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2011

Härtetest für neue DFB-Elf

Heute Abend trifft die deutsche Frauenfußball- Nationalelf in einem Testspiel in Hamburg auf den WM-Dritten Schweden ( ab 17.50 Uhr live in der ARD ). Und das Duell mit den Skandinavierinnen dürfte wertvolle Aufschlüsse über das derzeitige Leistungsvermögen der neu formierten DFB-Elf liefern.

Denn beim 4:1 gegen die Schweiz und dem 3:0 in Rumänien in der EM-Qualifikation reichte jeweils eine durchschnittliche Leistung, um die drei Punkte zu ergattern, richtig gefordert wurde die DFB-Elf in diesen beiden Partien nicht. Das Spiel gegen Schweden wird laut Bundestrainerin Silvia Neid eine “Standortbestimmung für jede Einzelne und die gesamte Mannschaft.”

Bartusiak wieder fit Denn gegen den Weltranglistenfünften wird die nach den Abgängen von Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes und Ariane Hingst umformierte deutsche Mannschaft auf größeren Widerstand treffen. Zudem fehlen wegen Verletzungen Kim Kulig, Dzsenifer Marozsan und Célia Okoyino da Mbabi , die Ausfälle sind laut Bundestrainerin “schwer zu kompensieren”. Hinzu kommt, dass Verteidigerin Babett Peter wegen eines Feldwebel-Lehrgangs nicht zur Verfügung steht . Zumindest Saskia Bartusiak ist allerdings rechtzeitig zu diesem Frauenfußball-Klassiker wieder fit geworden, die Frankfurterin wird wieder ihren angestammten Platz in der Innenverteidigung neben Annike Krahn einnehmen.

Tickets kein Kassenschlager Doch der wird von der Öffentlichkeit alles andere als gut angenommen. Nur enttäuschende 9 000 Tickets gingen bisher im Vorverkauf weg, die fetten Jahre, als selbst gegen wenig attraktive Gegner fast 20 000 Zuschauer ins Stadion kamen, scheinen erst einmal vorbei zu sein. Hauptsache fünfstellig, so lautet die neue Devise. Trotzdem freut sich Bundestrainerin Silvia Neid auf die Kulisse am Millerntor . „Die Atmosphäre im Millerntor-Stadion bei Spielen des FC St. Pauli ist ja legendär – es wäre schön, wenn wir am Mittwoch Ähnliches erleben würden.“

Findungsphase Man darf gespannt sein, ob die DFB-Elf an der Stärke des Gegners wachsen wird und sich ein Stück des verloren gegangenen Selbstvertrauens zurückholen kann. Neid hofft, dass dann auch anders als am vergangenen Samstag die Abspiele besser klappen, die Fehlpassquote reduziert und das Zweikampfverhalten verbessert wird. Doch allzu hoch scheinen die Erwartungen nicht zu sein: „Wir wissen, dass wir noch Zeit brauchen, um uns zu finden. Die Mannschaft muss sich entwickeln. Viele Spielerinnen müssen noch in ihre neue Rolle hineinwachsen und lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen“, so Neid.

Prestigeduell In der Vergangenheit waren die direkten Duelle zwischen Deutschland und Schweden heiß umkämpft. „Wenn man gegen Deutschland spielt, geht es auch immer ums Prestige“, erklärt Schwedens Trainer Thomas Dennerby , der ebenfalls nicht seine stärkste Formation aufbieten kann . So fehlen Josefine Öqvist, die Knieprobleme plagen, und auch die kürzlich in die russische Liga zum zum WFC Rossiyanka gewechselte Sofia Jakobsson, die noch mit den Nachwehen einer Fußverletzung kämpft.

Olympia und Heim-EM im Blickfeld Für die Schwedinnen ist der Vergleich mit Deutschland das erste Spiel nach der Weltmeisterschaft und zugleich der Auftakt in die Vorbereitung zum Olympischen Frauenfußball-Turnier 2012 in London, bevor gleich im Jahr darauf auf die Schwedinnen in der Europameisterschaft im eigenen Land ein weiteres Highlight wartet. Doch die Deutschen wollen auf heimischem Boden dem Gegner das Leben so schwer wie möglich machen. “Wir wollen gewinnen und beweisen, dass wir besser sind, als wir das bei der WM gezeigt haben”, so Neid.

Gelingt der deutschen U17 die Qualifikation für die WM?