DFB-Pokal: Frankfurt siegt im Prestigeduell

Von am 4. Dezember 2011 – 18.07 Uhr 51 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat im Viertelfinale des DFB-Pokals zurück in die Erfolgsspur gefunden. Die Frankfurterinnen besiegten Dauerrivale 1. FFC Turbine Potsdam souverän mit 5:1. Auch der FC Bayern München konnte seine Negativserie stoppen, hatte beim SC 07 Bad Neuenahr jedoch deutlich mehr Mühe.

Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung stand es in Bad Neuenahr noch 0:0, und auch im Elfmeterschießen dauerte es lange, bis eine Entscheidung fiel.

Kathrin Längert hält gegen Schult
Mit 6:5 setzte sich am Ende der FC Bayern München durch. Zunächst wurden elf Elfmeter in Folge verwandelt, bevor Kathrin Längert den Schuss ihrer Torhüterkollegin Almuth Schult parierte. Damit hat der FCB seine Negativserie aus der Bundesliga zumindest  vorerst gestoppt, obwohl die Partie unter umgedrehten Vorzeichen begonnen hatte: Während Bad Neuenahr zuletzt drei Spiele in Folge gewonnen hatte, gingen für den FCB vier Bundesligapartien in Serie verloren – der letzte Sieg gelang ausgerechnet in Bad Neuenahr.

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Svenja Huth (Mitte) gelang das 2:0 gegen Potsdam. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Frankfurt dominiert Turbine
Vier Pflichtspiele in Folge hatte zuletzt auch der 1. FFC Frankfurt verloren, doch im Prestigeduell gegen den 1. FFC Turbine Potsdam gelang ein souveräner 5:1 (3:0)-Sieg. „Jeder hat heute gesehen, wer der verdiente Sieger war“, kommentierte Potsdams Trainer Bernd Schröder, denn seine Mannschaft habe „schlecht gespielt“. Schon in der vierten Minute gingen die Frankfurterinnen durch Gina Lewandowski mit 1:0 in Führung, sechs Minuten später erhöhte Svenja Huth per Kopf zum 2:0.

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Fatmire Bajramaj verletzt
Dabei musste Frankfurt unmittelbar vor dem Anstoß einen Rückschlag verkraften, denn Fatmire Bajramaj verletzt sich beim Aufwärmen. Die Nationalspielerin zog sich eine Zerrung im Oberschenkel zu. Für sie rückte Jessica Landström in die Startelf. Die Frankfurterinnen waren von Beginn an die tonangebende Mannschaft. Es sei eine „überragend gute Leistung“ von jeder Akteurin gewesen, so Frankfurts Trainer Sven Kahlert. Noch vor der Pause traf Saskia Bartusiak (30.) zum 3:0.

Frankfurt kann nachlegen
Nach dem Seitenwechsel bot sich den 1.830 Zuschauern ein ähnliches Bild. Frankfurt bestimmte die Partie. „Wir waren einfach diesen Tick geiler, das Spiel zu gewinnen“, so Kahlert. In der 55. Minute traf Kerstin Garefrekes zum 4:0, Jessica Landström gelang in der 81. Minute das 5:0. Den Potsdamerinnen, die auf die angeschlagenen Genoveva Anonma, Babett Peter und Patricia Hanebeck verzichteten, blieb einzig der Ehrentreffer von Viola Odebrecht (88.).

Gütersloh ohne Chance gegen Duisburg
Ein Ehrentreffer blieb dem einzig noch verbliebenen Zweitligisten FSV Gütersloh beim 0:7 (0:3) gegen den FCR 2001 Duisburg verwehrt. Die Duisburgerinnen waren ohne die grippegeschwächte Linda Bresonik nach Gütersloh gefahren, legten aber dennoch stürmisch los. Bis zur Halbzeit trafen Kozue Ando (14.), Alexandra Popp (34.) mit einem spektakulären Fallrückzieher und Mandy Islacker (39.) per Foulelfmeter.

Ketelaer will ins Endspiel
„Wir haben verdient das Halbfinale erreicht“, resümierte FCR-Trainer Marco Ketelaer, dessen Team auch nach dem Wiederanpfiff nicht nachließ. Ando ließ in der 57. und 85. Minute zwei weitere Treffer folgen, und auch Popp (87./90.) traf in der Schlussphase noch zweimal ins Schwarze. „Unser Ziel ist das Endspiel in Köln, da wollen wir hin, und dafür brauchen wir noch einen Sieg“, blickt Ketelaer schon auf die Halbfinals. Die finden über Ostern 2012 (7. bis 9. April) statt.

