Okoyino da Mbabi: „Wollen diesmal nicht so nervös agieren“

Von am 29. März 2012 – 8.10 Uhr 3 Kommentare

Am Samstag, 31. März (live ab 16 Uhr im ZDF), tritt die DFB-Elf in Mannheim zum vorentscheidenden EM-Qualifikationsspiel gegen Spanien an. Und die formstarke Stürmerin Célia Okoyino da Mbabi ist im Interview mit Womensoccer zuversichtlich, dass die deutsche Mannschaft diesmal anders als im Hinspiel einen kühlen Kopf bewahren wird.

Womensoccer: Allein in den letzten zehn Monaten haben Sie in der Nationalelf 16 ihrer 23 Treffer erzielt. Warum läuft es derzeit so gut?

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Célia Okoyino da Mbabi: „Es ist allgemein eine Entwicklung, die man durchmacht. Ich war jetzt einmal eine längere Zeit lang nicht ernsthaft verletzt, sondern hatte nur ein paar Kleinigkeiten. Das macht schon etwas aus, wenn man längere Zeit am Stück Fußball spielen und sich weiterentwickeln kann und nicht ständig zurückgeworfen wird. In der Nationalmannschaft lief es gut, im Verein zunehmend besser. Es ist als Sportler immer schön, wenn man sich Selbstvertrauen holen kann.

Womensoccer: Zum ersten Mal seit 2006 hat Deutschland wieder einmal den Algarve Cup gewonnen. Sie haben drei Tore im Finale gegen Weltmeister Japan und zuvor drei Tore gegen den WM-Dritten Schweden erzielt. Wie wichtig war dieser Turniersieg?

Okoyino da Mbabi: Das war eine gute Standortbestimmung, denn wir kamen ja aus der Winterpause und wussten noch nicht so recht, wo wir stehen, auch wenn manche Vereine schon ein Bundesligaspiel bestritten hatten. Es war gut, dass die Mannschaft einmal längere Zeit zusammen war, um weiter zusammenzuwachsen und Dinge zu verfeinern, da wir gerade in einer Art Aufbau stecken. Es war wichtig, dass wir hochkarätige Gegner hatten und wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Es war ein schönes Turnier, auch für mich persönlich.

Womensoccer: Also genau die richtige Vorbereitung auf das so wichtige Spiel gegen Spanien am Samstag?

Okoyino da Mbabi: Definitiv, denn es bringt ja nichts, gegen Gegner zu spielen, gegen die man nicht gefordert wird und die Spiele sowieso gewinnt. Wir haben gegen hochkarätige Gegner gut mitgespielt und sogar verdient gewonnen, das gibt Selbstvertrauen, das wir in das Spanien-Spiel mitnehmen wollen.

Womensoccer: Im Hinspiel hat die DFB-Elf eine Zwei-Tore-Führung verspielt. Was stimmt Sie positiv, dass es diesmal besser läuft?

Okoyino da Mbabi: Die Spanierinnen sind wirklich gut und wir müssen an die Leistung vom Algarve Cup anknüpfen. In Spanien war die Stimmung aufgeheizt, im Heimspiel wird die Atmosphäre mit unseren Fans im Rücken eine andere sein. Wir wollen auf jeden Fall drei Punkte und uns diesmal nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wir wollen das Spiel souveräner gestalten und nicht trotz einer Führung so hektisch und nervös agieren wie in Spanien, wo wir dann noch das Remis kassiert haben. Wir wollen uns direkt für die EM qualifizieren, dafür müssen wir Spanien und die Schweiz schlagen.

Frauenfußball - Célia Okoyino da Mbabi

Célia Okoyino da Mbabi traf beim Algarve Cup gegen Schweden gleich dreimal © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Womensoccer: Kurzfristig können sie neben Almuth Schult in Leonie Maier noch eine weitere Teamkollegin aus Bad Neuenahr bei der Nationalmannschaft begrüßen.

Okoyino da Mbabi: Ich habe mich sehr für sie gefreut. Ich denke, dass „Leo“ eine ist, die das Potenzial für die Nationalmannschaft hat. Sie ist hinten rechts in Bad Neuenahr eine feste Größe, bringt konstant ihre Leistung und ist überhaupt nicht wegzudenken. Sie hat in dieser Saison bewiesen, dass sie auf hohem Niveau spielen kann, deswegen freue ich mich total, dass sie hier ist und hoffe, dass sie sich gut einlebt und einen guten Eindruck bei der Trainerin hinterlässt. Für sie war das ja alles sehr kurzfristig, sie hatte keine Zeit darüber nachzudenken, aber vielleicht ist das auch ganz gut so.

