Aylin Yaren: „Will jetzt als Fußballerin durchstarten“
In den vergangenen beiden Jahren machte Aylin Yaren vor allem als Freestylerin von sich reden. Doch 2012 will der Neuzugang des Hamburger SV auch wieder als Fußballerin glänzen.
Bereits vor zwei Jahren hatte die 22-Jährige nach ihrer Rückkehr aus Schweden in der Frauenfußball Bundesliga Fuß fassen wollen. „Das hat aus verschiedenen Gründen nicht geklappt“, so Yaren im Gespräch mit Womensoccer .
Umweg 2. Liga Ihr Heimatverein Tennis Borussia Berin stieg sang- und klanglos aus der Eliteklasse ab, Yaren wechselte zum FC Lübars, wo sie in der 2. Liga Nord aktiv war, der Fokus lag auf ihren Freestyle-Darbietungen. „Ich habe wegen der WM viele Auftritte gehabt, nebenbei habe ich versucht, mich in der 2. Liga fit zu halten. Ich bereue es nicht, diesen Weg gegangen zu sein.“
Fokus auf Fußball statt Freestyle Doch nun will die deutsch-türkische Fußballerin auch wieder auf dem grünen Rasen zeigen, was in ihr steckt. „Ich will jetzt als Fußballerin durchstarten. Ich bin auch auf dem Platz eine gute Spielerin und hoffe, dass ich beim HSV einen Stammplatz erkämpfen kann.“ Vom Potenzial ihrer neuen Mannschaft ist sie überzeugt.
Nicht zu weit weg von zuhause „Ich sehe die Mannschaft ja im Training und ich bin fest überzeugt, dass wir besser sind als unser Tabellenplatz.“ Und auch persönlich glaubt sie, die richtige Wahl getroffen zu haben. „Ich wollte nicht so weit weg von zuhause, Hamburg passt zu mir, ich vermisse Berlin nicht einmal, außer meiner Familie.“
Klassenerhalt als oberstes Ziel Welcher Platz am Ende der Saison herausspringt sei nicht so wichtig: „Hauptsache, man kommt von da unten weg. Wir dürfen nicht absteigen, Hamburg gehört in die 1. Liga.“ Einige Spiele der Hinrunde seien unglücklich verloren worden, wie etwa die Partie gegen den SC 07 Bad Neuenahr, als der HSV Ende November knapp mit 0:1 verlor. Doch neben dem angepeilten Klassenerhalt steht in der Rückrunde für den HSV ein weiteres Highlight auf dem Programm, das DFB-Pokal-Halbfinale beim FC Bayern München am Ostermontag.
Im Pokal-Halbfinale gesperrt „Wenn wir gegen Bayern gewinnen würden, wäre das ein Riesenerfolg. An einem guten Tag kann man jeden schlagen. Der Finaleinzug könnte bestimmt helfen, etwas beim HSV zu verändern.“
Doch ausgerechnet in dieser Partie wird Yaren ihrem neuen Verein nicht helfen können, ist sie doch nach ihrer Gelb-Roten Karte bei der 2:4-Niederlage des 1. FC Lübars gegen den FSV Gütersloh 2009 in der 2. Hauptrunde für den Pokalhit gesperrt. Nur bei einem Finaleinzug könnte sie davon träumen, im RheinEnergieStadion selbst im Finale anzutreten. Doch noch will sie an ein mögliches Finale keine großen Gedanken verschwenden. „DFB-Pokal und Liga sind beide wichtig, aber die Liga ist noch wichtiger.“
Heiß auf die Bundesliga Nachdem das Nachholspiel gegen den FC Bayern München abgesagt werden musste, ist Yaren froh, dass es nun heute um 15 Uhr endlich los geht, wenn auf die Hanseatinnen im Nachholspiel vom 12. Spieltag gegen Meister 1. FFC Turbine Potsdam gleich ein dicker Brocken wartet. „Ich kann es kaum noch erwarten, ich will einfach nur noch spielen. Für mich ist es aufregend, das erste mal richtig in der Bundesliga dabei zu sein und Spielerinnen um sich herum zu haben, mit denen man gut zusammenspielen kann.“