DFB-Pokal: Frankfurt nach Elferkrimi im Finale

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Der 1. FFC Frankfurt hat als erstes Team das Finale im DFB-Pokal erreicht. Die Frankfurterinnen setzten sich nach einem spannenden Halbfinale erst im Elfmeterschießen gegen Duisburg durch, Desiree Schumann hielt gegen Nationalspielerin Linda Bresonik den entscheidenden Elfmeter.

Vor 2 180 Zuschauern im Stadion am Brentanobad setzten sich die Gastgeberinnen mit 5:4 nach Elfmeterschießen durch, nach regulärer Spielzeit und anschließender Verlängerung hatte es 2:2 gestanden, die Duisburgerinnen hatten in der Verlängerung den Siegtreffer gleich mehrfach auf dem Fuß.

Landström, Laudehr und Martens in Startformation
Beim 1. FFC Frankfurt stand unerwartet Jessica Landström in der Startformation, beim FCR 2001 Duisburg bestritt Lieke Martens ihr erstes Pflichtspiel, Simone Laudehr stand nach ihrer Meniskusverletzung ebenfalls erstmals wieder auf dem Platz.

Führung durch Garefrekes
Mit der ersten Chance des Spiels gingen die Frankfurterinnen in Führung: Landström setzte mit einem präzisen Pass Garefrekes ein, die ließ mit einem Schrägschuss aus 13 Metern Duisburgs Torhüterin Anke Preuß keine Chance (8.).

Wenig Highlights
Die Gastgeberinnen bestimmten fortan das Geschehen und hatten das Spiel gegen zunächst harmlose Gäste unter Kontrolle, erarbeiteten sich aber keine ernsthaften weiteren Torchancen. Das sollte sich rächen, denn wie aus dem Nichts gelang den Duisburgerinnen der Ausgleich.

Frauenfußball - Jennifer Oster
Jennifer Oster (li.) im Laufduell mit Fatmire Bajramaj © Nora Kruse, ff-archiv.de

Islacker gelingt Ausgleich, Laudehr trifft Latte
Ein schnell ausgeführter Freistoß von Gülhiye Cengiz überraschte die Frankfurterinnen und fand den Weg zu Mandy Islacker, die mit einem Schuss aus 18 Metern zum 1:1 traf (28.). Und nur Sekunden später wäre Duisburg fast in Führung gegangen, doch Laudehr traf mit einem Schuss knapp innerhalb des Strafraums nur die Latte (28.).

Verletzung von Maroszán
Duisburg legte nun den Respekt ab und kam immer besser in die Partie, bei einem Getümmel im Frankfurter Strafraum lag ein zweiter Duisburger Treffer in der Luft (36.). Noch vor der Pause musste Frankfurts Trainer Sven Kahlert seine Formation umstellen, denn Dzsenifer Marozsán zog sich im Zweikampf mit Annike Krahn eine Bänderverletzung am linken Knöchel zu, für sie kam Saki Kumagai (38.).

Popp trifft in den Winkel
Eine knappe Stunde war gespielt, da bewahrte Desiree Schumann ihr Team mit einer Glanzparade gegen einen Schuss von Alex Popp vor einem Rückstand (59.), Cengiz und Oster hatten die Nationalstürmerin mustergültig in Szene gesetzt. Doch die Duisburger Bemühungen wurden belohnt, Popp zog nach einem Fehlpass von Melanie Behringer einfach aus gut 20 Metern ab, der Ball landete im Kreuzeck (69.).

Lewandowski rettet Frankfurt in die Verlängerung
Und auch in der Folge war das Spiel der Duisburger Elf gefälliger, Martens prüfte Schumann (79.). Doch dann schlugen die Frankfurterinnen mit einer Standardsituation zurück: Eine Ecke von Bajramaj beförderte Lewandowski per Kopf zum Ausgleich ins Netz (80.).

Frauenfußball - Frankfurter Jubel
Der Jubel kannte beim 1. FFC Frankfurt nach dem glücklichen Finaleinzug keine Grenzen © Nora Kruse / ff-archiv.de

Duisburg verzweifelt an Schumann
Es ging in die Verlängerung und auch hier hatte Duisburg die besseren Chancen, nach Flanke von Oster stieg Popp zum Kopfball, doch Schumann reagierte glänzend (99.). Und erneut hielt die Frankfurter Torhüterin ihr Team im Geschäft, als sie aus kurzer Distanz einen Schuss von Martens parierte (105.). Doch auch Frankfurt kam einem Treffer nahe, Behringer schickte Garefrekes am Flügel steil, doch deren Hereingabe traf die eingewechselte Svenja Huth nicht richtig (110.).