 

Frauenfußball: Spielszene HSV - Leipzig

Der HSV und Lok Leipzig lieferten sich ein packendes Duell © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Hamburg zittert sich ins Halbfinale
Neben dem 1. FFC Frankfurt und dem FC Bayern München könnte der Gegner auch Hamburger SV heißen. Der HSV siegte im Samstagsspiel mit 3:2 (1:1) gegen den 1. FC Lok Leipzig. Marie-Louise Bagehorn brachte die Elbstädterinnen schon in der siebten Minute durch einen Freistoß in Führung. Doch den Gästen gelang noch vor der Pause durch Erika Szuh der Ausgleich, als die HSV-Abwehr einen Ball nur zu kurz klären konnte (45.).

Bagehorn wird zur Matchwinnerin
Mit einem Doppelschlag in der Schlussphase durch Bagehorn (80.), die erneut einen direkten Freistoß ins Netz setzte, und Maike Timmermann (82.) bescherten die Gastgeberinnen ihrem Gegner das Pokal-Aus, die Ex-Hamburgerin Jobina Lahr konnte nur noch verkürzen (86.).

Die Halbfinalauslosung findet am 21. Dezember im Rahmen der Berichterstattung des Männer-Viertelfinals zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach statt und wird live in der ARD übertragen. Die Lose zieht Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.

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51 Kommentare »

  • Sokrates sagt:

    Warum hat die isländische Torjägerin Vidarsdottir nicht für Turbine gespielt? War sie auch im Pokal noch nicht spielberechtigt? Sie stand nicht einmal im Kader, obwohl sie die angeschlagene Genoveva am besten hätte ersetzen können.

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  • waiiy sagt:

    In den beiden Spielen gegen Duisburg (Hälfte 2) und Frankfurt hat man in meinen Augen auch gesehen, wie sehr Anna Sarholz fehlt. Ja, Alyssa Naeher und auch Ann-Kathrin Berger sind richtig gut Torhüterinnen. Da kann man nichts sagen. Und Fehler kann jede Torhüterin mal machen.

    Aber den Unterschied macht Anna in solchen Spielen aus, wo sie permanent mit Puls 180 im Tor steht und die Abwehr gar nicht dazu kommen lässt, einzuschlafen und zu lethargisch zu werden. Ihre Präsenz ist einfach viel größer auf dem Feld, weil sie vom Charakter her anders ist. Sie ist eben nicht die liebe Pumuckel/Kaba.

    Auf der anderen Seite muss ich völlig Recht geben, dass hinten Alternativen fehlen. Nach dem Weggang von Josi Henning hätte man irgendwie reagieren müssen, zumal Schmidti durch das Spielen im rechten Mittelfeld (wo sie auch wirklich gut ist), nicht mehr in der Abwehr spielt bzw. (wie jetzt gegen Frankfurt) nicht mehr so effektiv auf der Position ist. Da bin ich schon froh, dass sich Jenny auf rechts langsam auf der Position einfindet, was auch lange genug gedauert hat.

    Aber es fehlt eben ein richtiger Backup für Babett. Da braucht man eine souveräne Spielerin, die aber auch die Ruhe hat, nicht mit nach vorn zu gehen. Wenn man nur mit einer zentralen Verteidigerin spielt, kann Inka Wesely die Mittellinie nur überschreiten, wenn dies vor ihr 20 Spielerinnen getan haben und hinter ihr nur noch Alyssa Naeher ist. Und auf der Position muss man halt auch die Abwehr bei Standards dirigieren können.

    Klar, hat Inka jetzt ihre Einsatzzeit bekommen. Aber sie braucht noch viel mehr davon. Ich denke, dass man sie konsequent eine Halbzeit spielen lassen sollten. Mein Konzept wäre, dass man eine der beiden Außenverteidigerinnen zur Halbzeit rausnimmt, Babett auf außen geht (was sie ja kann, wie in der N11 gut bewiesen) und Inka dann die Abwehr steuert. Sollte es dann eng werden, kann man Babett immer noch in die Mitte ziehen, um den Erfolg nicht zu gefährden.

    Das ist halt das Problem, wenn man die beste Verteidigerin hat: Man baut sich keine Alternative auf und verlässt sich zu sehr auf „Miss Zuverlässig“.

