Hope Powell traininert das Team GB

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Wenig überraschend wurde heute bekannt, dass Englands Nationaltrainerin Hope Powell bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr die Auswahl des Gastgebers Großbritannien trainieren wird. Damit steht die Trainerin fest, das Team allerdings noch lange nicht.

Schon seit Jahren herrscht Streit zwischen den Fußballverbänden in Großbritannien. Schottland, Wales und Nordirland fürchten langfristig um ihre Eigenständigkeit, wenn sie sich an einem gemeinsamen „Team GB“ beteiligen und haben es ihren Spielerinnen daher untersagt, im Falle einer Nominierung aufzulaufen.

Unterschiedliche Reaktionen
Schottische und walisische Kandidatinnen mit Chance auf Nominierung gibt es einige, und die gehen mit dem zum Politikum gewordenen „Team GB“ unterschiedlich um. Schottlands Julie Fleeting hat bereits verkündet, erst gar nicht nominiert werden zu wollen. Die Waliserin Jess Fishlock hat offen erklärt, sich ihre Chancen in der Nationalmannschaft nicht verbauen zu wollen, indem sie sich gegen den Verband stellt. Anders sieht das Kim Little. Die schottische Stürmerin von Arsenal LFC wolle sich an ein Verbot ihres Verbandes nicht halten, sollte sie eine Nominierung erhalten. Ob eine 21-Jährige das allerdings im Fall der Fälle auch durchziehen würde, bleibt wohl abzuwarten.

Hope Powell
Hope Powell steht bei den Olympischen Spielen an der Seitenlinie. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Naheliegende Wahl Hope Powell
So sieht es momentan danach aus, als sollte die englische Nationalmannschaft im kommenden Jahr als „Team GB“ antreten, entsprechend war die Wahl der Trainerin wenig überraschend. Im Vorfeld hatten sich einige mögliche KandidatInnen selbst ins Gespräch gebracht, wie Estlands englischer Nationaltrainer Keith Boanas und Emma Hayes, früher Assistenztrainerin bei Arsenal, dann in die US-amerikanische Profiliga gewechselt. Chancen wurden beiden jedoch kaum eingeräumt.

„Ich bin erfreut, in der Position zu sein, ein Team in ein solch berühmtes Turnier führen zu dürfen. Ich wünschte, es würde schon morgen beginnen“, freute sich Powell.

Doch zunächst beginnt der lange Nominierungsprozess. Spielerinnen werden ab jetzt gesichtet, dabei auch Akteurinnen aus Schottland, Wales und Nordirland, und nach ihrem Interesse gefragt. Ob das besteht und wie die jeweiligen „kleinen“ Fußballverbände damit umgehen, werden die kommenden Monate zeigen.

Letzte Aktualisierung am 20.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Frieda
Frieda

Das passt ja mal wieder prima. Alle bekommen es mit dem Team GB hin, nur die Fußballer nicht und hier meine ich beide Geschlechter.

berggruen1
berggruen1

Naja, ich glaube kaum, dass man es den Walisern und den Schotten vorwerfen kann, wenn sie so ihre Vorbehalte haben, in einem „Team GB“ auflaufen zu müssen. Die Fußballer haben halt das Glück, dass sie eigene, starke Verbände in den jeweiligen Ländern haben im Ggs. zu anderen Sportarten. Da aber genau liegt der Unterschied: die nationalen Fußballverbände sind vor der Fifa gegründet worden und auch vor den NOK. – Wir wünschen uns alle, dass der einzelne Sportler sich seinem Land, seiner Heimat verbunden fühlt (was für eine Diskussion um die Deutsch-Türken entbrannt ist), aber fordern gleichzeitig, dass sich Waliser, Schotten,… Weiterlesen »

ballander
ballander

oh mein gott, ich wusste gar nicht, dass es dort noch so provinziell zugeht. meines erachtens sollten sich alle provinzfürsten der verbände mal an einen tisch setzen und eine lösung erarbeiten, wie man die traditionelle identität und ein gemeinsames auftreten im team GB unter einen hut bekommt. ich finde es super traurig, dass spielerinnen in eine situation gezwungen werden, in der man nur verlieren kann. sich zu wünschen, nicht nominiert zu werden, ist doch grausam! also liebe funktionäre, setzt euch hin und macht eure hausaufgaben, damit die spielerinnen eine zukunft haben, auf die sie sich freuen können, stolz sein können,… Weiterlesen »

Frieda
Frieda

Nein, man sollte es eben nicht respektieren. Briten treten nun mal bei den olympischen Spielen als Briten an und nicht als Engländer, Waliser, Schotten oder Nordiren. Das klappt wie gesagt in allen Sportarten und entspricht auch dem olympischen Charakter. Selbst im Rugby (und hier bin ich mir ziemlich sicher, dass die Rugbyverbände älter sind als die Fußballverbände oder zumindest gleich alt) schaffen es die Nationen, sich zu dem Lions Team zusammen zu schließen. Da sind dann sogar die Iren dabei und die sind ja immer sehr ängstlich doch noch mal ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Dafür brauchen sie noch nicht mal… Weiterlesen »

