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2011

Dramatik pur bei US-Sieg gegen Brasilien

Dresden- Der Weltranglistenerste USA steht nach einem dramatischen Viertelfinale im Halbfinale der Frauen-WM. In Unterzahl rettete Abby Wambach die Amerikanerinnen in der Nachspielzeit der Verlängerung ins Elfmeterschießen, in dem Ally Krieger den entscheidenden Elfmeter verwandelte.

Beim 7:5 (2:2, 1:1, 0:1)-Sieg nach Elfmeterschießen gingen die Amerikanerinnen zwar durch ein Eigentor von Daiane (2.) früh in Führung, doch Martas verwandelter Foulelfmeter (68.) und ein weiterer Treffer der Weltfußballerin zu Beginn der Nachspielzeit (92.) schienen die Partie zugunsten der Brasilianerinnen zu drehen. Doch Abby Wambach gelang per Kopf in der 121. Minute der Ausgleich, im Elfmeterschießen trafen dann alle Amerikanerinnen, während Daiane zur tragischen Heldin wurde, da sie als Einzige nicht vom Punkt traf.

Marta gefasst, Wambach begeistert Marta nahm das WM-Aus mit Fassung: “Wir haben uns nichts vorzuwerfen, uns hat in der regulären Spielzeit hier kein Gegner bezwungen und zu einem Aus im Elfmeterschießen gehört auch immer Pech.” Für Abby Wambach gehört die Partie “schon jetzt zu den Top 3″ ihrer Karriere. “Wenn wir Weltmeister werden, wird das vielleicht sogar mein Top-1-Spiel”, erklärte sie nach der Partie.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, da schlug Shannon Boxx eine scharfe Hereingabe von links hinein, der Klärungsversuch von Brasiliens Verteidigerin Daiane landete im eigenen Netz zur 1:0-Führung der USA – das bisher schnellste Tor der Frauen-WM in Deutschland.

Starker US-Beginn Brasilien musste sich erst einmal sammeln, die USA hätten daraus fast Kapital geschlagen, als Brasiliens Torhüterin Andreia einen Freistoß von US-Kapitänin Christie Rampone nur knapp vor Abby Wambach zur Ecke klärte (12.) und Amy LePeilbet nach Fehler von Cristiane das Gehäuse nur knapp verfehlte (17.).

Marta kommt ins Rollen Doch der Südamerikameister fand nach und nach besser in die Partie, eine Aline-Kopfball sorgte für ein erstes Ausrufezeichen, nachdem Hope Solo an einer Ecke von Marta vorbeigegriffen hatte (22.). Die fünffache Weltfußballerin leistete sich kurz darauf ein packendes Laufduell mit der 36-jährigen Rampone, konnte diese aber nicht entscheidend abhängen und verzog übers Tor (23.).

Latte rettet Solo Die USA zeigten die reifere Spielanlage, doch die Brasilianerinnen deuteten immer häufiger ihre individuelle Klasse an. So ging ein Formiga-Schuss übers Tor (27.), Solo hielt einen Versuch von Cristiane aus 20 Metern sicher (36.). Zwei Minuten später sah die US-Keeperin nicht gut aus, als sie einen Heber von Fabiana unterschätzte, doch die Latte kam ihr zu Hilfe (38.). Die letzte Chance der ersten Halbzeit gehörte aber den Amerikanerinnen, Boxx‘ Schuss aus 16 Metern wurde aber sichere Beute von Andreia (43.).

Lloyd köpft an die Latte Die zweite Halbzeit begann verhalten, doch nach einer Stunde änderte sich dies, als Christiane mit einem schönen Schuss Solo zu einer Parade zwang (60.). Doch die Amerikanerinnen kamen einem zweiten Treffer nahe, als Carli Lloyd nach Freistoß der eingewechselten Megan Rapinoe einen Kopfball an die Latte setzte (63.).

Fragwürdige Entscheidungen Zwei Minuten später überschlugen sich die Ereignisse, Marta düpierte im Strafraum Rampone und Rachel Buehler, Schiedsrichterin Jacqui Melksham zeigte Buehler für das anschließende Foul an Marta eine harte Rote Karte und entschied auf Elfmeter. Den hielt Solo gegen Cristiane nur scheinbar, denn Melksham ließ den Elfmeter wiederholen, diesmal trat Marta an und verwandelte zum 1:1 (68.). Brasilien witterte mit personeller Überzahl nun Morgenluft, doch die Amerikanerinnen hielten dagegen, so dass es in die Verlängerung ging.

Martas Schuss ins Glück Die Nachspielzeit war kaum angepfiffen, da hob Maurine eine Flanke unweit der Eckfahne nach innen, Marta traf den Ball zentral zwar nicht richtig, doch via Innenpfosten landete der Ball zur 2:1-Führung im Netz (92.). Doch die US-Spielerinnen bissen auf die Zähne, Andreia drehte einen Wambach-Schuss mit den Fingerspitzen in Weltklassemanier um den Pfosten (98.). Auf der Gegenseite zeichnete sich Solo bei einer Ecke von Marta aus (101.).

Wambach gleicht in Schlusssekunden aus In der zweiten Halbzeit der Verlängerung ergriffen die USA trotz Unterzahl noch einmal die Initiative. Mit lauten „Come-On-Rufen“ trieb Wambach ihre Mitspielerinnen noch einmal an, die Fans waren auf Seiten der Amerikanerinnen, nachdem Erika eine Verletzung vortäuschte und dafür Gelb sah (117.). Carli Lloyd versuchte es noch einmal mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (120.), doch die Zeit lief den Amerikanerinnen davon. Doch dann schlug Rapinoe eine Maßflanke in den Strafraum, Wambach nickte zum viel umjubelten Ausgleich ein (120.+2). Das Spiel nahm endgültig eine Wendung, die das kitschigste Hollywood-Drehbuch nicht hätte besser schreiben können.

Daiane wird zur tragischen Heldin Doch noch war nicht Schluss, Solo musste noch einmal gegen Marta klären (120.+3), bevor es ins Elfmeterschießen ging, in dem Daiane nach ihrem Eigentor zur tragischen Heldin wurde, da sie als einzige ihren Elfmeter verschoss, Solo hingegen nach ihrer bitteren Ausbootung vor vier Jahren zur Matchwinnerin aufstieg.

1:0 Boxx 1:1 Cristiane 2:1 Lloyd 2:2 Marta 3:2 Wambach 3:2 Daiane verschießt 4:2 Rapinoe 4:3 Erika 5:3 Krieger