In der Zweiten Liga Nord wird aufgerüstet
In den vergangenen Jahren waren die Meisterschaften in der Zweiten Bundesliga Nord stets klare Angelegenheiten. Nicht selten waren Mannschaften vom ersten bis zum letzten Spieltag dominant – doch das könnte in diesem Jahr anders werden, denn mehrere Kandidaten haben das Zeug, oben mitzuspielen.
Auf dem dritten Tabellenplatz beendete der 1. FFC Turbine Potsdam II die vergangene Saison. Traditionell spielen die Brandenburgerinnen um die Meisterschaft mit. Aufsteigen werden jedoch andere, denn dies ist der Reserve eines Erstligisten nicht erlaubt.
Lübars und Bremen mit Perspektive Wichtige Rollen im Kampf um die vorderen Plätze können der SV Werder Bremen und der 1. FC Lübars spielen. Beide Mannschaften haben zahlungskräftige Proficlubs im Hintergrund – Lübars kooperiert mit Hertha BSC Berlin . Im vergangenen Jahr war man auf beiden Seiten nicht unglücklich, dass es im Endspurt nicht für ganz oben gereicht hat. „Zu früh“ war die einhellige Aussage. Doch auch wenn insbesondere Bremen das Unternehmen Erste Bundesliga betont langsam angeht, hat man auch dort das klare Ziel des mittelfristigen Erstligaaufstiegs.
Meppen auf Einkaufstour in Polen Der SV Victoria Gersten ist all die Jahre in der Zweiten Bundesliga dabei gewesen. Doch auch wenn die Mannschaft von Trainerin Maria Reisinger immer mal wieder oben anklopfte, waren die Möglichkeiten der Emsländerinnen im Verein dennoch beschränkt. Nun hat sich die Mannschaft dem SV Meppen angeschlossen, um auch strukturell einen Schritt nach vorne zu tun. Der SV ist ein eingespieltes Team, hat kaum Abgänge zu verzeichnen, dafür aber eine lange Liste bei den Neuzugängen. Mit Marta Sega, Ewa Zyla und Agata Manczynska kamen unter andrem gleich drei Spielerinnen von Unia Raciborz aus Polen.
Cloppenburg will angreifen Weit imposanter liest sich allerdings die Liste der Neuzugänge beim BV Cloppenburg. Im vergangenen Jahr ist das Team von Trainerin Tanja Schulte nur knapp dem Abstieg entgangen, jetzt wollen die Niedersächsinnen oben mitmischen. Viele Spielerinnen hat Schulte in die zweite Mannschaft degradiert, ersetzt wurden sie mit für Zweitligaverhältnisse hochkarätigen Neuzugängen – an der Spitze Marie Pollmann und Verena Aschauer von Schultes Ex-Club Herforder SV sowie Imke Wübbenhorst aus Hamburg. Nach dem schweren ersten Zweitligajahr wird es jetzt vor allem darum gehen, sich oben festzusetzen – ob Leistung und Konstanz für ganz oben reichen, bleibt abzuwarten.
Wie stark ist Herford? Hinter der Leistungsstärke des Herforder SV steht dagegen ein großes Fragezeichen. Nach dem letzten Bundesligaabstieg 2008/2009 gelang der direkte Wiederaufstieg – doch damals blieb das Team zusammen. Jetzt hat der Verein wichtige Abgänge zu verzeichnen; neben Pollmann und Aschauer auch Laura Feiersinger, Sabrina Schlottmann, Heleen Jaques sowie Spielführerin Kerstin Nolte, die ihre Karriere beendet. Die Abgänge wurden vor allem mit Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft kompensiert, denn der Abstieg bedeutete für Herford einen schmerzhaften finanziellen Einschnitt. Um den Aufstieg werden die Ostwestfälinnen wohl nicht spielen, aber ein guter und stabiler Mittelfeldplatz ist im „Aufbaujahr“, wie es der Verein nennt, Pflicht.
Kampf um Perspektive und gegen den Abstieg Kandidat für einen stabilen Mittelfeldplatz sind darüber hinaus „Dauerbrenner“ FSV Gütersloh sowie der FFC Oldesloe. Wobei beide Mannschaften perspektivisch schauen müssen, nicht dauerhaft im „Niemandsland“ der Zweiten Liga zu stehen. Auch hier wird, wie durch andere Clubs deutlich gemacht, aufgerüstet. Auf Augenhöhe dieser Clubs könnte die Bundesligareserve des FCR 2001 Duisburg landen, die in diesem Jahr in der Nordstaffel antritt. In den Kampf gegen den Abstieg geraten könnten der FFC Magdeburg sowie die Aufsteiger FF USV Jena II und der Mellendorfer TV.