berggruen1
berggruen1

@ballander: Ich glaube nicht, dass das eine Entscheidung ist, die von Sportfunktionären zu treffen ist. Das ist nicht deren Aufgabe! Es ist eine historische gewachsene, in vielen verschiedenen Phasen verkettete Zu- bzw. Abneigung zwischen Schottland, Wales, England und – am Einfachsten zu erkennen – Nord-Irland. Das hat Nichts mit Sport zu tun, sondern mit Politik und Geschichte. Es ist auch nicht so einfach zu lösen wie die Frage der 48 Kleinstaaten auf dem Gebiet der Deutschen. Vergleichbar wäre es eher mit einem „großdeutschen“ Reich, also wenn zusätzlich zur Bundesrepublik noch Länder wie Niederlande, Belgien, Österreich… dabei wären und sie der… Weiterlesen »

karl
karl

Schottland haette kein Problem gemeinsam mit Nordirland und Wales aufzulaufen , aber diese drei haben ,wenn auch sehr alte Ressentiments gegen England. Heutzutage meist nur noch spuerbar in Witzen und Spruechen , aber es haelt sich. In Schottland ist man als Amerikaner oder Deutscher als Gast beliebter als Englaender. und das beruht durchaus auf Gegenseitigkeit denn auch die Englaender fahren nicht so gerne nach Schottland und machen Witze ueber die Schotten. Auch die Sprache differiert etwas , etwa so wie deutsch und schweizer deutsch.

ballander
ballander

ihr habt beide recht. das thema hat eine nicht zu unterschätzende politische dimension. das habe ich auch nicht in frage gestellt. politik ist aber immer auch eine gestaltungsaufgabe. und da passiert mir einfach zu wenig, um zu einer vertretbaren lösung zu kommen. das wollte ich zum ausdruck bringen. ich habe eine abneigung gegen dieses strukturkonservative beharrungsverhalten, das jeden blick dafür verliert, sich neuen wegen zu öffnen. ich halte es für möglich, BEIDES unter einen hut zu bekommen: traditionen und geschichte zu bewahren und gleichsam ein team gb zu formieren. das setzt aber voraus, dass alle verbände ein gemeinsames ziel vor… Weiterlesen »

Frieda
Frieda

„Viele Schotten, Waliser oder Nordiren fühlen sich eben nicht als “Briten” sondern haben ein tiefes Nationalgefühl.“ Das stimmt zwar einerseits, und in der Stadt wo ich aufgewachsen bin, sind Leute die ein England Jersey trugen gerne mal ins Hafenbecken befördert worden. Allerdings haben wir alle gerne und mit viel Stolz das Lions Jersey getragen, auch wenn da die u.A. die englische Rose im Wappen ist. Manchmal ist es nämlich doch möglich, die Nationalität zurück zu stellen. Was es Rugby Spielern aus Irland, England, Wales Nordirland und Schottland bedeutet, dieses Wappen auf der Brust zu tragen sieht man hier: https://j.mp/nsDOmm Und… Weiterlesen »

WalesGER
WalesGER

Ich stimme Nora da voll und ganz zu…das Problem ist ein historisches und über die Jahre mehr und mehr gewachsenes Problem, dass mit einzelnen Nationalitäten zu tun hat..die Waliser sind eben keine Briten, die Schotte ebenfalls nicht…. der Rest von Europa spricht im Allgemeinen immer von ENGLAND und meint damit aber oft GBrittanien mit allen einzelnen Nationen! das ist eben falsch- England ist nur ein Teil von Grossbrittanien und das United Kingdom ist eben schon lange nicht mehr united!! eigentlich war es das noch nie! das eigentlich Problem hier ist, dass der ganze MIST (um es mal in aller deutlichkeit… Weiterlesen »

berggruen1
berggruen1

Ja, nur mit dem Unterschied, dass die USA immer ein gemischtes Volk waren und auf ihr eines Land sehr, sehr stolz sind – trotz aller Probleme und trotz aller Auseinandersetzungen und trotz Konkurrenzkampfes innerhalb der einzelnen Bundesländer. Nach außen sind sie immer US-Amerikaner. Das ist bei vielen Walisern, Schotten, Engländern und Iren in Bezug auf GB eben nicht der Fall. Im Rugby (ich habe mich einmal schlau gemacht;-), da es zugegebenermaßen nicht mein Sport ist) werden aber oftmals Spieler eingesetzt, die als „Amateure“ in ihren Nationalmannschaften häufig eben nicht eingesetzt werden. Zurzeit läuft aber wohl auch eine Diskussion darüber, ob… Weiterlesen »

FFFan
FFFan

Lassen wir mal alle Überlegungen zu Nationalstolz und Partikularismus beiseite und konzentrieren uns aufs rein Sportliche: Am erfolgversprechendsten ist es wohl, mit der eingespielten englischen Nationalmannschaft anzutreten. An Hope Powells Stelle würde ich jedenfalls genau das tun. Es wäre schwierig, mit Spielerinnen aus England, Schottland, Wales und Nordirland in kurzer Zeit eine schlagkräftige Einheit zu formen. Ein ähnlicher Versuch ist mit der „großdeutschen“ Mannschaft bei der WM 1938 schon einmal grandios gescheitert (auch wenn der Vergleich zugegebenermaßen etwas hinkt). Allenfalls macht es Sinn, die englische Mannschaft mit einzelnen starken Spielerinnen vor allem aus Schottland (Kim Little; Jennifer Beattie) zu verstärken,… Weiterlesen »