Potsdam spaziert ins Viertelfinale

Von am 10. November 2011 – 20.57 Uhr 36 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat mit einem erneut klaren Sieg bei Glasgow City LFC im Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Women’s Champions League die Runde der besten acht europäischen Teams erreicht.

Nach dem 10:0-Sieg im Hinspiel gelang der auf einigen Positionen veränderten Turbine-Elf auch im Rückspiel beim 7:0 (4:0)-Sieg im Petershill Park von Glasgow ein deutlicher Sieg.

Kunstschuss von Mittag
Die Niederländerin Chantal de Ridder eröffnete mit einem Flachschuss aus 20 Metern früh den Torreigen (5.), Anja Mittag erhöhte kurz darauf mit dem Rücken zum Tor stehend mit einem artistischen Außenristschuss am Fünfmeterraum (10.).

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Anja Mittag

Anja Mittag traf in Glasgow zweimal mit dem Außenrist © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Der technisch, taktisch und konditionell deutlich unterlegene Gegner musste dann mit ansehen, wie Kristin Demann mit einem Schuss von der Strafraumgrenze die Führung ausbaute (20.), ehe erneut De Ridder mit einem Heber gegen die schläfrige Defensive der Schottinnen für den komfortablen Halbzeitstand sorgte (41.).

Auch Draws trifft
In den zweiten 45 Minuten schraubte Turbine das Tempo herunter, kam aber dennoch zu weiteren Torchancen. So traf Mittag erneut per Außenrist zum 5:0 (62.) und setzte sich mit ihrem zweiten Treffer des Tages an die Spitze der Torschützinnenliste der UEFA Women’s Champions League. Die eingewechselte Stefanie Draws konnte sich mit einem Schuss aus elf Metern ebenfalls noch in die Torschützinnenliste eintragen (74.). Isabel Kerschowski setzte per Kopf nach Ecke von Antonia Göransson den Schlusspunkt (87.).

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Auslosung am 17. November
Somit erreichte Potsdam mit einem Gesamtergebnis von 17:0 das Viertelfinale, das am 14./15. und 21./22. März 2012 ausgetragen wird. Die Auslosung für Viertel- und Halbfinale wird am Donnerstag, 17. November, 12 Uhr, am UEFA-Hauptsitz in Nyon vorgenommen.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

36 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Während die personelle Lage bei Frankfurt schon katastrophale Ausmaße annimmt und man dort nur noch auf Notbetrieb agieren kann, kann Potsdam mehr als genug aus dem Vollen schöpfen.
    Gerade durch die guten Leistungen von Wesely und de Ridder steht man jetzt vor einem Luxusproblem:

    Für mich kämen für Sonntag folgende Aufstellungen infrage:

    Berger – Wesely, Peter, Kemme – Schmidt, Zietz, Odebrecht, Göransson – Mittag, Anonma, Nagasato

    Dabei würde Wesely für Hanebeck spielen, Zietz dafür ins Mittelfeld auf ihre angestammte Position rutschen.

    Berger – Zietz, Peter, Kemme – Schmidt, Odebrecht, Mittag, Göransson – de Ridder, Anonma, Nagasato

    Dabei würde de Ridder in die Mannschaft kommen und Mittag in die Mitte auf die Hanebeck-Position rutschen.

    Das wären so meine ersten Vorschläge. Darüber hinaus gibt es natürlich noch die Alternative mit Draws oder eine Art 3-2-3-2-System mit den Spielerinnen des zweiten Systems.

    Mal sehen, was sich Schröder so Schönes einfallen lässt 😉

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  • Mika sagt:

    @Sheldon:
    Finde ich interessant, was du da schreibst. Wie stellst du dir ein 3-2-3-2 System vor? So wie ich Schröders System sehe, schickt er gerne in defensiven Situationen die Außenflügel mit in die Abwehr um eine 5-er Kette zu bilden. Dafür übernehmen die Stürmerinnen oft die Flügelpositionen. Das könnte ich mir auch gegen Frankfurt vorstellen, das die Formation dann eher als eine Art 5-2-3 (oder gar 5-4-1) zu beschreiben wäre, wobei in den offensiven Situationen natürlich wieder zum 3-4-3 übergegangen wird.

