Die Tops und Flops der Wochen 34 und 35/2011
Im Mittelpunkt der Tops und Flops stehen diesmal unter anderem zwei Neulinge in der A-Nationalmannschaft, ein Mini-Boom in Frankreich und der Facebook-Erfolg eines Bundesligisten, aber auch verpatzte Saisonstarts, Teams außer Tritt und ein Liveticker, der seinen Namen nicht verdient.
Bayern-Duo schafft Sprung in DFB-Elf Bundestrainerin Silvia Neid geht nach der verpatzten WM auf Schmusekurs mit dem FC Bayern München . Nach Torhüterin Kathrin Längert wurde nun für das EM-Qualifikationsspiel am 17. September in Augsburg gegen die Schweiz auch Julia Simic erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen. Und das, obwohl den Münchnerinnen der Saisonauftakt mit zwei Niederlagen in drei Spielen misslang.
Frankreich entdeckt Liebe zum Frauenfußball Der WM-Boom ist anderswo: Erst kamen in Frankreich mehr als 18 000 Zuschauer zum Länderspiel gegen Polen, dann sahen 2 500 Zuschauer ein Testspiel von Olympique Lyonnais in Grenoble. Und zum Start der neuen französischen Saison sahen gar 9 000 Zuschauer, unter ihnen Nationaltrainer Bruno Bini, das 10:0 für den Champions-League-Sieger beim Aufsteiger FC Vendenheim im Meinau-Stadion von Straßburg. Zu den anderen Spielen kamen zwar jeweils nur ein paar hundert Zuschauer, doch der Gesamttrend ist positiv.
Frecher Aufsteiger Aufsteiger SC Freiburg hat sich binnen kurzer Zeit eine Menge Respekt in Liga eins verschafft. Nach dem Remis in Bad Neuenahr bezwang die Elf von Milorad Pilipovic den FC Bayern München, dann widerstand das Team bei der 0:2-Niederlage mehr als 70 Minuten lang Meister 1. FFC Turbine Potsdam . „Das war ein Arbeitssieg gegen einen SC Freiburg, der in die Bundesliga gehört“, zollte Turbine-Kapitänin Jennifer Zietz Lob.
Neue Ligen, neue Wettbewerbsformate Am Sonntag begann in Spanien die neue Frauenfußball-Saison. Und endlich hat man der Liga ein vernünftiges Wettbewerbsformat verpasst. 18 Teams treffen an 34 Spieltagen der Primera División jeweils in Hin- und Rückspiel aufeinander, die deutsche Männer-Bundesliga lässt grüßen. Vorbei die Zeiten der Ligen A1, B1, C1 und A2, B2, C2. Auch in anderen Ländern tut sich etwas: In der Republik Irland startet im November die erste Frauenfußball-Liga, in Belgien und den Niederlanden denkt man über eine gemeinsame Superliga ab der Saison 2012/13 nach.
Bayern ist auf Facebook spitze In den Sportpark Aschheim verlieren sich im Schnitt nur ein paar hundert Gäste, doch zumindest auf Facebook sind die Frauen des FC Bayern München ein Publikumsmagnet. Am vergangenen Wochenende wurde der Fan Nr. 10 000 auf der Facebook-Seite der Bayern begrüßt. Dazu wurde eigens ein FCB-Trikot mit Aufdruck „10.000“ angefertigt, das beim nächsten Heimspiel am 2. Oktober gegen den FF USV Jena verlost wird.
Bundesliga verliert Inka Grings Nach dem Rücktritt von Birgit Prinz hat die Frauenfußball-Bundesliga binnen kurzer Zeit ihr zweites Aushängeschild verloren. Inka Grings wird in Zukunft die Fußballschuhe nach 16 Jahren beim FCR 2001 Duisburg zusammen mit ihrer früheren Teamkollegin Sonja Fuss für den FC Zürich Frauen in der Schweizer Nationalliga A schnüren . Beim Tabellenführer erhofft man sich durch die Verpflichtung neuen Schwung für den Frauenfußball und die Liga – zum vorigen Heimspiel gegen Meister Young Boys kamen gerade einmal 320 Zuschauer.
Missglückte Saisonstarts Verpatzter Saisonstart – unter diesem Motto finden sich nach drei Spieltagen der ersten und zwei Spieltagen der zweiten Liga gleich mehrere Teams wieder. So hat der FC Bayern München nach drei Spielen bereits zwei Niederlagen zu Buche stehen, in der 2. Bundesliga Nord mussten die Aufsteiger Mellendorfer TV und FF USV Jena II bereits bitteres Lehrgeld zahlen. Und in der 2. Bundesliga Süd bekam auch der hoffnungsvolle Aufsteiger ETSV Würzburg zu spüren, dass die Trauben nicht in den Himmel wachsen. In der Schweiz ziert Meister Young Boys gar nach vier Niederlagen aus den ersten vier Spielen das Tabellenende.
Liveticker als Ärgernis Der Liveticker zur Frauenfußball-Bundesliga auf der DFB-Website bereitet auch in der Saison 2011/12 nur wenig Freude. So wurde am 2. Spieltag eine 0:1-Heimniederlage des VfL Wolfsburg gegen den SC 07 Bad Neuenahr als Endstand vermeldet, obwohl das Spiel 1:1 endete. Am vergangenen Sonntag wurde der Ticker gar nur sporadisch aktualisiert – so stand es zwischen Potsdam und Freiburg im Liveticker 0:0, als Potsdam bereits 2:0 vorne lag, aus Bad Neuenahr wurde ein 0:1-Rückstand vermeldet, als es in Wirklichkeit 2:3 stand und somit bereits vier weitere Tore gefallen waren. Eingefleischte Frauenfußball-Fans weichen schon seit längerer Zeit auf den Ticker eines chinesischen Anbieters aus – der ist auch in Sachen Frauenfußball-Bundesliga immer aktuell.
Umeå geht die Puste aus Noch vor einigen Wochen war Umeå IK in der schwedischen Damallsvenskan ein Titelkandidat, der sogar kurzzeitig die Tabellenspitze von LdB Malmö übernahm. Doch nach dem Remis gegen Piteå und den Niederlagen gegen Kristianstads und Tyresö sind die Nordschwedinnen mit sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenführer nur noch Vierter, vom Titel redet sechs Spieltage vor Schluss niemand mehr.
U16-Nachwuchs außer Tritt Es ist wohl die schlechteste Bilanz, die ein deutsches Nachwuchsteam in den vergangenen Jahren aufzuweisen hat. So konnte die U16 in bisher sechs Spielen im Jahr 2011 nur einmal gegen Finnland gewinnen, zuletzt gab es bei zwei Spielen im Allgäu trotz Führung jeweils 2:3-Niederlagen gegen die Nachbarländer Österreich und die Schweiz.