Die Tops und Flops der Wochen 4 und 5/2012

Von am 2. Februar 2012 – 12.45 Uhr 31 Kommentare

In den ersten Tops und Flops in diesem Jahr beschäftigen wir uns unter anderem mit einer Trainerin und einer Torhüterin auf Höhenflug, blicken aber auch besorgt in die USA und nach Duisburg.

Tops

Voss-Tecklenburg geht in die Schweiz
Martina Voss-Tecklenburg hat auf der Karriereleiter die nächste Stufe erklommen. Statt des abstiegsbedrohten Frauenfußball-Bundesligisten FF USV Jena wird sie zukünftig die Schweizer Nationalelf trainieren, ihre Arbeit wird somit auch verstärkt international wahrgenommen werden. Und gleich in der Anfangsphase wartet auf sie eine besondere Aufgabe, denn am 5. April empfängt sie in Aarau im Rahmen der EM-Qualifikation die DFB-Elf.

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Almuth Schult macht von sich reden
Beste Torhüterin beim Hallenturnier in Jöllenbeck, beste Torhüterin beim DFB-Hallenpokal in Magdeburg: Almuth Schult gibt derzeit mächtig Gas. Der Wechsel von Zweitligist Magdeburger FFC zu Erstligist SC 07 Bad Neuenahr hat der 20-Jährigen sichtlich gut getan. Und beim Algarve Cup in Portugal dürfte Schult dann auch ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft geben.

Wolfsburg mischt die Liga auf
Frauenfußball Bundesligist VfL Wolfsburg macht Ernst: Mit der Verpflichtung von Nationalspielerin Alexandra Popp und Teamkollegin Luisa Wensing vom FCR 2001 Duisburg hat der niedersächsische Verein ein starkes Signal an die Konkurrenz gesetzt, wohin der Weg in den nächsten Jahren führen soll. Bereits in dieser Saison ist die Qualifikation für das internationale Geschäft in greifbarer Nähe, doch spätestens im nächsten Jahr will der VfL auch einen Titel gewinnen.

Smisek macht weiter
Beim 1. FFC Frankfurt spielt Sandra Smisek eine bärenstarke Saison. Grund genug für die 34-Jährige, noch eine Saison dran zu hängen und bis zum 30. Juni 2013 weiterhin die Stiefel für den Verein zu schnüren, dem sie seit 2005 angehört. „Es macht mir nach wie vor großen Spaß, Fußball zu spielen und mich sportlich zu fordern“, freut sich Smi.

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Unterstützung für Ali Krieger
Ali Krieger wird wegen ihrer in der Olympia-Qualifikation erlittenen Kreuzbandverletzung sechs bis acht Monate pausieren müssen. Ihre US-Teamkolleginnen haben Krieger nun mit einer ungewöhnlichen Geste Mut gemacht. Sie schrieben sich allesamt das deutsche Wort „Liebe“ auf ihre Arme, in Tribut an Krieger und ihr Tattoo. „Huuuge Smile!“, kommentierte Krieger die Aktion via Twitter.

Flops

Aus für die WPS
In der US-Profiliga WPS wird in der Saison 2012 kein Ball rollen. Als Begründung wurde ein anhängiger Rechtsstreit mit dem magicJack-Besitzer Dan Borislow angeführt, der in der Folge teils wüste Beschimpfungen von amerikanischen Spielerinnen über sich ergehen lassen musste. Doch die Liga kränkelt nicht erst seit gestern, ob 2013 der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, erscheint mehr als ungewiss.

Aderlass in Duisburg
Gleich drei Hiobsbotschaften binnen einer Woche musste der FCR 2001 Duisburg verdauen. Denn Alexandra Popp und Luisa Wensing werden den Verein in Richtung Wolfsburg verlassen, Nationalspielerin Simone Laudehr zieht es zum 1. FFC Frankfurt. Auf die Verantwortlichen um FCR-Sportdirektor Claudio Marcone wartet nun eine Herkulesaufgabe, denn zahlreiche weitere Spielerinnenverträge und auch der Kontrakt mit Trainer Marco Ketelaer laufen zum Saisonende aus.

