Marta führt Brasilien ins Viertelfinale

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Die brasilianische Frauenfußball-Nationalmannschaft hat bei der Frauen-WM auch ihr zweites Gruppenspiel gewonnen. Gegen Norwegen feierte das Team einen klaren Sieg, der allerdings durch eine Fehlentscheidung eingeleitet wurde.

Beim 3:0 (1:0)-Sieg vor ausverkauftem Haus in Wolfsburg brachte die fünffache Weltfußballerin Marta ihr Team mit einem irregulären Treffer in Führung (22.). Norwegen verschlief den Beginn der zweiten Halbzeit und wurde durch Rosana (46.) und wiederum Marta (48.) gnadenlos bestraft.

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Guter Beginn von Norwegen
Die Norwegerinnen starteten gut und hatten gegen die Brasilianerinnen, die zunächst Abstimmungsprobleme im Aufbauspiel hatten, die erste Chance. Doch der Schuss von Madeleine Giske aus elf Metern war zu harmlos, um Torhüterin Andreia vor echte Probleme zu stellen (18.).

Irregulärer Treffer von Marta
Wenige Minuten später ging Brasilien in Führung: Marta brachte im Laufduell Nora Holstad Berge zu regelwidrig zu Fall, ließ im Strafraum mit zwei Übersteigern Maren Mjelde aussteigen und verwertete mit einem platzierten Schuss zur zu diesem Zeitpunkt eher schmeichelhaften Führung (22.).

Bruch im norwegischen Spiel
Doch Norwegen verlor durch den Rückstand seine Linie, Brasilien beherrschte nach und nach das Geschehen, Norwegens Torhüterin Ingrid Hjelmseth lenkte einen Distanzschuss von Rosana über die Latte (42.). Doch wer gedacht hatte, die Skandinavierinnen würden in den zweiten 45 Minuten wieder besser ins Spiel finden, sah sich getäuscht.

Marta
Zwei Tore gegen Norwegen: Marta ist bei der WM angekommen © Hanna Urbaniak

Teurer Doppelschlag
Kurz nach Wiederanpfiff kam Marta im Mittelfeld an den Ball, stürmte auf und davon und hatte das Auge, den Ball quer auf den rechten Flügel zu legen, von dort verwertete Rosana mit einem trockenen Schuss zum 2:0 (46.). Und nur kurz darauf war die Partie entschieden, als Marta einen Fehler von Mjelde ausnutzte und aus sieben Metern den Ball gegen den Lauf von Hjelmseth ins Netz schob (48.) – zwei schnelle Gegentreffer, die Norwegen noch teuer zu stehen kommen könnten, denn gegen Australien muss nun wegen des schlechteren Torverhältnisses ein Sieg her, um ins Viertelfinale einzuziehen.

Nur eine Chance
Norwegen versuchte zwar noch einmal in die Partiezurückzufinden, doch Brasilien hatte das Geschehen fest im Griff. Nach Kopfballvorlage der eingewechselten Cecilie Pedersen hatte Giske die Chance zum Anschlusstreffer, doch sie hob den Ball übers Tor (83.). Die Brasilianerinnen spielten die Schlussminuten herunter und haben sich durch den Erfolg bereits sicher fürs Viertelfinale qualifiziert.

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Letzte Aktualisierung am 15.09.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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laasee
laasee

At WM the football has been very good and all games are competitive.
Zuschauer numbers have been brilliant – the best aspect of the tournament.

Negative is the referees.
Again today there have been very bad decisions – especially the handball and the the first goal of Marta.

karl
karl

Marta hat offenbar von der FIFA die Lizenz zum foulen. Es sieht so aus als koenne man auch mit gekonnten Fouls , sehenswerten Schwalben und ziemlich viel gemecker Weltfussballerin werden, was meiner Meinung nach ne Menge ueber diesen Titel aussagt…

MatzeM
MatzeM

@karl

nicht zu vergessen, Karten für die Gegner zu fordern wie z.B. im WM-Finale gegen Deutschland. Irgendwie hält sich meine Sympathie für sie sehr in Grenzen.

