Spitzenquartett gibt sich keine Blöße
Am 19. Spieltag der Frauen- Bundesliga durften sich alle vier Spitzenteams über Erfolge freuen. Doch der 1. FFC Frankfurt hat nach dem Kantersieg gegen den SC Freiburg nun das beste Torverhältnis der vier Titelaspiranten.
Spitzenreiter VfL Wolfsburg verteidigte die Tabellenspitze (46 Punkte) mit einem 2:1 (1:0)-Auswärtserfolg bei Bayer 04 Leverkusen . Conny Pohlers (40.) und Zsanett Jakabfi (56.) brachten die überlegenen Gäste in Führung, der Anschlusstreffer der eingewechselten Isabelle Linden aus kurzer Distanz kam zu spät und war nicht mehr als Ergebniskosmetik (86.).
„Wir haben uns das Leben heute unnötig schwer gemacht, weil wir in der ersten Halbzeit klarste Torchancen leichtfertig vergeben haben. Wir sind sehr glücklich, dass wir die drei Punkte mitnehmen konnten“, so Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann . Leverkusens Trainerin Doreen Meier, die ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird , meinte: „Die ersten 15 Minuten waren richtig gut von uns. Am Ende hat sich aber die Qualität auf Wolfsburger Seite verdient durchgesetzt.“
Duisburg siegt glanzlos Der Tabellenzweite FCR 2001 Duisburg (45 Punkte) kam zu einem glanzlosen 2:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen den SC 07 Bad Neuenahr . Ein Schuss von Linda Bresonik (21.), den Nationaltorhüterin Almuth Schult durch die Finger gleiten ließ, und ein Kopfball von Alexandra Popp nach Ecke von Gülhiye Cengiz (55.) sorgten für den Sieg der Gastgeberinnen in einer auch wegen der schlechten Platzverhältnisse im PCC-Stadion von Homberg nur auf durchschnittlichem Niveau stehenden Partie.
„Wir haben uns sehr schwer getan, aber trotzdem wieder ein Ausrufezeichen gesetzt“, so Popp, die ihr Team für den Bundesliga-Endspurt gerüstet sieht. „Wir haben es drauf und in Potsdam in der Liga und in Frankfurt im Pokal gezeigt, dass wir beiden Paroli bieten können.“ Bei den Gastgeberinnen musste früh Jennifer Oster mit Verdacht auf Muskelfaserriss vom Platz, in den Schlussminuten feierte U17-Spielerin Madeline Gier ihr Bundesligadebüt.
Potsdam ohne große Mühe Der 1. FFC Turbine Potsdam kam im ersten Spiel nach dem Ausscheiden in der UEFA Women’s Champions League zu einem ungefährdeten 3:0 (1:0)-Sieg gegen den FC Bayern München. Beim Führungstreffer leistete Bayerns Carina Wenninger bei einem missglückten Klärungsversuch durch ihr Eigentor Schützenhilfe (25.), Antonia Göransson (75.) und Isabell Kerschowski (82.) bauten in der Schlussphase den Vorsprung aus.
„Wir haben gut gespielt, doch auch Bayern hat eine gute Leistung gezeigt“, so Turbine-Trainer Bernd Schröder, der allerdings die Chancenverwertung seines Teams bemängelte: „Das war unter aller Kanone. Wichtig ist aber, dass wir die drei Punkte geholt haben, denn wir sind nicht die Übermannschaft der Liga.“ Die Potsdamerinnen bestreiten am Mittwoch, 2. Mai, beim SC 07 Bad Neuenahr ein Nachholspiel vom 18. Spieltag, ehe am kommenden Sonntag der 1. FFC Frankfurt im Topspiel zu Gast sein wird.
Frankfurt tut etwas fürs Torverhältnis Zwar liegt der 1. FFC Frankfurt nach dem 7:0 (5:0)-Sieg gegen das Team aus dem Breisgau weiter mit drei Punkten Rückstand auf die Spitze auf Platz 4 (43 Punkte), doch mit einem Torverhältnis von +42 hat die Elf von Trainer Sven Kahlert nun das beste Torverhältnis des Spitzenquartetts, was in der Endabrechnung nach 22 Spieltagen Zünglein an der Waage spielen könnte, wenn es um die Vergabe des Meistertitels und der Champions-League-Startplätze geht.
Hattrick von Crnogorcevic Vor 1 580 Zuschauern brachte ein Hattrick der Schweizer Nationalspielerin Ana-Maria Crnogorcevic (12., 15., 25.) die Frankfurterinnen früh auf Erfolgskurs, noch vor der Pause erhöhten Meike Weber (39.) und Kerstin Garefrekes (43.) zur 5:0-Führung. In der zweiten Halbzeit schraubten Melanie Behringer (48.) und erneut Garefrekes (79.) den Erfolg in die Höhe.
Leipzig wittert Morgenluft Im Abstiegskampf feierte der 1. FC Lokomotive Leipzig beim 2:1 (1:0)-Sieg gegen den FF USV Jena nicht nur den ersten Heimsieg der Saison, sondern darf nun wieder vom Klassenerhalt träumen, denn der Rückstand auf den rettenden zehnten Platz beträgt nun nur noch drei Punkte.
Anna Green brachte die Gastgeberinnen in Führung (30.), Amber Hearn glich wenige Minuten vor Schluss aus (86.). Doch postwendend erzielte Anne Heller den Siegtreffer (87.). Allerdings wartet auf Leipzig ein schwieriges Restprogramm mit Spielen gegen Potsdam, Bayern München und Bad Neuenahr.
HSV nur remis Auch der Hamburger SV ist rechnerisch bei sieben Punkten Abstand zur Abstiegszone noch vom Abstieg bedroht, denn die Hanseatinnen kamen im Heimspiel gegen die SG Essen-Schönebeck nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Charline Hartmann brachte die Gäste in Führung (14.), Jessica Wich sorgte noch vor dem Seitenwechsel für den Endstand (26.).
„Wir haben es heute verpasst, den Klassenerhalt endgültig zu sichern und müssen jetzt zusehen, dass wir in den nächsten Spielen noch die nötigen Punkte holen“, so ein unzufriedener HSV-Trainer Achim Feifel.