Spielszene vom DFB-Hallenpokal

Toller Sport, aber peinliche MDR-Übertragung: der DFB-Hallenpokal © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Peinliche Fehler
Bei seinem nicht einmal 20-minütigen Zusammenschnitt des DFB-Hallenpokals ließ der übertragende Sender MDR kaum ein Fettnäpfchen aus. Da wurde etwa Ana-Maria Crnogorcevic zur deutschen Nationalspielerin erklärt, obwohl sie für die Schweiz spielt. Und der Kommentator brachte kaum einen Spielerinnennamen fehlerfrei über die Zunge. Ob Cecilia Okonyo Dembabi, Sake Kamugai oder Christina Bellinghover – die mangelhafte Übertragung wurde dem Frauenfußball nicht gerecht – schade.

Millionen-Poker um Marta
Dass die fünffache Weltfußballerin Marta eine Ausnahmekönnerin ist, steht außer Frage. Doch auf der Suche nach einem neuen Verein scheinen ihr und ihrem Manager Fabiano Farah der Realitätssinn abhanden gekommen zu sein. Rund eine Million Dollar würde die Brasilianerin gerne pro Saison verdienen, ein Betrag, den wohl kein Verein aus Schweden, Russland oder Deutschland auf den Tisch blättern wird.

Malaga kämpft ums Überleben
Club Atlético Malaga, 15. der spanischen Primera División, steckt in argen finanziellen Schwierigkeiten. Spielerin Isa Guerrero, die seit 18 Jahren im Verein tätig ist, bezeichnet die wirtschaftliche Situation als „dramatisch“. Nun hofft man, ab der kommenden Saison möglicherweise als Team beim Verein Málaga CF Unterschlupf zu finden, doch eine Entscheidung steht noch aus.

Schlagwörter:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

31 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    @ Sokrates:
    „Die Mannschaft [der USA] ist jetzt noch offensiver und hat vermutlich die stärkste Ersatzbank der Welt, wobei es angesichts des großen Angebots an sehr guten Spielerinnen nur noch wenige gesetzte Stammspielerinnen gibt.“

    Genau so ist es. Beim Olympia-Qualifikationsturnier in Vancouver gab es im Team von Pia Sundhage nur vier Konstanten: Hope Solo im Tor, Spielführerin Christie Rampone in der Abwehr, Carli Lloyd im Mittelfeld und Abby Wambach im Angriff. Ansonsten wurde kräftig ‚rotiert‘ und bis auf die Ersatztorhüterin alle Spielerinnen im Verlauf des Turniers eingesetzt. Vielleicht war die Mannschaft deshalb im Finale einen Tick frischer als Gegner Kanada.
    Alex Morgan oder auch Sydney Leroux sind Garantinnen dafür, dass die USA auch dann noch über eine überragende Offensive verfügen werden, wenn Wambach einmal ihre Karriere beendet haben wird.

    Gerade Morgan wäre (wie schon einmal geschrieben) meine Wunschspielerin für den FFC. Ob das WPS-Aus bei ihr zu einem Sinneswandel bzgl. eines Wechsels nach Europa geführt hat? Eine andere Stürmerin, die m.E. gut zu Frankfurt passen würde, ist Celia Okoyino da Mbabi. Dagegen kann ich mir Marta dort irgendwie gerade gar nicht vorstellen, nicht nur wegen ihrer ‚astronomischen‘ Gehaltsforderungen.

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  • Sokrates sagt:

    @ FFFan:
    „Gerade Morgan wäre (wie schon einmal geschrieben) meine Wunschspielerin für den FFC.”

    Volle Zustimmung! Du sprichst mir aus dem Herzen.

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  • Sheldon sagt:

    Wieso sollte eine Amerikanerin ins Ausland gehen, wenn sie es nicht unbedingt muss? Sundhage will die doch eh alle bei sich haben zwecks Olympia!