Aber die Norwegerinnen haben heute leider den schwachen Eindruck aus dem Testspiel bestätigt. Da fand ja überhaupt keine Spieleröffnung und Spielaufbau durch die Verteidigung und die Sechser statt. Nur lange Bälle nach vorne zu schlagen reicht eben auch gegen Brasilien nicht, obwohl die hinten alles andere als sattelfest waren. Eine Übermannschaft sind die nicht. USA und Japan schätze ich deutlich stärker ein.

Matze

Rainer
Rainer

Wenn Marta einen Freifahrtschein hätte, dann hätte auch Kerstin Garefrekes dasselbe Papier, denn das Fuehrungstor Deutschlands gegen Kanada war ebenso irregulär wie das heute von Brasilien.
Aber Fussball ist halt nicht Schach und die Spielerin, die nicht drueckt und schiebt und schubst gibt es nicht auf diesem Niveau. Leider haben es die Schiedsrichterinnen versäumt, Freistösse fuer Kanada und Norwegen zu pfeifen und somit beiden WM-Favoriten wichtige, irreguläre Fuehrungstore zuerkannt.
Nebenbei waren Martas Aktionen endlich Weltklasse. Bislang haben wir nur wenig Glanzpunkte in diesem Turnier gesehen.

Ute
Ute

wie man mit einem Foul-Tor auch noch zur besten Spielerin des Spiels gekürt werden kann, sagt auch einiges über DIESEN Titel aus, dafür um so mehr über die weiterhin miserablen Schierieleistungen… haben die denn gar nix dazugelernt seit der EM, ich hab da echt grad ein Deja Vu – fand das damals auch schon unterirdisch, da reißen sich die Spielerinnen den Hintern auf, verbessern sich stetig, nur die Schieries verpfeifen weiterhin unterirdisch…Da würde ich auch lieber auf männliche Schieries zurückgreifen, hauptsache die pfeifen gut (Gleichberechtigung mal anders rum gefordert 😉 aber nein, die Fifa steht ja auf multikulti, hauptsache eine… Weiterlesen »

Jennifer
Jennifer

Als ich heute herausfand, dass Kari Seitz das Spiel pfeifen wird, war ich echt froh. Hatten wir ja schon soviele Fehlentscheidungen gesehen. Es handelt sich hier um eine erfahrene Schieri, die schon viele Internationale und Nationale Spiele gepfiffen hat und außerdem schon seit über 10 Jahren für die Fifa pfeift. Aber ihre heutige Leistung ist mir auch unerklärlich. So ein Foul (und auch noch weitere) ist eigentlich schwer zu übersehen. Die Schieri-Leistungen müssen Anlass für Diskussionen bei der Fifa geben, aber das will der Blatter ja nicht. Es ärgert mich auch für Norwegen. Anfangs hielten sie eigentlich noch ganz gut… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

Marta hat sich heute nicht anders gegeben, als man sie schon seit Jahren sieht. Sie hat natürlich fußballerisch die größten Möglichkeiten. Aber menschlich wird sie sich wohl nie ändern. Das ist auch ein Grund, warum Brasilien auch diesmal wieder nicht den Titel holen wird.

Und für mich ist es auch unverständlich, dass jemand „Weltfußballerin des Jahres“ werden kann, wenn die Vorbildwirkung nur in so mäßig vorhanden ist. Fairness gehört auch da dazu. Gut Fußball spielen und eine große Fußballerin zu sein, sind verschiedene Dinge.

waiiy

laasee
laasee

At WM 2007 Final, Brazil were an embarrassment with their antics in the tunnel before the game.
Then in the game, Marta missed a penalty. Football ‚karma‘?

Also, in the semi-final with USA at WM 2007, the Brazil players had a very bad attitude and were always attempting to influence the referee.
They succeeded in doing so.
Then in Olympic 2008 Final, USA beat Brazil. Football ‚karma‘?

