Lyon macht Turbine Potsdam nass
Für den 1. FFC Turbine Potsdam ist der neuerliche Einzug ins Finale der UEFA Women’s Champions League nach dem Hinspiel in weite Ferne gerückt. Im strömenden Regen von Lyon kassierte das Team von Trainer Bernd Schröder eine herbe Niederlage, ein Treffer in den Schlussminuten lässt aber noch ein winziges Fünkchen Hoffnung.
Olympique Lyonnais setzte sich in der Neuauflage des Vorjahresfinales im Stade de Gerland überraschend deutlich mit 5:1 (3:0) durch, das Rückspiel in einer Woche in Potsdam sollte somit für die Französinnen nur noch Formsache sein.
Hanebeck auf der Bank Potsdam bot in der Anfangsformation die zuletzt angeschlagenen Alyssa Naeher, Viola Odebrecht, Bianca Schmidt und Yuki Nagasato auf, Patricia Hanebeck nahm wegen Wadenproblemen zunächst auf der Bank Platz. Von Beginn an war das Team von Trainer Patrice Lair überlegen, Eugénie Le Sommer gab früh einen ersten Warnschuss ab (3.).
Früher Rückstand Nur Minuten später setzte Lara Dickenmann mit einem präzisen Pass Amandine Henry in Szene, die wurde von Bianca Schmidt, Genoveva Anonma und Viola Odebrecht zu zögerlich angegriffen und bedankte sich mit einem Heber aus 20 Metern zur frühen 1:0-Führung (6.). Der frühe Rückstand schien das Turbine-Spiel zu lähmen, die Französinnen waren auf dem glitschigen Boden immer einen Tick schneller am Ball.
Doppelschlag bricht Turbine das Genick Sommer scheiterte nach Vorarbeit von Schelin, als Potsdam nicht aufmerksam genug war (18.). Und dann kam es ganz dick für den Deutschen Meister: Nach einem Foul von Babett Peter gegen Sommer unweit der Strafraumgrenze gab es Freistoß, Camille Abily verwandelte direkt in den Winkel (20.). Und nur Sekunden später bekamen Turbines Finalhoffnungen den nächsten Dämpfer, als Schelin Alexandra Singer düpierte und aus der Drehung das 3:0 erzielte (21.).
Turbine kaum gefährlich Nach einer halben Stunde versuchte Turbine einen Fuß in die Partie zu bekommen, eine Flanke von Isabel Kerschowski konnte Lyons Torhüterin Sara Bouhaddi erst im Nachfassen sichern (33.). Kerschowski war die Einzige, die in der ersten Halbzeit für einen Hauch von Gefahr vor dem Lyon-Gehäuse sorgte, bei einem Kopfball (38.) und einem abgefälschten Schuss (42.). Doch auch in der zweiten Halbzeit erwies sich Lyon als die effektivere, zweikampfstärkere und an diesem Tag klar bessere Mannschaft.
Dickenmann profitiert von Schmidts Patzer Odebrecht klärte einen Freistoß von Sonia Bompastor in höchster Not (48.), Kapitänin Jenny Zietz musste vor der einschussbereiten eingewechselten Elodie Thomis Kopf und Kragen riskieren (54.). Doch die Lyoner Offensive war nicht zu stoppen: Nach einem individuellen Fehler von Schmidt traf Dickenmann mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze zum 4:0 (54.).
Abily düpiert Turbine-Abwehr Und der Titelverteidiger hatte damit immer noch nicht genug, Schelin schoss zunächst übers Tor, doch nach einer Flanke von Henry war Abily zum zweiten Mal zur Stelle und erzielte per Kopf den fünften Treffer der Französinnen, Naeher kam nicht aus ihrem Tor heraus und Odebrecht verschätzte sich (61.).
Schmidt haucht Potsdam neues Leben ein Turbine kam dem so wichtigen Auswärtstreffer nahe, doch die eingewechselte Margrét Lára Vidarsdóttir scheiterte nach schöner Vorarbeit von Stefanie Draws an der glänzend reagierenden Bouhaddi (75.). Doch in den Schlussminuten kam Potsdam doch noch zum so wichtigen Auswärtstreffer. Bouhaddi verschätzte sich nach einem Eckball und Schmidt nach Kopfballvorlage von Kerschowski nickte den Ball ins Netz (88.).
Klarer Sieg im Rückspiel notwendig Und in der Nachspielzeit hatte Kerschowski die Chance auf einen zweiten Treffer, doch Bouhaddi hielt sicher (90.+1). Doch auch Naeher musste sich nach einem Abily-Schuss noch einmal kräftig strecken (90.+3). Im Rückspiel in sieben Tagen müsste Potsdam gegen Lyon mit 4:0 gewinnen, um doch noch ins Finale einzuziehen, nach der heutigen Vorstellung jedoch nur schwer vorstellbar.