Algarve Cup: Auftakterfolg für DFB-Elf
Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist mit einem Sieg in den Algarve Cup gestartet. Gegen sehr defensiv ausgerichtete Isländerinnen gewann die DFB-Elf knapp mit 1:0.
„Ich bin sehr zufrieden mit den drei Punkten“, so Bundestrainerin Silvia Neid nach der Partie, die mit Fatmire Bajramaj, Nadine Angerer, Dzsenifer Marozsán und Bianca Schmidt auf vier Leistungsträgerinnen verzichten musste.
Umstellungen in der Abwehr Mit Blick auf das bevorstehende EM-Qualifikationsspiel am 31. März gegen Spanien sowie aufgrund der Sprunggelenksverletzung von Schmidt stellte Neid die Viererkette um. Linda Bresonik rückte auf die rechte Seite, Josephine Henning und Annike Krahn bildeten die Innenverteidigung. Babett Peter spielte links. „Wir haben in der Abwehr gar nichts zugelassen“, war Neid mit der Leistung zufrieden.
Die Isländerinnen zeigten sich ihrerseits allerdings auch recht ideenlos im Spiel nach vorne. „Wir haben in der Abwehr sehr gut gestanden, konnten uns aber nur wenige Chancen erarbeiten“, so Trainer Sigurdur Ragnar Eyjolfsson. Zu viel lief über Potsdams Margrét Lara Vidarsdóttir, gegen die Henning in vielen Situationen die Oberhand behielt.
Mittag erzielt die Führung Die erste gute Chance erspielten sich die Deutschen in der 15. Minute. Linda Bresonik setzte sich auf der rechten Seite gegen Holmfridur Magnusdottir durch und legte ab auf Mittag. Die traf allerdings nur die Latte. Zehn Minuten später machte sie es besser und erzielte aus etwa fünf Metern das 1:0.
In der Folgezeit war der Weltmeister von 2003 und 2007 die tonangebende Mannschaft, hatte allerdings Mühe mit den defensiven Isländerinnen. „Wir müssen unser Spiel nach vorne noch verbessern“, so die Bundestrainerin. „Insbesondere unsere Flanken; außerdem müssen wir gute Kombinationen zu Ende spielen und zum Abschluss kommen.“
Bartusiak vor der Abwehr Nach 60 Minuten wechselte Neid Lena Goeßling aus, die mit Viola Odebrecht die „Doppel 6“ gebildet hatte. Goeßling war grippegeschwächt in die Partie gegangen, für sie kam Saskia Bartusiak auf den Platz. Die Innenverteidigerin vom 1. FFC Frankfurt wird im EM-Qualifikationsspiel gegen Spanien gesperrt sein, daher werden Alternativen in der Abwehr gesucht. Die Position vor der Viererkette ist für sie eher ungewohnt, „aber sie soll natürlich auch spielen, und auf der Position haben wir sonst nur Lena Goeßling und Viola Odebrecht – wir können nicht beide viermal 90 Minuten durchspielen lassen.“
Okoyino da Mbabi hat 2:0 auf dem Fuß Im Anschluss hatte die DFB-Elf gleich doppelt die Möglichkeit, den Sieg noch höher zu gestalten. Doch zunächst scheiterte die eingewechselte Svenja Huth (68.) an Torhüterin Thora Helgadóttir. In der Nachspielzeit behielt Helgadóttir im 1:1-Duell die Oberhand gegen die heranstürmende Célia Okoyino da Mbabi.
Lotzen gibt Debüt Eine solch gute Möglichkeit hatte Lena Lotzen nicht, aber die Stürmerin vom FC Bayern München kam zu ihren ersten elf Länderspielminuten. „So weiß sie gleich, wie es in der Mannschaft zur Sache geht“, sagt Neid, „im Training hat sie sich sehr gut präsentiert.“
Der Algarve Cup, der im Prinzip ein Trainingslager mit Länderspielen gegen Top-Mannschaften ist, kommt der DFB-Elf vor dem wichtigen Spanien-Spiel wie gerufen. Gerade in der nächsten Partie gegen China sieht Neid eine gute Vorbereitung auf den Hauptkonkurrenten in der Qualifikation.
„Gegen Island ging es vor allem um Robustheit und Lufthoheit, China spielt cleverer und ist technisch versierter. Das geht schon in die Richtung von Spanien, die sehr gut kombinieren und Fußball spielen.“