Krahn vergibt Matchball
Im anschließenden Elfmeterschießen vergab zunächst nur Ana-Maria Crnogorcevic ihren Elfmeter, Duisburgs Kapitänin Annike Krahn hatte als letzte Schützin der Duisburgerinnen den Matchball auf dem Fuß, doch sie scheiterte an Schumann. Anschließend verwandelte Saskia Bartusiak, während Linda Bresonik ebenfalls an Schumann scheiterte und Frankfurt somit ins Finale einzog.

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Tut mir unfassbar Leid für den FCR …

Gut gekämpft gegen Frankfurt, einen 0:1-Rückstand in ein 2:1 umgedreht, noch das 2:2 kassiert, dann nen klaren Elfmeter nicht bekommen und dann im Elfmeterschießen so unglücklich gescheitert.

Auch wenn sich da mal wieder bewahrheitet, dass Innenverteidiger(innen) und Linda Bresonik keine Elfmeter schießen sollten.

Guido
Guido

Auch wenn der Sieg für die Frankfurterinnen reichlich glücklich war: Wer im laufenden Wettbewerb nacheinander Wolfsburg, Potsdam und Duisburg zugelost bekommt und besiegt, der hat sich das Finale verdient.Im Finale ist der FFC jetzt Favorit, egal wie das andere Halbfinale morgen ausgeht. Die Duisburgerinnen können sich nun ganz auf ihre mehr als intakten Chancen in der Meisterschaft konzentrieren, auch wenn sie das heute wenig trösten wird.

Isa
Isa

Nicht schon wieder Maro! 🙁 Das kann doch nicht wahr sein!! Ausgerechnet jetzt, wo die so wichtigen Spiele in der Champions League anstehen. Das macht mich traurig. 🙁

Detlef
Detlef

Duisburg scheiterte heute vor allem an sich selber!!!
So viele Chancen!!!

Und am Ende ist es wieder das alte Lied, Elfmeterschießen ist nix für den FCR!!!

Alles in Allem war das heute ein grottiges Spiel, mit einem wahren Fehlpaßfestival!!!
Keine Werbung für den FF!!!

Pudel
Pudel

gibts das Spiel in völler Länge im Netz?

Detlef
Detlef

Markus schrieb;
„Dzsenifer Marozsán hat nach einer ersten Diagnose einen Außenbandriss im linken Knöchel erlitten.“

Ohje, dann wünsche ich eine gute Genesung!!!

Lucy
Lucy

Schlechtes Spiel von beiden, hätten beide verdient gehabt zu verlieren. War ein Lotteriespiel heute…

Speedy75
Speedy75

Von den beiden Duisburger Routiniers waren die Elfmeter aber auch erschreckend schwach geschossen. Leider in der Verlängerung einen klaren Elfmeter nicht erhalten.

Insgesamt aber über die ganze Spielzeit sehr viele Fehlpässe und leichtfertige Ballverluste beider Mannschaften.

Marozsan wohl mit schwerer Verletztung es wird Außenbandriss vermutet.

sunny26
sunny26

Ohmann ich hatte mich auf ein schönes Spiel gefreut …. ok spannend war es vor allem das 11m schiessen aber ein Fehlpaß nach dem anderen hat mir den Spaß genommen…

Mal sehn ob Bayern nachzieht oder es eine Überraschung gibt

Gute Besserung an Maro

speedcell
speedcell

duisburg hatte aufjedenfall die besseren chancen und hätte einen elfmeter bekommen müssen. vom spielverlauf ist es also schon ungerecht. wenn man jedoch trotz vorteil im 11m schiessen versagt, sollte es wohl nicht sein. desiree schumann ist einfach eine unglaublich nervenstarke torhüterin. glückwunsch nach frankfurt.

Guido
Guido

Auch wenn der Sieg der Frankfurterinnen heute reichlich glücklich war: Wer nacheinander Wolfsburg, Potsdam und Duisburg zugelost bekommt und sich durchsetzt, der ist ein würdiger Finalist. Im Finale sind sie jetzt ohnehin klarer Favorit, egal wie das andere Halbfinale morgen ausgeht. Die Duisburgerinnen können trotz dieser schmerzlichen Niederlage noch ein tolles Saisonergebnis erzielen; die Chancen auf die Meisterschaft sind noch mehr als intakt. Das wird sie heute allerdings wenig trösten. Die FFC kann sich freuen, dass sie so eine tolle Ersatztorfrau auf der Bank haben und dass Kerstin Garefrekes nicht auf die Idee gekommen ist, es Birgit Prinz gleich zu… Weiterlesen »

Michele
Michele

Ich bin natürlich total glücklich, dass der FFC ins Finale eingezogen ist. Es tut mir nur unendlich leid für den FCR, weil die Mädels normalerweise den Sieg verdient gehabt hätten.
Was muss Maro noch alles ertagen? An dieser Stelle schon mal gute Besserung. Ich hoffe, dass sie bald wieder fit ist.