Brazil are a very talented team but sadly they also have a big attitude problem.
I have far more respect for a team such as Japan, who attempt to play good football with a good attitude.

KarlMai
KarlMai

Marta hat das Spiel gestern mit der exzellenten Vorlage zum 2-0 und dem Tor zum 3-0 entschieden. Daher ist die Auszeichnung als prägendste „Spielerin des Spiels“ nachvollziehbar. Was immer man moralisch von ihr halten mag. Bei einer Auszeichnung fürs Gesamtwerk wie der Weltfußballer-Wahl können und sollten in der Tat auch noch andere Gesichtspunkte als die reine Leistung in einem Spiel eine Rolle spielen. Da kann man dann auch Akzente für eine gewisse Art des Verhaltens/Fair-play setzen mit seiner Wahl. Oder eben nicht. Aber diese Diskussion jetzt schon wieder aufzuwärmen… das können wir uns doch noch für Dezember aufheben, wenn es… Weiterlesen »

Probiersmalmit...
Probiersmalmit...

Am besten lässt man die Wahl „Spielerin des Spiels“ fallen.
Wenn die Schiedsrichterinnen nicht in der Lage sind die Rahmenbe-
dingungen zu schaffen, die eines Frauenfussballspiels würdig sind.
Foulspiel gibt es immer nur der Vorsatz wird vom Publikum meist besser erkannt als vom Schirigespann. Deshalb wird die Wahl oft mit
Unverständnis quittiert. Denn Spielerin des Spiels zu sein und mit
bewusster Unfairness aufzufallen darf kein Vorbild werden. Sollte
aber der Fussball die Gesellschaft widerspiegeln dann fehlen noch die Auszeichnungen: beste Blutgrätsche; elegantester Ellbogencheck usw.

Camulos
Camulos

@Markus Juchem: Ich muss deine Ansicht hier scharf korrigieren: Ein Foul wird nicht anders bewertet, nur weil es die Schiedsrichtern nicht gesehen hat. Es darf auch niemals sein, dass Spielerinnen sich im Recht fühlen, wenn sie ein Foul begangen haben, dieses aber nicht gesehen wurde. Was wäre, wenn wir deinen Gedanken auf das Alltagsleben übertragen und zulassen würden, dass all Schandtaten gut, prächtig und toll sind, solange man sich dabei nicht erwischen lässt ? Das wäre doch das Ende unser Kultur. Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn eine Spielern mal den Kopf verliert und sich wie Marta so ein Tor… Weiterlesen »

eisbär
eisbär

Und ich gebe Markus Juchem vollkommen Recht. Wenn es um Marta geht, wird oft mit zweierlei Maß gemessen. Wenn sie für Deutschland spielen würde, würde man sich über ihre Aktionen niemals so aufregen, wie es jetzt der Fall ist. Ich kann mich noch ganz genau an das BL-Spiel zwischen TP und FCR Duisburg in der Saison 2009/2010 erinnern, als Bajramaj Krahn in die Hacken gelaufen ist, die Schiedsrichterin nicht gepfiffen hat und Bajramaj so alleine aufs Tor zulief und das 1:0 duch Mittag vorbereitete. Da wurde Bajramaj auch nicht für ihr Foulspiel kritisiert. Ich mache ihr da auch kein Vorwurf,… Weiterlesen »

berggruen1
berggruen1

@eisbär: Jo, in einer idealen Welt ;-). Es ist schon ein Unterschied, ob man ein Foul auf dem Fußballplatz begeht oder ob etwa Jemand einen anderen über den Tisch zieht oder die Handtasche klaut (um die „harmloseren“ Straftaten aufzuführen). Heftige Fouls, die nicht gesehen und auf dem Platz geahndet werden, können ja sogar noch nachträglich bestraft werden. Ich habe mir Martas Foul vor dem 1:0 mehrfach angeschaut – Foul ja, aber in der BuLi nahezu Usus – in beide Richtungen und diversen Varianten. Etwas Anderes waren die ausgefahrenen Ellbogen und eingesprungenen Doppelaxel beim Nigeria-Deutschland-Spiel… Dort wurde zum Teil fahrlässig die… Weiterlesen »

Probiersmalmit...
Probiersmalmit...

