EM-Quali: Deutschland lässt keine Zweifel aufkommen
Der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft ist die Qualifikation zur Europameisterschaft 2013 in Schweden kaum noch zu nehmen. Am Abend gewann die DFB-Auswahl gegen die Schweiz mit 6:0 (3:0) und hat dadurch ihre Tabellenführung in Gruppe 2 gefestigt. An allen sechs Toren beteiligt: Célia Okoyino da Mbabi .
Die ersten Chancen gehörten allerdings den Gastgeberinnen. Dass die Deutschen nicht schon in der dritten Minute in Rückstand gerieten, hatten sie ihrer Torhüterin Almuth Schult zu verdanken.
Zweite Gelbe Karte für Mittag Nach einer Hereingabe von der rechten Seite kam Sandy Maendly (3.) frei zum Schuss, Schult reagierte blitzschnell. „Da waren wir am 16er einfach zu weit weg und gedanklich noch nicht da“, monierte Bundestrainerin Silvia Neid. Elf Minuten später war es nach einem Fehlpass von Viola Odebrecht wieder Maendly, die Schult testete. Doch die Torhüterin vom SC 07 Bad Neuenahr war erneut zur Stelle. Das wird Anja Mittag im kommenden Qualifikationsspiel gegen Rumänien (31. Mai in Bielefeld) nicht sein. Die Stürmerin sah für ihr Foul an Caroline Abbé ihre zweite Gelbe Karte und ist im kommenden Spiel gesperrt.
Führung bringt Sicherheit Die DFB-Elf konnte sich erst in der 16. Minute ihre erste Chance erspielen, aber die auch nutzen. Nach Vorarbeit von Mittag war es Célia Okoyino da Mbabi, die ins Schwarze traf. Der Treffer versetzte den Schweizer Bemühungen einen deutlichen Dämpfer, das Angriffsspiel kam zum Erliegen. „Nach dem 1:0 hat jede Spielerin noch mehr Respekt gehabt und nicht mehr in das Spiel gefunden, das wir uns vorgenommen hatten. Das Tor hat uns geschockt“, so die Schweizer Trainerin Martina Voss-Tecklenburg .
Deutschland übernimmt Kommando Und in der 24. Minute harmonierte das Sturmduo Mittag/da Mbabi erneut. Diesmal war es Okoyino da Mbabi, die die Vorarbeit leistete. Im Strafraum kam sie in Ballbesitz und legte ab auf Mittag, die das Laufduell mit Selina Kuster für sich entschied und einnetzte. Die DFB-Elf übernahm das Kommando und erhöhte durch Okoyiono da Mabi (38.) noch vor der Halbzeit auf 3:0. „Célia könnte momentan rückwärts von der Mittellinie spielen, der Ball würde reingehen“, so Voss-Tecklenburg.
Dabei hätte der amtierende Europameister das Ergebnis auch noch höher gestalten können, doch dem Angriffsspiel und Zuspielen in die Spitze fehlte die letzte Konsequenz und Präzision. Zu viele Spielzüge wurden nicht zu Ende geführt. „Es wäre noch mehr drin gewesen“, so auch Okoyino da Mbabi.
Immer wieder Okoyino da Mbabi Nach dem Seitenwechsel begann die Partie zunächst etwas zerfahren. Die Schweizerinnen waren aktiver als vor dem Pausenpfiff, doch die Tore machte die DFB-Elf. Nachdem zunächst Marie-Andrea Egli, nach Hereingabe von Okoyino da Mbabi, zum 4:0 traf, war es in der 71. und 85. Minute die Stürmerin vom SC 07 Bad Neuenahr wieder selbst, die das Ergebnis schließlich auf 6:0 schraubte.
Die Schweizerin Ramona Bachmann stellte in der 76. Minute ihre individuelle Klasse unter Beweis. Die Stürmerin enteilte der deutschen Hintermannschaft – aber wieder war Schult im Tor auf dem Posten. Und nachdem bereits die erste Chance des Spiels den Schweizerinnen gehört hatte, war es auch die letzte: Isabelle Meyer traf in der Nachspielzeit die Latte.
Kaum noch EM-Hoffnung für Schweiz Während die DFB-Elf so gut wie sicher die direkte Qualifikation zur EM geschafft hat, hat die Schweiz nun kaum noch Hoffnungen, denn am Mittag besiegte Spanien die Kasachinnen mit 13:0 und hat nun, bei einem Spiel mehr, schon sieben Punkte Vorsprung auf die Schweizerinnen. Die Deutschen haben ihrerseits drei Punkte Vorsprung auf Spanien, führen – im Falle späterer Punktgleichheit – im direkten Vergleich, und treffen noch auf Rumänien, Kasachstan und die Türkei. Alle Teams wurden in den Hinspielen bereits ohne Gegentor besiegt.