    Ich bin mal gespannt, wieviele Fans wohl noch ins Stadion kommen, wenn Marta zum FFC käme 😀 Könnte man wahrscheinlich an einer Hand abzählen 😉

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  • be sagt:

    @Sheldon: Alyssa Naeher gehört bereits seit 2010 zum Spielerpool des regulären USWNT (auch wenn sie bisher keinen Einsatz hatte, sind ja noch vier weitere Torhüterinnen im Pool). Demnach hätte sie doch auch nicht wieder nach Potsdam zurückzukehren brauchen und sich von der USSF „durchfüttern“ lassen können?

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  • H2O sagt:

    @Sheldon

    Das stimme ich dir mal uneingeschränkt zu. 🙂

    Momentan scheint FF in den USA nur aus der dortigen NM zu bestehen.

    Was machen denn nun die ganzen nicht US-Nationalspielerinnen der Clubs?

    Gibts da schon irendwelche Trends?

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Wieso sollte eine Amerikanerin ins Ausland gehen, wenn sie es nicht unbedingt muss? Sundhage will die doch eh alle bei sich haben zwecks Olympia!“

    Es geht doch bereits um die nächste Saison, also um die Zeit nach den Olympischen Spielen!

    „Ich bin mal gespannt, wieviele Fans wohl noch ins Stadion kommen, wenn Marta zum FFC käme 😀 Könnte man wahrscheinlich an einer Hand abzählen 😉 “

    Das denke ich nicht. Es würden wahrscheinlich sehr viele ins Stadion kommen – und sei es nur um sie auszupfeifen. 😉

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  • waiiy sagt:

    @H2O: „Gibts da schon irendwelche Trends?“ –> siehe Lok Leipzig…

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @FFFan: Hey, da wäre ich sogar dabei! Aber nur beim ersten Mal!

    Übrigens, im Sommer gibt es ein neues Transferfenster, bis zu dem wohl die ein oder andere warten wollen wird, da sie sich so noch einmal bei Olympia empfehlen kann!

    @be: Naeher braucht noch die Möglichkeit, sich zu empfehlen! Und ich meine, ein Angebot von einem der Top-Clubs der Welt schlägt man als Torhüterin nicht unbedingt aus.
    Außerdem ist Solo gesetzt, von daher wird es Sundhage nicht unbedingt was ausmachen, wenn ihre Ersatzkeeperin im Ausland spielt, die ja bei Olympia wohl sowieso nicht eingesetzt werden wird!

    Morgan dürfte in der N11 gesetzt sein, von daher dürfte sie sich nicht solche Sorgen machen!

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon: Ich denke auch, dass man sich als Trainerin weniger Sorgen darum macht, dass die Torhüterin zum Saisonhöhepunkt nicht fit sein könnte. Das sieht bei Feldspielerinnen schon anders aus. Von daher ist jedes Pflichtspiel für Alyssa Naeher nur positiv, was das Standing in der N11 angeht. Ob sie dann überhaupt mit nach London fahren und dort in die Mannschafstaufstellung kommen wird, ist noch eine ganz andere Frage.

    waiiy

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  • Svensson sagt:

    From an interview with General Manager Ilisa Kessler of FC Gold Pride

    „[…] I do know how difficult of a negotiator Marta’s agent is […]“

    „[…] The Marta Effect as I like to call it, does not exist off the field. Her salary ($500.000) does not justify any new business. It’s not like a Beckham signing where you get incredible ticket sales, sponsorship and jersey sales. The biggest sale of Marta jerseys went to Marta, she bought a slew for family and friends. […]“

    „[…] Of course, best player in the world – who doesn’t want to coach or manager that type of player? But from a pure business standpoint, Brian NeSmith and I discussed how it was not a good business move. We figured she would not increase tickets and sponsorship to justify her salary ($500.000). […]“

    Ilisa Kessler interview Nov 22, 2011
    https://www.box.com/s/1zgl2nb34n2q1xnv52k9

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  • H2O sagt:

    @waiiy

    „siehe Lok Leipzig…“

    Ja, aber das sind doch nur 2 Spielerinnen.
    Was macht der Rest, hört der auf, geht der woanders hin in europa…

    Gibts denn irgendwelche amerikanischen Foren, wo sowas diskutiert wird?
    Kennt sich da jemand aus?

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