Showdown der Erzrivalen
Der 20. Spieltag der Frauenfußball- Bundesliga wird am Sonntag einen ersten Fingerzeig im Kampf um den Meistertitel und die Startplätze in der Champions League liefern. Denn im Duell zwischen den Erzrivalen 1. FFC Turbine Potsdam und 1. FFC Frankfurt (live ab 14 Uhr auf DFB-TV) werden wichtige Weichen gestellt.
Für die Frankfurterinnen zählt am Sonntag nur ein Sieg, will man im Kampf um die ersten beiden Plätze in der Liga noch ein Wörtchen mitreden. „Wenn wir unser bestes Leistungsniveau erreichen, dann können wir auch in Potsdam gewinnen“, ist sich Frankfurts Trainer Sven Kahlert sicher. Sein Team hat sich in den vergangenen Wochen kontinuierlich stabilisiert und beim 7:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg weiteres Selbstvertrauen getankt hat.
Frankfurt optimistisch nach Potsdam „Am Anfang der Woche hatte sich die Mannschaft zwei Tage der Erholung redlich verdient, aber jetzt ist der Akku wieder aufgefüllt und wir reisen optimistisch nach Potsdam.“ Gespannt sein darf man, wie das Publikum im Karl-Liebknecht-Stadion die früheren Potsdamer Spielerinnen Desirée Schumann und allen voran Fatmire Bajramaj begrüßen wird. Im Hinspiel setzten sich die Potsdamerinnen in Frankfurt mit 2:0 durch, im DFB-Pokal setzte es für die Turbinen allerdings an gleicher Stelle eine herbe 1:5-Niederlage.
Potsdam ohne Glanz, aber effektiv Die Potsdamerinnen haben ihre Leistung in den vergangenen Spielen ebenfalls stabilisiert und dreimal in Folge zu Null gespielt, ohne jedoch großen spielerischen Glanz zu versprühen, wie etwa beim 2:0-Arbeitssieg unter der Woche gegen den SC 07 Bad Neuenahr. Doch die Gastgeberinnen sind in der komfortablen Position als einziger der vier Titelkandidaten die Meisterschaft aus eigener Kraft perfekt machen zu können, sollten die verbleibenden drei Saisonspiele gewonnen werden. Turbine-Trainer Bernd Schröder ist sich sicher: „Wenn wir am Sonntag gegen Frankfurt gewinnen, dann kann man über den 1. oder 2. Platz sprechen. Wir wollen international spielen, denn wir werden auch in der nächsten Saison eine gute Mannschaft haben.“
Wolfsburg mit lösbarer Aufgabe Doch auch zwei andere Teams wollen im Kampf um die ersten beiden Plätze noch ein Wörtchen mitreden. Dabei hat der VfL Wolfsburg im Heimspiel gegen den verletzungsgeplagten SC Freiburg die vermeintlich leichteste Aufgabe zu bewältigen. So fehlen bei den Gäste weiterhin die Langzeitverletzten Hasret Kayikci (Kreuzbandriss) und Lydia Miraoui (Schien- und Wadenbeinbruch) sowie Caroline Abbé (Muskelfaserriss) und Essi Sainio (krank). Darüber hinaus ist der Einsatz von Chioma Igwe und Margarita Gidion (beide Bänderverletzungen) sowie Stéphanie Wendlinger (Achillessehnenprobleme) fraglich. Wolfsburgs Verteidigerin Josephine Henning meint diplomatisch: „Wir nehmen den Gegner sehr ernst, müssen uns aber nicht verstecken.“
Duisburg in München ohne Oster Der FCR 2001 Duisburg steht beim FC Bayern München vor einer nicht einfachen Aufgabe, denn für die Gastgeberinnen ist das Spiel die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale in Köln gegen den 1. FFC Frankfurt sechs Tage später. Bei den Duisburgerinnen sind die Begehrlichkeiten im Saisonverlauf gewachsen. „Ich bin ein optimistischer Mensch und fest davon überzeugt, dass wir noch etwas reißen in dieser Saison“, sagt etwa Stürmerin Alexandra Popp. Und Trainer Marco Ketelaer meint: „Es ist sehr bemerkenswert und verdient hohe Anerkennung, wie sich diese quantitativ so kleine Truppe immer wieder aufrappelt, alle personellen Rückschläge wegsteckt und immer wieder absoluten Siegeswillen zeigt.“ In München wird Ketelaer erneut nicht seine stärkste Formation aufbieten können, denn Jennifer Oster wird wegen einer Muskelverletzung fehlen.
Wer punktet im Abstiegskampf? Auch im Abstiegskampf werden am Sonntag erste Vorentscheidungen fallen. Bayer 04 Leverkusen wird beim Gastspiel bei der SG Essen-Schönebeck genauso Zählbares mitnehmen müssen, wie der 1. FC Lokomotive Leipzig beim SC 07 Bad Neuenahr, will man einen der letzten Strohhalme im Kampf um den Klassenerhalt ergreifen. Auch der FF USV Jena braucht nach der überraschenden Niederlage in Leipzig gegen den Hamburger SV jeden Punkt, um den Abstieg zu verhindern.
Der 20. Spieltag im Überblick
FF USV Jena – Hamburger SV
1.FFC Turbine Potsdam – 1. FFC Frankfurt (live auf DFB-TV) VfL Wolfsburg – SC Freiburg SG Essen-Schönebeck – Bayer 04 Leverkusen SC 07 Bad Neuenahr – 1. FC Lok Leipzig FC Bayern München – FCR 2001 Duisburg