Bundesliga-Ausblick: Die untere Tabellenhälfte
In Teil zwei unserer Saisonvorschau auf die Frauenfußball- Bundesliga werfen wir einen Blick auf die Teams, die unserer Meinung nach die Plätze 7 bis 12 unter sich ausmachen werden.
Wie schlägt sich der neue HSV? In der vergangenen Saison war der Hamburger SV mit Platz 4 das Überraschungsteam der Saison. Doch Abgänge wie die von Kim Kulig, Ana-Maria Crnogorcevic (beide 1. FFC Frankfurt), Antonia Göransson ( 1. FFC Turbine Potsdam ) und fünf weiteren Spielerinnen haben das Team merklich geschwächt. Es bleibt abzuwarten, inwiefern Neuzugänge wie Marie-Louise Bagehorn und Jessica Wich (beide 1. FFC Turbine Potsdam) oder die aus den USA zurückgekehrte Friederike Engel sowie die frisch verpflichtete Kristina Brenner dies kompensieren können. An die Super-Saison aus dem Vorjahr werden die Hanseatinnen sicherlich nicht anknüpfen können.
Duisburger Duo soll Bayer helfen Mit zwei ehemaligen Spielerinnen des FCR 2001 Duisburg hat Bayer 04 Leverkusen seinen Kader verstärkt. Marina Hegering und Turid Knaak sollen helfen, dass die Werkself auch in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Doch wann Hegering ihre hartnäckigen Fersenprobleme endgültig überwunden haben wird und wieder ihre volle Leistung wird abrufen können, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Außer den beiden verstärkte sich das Team nur aus der eigenen Jugend. Die hohen Testspielsiege gegen unterklassige Teams sind kein echter Fingerzeig, das Auftaktprogramm mit Spielen gegen München, Potsdam und Duisburg hat es zudem in sich. Dennoch sollte das Team erneut in der Lage sein, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.
Freiburg gut gerüstet Nach dem Abstieg aus der ersten Liga gelang dem SC Freiburg ein souveräner Durchmarsch in der 2. Bundesliga Süd und der sofortige Wiederaufstieg. Mit cleveren Verstärkungen wie der Schweizer Nationalspielerin Caroline Abbé (vorher FC Yverdon Féminin), Hasret Kayikci (FCR 2001 Duisburg) und Chioma Igwe aus den USA (Bay Area Breeze) scheint das Team bestens gerüstet, den Anforderungen der ersten Liga diesmal besser gewachsen zu sein. Auch wenn Trainer Milorad Pilipovic zum Saisonauftakt wegen Länderspiel-Abstellungen (Isabelle Meyer, Caroline Abbé) und einigen Verletzungen (Stéphanie Wendliner, Alisa Schmidt, Sonja Giraud, Isabella Schmid) nicht seinen besten Kader zur Verfügung haben wird, sollte das Team eine ordentliche Rolle in der Liga spielen können.
Jena mit Top-Trainerin, aber ohne Top-Stürmerin Wie groß ist der Voss-Tecklenburg-Faktor? Die Hoffnungen beim FF USV Jena ruhen ganz auf der neuen Trainerin Martina Voss-Tecklenburg , die das Team aus Thüringen vor dem Abstieg bewahren und in ein ruhigeres Fahrwasser führen soll. Vor allem der Abgang von Genoveva Anonma schmerzt, die in der Vorsaison mehr als die Hälfte aller Treffer ihres Teams erzielte. Doch Neuzugänge wie der von Mirte Roelvink (FCR 2001 Duisburg) oder der neuseeländischen Nationalspielerin Amber Hearn sollen dazu beitragen, dass das Team schnellstmöglich mit dem Abstieg nichts mehr zu tun hat. Dank „gesunder Hierarchie“ im Kader ist Voss-Tecklenburg optimistisch, dieses Ziel erreichen zu können.
Für Essen und Leipzig wird es eng Auch für die SG Essen-Schönebeck wird es darum gehen, dem Abstiegsgespenst zu entkommen, daran ändert auch die Verpflichtung von Nationaltorhüterin Ursula Holl nichts. Gleich elf Abgänge hat das Team zu verzeichnen, acht Neuzugänge sollen dies kompensieren, die meisten von ihnen aus unterklassigen Teams. Besonders optimistisch scheinen die Fans nicht zu sein, denn eine geplante Fan-Fahrt zum Auftaktspiel nach Frankfurt wurde wegen des geringen Interesses abgesagt. Dabei gelangen zum Abschluss der Vorbereitung bei einem Turnier in Belgien Siege gegen den RSC Anderlecht und ADO Den Haag sowie ein Remis gegen Standard Fémina de Liège.
Für Aufsteiger 1. FC Lokomotive Leipzig kann das Ziel in der Debütsaison der ersten Liga nur der Klassenerhalt sein. Mit der ehemaligen Trainer des HSV II, Claudia von Lanken“ sowie einigen namhaften Neuverpflichtungen wie Anne van Bonn (FCR 2001 Duisburg) oder den Hamburgerinnen Angelina Lübcke und Jobina Jahr sowie Torhüterin Gaëlle Thalmann aus der Schweiz soll der Abstieg verhindert werden. Doch das dürfte ein überaus schwieriges Unterfangen werden.