Marcel
Marcel

Bitter für den FCR das man so unglücklich gescheitert ist.

Viel bitterer fand ich das Spiel aber ,das war leider Antiwerbung pur für diesen Sport.
Ich glaub 3 Ballstaffeten waren bei beiden Mannschaften heute seltenheitswert.Schade das grade sowas zustande kommt wenn das Fernsehen vor Ort ist aber zum Glück wars auch nur fürs dritte Programm.
Bayern- HSV können da nicht viel falsch machen wird ja eh leider nur für die Vorort zu sehen sein.

Hans-Jürgen Mogk
Hans-Jürgen Mogk

Letztlich waren beide Teams auf Augenhöhe, ein Elfmeterschießen ist immer etwas Glückssache und da Desireé Schumann zweimal parieren konnte hat es für den FFC gereicht.

Ralf
Ralf

Wer annike Krahn im entscheidenen Elfer schießen lässt ist nicht ganz bei Trost… Selbstschuld.

PS: Bresonik sollte langsam mal die Füße vom Elfer treten lassen 😉

Detlef
Detlef

Hans-Jürgen Mogk schrieb;
„Letztlich waren beide Teams auf Augenhöhe“

Naja, beim Fehlpässe produzieren nahmen sich beide Teams nicht viel!!!

Wenn man aber die klaren herausgearbeiteten Torchancen sieht, war Duisburg wesentlich besser!!!
Für Mainhatten sprach dagegen, daß sie aus ihren 4 Torchancen in 120 min genau so viel Zählbares machten, wie die Löwinnen aus 8-10!!!

In einer Wertung lagen die Rheinländerinnen auch noch vorn, nämlich im Fehlentscheidungen gegen sich sammeln!!!
Der nicht gegebene Strafstoß war da nur die Spitze des Eisbergs!!!
Allerdings ist es fraglich, ob der FCR den hätte verwandeln können!!!

gerd karl
gerd karl

wieder viele bundesliga hasser unterwegs, das spiel war spannend, ard sportschau, zdf sport reportage haben darüber berichtet und es wurde auf hr live uebertragen.ein grosser erfolg für den frauen fussball den man darf nicht vergessen das viele spielerinnen beider mannschaften mit ihren nationalmannschaften unterwegs waren und sie sich deshalb nicht einspielen konnten.
das sollten einige die ihr kommentare ablassen nicht vergessen.

gerd karl
gerd karl

ein schlechtes spiel fand erst kürzlich in schweden statt, bei 310 zuschauern ich wiederholle 310 zuschauer wurde malmö schwedischer pokalsieger und das ist eine schlechte werbung für den frauenfussball.

Guido
Guido

Jetzt heisst es für die Duisburgerinnen, diese ärgerliche Niederlage ganz schnell abzuhaken, nach vorne zu schauen und sich ganz auf den Endspurt in der Liga zu konzentrieren; die nächsten Aufgaben sind alle nicht unlösbar: Essen-Schönebeck (H), Jena (A), Bad Neuenahr (H), Bayern München (A). In diesen Spielen können die „Löwinnen“ fleißig Punkte sammeln, den 2. Platz festigen und sogar Druck auf die Turbinen aufbauen, die auch noch in der Champions League gefordert sind. Wenn alles gut läuft, könnte dann das Spiel am 20.05. gegen Potsdam (H) so eine Art Finale um die Meisterschaft werden, bevor es dann am letzten Spieltag… Weiterlesen »

gerd karl
gerd karl

ja detlef schau nach schweden 310 zuschauer im pokalfinale, das ist schlecht für den frauenfussball.
und das spiel soll so viele fehlpaesse gehabt haben, das man meinte 5 liga mannschaften würden den schwedischen pokal ausspielen.
jetzt würdest du natürlich sagen die liga fängt erst an und deshalb wurde so schlecht gespielt aber diese ausrede kann man ja nicht gelten lassen, weil dann müsste man ja auch gelten lassen das bei frankfurt und duisburg viele spielerinnen bei ihren nationalmannschaften waren und deshalb nicht eingespielt waren,
deshalb auch die vielen fehlpaesse.