    Wesely hat mich gestern nicht so überzeugt, ihr fehlt aber auch die Spielpraxis, und in der Abwehr wäre sie wohl besser gesetzt. Von daher auch meine Zustimmung, dass Zietz noch am ehesten die Konkurrenz für Pattis Position ist. Mittag im Mittelfeld könnte ich mir auch vorstellen, scheint aber sehr unwahrscheinlich. Eigentlich hat sie dafür auch zu viel Torinstinkt. Aber am Sonntag sehe ich dann doch die bisherige Stamm-elf gesetzt. Einzige Frage: Cramer oder Göransson, aber da Antonia in Glasgow gespielt hat, wird es wohl Jenny sein, die anfängt.

    Da muss man auch einfach nochmal sagen: Hut ab, Herr Schröder. Die Entscheidungen, die er fällt, könnte ich nie treffen. Ich bin mir sicher, dass er einen Plan hat.

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  • Mika sagt:

    Übrigens finde ich es interessant, dass die deutsche Männer-Natio jetzt auch hinten mit ner 3-er Kette experimentiert.

    edit: Scheint für sie aber noch nicht so richtig zu klappen. Vielleicht sollte Löw mal den Schröder als Berater einladen.

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  • Detlef sagt:

    Ich glaube bis zur Winterpause wird Schröder noch an PATTI festhalten!!!
    So schnell gibt er nicht zu, daß er sich eventuell mit ihr vertan hat!!!

    Nächstes Jahr ist dann MAGGIE spielberechtigt, und sie verkörpert all das, was PATTI im Moment noch fehlt!!! (Zweikampfhärte, Torinstinkt)

    Im Moment könnte ich mir auch ANJA auf PATTIS Position vorstellen, und dafür dann CHANTAL, ISY oder NATASCHA als 4. Stürmerin!!!
    Käme ANJA auch mental entgegen, weil dann niemand mehr unbedingt erwartet, daß sie Tore schießen muß!!!

    Aber am Sonntag wird sicher wieder PATTI auflaufen, und ich hoffe für sie, daß sie endlich mal die Zweikämpfe, und auch mal selber den Abschluß sucht!!!

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  • Mika sagt:

    @Detlef:

    Ja. Stimmt. Aber die Kritik an Patti kann ich auch nicht ganz verstehen. Sie hat schon etliche Tore vorbereitet, spielt sehr Mannschaftsdienlich, und passt auch sonst gut in das Potsdamer Mittelfeld.

    Bzgl Anja: Aber der Druck scheint sie nicht negativ zu beeinflussen. Ich meine sogar, dass sie den Druck spürt, und dadurch noch besser spielt. Ich meine auch, dass ihre bisherige Torbilanz in der Bundesliga wenig über ihren eigentlichen Beitrag zur Mannschaft aussagt.

    Ich freue mich auch schon auf Maggie, hoffe aber, dass Andonova auch noch ihre Chancen kriegt.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Doch, ich verstehe und teile Detlefs Aussagen über Hanebeck! Ist ja letztendlich, wie ich hier bereits vor ca. 2 Wochen schon schrieb, auch meine Meinung. Ich hatte das auch im Kontext mit Kesslers Verletzung und Wechsel und der damit festzustellenden „Verwaisung“ dieser Schaltzentrale im Turbinespiel kundgetan und meine, dass auch Anja in der von Patricia ungenügend ausgefüllten Position genauso ihre Tore machen wird/würde, wie auch Kessi sie gemacht hat.
    Spielmacher haben so einige Kriterien zu erfüllen und genießen auch einen besonderen Ruf, den sie sich selbst erarbeitet haben, und da gibt es bei Patti eigentlich zu viele Defizite. Das konnte man auch im Donnerstagspiel mehrfach sehen, wo sie, gemessen an der Gegnerschaft, so manches schuldig blieb.
    Vielleicht war Schröders Hypisierung im Zusammenhang mit ihrer Verpflichtung nicht nur übertrieben, sondern auch für Patti kontraproduktiv…

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  • tomdo sagt:

    Hat hier im Forum nicht vor kurzer Zeit noch jemand vehement gefordert, Patti für die Nationalmannschaft zu nominieren?
    Wer war das wohl?

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  • Mika sagt:

    @SF: Ja, ne klassische Spielmacherin ist Patti nicht. Aber Schröder meinte in seinem Lob vor allem, dass sie gut die Bälle verteilen kann, und das tut sie. Spielmachen tun die 3 Stürmerinnen und Viola eh schon genug.

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  • Detlef sagt:

    Ich wollte PATTI auch nicht aus der Startelf schreiben!!!

    Ich glaube wie Schröder (passiert selten genug) an ihre Fähigkeiten!!!
    Sie hatte am Donnerstag so viel Platz, machte aber viel zu wenig daraus!!!