    Babett Peter war neben Patricia Hanebeck und Genoveva Anonma eindeutig die Gewinnerin des Spiels am Sonntag.

    waiiy

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  • Frieda sagt:

    Ich muss sagen, dass ich Sarholz zwar für eine sehr gute Torfrau halte, sie aber noch deutlich an ihrem Verhalten arbeiten muss. Denn das „coole Sau“ Image zelebrierte sie gerade in der letzten Saison so ausgiebig (auch im DFB-Pokalspiel gegen Frankfurt), dass sie dadurch für Unruhe und Gefahr gesorgt hat. Es kann natürlich sein, dass ihr die Zwangspause und die erneute Konkurrenz gut getan hat und sie gestärkt aus der Verletzungszeit zurückkehrt.
    Das einzige Problem, dass Naeher haben könnte, wäre die Sprachbarriere und damit verbundene Defizite beim Stellen der Abwehr. In meinen Augen ist sie allerdings eine Bereicherung für Potsdam und auch besser als Berger. Den einen Patzer in Frankfurt müssen wir da mal rauslassen, aber das passiert jeder Torfrau mal und war ganz bestimmt nicht Spielentscheidend.

    Potsdam hat am Sonntag gezeigt, dass sie Probleme im Sturm und der Abwehr haben. Die Stürmer rennen zu oft ins Abseits und sind ausgebrannt. Außerdem haben gute Mannschaften das Spielsystem durchschaut und stellen nun bewusst eine Abseitsfalle.
    In der Abwehr wird zu sehr auf Peter geschaut. Aber auch sie kann diese Saison nicht an die Vorjahresleistung anknüpfen. Vielleicht hat sie die WM noch nicht verarbeitet, oder die Doppelbelastung mit der Bundeswehr ist zu viel. Kemme hat gute Ansätze, wird aber zu oft überlaufen oder ausgespielt und Zietz findet sich erst langsam in ihre neue Rolle ein.

    Bis zum Duisburg-Spiel ist Potsdam mit der gezeigten Leistung immer irgendwie durchgekommen. In der Champions League hatten sie die leichteren Gegner im Vergleich zu Frankfurt. Und so haben manche sich blenden lassen und gedacht, dass die Meisterschaft und mindesten ein Finaleinzug in beiden Pokalen ein Spaziergang wäre. Vielleicht sind sie ja jetzt aufgewacht.

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  • jochen-or sagt:

    @mika
    Du sprichst da einen wesentlichen Punkt des FF an.
    Auch verlieren und erst recht gegen einen zumindest gleichwertigen Gegner mal nach einem Rückstand dagegen zu halten, muss gelernt sein.
    Durch die großen Leistungsunterschiede der Mannschaften beim Frauenfußball gibt es solche Situationen für Spitzenmannschaften selten und sind die Spielerinnen hieran leider nur unzureichend gewöhnt. Es ist aber gerade ein Merkmal einer Klassemannschaft, dass sie mit solchen Situationen umgehen kann.
    Insoweit haben die beiden letzten Spiele gezeigt, dass bei Turbine im psychologischen Bereich aktuell ein Manko besteht – wie es sich ja auch bei der WM bei der Nationalelf gezeigt hat und dort im Spanienspiel zumindest neuerlich andeutete.
    Auch finde ich, dass schon lange – nicht allein wegen des Weggangs von Henning – auch für die Abwehr eine Verstärkung hätte gesucht werden sollen, und zwar auch dort ggf. international, was leichter sein dürfte, als eine Stürmerin zu finden. Vom sportlichen Potential her war und ist und bleibt die Mannschaft im Übrigen top.
    Ich hoffe, dass die jetzige Krise noch rechtzeitig gekommen ist und auch im mentalen Bereich mit der Mannschaft gearbeitet wird, so dass sie aus dem Loch bald heraus kommt. Dies mag bei den Frauen sogar leichter sein als bei den Männern, wo viel mehr Mannschaften ähnlich stark sind.
    Zudem gibt es bald die Pause.
    Aber bitte zuvor kein weiterer Punktverlust!
    Rossiyanka im März 2012 wird mutmaßlich ein ähnliches Kaliber wie der 1.FFC oder der FCR sein – auf jeden Fall kann es da ganz eng zugehen und damit muss die Mannschaft spätestens dann klar kommen.