Womensoccer: In Bad Neuenahr lief es ja nach dem verpatzten Saisonstart für Sie und Ihr Team zuletzt auch wie geschmiert.

Okoyino da Mbabi: Zu Saisonbeginn war es für uns nicht einfach, uns auf ein neues Trainerteam und eine neue Spielphilosophie umzustellen. Wir mussten umdenken, aber nach dem siebten Spieltag hat man gesehen, dass es sich bewährt und die Mannschaft das Konzept angenommen und verstanden hat. Wir hatten dann eine gute Serie mit sieben Spielen ohne Gegentor.

Womensoccer: Lag das auch am strikten Regiment von Trainer Colin Bell?

Okoyino da Mbabi: Striktes Regiment würde ich das nicht nennen. Er hat seine klare Vorstellung von Fußball und von der Art und Weise, wie wir zu spielen haben. Er bringt uns das in jedem Training rüber und will, dass uns das in Fleisch und Blut übergeht. Er macht das sehr gut und weiß jetzt auch, wie er mit uns umzugehen hat, er war ja neu im Frauenfußball.

Frauenfußball - Célia Okoyino da Mbabi

Viel Grund zur Freude: Célia Okoyino da Mbabi © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Womensoccer: Sie sind fast die einzige Nationalspielerin, die nicht bei einem der großen Top-4-Vereine in Deutschland spielt. Haben Sie nie mit einem Wechsel geliebäugelt, um auch vielleicht einmal Champions League zu spielen?

Okoyino da Mbabi: Ich bin momentan mit der aktuellen Situation in Bad Neuenahr zufrieden und habe noch einen Vertrag für die kommende Saison. Ich weiß, dass ich mich in Bad Neuenahr sehr wohl fühle, aber ich bin niemand, der jetzt schon weiß, was in drei, fünf oder zehn Jahren sein wird. Aber das nächste Jahr spiele ich auf jeden Fall in Bad Neuenahr und möchte mit der jungen Mannschaft noch etwas erreichen.

Womensoccer: Noch einmal kurz zurück zum Algarve Cup: Sie versteigern Ihr Trikot vom siegreichen 4:3-Finale gegen Japan für einen guten Zweck. Wie kam es zu der Aktion?

Okoyino da Mbabi: Ich habe schon öfters darüber nachgedacht, wie man anderen eine Freude machen kann, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Die Aktion läuft über Lotto Rheinland-Pfalz, die jedes Jahr eine Spendenaktion für unterschiedliche Themen starten, diesmal sind es die Kinderschutzdienste. Ich habe bei Lotto Rheinland-Pfalz meine Ausbildung gemacht und fühle mich noch sehr verbunden. Da dachte ich mir, das ist doch das Geringste, was ich einmal tun könnte, um diese Aktion zu unterstützen und meinen Beitrag zu leisten, dieses Trikot zu versteigern.

Trikot-Auktion von Célia Okoyino da Mbabi

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Da Tore im Fußball zählen, ist Celia zur Zeit wohl ganz klar vor Popp. 🙂

    Was auch interessant ist, dass Bad Neuenahr zur Zeit genauso viele Nationalspielerinnen hat wir der Meister und Tabellenführer. Zumindest aus Potsdamer Sicht sind die 3 Spielerinnen gerechtfertigt… Aber in der nächsten Saison wird sich das umkehren, dann hat Potsdam Null (oder Eins, wenn Tabbi berücksichtigt wird). Vielleicht zeigt das dann auch schon einen Vorgeschmack auf die Buli-Tabelle 2012/2013…

    waiiy

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  • wrack sagt:

    Übrigens ist Celia die einzige Spielerin auf der Welt, der es bisher gelungen ist, gegen einen Weltmeister 3 Tore (in einem Spiel) zu schießen. Auch ein netter Rekord 😉

    Ich denke und hoffe, wir werden noch viel von ihr hören und sehen. Sie ist wirklich eine besonders sympathische Spielerin.

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  • speedy75 sagt:

    Ich hoff noch auf recht viele Tore von Okoyino da Mbabi, gefällt mir derzeit am besten wie sie in den Spielen auftritt.

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