Frankfurt siegt dank Eigentor, Torgala von Popp
Im Topspiel des DFB-Pokal-Achtelfinales brauchte Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt ein Eigentor des VfL Wolfsburg, um in die nächste Runde einzuziehen. Turbine Potsdam erreichte das Viertelfinale hingegen genauso mühelos wie der FCR 2001 Duisburg, der dank Nationalstürmerin Alexandra Popp zu einem zweistelligen Sieg kam.
Im heimischen Stadion am Brentanobad behielt der 1. FFC Frankfurt vor 1 520 Zuschauern nach einer mäßigen Leistung mit einem hart erkämpften 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg die Oberhand.
Faißt trifft ins eigene Netz Ein Eigentor von Abwehrspielerin Verena Faißt nach einer Hereingabe von Nationalspielerin Fatmire Bajramaj brachte die Niedersachsen kurz nach Anpfiff zur zweiten Halbzeit auf die Verliererstraße (48.) und machte in einem Duell zweier Teams auf Augenhöhe an diesem Tag den Unterschied. Die Wolfsburgerinnen mussten über weite Strecken der zweiten Halbzeit in Unterzahl spielen, weil Nationalspielerin Lena Goeßling wegen wiederholten Foulspiels in der 54. Minute mit einer Gelb-Rote Karte vom Feld musste.
Frankfurt erleichtert, Wolfsburg enttäuscht Dabei hatten die Wolfsburgerinnen in der ersten Halbzeit beste Chancen ausgelassen, oder fanden ihre Meisterin in Frankfurts Torhüterin Nadine Angerer. Frankfurts Trainer Sven Kahlert meinte nach der Partie erleichtert: “Es ist das erste Mal für mich, dass wir mit 1:0 gewinnen. Natze hat uns in der ersten Halbzeit im Spiel gehalten. In der zweiten Halbzeit haben wir es in Überzahl versäumt, den Gegner laufen zu lassen.” Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann war enttäuscht: “Heute wäre mehr drin gewesen, wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt. Die Niederlage tut weh, denn unser Konzept, druckvoll zu spielen und gut zu stehen, ist aufgegangen.”
Nagasato schießt Potdam zum Sieg Beim 4:1 (1:0)-Sieg gegen Zweitligist VfL Sindelfingen brachte die japanische Weltmeisterin Yuki Nagasato ihr Team mit einem Abstauber in Führung (16.) und erhöhte nach der Pause per Kopf zum 2:0 (53.). Inka Wesely erzielte nach Flanke von Genoveva Anonma einen weiteren Kopfballtreffer (68.) und die niederländische Nationalspielerin Chantal de Ridder schloss einen schönen Alleingang mit einem Schuss aus zehn Metern ab (79.). Die bei den Gästen bereits früh eingewechselte Nicole Loipersberger erzielte den Ehrentreffer (80.).
Duisburg gewinnt zweistellig Der FCR 2001 Duisburg gewann gegen Zweitligist Herforder SV mit 10:0 (5:0). Spielerin des Spiels war Nationalstürmerin Alexandra Popp, die allein sechs Treffer erzielte (18., 21., 53, 57, 67., 74.). Die weiteren Tore gegen die überforderten Westfälinnen erzielten Simone Laudehr (8.), Barbara Müller (27.), Linda Bresonik (41.) und Gülhiye Cengiz (47.). Bei Duisburg kam die niederländische Neuverpflichtung Petra Hogewoning erstmals in der Startformation zum Einsatz.