    @waiiy
    An dem Hinweis auf Felix dürfte was dran sein.
    Ihr manchmal übertrieben wirkendes Selbstbewußtsein dürfte in der jetzigen Situation ein guter „Rückhalt“ und tatsächlich hilfreich sein, auch wenn es an den sportlichen Leistungen von Alyssa nichts zu kritisieren gibt.

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  • hanah sagt:

    Super Frankfurt 😉 Endlich mal wieder ein Sieg!!!!!!! Ich habs gehofft , aber das er so hoch ausfällt hät ich nicht gedacht 😉 Gute Besserung an Lira, ich hoffe sie spielt bald 😉 Frankfurt hats verdient und endlich siegen sie wieder!!!!! In der Liga gehts jetzt ( hoffentlich) wieder nach oben!!! Ich hoffe sie spielen im DFB Pokal gegen Duisburg;)

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  • Sheldon sagt:

    @hanah: Was gemerkt? Ohne Lira gings auf einmal viel besser 😉 Zufall?

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  • be sagt:

    @SF:

    > Ich war auf den DFB-TV-Stream angewiesen! Der allerdings zeigte mir eher das Gegenteil, des von Dir
    > geschilderten Arguments, nämlich dass Cramer gut gelaunt und langanhaltend am Spielfeldrand/Werbebande
    > verweilte und auch Weihnachtsgeschenke in Empfang nahm

    Daran gedacht, dass Cramer aus Hessen kommt und diese Leute vielleicht Verwandte/gute Bekannte von ihr waren? Man sieht auch, dass die Meute sie auch aufgefordert hat, nicht so frustriert drein zu schauen.

    Bei anderen Spielern (und auch bei Cramer zuvor) sah man sehr deutlich, dass sie sich aufgrund der Niederlage nicht des Lebens gefreut haben. Das Tor in der 89. wurde ja auch nicht gefeiert von der Mannschaft.

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  • Detlef sagt:

    @be,
    Die CRAMER-Sippe hatte extra einen Bus gemietet, um ihrem Sproß zusehen zu können!!!
    Es waren also ganz sicher Verwante und Bekannte, die JENNY vielleicht lange nicht gesehen hat!!!
    Aber auch sie hatte am Bus dann wieder die passende Miene zum „bösen“ Spiel!!!

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon: Ja, Zufall. Es ist einfach nur Hetze von Dir.

    Sonst könnte man auch sagen, dass es ohne Maro und Crno bzw. Kim und mit Landström alles besser lief.

    Ich denke, das ist Quatsch. An dem Tag war einfach die Mannschaft so gut eingestellt, dass sie, egal in welcher Aufstellung, immer so dagegen gehalten hätte. Alles andere ist Kaffeesatzleserei und Hetze gegen eine einzelne Spielerin.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Oha, was für harte Worte: Hetze 😉

    Ich will nur feststellen: Es gab von dem Spiel vor drei Wochen zum Spiel am Wochenende 3 Veränderungen. Percival für Thunebro, Lewandowski für Kumagai UND Landström für Bajramaj!

    Und Frankfurt hat 5 Tore erzielt, nachdem sie 358 Minuten lang MIT Bajramaj ohne Tor geblieben waren! Und wer hat das letzte Tor in der Bundesliga gemacht?!?!

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon: Ich denke an viele Beiträge von Dir, in denen die Wörter „Lira“ oder „Bajramaj“ seit der Bekanntgabe des Wechsels nach Frankfurt von Dir vorgekommen sind. Es ist, als wenn einem kleinen Kind das liebste Spielzeug weggenommen wird und das Kind vor Wut dieses Spielzeug auf jede erdenkliche Art nun schlecht macht. Also entweder bis Du schlau und kühl berechnend (wie Du es ja oft bei vielen anderen Themen bist), dann ist es meiner Meinung nach (die ja aber nur für mich zählt) gezielte Hetze oder Du bist wirklich verletzt, dann finde ich die Reaktion eher kindlich.

    Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich Lira als sehr gute Spielerin sehe, die in jedem Spiel den Unterschied machen kann und bei der man eher nach den Ursachen suchen sollte, wenn sie mal nicht so gut auftritt, als sie einfach nur schlecht zu schreiben. Meiner Meinung nach gibt es in Deutschland keine 2. Spielerin, die technisch UND körperlich so gut ist UND diesen Siegeswillen hat.

    waiiy

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