    Hier kommt immer wieder ihre Zweitliga-Mentalität zum Vorschein, nur soviel zu geben, wie vom Gegner abverlangt wird, und kein bisschen mehr!!!
    Das muß sie schleunigst ablegen, denn das guckt sich auch Schröder nicht mehr lange mit an!!!

    TURBINE besitzt mit PATTI, ANJA und GENOVEVA (bald kommt noch MAGGIE) sehr viele technische Topspielerinnen!!!
    Das muß in dieser Saison noch viel mehr zum tragen kommen!!!

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  • Sheldon sagt:

    Leute, was erwartet ihr von der? Ist doch klar, dass das in die Hose ging! Schließlich kannst du von einer 25-jährigen Zweitligaspielerin nicht erwarten, sich einer Mannschaft mit völlig anderem Spielsystem und einem für sie viel zu hohen Niveau anzupassen!

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Das finde ich jetzt ziemlich anmaßend von Dir, über PATTI so abschätzig zu urteilen!!!

    Sie muß mehr investieren, daß sehe ich auch!!!
    Sie hatte dieses Niveau (welches Du ihr absprichst) in Duisburg, und zT auch noch in Hamburg!!!
    Also kann sie es auch wieder erreichen, denn mit 25 ist sie im besten Fußballer-Alter!!!

    Hin und wieder blitzen ihre enormen technischen Fähigkeiten mal auf, aber sie gönnt sich auch oft zu lange Pausen im Spiel!!!

    Mit MAGGIE bekommt sie auf ihrer Position starke Konkurrenz, und spätestens dann muß sie Schröder beweisen, daß seine Vorschußlorbeeren nicht nur leere Worte waren!!!

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  • waiiy sagt:

    Ich denke, dass Patti schon den Stiefel in großen Teilen so spielt, wie es Schröder von ihr erwartet.

    Dass sie Zweikämpfen aus dem Weg geht, wusste man vorher, hat sie auch nie verhehlt.

    Dass sie nicht die laufstärkste Spielerin ist, wusste man vorher, hat sie auch nie verhehlt.

    Dass kreative Spieler/-innen auch mal phasenweise abtauchen, weiß man allgemein auch, ist also auch nicht überraschend.

    Es ist also nichts eingetreten, was überraschend ist bzw. womit Schröder nicht gerechnet hat. Und dass sie echt spielen kann, sieht man an ihren Pässen.

    Dass sie weniger glänzt als erhofft, liegt an etwas ganz anderem: Turbine hat in dieser Saison wohl wie keine andere Mannschaft (auch immer Männerfußball) Tore über die Außenbahnen vorbereitet. Das ist unglaublich, was da vor allem von Bianca Schmidt und Antonia Göransson, aber auch mit Abstrichen von Jennifer Cramer geleistet wird. Und auch Spielerinnen wir Anja Mittag, Viola Odebrecht und Patti selbst oder Genoveva Anonma gehen immer wieder auf den Flügel, um Torsituationen vorzubereiten. Ein so konsequentes Flügelspiel habe ich selten gesehen. Und das ist der Grund, warum durch die Mitte nicht mehr so viel läuft, wie leider in der vergangenen Situation gesehen.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    So, jetzt ist es amtlich: Potsdam gewinnt 2:0 in Frankfurt! Erster Eindruck von mir: Starkes Spiel, was aber mit Beginn der 2. Hälfte zu einer recht faden Partie wurde, weil Potsdam nur noch verwaltete und Frankfurt absolut kein Mittel mehr nach vorne fand!