Vorgaben perfekt umgesetzt Duisburgs Trainer Marco Ketelaer freute sich: „Auch wenn wir gegen einen Zweitligisten gespielt haben, muss man erst einmal zehn Tore schießen. Besonders zufrieden bin ich, weil wir vieles exakt so umgesetzt haben wie es im Training geübt wurde. Schön auch, dass Spielerinnen aus der sogenannten zweiten Reihe voll überzeugt haben.“
Bayern siegt nach Verlängerung Der FC Bayern München benötigte die Verlängerung, um den FF USV Jena mit 2:0 (0:0, 0:0) niederzuringen. Lena Lotzen (94.) und die eingewechselte Isabell Bachor (110.) schossen die Münchnerinnen in die nächste Runde, die bereits in der Bundesliga vor wenigen Wochen bei 1:1 gegen den Gegner aus Thüringen mächtig Mühe hatten.
Da Mabi trifft dreimal bei Neuenahr-Sieg Bundesliga-Schlusslicht SC 07 Bad Neuenahr gewann gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 3:1 (2:0) und konnte Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben in der Bundesliga tanken. Bei den Gastgeberinnen war Verlass auf Nationalstürmerin Célia Okoyino da Mbabi, die ihr Team im Alleingang (26., 41. 69. Foulelfmeter) zum Erfolg schoss, für Hoffenheim traf Christine Schneider (76.).
HSV beendet Heimfluch Ebenfalls im Viertelfinale steht der Hamburger SV, der nach vier Heimniederlagen in der Liga zu einem verdienten 2:0 (0:0)-Sieg gegen den SC Freiburg kam, nachdem die Hanseatinnen schon vor einigen Wochen das Bundesligaduell im Breisgau mit 3:2 gewannen. Maike Timmermann traf für den HSV anfangs der zweiten Halbzeit (48.), Aferdita Kameraj machte den Sieg perfekt (86.), als Freiburg in Unterzahl agierte, nachdem Stéphanie Wendlinger wegen Meckerns eine Viertelstunde vor Schluss die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.
Leipzig dreht Partie In einem weiteren Duell zwischen Erster und Zweiter Liga behielt der 1. FC Lok Leipzig gegen den FV Löchgau beim 6:1 (3:1)-Sieg klar die Oberhand. Allerdings musste der Bundesligist nach dem Treffer von Jasmin Klotz (11.) zunächst einem Rückstand hinterherlaufen, doch ein verwandelter Foulelfmeter der Ex-Duisburgerin Anne van Bonn (20.) sowie Treffer von Gabriella Toth (35.) und Marlene Ebermann (39.) sorgten noch vor der Pause für die Vorentscheidung. Angelina Lübcke (63.), Anne Heller (70.) und Marie-Luise Herrmann (81.) schraubten das Ergebnis in der zweiten Halbzeit in die Höhe.
Bremen ausgeschieden In einem reinen Zweitligaduell setzte sich der FSV Gütersloh 2009 mit 2:1 (1:1, 0:0) gegen den SV Werder Bremen durch. Angelika Widowski (22.) brachte ihr Team Führung, Maren Wallenhorst glich für die Gäste aus (40.). Doch die 17-jährige Annabel Jäger sorgte für Jubel im Lager der Gastgeberinnen (107.).
Termine Die Viertelfinalpartien werden noch in diesem Jahr am 4. Dezember ausgetragen. Die beiden Halbfinalspiele stehen am 8. April 2012 auf dem Programm, ehe am 12. Mai das Finale in Köln stattfinden wird.
DFB-Pokal, Achtelfinale, Ergebnisse im Überblick
- FC Lok Leipzig – FV Löchgau 6:1 (3:1) 1. FFC Frankfurt – VfL Wolfsburg 1:0 (0:0) Hamburger SV – SC Freiburg 2:0 (0:0) 1. FFC Turbine Potsdam – VfL Sindelfingen 4:1 (1:0) FC Bayern München – FF USV Jena 2:0 n.V. (0:0, 0:0) SC 07 Bad Neuenahr – TSG 1899 Hoffenheim 3:1 (2:0) FSV Gütersloh 2009 – SV Werder Bremen 2:1 n.V. (1:1, 0:0) FCR 2001 Duisburg – Herforder SV 10:0 (5:0)