Karls als gut bewerteter Kommentar ist sehr gut und wird auch durch die Pfiffe im Stadion gestützt. Deshalb kann die Problematik, bewusste Voteilsbeschaffung mit unfairen Mitteln, nur an einer besonders beachteten Spielerin festgemacht werden, damit das nicht zur Regel wird.

karl
karl

Es geht ja nicht nur um das foul das zum ersten Tor gefuehrt hat. Ich finde dass Marta fouls generell von der Schiedsrichterschaft nicht als solche gesehen werden oder zumindest nicht gepfiffen werden. Da gabs ja auch noch ne sehenswerte Schwalbe kurz nach dem 1:0 kurz vor dem eigenen Strafraum. Deshalb spreche ich von einer Lizenz zum foulen. Dass auch mal andere Spielerinnen mit annaehernd aehnlichen fouls durchkommen mag stimmen, aber Marta kommt eben immer damit durch. Es entsteht der Eindruck dass wenn sie jemanden foult sie auch noch den Freistoss bekommt. Ob die Schiedsrichter das aus Angst vor ihrem… Weiterlesen »

Camulos
Camulos

@Markus Juchem Du hast einfach keine Argumente. Du versuchst ein unrecht runterzuspielen, indem du die Schuld der Schiedsrichterin gibst. Das schreit doch zum Himmel. Für jeden war folgendes ersichtlich: 1. Sie hat die Spielerin absichtlich und wissendlich umgeworfen. Ihre Hände hatten dort einfach nichts verloren. Das sie dieses weiss, garantiert ihre langjährige Erfahrung. 2. Sie hat sich nicht entschuldigt. 3. Sie hat auch weiterhin versucht die Entscheidungen der Schiedsrichterin zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Hier helfen bloß drakonische Maßnahmen um sicherzustellen, dass diese Spielerin zukünftig nicht mehr derartig ein Spiel beeinflussen kann, denn eine Besserung kann unter diesen Umständen nicht… Weiterlesen »

karl
karl

Die Vergleiche mit dem Garefrekes Tor gegen Canada oder dem Da Mbabi Tor gegen Nordkorea hinken gewaltig:

Ich hab mir die Scenen nochmal angesehn und finde nicht dass sich Garefrekes aufgestuetzt hat , sie wurde unterlaufen.

Da Mbabi hat ihre Gegenspielerin mit so ner Art Hueftschwung behindert , das erscheint mir im Bereich des erlaubten. Wenn es doch nicht erlaubt sein sollte ist es sicherlich fuer eine Schiedsrichterin schwerer zu erkennen als das beidhaendige Niederringen gestern….

laasee
laasee

@Camulos. I agree with your comments. Also, the top players at WM must take responsibility – they are role models and should set the correct example to the children who watch the games. Marta clearly fouled. The refereee made a wrong decision. After the game, Marta should just have been honest and admitted that she made a foul. She could have been diplomatic and say that she was expecting the referee to whistle and was surprised that the referee did not. For FF the PR benfits of this WM will be immense. Negative PR should be avoided. Players, coaches, official… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

@Markus Juchem: Ja, ich denke auch, dass Marta mit anderen Maßstäben gemessen wird als viele andere Spielerinnen. Und das ist richtig so, da sie ja auch einen anderen Anspruch hat und auch anders bezahlt und geehrt wird. Das tut mir leid für sich. Aber wenn sie sich und andere sie als nicht so tolle Spielerin ansehen würden, würde sie auch anders bewertet werden. Auch in Deutschland werden einige Spieler anders bewertet (z.B. Prinz und Bajramaj). Das liegt genau an diesen Dingen. Wenn man das nicht will, muss man alle gleich machen. Das will doch aber keiner. Herausheben kann man sich… Weiterlesen »