sich ja sogar bis nach Hamburg rumgesprochen.
    2. Leipzigs Strohfeuer ist schon wieder erloschen. Sie können halt nur gegen Jena gewinnen. s.o.
    3. Jena hat seeit dem BULI-Aufstieg ein fettes Band mit Fortuna gehabt. Und Fortuna hat es bekanntlich nicht so gerne wenn sie so lange und oft in anspruch genommen wird. Oder eben, sie hatten eine Anonma im Sturm und eine Burmeister im Tor die bei hohen Bällen auch mal vom Boden abgehoben ist.
    Und jetzt halte ich es mit Sheldon. Leverkusen braucht aus 2 Spielen, mit besseren Torverhältniss, 4 Punkte. Und dann steigt der „Ostblock“ ab.

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  • sitac sagt:

    @Sheldon und Postel: Was ihr in eurer Antwort auf Wiebke stillschweigend vorausgesetzt habt, dass nämlich Jena gegen Freiburg verliert, könnte realistisch sein. Denn – wie Sheldon auch schon in einem anderen Beitrag richtig vermerkt hat- vermeidet Jena in dieser Saison rekordverdächtig das Toreschießen. Und noch ein anderer Grund, der für eine Niederlage im letzten Spiel spricht, ist die absolute Konsequenz, mit der Jena sich an das Prinzip hält „Never change a losing team“.
    Im Gästebuch von Jena haben die treuesten der Fans dazu in ihrer Verzweiflung gescheite und kompetente Analysen und Betrachtungen eingestellt. Das Gästebuch ist nun gelöscht und unter Spezialaufsicht gestellt. Das nur zum letzten Satz von Postel: „Und dann steigt der „Ostblock“ ab. 🙂

    Vielleicht rettet Jena aber wieder einmal, dass es im Club der Trostlosen erneut zwei noch Trostlosere gibt.

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  • Wieb Ke sagt:

    steht auf der Bayer-website und beim DFB:

    Thomas Obliers wird neuer Trainer der Frauen
    Thomas Obliers tritt als Coach der Bayer 04-Frauen die Nachfolge von Doreen Meier an, die zum Saisonende nach vier Jahren ausscheidet…

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