    Positiv waren bei Potsdam insbesondere Peter, Schmidt und Mittag, aber auch Kemme als Wachhund für Lira, bei Frankfurt war Bartusiak noch die beste Frau auf dem Feld neben Angerer!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Wieso wird eigentlich bei der Nominierung der besten Spielerinnen i.d.R. die Torfrau vergessen? Und damit meine ich auch Natze, aber in erster Linie doch Miss Naeher! Diese Keeperin präsentierte sich heute mit ihrer besten Saisonleistung! Ihre Formkurve, geprägt von Konstanz, hochkonzentrierter Leistungsbereitschaft inkl. Souveränität auf der Linie und in der Tor- bzw. Strafraumbeherrschung, ist schon Spitzenbeleg dafür, dass hier nicht nur eine gute Verpflichtung gelungen ist, sondern das hier jemand mit einer großartigen Perspektive/Karriere das Turbinetor hütet, wo ich hoffe, dass man einen Weg findet, das Teilzeitarbeitsverhältnis zum beiderseitigen Vorteil zu verlängern. Es wäre wirklich schade, wenn Turbine ein CL-Finale ohne sie bestreiten müsste!
    Noch etwas, womit ich nicht einverstanden bin!
    Herr Kahlert wirft seiner Mannschaft vor, nicht wie Potsdam um jeden Ball gekämpft zu haben! Häh, was hat denn der für´n Spiel gesehen oder war das ein Double da in der Ff. Coachingzone?
    Für mich wäre die kämpferische Einstellung der Frankfurterinnen überhaupt kein Kritikpunkt – ich glaube, dieser Versuch eines Rundumschlages fällt ihm auf die Füsse zurück.
    Ansonsten kann ich mir noch keinen Reim darauf machen, wieso die Turbinen beim Stand von 0:2 das Heft des Handelns eigentlich aus der Hand gegeben haben? Ff. konnte doch einen Angriff nach dem anderen spielen und nur die heute nahezu ausnahmslos sicher agierenden Abwehr inkl. Keeperin liessen keine Gegentreffer zu.
    Die 2. HZ war dann relativ niveauarm, die beidseitig vorgenommenen Einwechslungen hinterliessen keine nennenswerte Wirkung, wie auch die Spielerinnen, die dafür weichen mussten.
    Eine Nagasato spielte zwar 90min., diese aber auch so wie bei ihren WM-Einsätzen – nichts Zählbares, was in Erinnerung bleiben wird. Ihre Versprechungen vor dem Gipfeltreffen verblichen zu Makulatur…
    Anonma schloss sich in weiten Teilen ihrer Sturmpartnerin an; positiv, das das Grinsen bei vergebenen Abschlüssen mit zunehmender Spieldauer aus ihrem Gesicht verschwand. Bloss gut, dass ein hoffnungsvolles Cramer-Talent und eine gestandene Mittag die Coolness und Technik abrufen konnten, den verdienten Sieg zu erringen und 3 Punkte mit nach Potsdam zu nehmen.

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  • pinkpanther sagt:

    @SF: Ist das jetzt Jammern auf hohem Niveau?
    Potsdam hat eine geschlossene Mannschaftsleistung abgeliefert und das Spiel verdient gewonnen.
    Anonma führt mit 14 Toren die Torschützinnenliste weiter souverän an, hat die feine Vorlage zum 2:0 gegeben und auch sonst einige gute Szenen gehabt. Warum diese Kritik? Das von dir beobachtete „Grinsen“ sehe ich übrigens nicht kritisch, sondern ist wohl Anonmas Art, sich über eine vergebene Chance zu ärgern.
    Nagasato steht mit 5 Toren an vierter Stelle der Torjägerliste, hat in der CL zuletzt souverän getroffen … auch wenn das heute nicht so ihr Tag war, wieso so kritisch?
    Für mich hat das Spiel ganz klar gezeigt, dass Turbine den Frankfurterinnen momentan als MANNSCHAFT um einiges voraus ist. Kompakter in der Abwehr, im Sturm machen sie die Tore, die sie brauchen, im Mittelfeld aggressiver als Frankfurt – hier hat Kahlert schon irgendwie Recht.
    Und wenn Anonma und Nagasato nicht die Tore machen, dann springen halt andere in die Bresche (heute Mittag und Cramer)…
    In einem stimme ich dir gerne zu: Dass Sven Kahlert jetzt so auf seine Spielerinnen einprügelt, ist alles andere als souverän und spricht Bände über SEINE momentane Verfassung …
    P.S. Ich bin weder Franfurt- noch Turbine-Fan, sondern bzgl. dieses Spiels neutraler Beobachter

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @pinkpanther
    Wie definierst Du Jammern? (Will ich jetzt nicht wirklich von Dir wissen…)
    Interpretiere aber in meine kritische Stellungnahme zum Spiel nichts von dem hinein, was Du u.U. gern machst, und entschuldige bitte, wenn ich nicht gleich und bar jeder Vernunft in Euphorie verfalle, bloss weil meine Turbinen im Brentanobad eben nicht Baden gegangen sind, sondern einen Sieg errungen haben!
    Schönschreiben/-reden war und wird nie meine persönliche Note werden.
    Es gibt immer was zu verbessern und davon gab es auch im gen. Spiel reichlich!
    Und unterschlage mal nicht die Worte über Naeher, die eher Lob auf hohem Niveau beinhalten, um mal Deinen Jargon zu nutzen.

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