Sympathien verscherzt
“My Game is Fairplay“, heißt einer der Wahlsprüche des Fußball-Weltverbands FIFA. Doch ausgerechnet Teile der DFB-Delegation zeigten sich beim Finale zwischen Japan und den USA zum Abschluss der WM im Frankfurter Stadion alles andere als von der fairen und respektvollen Seite.
“Wir wollen den beiden Finalisten unsere Wertschätzung und unseren Respekt ausdrücken und als gute Gastgeber auftreten“, erklärte DFB-Managerin Doris Fitschen vor dem Besuch des Spiels. Doch vor den Stadiontoren schienen einige die guten Vorsätze und Manieren gleichermaßen abgestreift zu haben. Es mag Zufall sein, dass auch auf der DFB-Website der Beitrag mit besagtem Zitat nicht mehr abrufbar ist.
Mehr Jubel als beim deutschen Tor Kann man den etwas zu überschwänglichen und übertriebenen Jubel von Bundestrainerin Silvia Neid und Fitschen beim Ausgleich der Japanerinnen zum 1:1 noch mit etwas gutem Willen nicht als Schadenfreude werten, waren die Reaktionen der deutschen Spielerinnen im Elfmeterschießen nach dem verschossenen Elfmeter der Amerikanerin Tobin Heath gleichermaßen unzweideutig wie unfair, peinlich und respektlos.
Respektloses Verhalten Torhüterin Nadine Angerer riss sich freudestrahlend den Hut vom Kopf, Linda Bresonik quittierte den US-Fauxpas mit geballten Fäusten und einem hämischen Lachen im Gesicht, Angerer machte ihrer Freude über den Lapsus der Amerikanerinnen dann noch per Handschlag mit Annike Krahn und Kim Kulig Luft.
Dass man als Sportlerin einen sportlichen Tiefschlag eines gegnerischen Teams in einem derart bedeutenden Spiel mit solcher Häme überzieht, dürfte die deutschen wie amerikanischen Fans unter den mehr als 15 Millionen Zuschauern an den TV-Schirmen gleichermaßen empört und verärgert haben, die dies live in der heimischen Stube miterleben durften. Die DFB-Elf hat sich Sympathien verscherzt.
Wahre Größe ist anderswo Was Wertschätzung und Respekt über Worthülsen hinaus wirklich bedeuten, zeigte Abby Wambach nach dem verlorenen Finale, die es sich trotz tiefer Enttäuschung nicht nehmen ließ, jeder japanischen Spielerin einzeln noch auf dem Rasen zum Titelgewinn zu gratulieren . „Es ist nicht einfach, dem Sieger nach so einem Spiel zu gratulieren. Aber sie haben es verdient, zu gewinnen. Es war richtig, das zu tun.“ Nicht nur in der Weltrangliste sind die Amerikanerinnen den Deutschen einen Schritt voraus.