Potsdam und Duisburg verlieren, Verfolger machen Druck
Am 16. Spieltag der Frauen- Bundesliga verlor Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam überraschend in Essen, doch auch der Tabellenzweite FCR 2001 Duisburg ging als Verlierer vom Platz. Frankfurt und Wolfsburg machten hingegen Boden gut und wittern Morgenluft im Kampf um den Titel und die beiden Champions-League-Startplätze.
Der Deutsche Meister musste sich drei Tage nach dem Einzug ins Halbfinale der UEFA Women’s Champions League bei der SG Essen-Schönebeck mit 0:1 (0:1) geschlagen geben und somit die zweite Saisonniederlage einstecken.
Youngster bringt Meister zu Fall Die erst 17-jährige Isabelle Wolf köpfte bereits Mitte der ersten Halbzeit den Treffer des Tages, Caroline Hamann hatte nach einer kurz ausgeführten Ecke maßgerecht auf den langen Pfosten geflankt und die verdiente Führung der Essenerinnen eingeleitet (21.). Potsdam erkannte zu spät den Ernst der Lage und erspielte sich erst in den Schlussminuten gute Torchancen. Patricia Hanebeck (87.), die an Essens Torhüterin Uschi Holl scheiterte, und Bianca Schmidt mit einem Distanzschuss übers Tor (89.) vergaben die besten Möglichkeiten zum Ausgleich.
Popp trifft gegen ihren zukünftigen Verein Dennoch verteidigten die Potsdamerinnen mit 38 Punkten die Tabellenspitze, da Verfolger FCR 2001 Duisburg (36 Punkte) im Topspiel beim VfL Wolfsburg vor 1 096 Zuschauern mit 1:2 (1:1) ebenfalls als Verlierer den Platz verließ. Dabei waren die Duisburgerinnen nach einem tollen Pass von Gülhiye Cengiz durch einen Flachschuss von Alexandra Popp, die ab der kommenden Saison für den VfL Wolfsburg spielen wird, in Führung gegangen (14.). Doch eine Gemeinschaftsaktion der beiden Mittelfeldspielerinnen Lena Goeßling und Nadine Keßler brachte die Gastgeberinnen gegen zu diesem Zeitpunkt überlegene Gäste ins Spiel zurück, als Keßler einen Freistoß von Goeßling per Kopf ins Tor lenkte (34.).
Duisburg mit athletischen Defiziten In der zweiten Halbzeit kamen die Wolfsburgerinnen immer besser ins Spiel, bei den Duisburgerinnen machten sich athletische Defizite bemerkbar. Dennoch hatte Wolfsburg Glück, dass ein Foul von Abwehrspielerin Rebecca Smith gegen Cengiz nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde (50.). Doch das zunehmend druckvollere Spiel der Niedersachsen sollte sich auszahlen. Nach einem Pfostenschuss von Zsanett Jakabfi reagierte Anna Blässe am schnellsten und erzielte den Siegtreffer (78.).
Wolfsburg schnuppert am internationalen Geschäft „Wir sind wieder richtig dabei“, freute sich Wolfsburg Trainer Ralf Kellermann. „Aufgrund der sehr guten zweiten Halbzeit haben wir verdient gewonnen.“ Gäste-Trainer Marco Ketelaer meinte: „Man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie mit dem letzten Aufgebot spielt und die Kräfte nicht mehr da sind. Das hat letztlich den Ausschlag gegeben.“ Die Wolfsburgerinnen liegen mit 34 Punkten auf Platz 4, haben aber noch ein Nachholspiel beim SC 07 Bad Neuenahr in der Hinterhand.
Frankfurt macht Boden gut Der drittplatzierte 1. FFC Frankfurt konnte durch einen 3:1 (0:0)-Auswärtssieg beim SC 07 Bad Neuenahr den Abstand zum Spitzenduo verkürzen, die Hessinnen haben jetzt ebenfalls 34 Punkte auf der Habenseite. Die Schweizer Nationalspielerin Ana Maria Crnogorcevic brachte die Gäste in Führung (50.), die eingewechselte Schwedin Sara Thunebro erhöhte auf 2:0 (70.). Peggy Kuznik sorgte für kurzzeitige Hoffnung bei den Gastgeberinnen (75.), doch Dzsenifer Marozsán sorgte postwendend für die Entscheidung (77.). Somit trennen die Top 4 der Liga nur vier Punkte, ein packender Titelkampf ist an den verbleibenden sechs Spieltagen garantiert.
Leverkusen spielt nur remis Bayer 04 Leverkusen musste sich im Duell mit dem Hamburger SV mit einem 2:2 (0:1) begnügen, zu wenig für das Tabellen-Schlusslicht im Abstiegskampf. Aylin Yaren brachte die Gäste frei vor Torhüterin Lisa Schmitz in Führung (26.), Winter-Neuzugang Katie Bethke gelang nach einem Freistoß per Kopf der Ausgleich (55.). Doch die Hanseatinnen gingen durch einen Distanzschuss der eingewechselten Maike Timmermann erneut in Führung (71.). Johanna Elsig gelang per verwandeltem Foulelfmeter nur noch der Ausgleich (77.). „Ein Punkt war unser Minimalziel. Das haben wir erreicht”, so HSV-Trainer Achim Feifel.
Bayern siegt beim Simic-Comeback Der FC Bayern München entledigte sich mit einem 3:1 (1:0)-Auswärtserfolg beim FF USV Jena aller Abstiegssorgen, da das Team nun bereits elf Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat. Isabell Bachor brachte die Münchnerinnen in Führung (36.), der Neuseeländerin Amber Hearn gelang der Ausgleich (78.). Doch in der Schlussphase trafen die Gäste noch zweimal: Erst gelang Rebecca Huyleur der Führungstreffer (85.), in der Nachspielzeit setzte die eingewechselte Julia Simic in ihrem ersten Spiel nach ihrem Kreuzbandriss im vergangenen September den Schlusspunkt (90.+1).
SC Freiburg siegt ohne Mühe Der SC Freiburg kam auf eigenem Platz zu einem deutlichen 3:0 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig , für die Gäste war es die fünfte Niederlage im fünften Rückrundenspiel. U17-Nationalspielerin Sara Däbritz gelang für die Gastgeberinnen der Führungstreffer (23.), nach der Pause sorgten Margarita Gidion (74.) und Anja Maike Hegenauer für die Entscheidung (82.). Freiburgs Trainer Milorad Pilipovic erklärte: „Das war heute spielerisch sicherlich keine Glanzleistung von uns. Aber man muss auch nach solchen Spielen mal zufrieden sein. In erster Linie zählt, dass wir heute gewonnen haben und jetzt 13 Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz haben.“
Alle Ergebnisse des 16. Spieltags:
SC Freiburg – 1. FC Lok Leipzig 3:0 (1:0) Bayer 04 Leverkusen – Hamburger SV 2:2 (0:1) SG Essen-Schönebeck – 1. FFC Turbine Potsdam 1:0 (1:0) VfL Wolfsburg – FCR 2001 Duisburg 2:1 (1:1) SC 07 Bad Neuenahr – 1. FFC Frankfurt 1:3 (0:0) FF USV Jena – FC Bayern München 1:3 (0:1)
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