Deutschland – Nigeria: die Spielerinnen in der Einzelkritik

Von am 1. Juli 2011 – 13.21 Uhr 26 Kommentare

Womensoccer wirft einen Blick auf die Leistung der deutschen Spielerinnen beim hart erkämpften 1:0-Sieg gegen Nigeria im zweiten Gruppenspiel der Frauenfußball-WM in Deutschland.

Nadine Angerer: Wie schon gegen Kanada hatte sich auch gegen Nigeria nicht all zu viel tun, da die Viererkette vor ihr die gegnerischen Angriffe frühzeitig stoppte. Bekam in der Schlussphase ebenfalls die harte Gangart der Westafrikanerinnen zu spüren.

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Note: 3

Linda Bresonik: Steigerte sich im Abwehrverhalten im Vergleich zum Eröffnungsspiel und hatte die rechte Außenbahn im Griff. Offensiv könnte sie sich noch etwas häufiger in das Angriffsspiel der DFB-Elf einschalten.

Note: 2,5

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Annike Krahn: Kämpfte, rackerte und dirigierte die Viererkette umsichtig gegen die schnellen Spitzen der Afrikanerinnen. Ließ nur wenig anbrennen und wurde einen Tag vor ihrem Geburtstag zu ihrer eigenen Überraschung zur Spielerin des Spiels ausgezeichnet.

Note: 2

Saskia Bartusiak: Auch sie bot eine überwiegend souveräne Partie, ihren obligatorischen Schnitzer hatte sie allerdings erneut, als in der ersten Halbzeit Sarah Michael fast daraus Kapital geschlagen hätte. Dennoch: Auch die Frankfurterin hat sich gesteigert.

Note: 3

Babett Peter: Ähnlich wie Bresonik ließ Peter über ihre Abwehrseite kaum Angriffe der Nigerianerinnen zu. Versuchte sich nur selten offensiv, konnte dort aber keine wesentlichen Akzente setzen. Musste ein hartes Foul von Rita Chikwelu einstecken.

Note: 2,5

Kim Kulig: Mit körperlicher Präsenz und physischer Robustheit sicherte sie das defensive Mittelfeld ab. Ging gelegentlich mit nach vorne und probierte es mit Distanzschüssen, leistete sich aber auch gelegentlich Abspielfehler.

Note: 3

Simone Laudehr

Simone Laudehr avancierte zur Matchwinnerin gegen Nigeria © Nora Kruse / ff-archiv.de

Simone Laudehr: Ging gegen Nigeria lange Wege und wurde mit dem Treffer zum 1:0 belohnt, als ihr der Ball vor die Füße fiel. Hatte auch in der Anfangsphase eine gute Torchance, leistete sich aber auch Abspielfehler. War aber deutlich aktiver als im Eröffnungsspiel und mit die Beste.

Note: 2

Kerstin Garefrekes: War sie im Eröffnungsspiel noch die beste, fiel sie gegen Nigeria deutlich ab. Gegen die schnellen nigerianischen Abwehrspielerinnen kam sie nie richtig zu ihrem Spiel, obwohl sie sich sowohl links wie rechts bemühte, Löcher zu reißen.

Note: 4

Célia Okoyino da Mbabi: Auch sie kam bei weitem nicht an die Leistung aus dem Kanada-Spiel ran und entwickelt nur selten Torgefahr. Fand immer wieder ihre Meisterin in Nigerias starker Verteidigerin Fatih Ikidi. Wechselte später auf den Flügel, schlug die Flanke, die zum Tor führte.

Note: 3,5

Melanie Behringer: Bis zur ihrer Verletzung nach einer halben Stunde war Melanie Behringer eine der stärksten Spielerinnen im deutschen Team. Versuchte immer wieder den Ball nach vorne zu tragen, blieb aber auch häufiger hängen.

Note: 2,5

Birgit Prinz: Gegen die schnellen Nigerianerinnen sah die deutsche Rekordnationalspielerin in den Laufduellen schlecht aus, doch immer wieder rannte sie die gegnerische Defensive an. Tut sich in der inzwischen ungewohnten Position als Sturmspitze schwer. Wirkte verbittert, als sie in der 53. Minute vom Feld musste.

Note: 4

Alexandra Popp: Gegen den robusten Gegner konnte auch sie ihre Vorzüge nicht so gut zur Geltung bringen wie noch gegen Kanada. Zeigte aber erneut guten Einsatz und war am Führungstreffer beteiligt. Schloss aber manchmal zu früh ihre Torschüsse ab.

Note: 3

Inka Grings: Leitete per Hacke den Freistoß von Da Mbabi weiter, der zum Tor führte. Wirkte lebendiger und spritziger als zum WM-Auftakt.

Note: 2,5

Fatmire Bajramaj: Kam erst in der 87. Minute aufs Feld und somit zu spät für eine Bewertung.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

26 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Erny
    Ich habe Verständnis für die von Dir so (miss-)interpretierte Reaktion von BP! […]
    Das sind adrenalingetränkte Emotionen pur und genehmige ich allemale!
    Das Interview mit ihr hinterher, brauchte ich daher gar nicht, um sie zu verstehen, ihre Motivation zu erfahren. Da wirkte sie bereits wieder souverän, gefasst und kritisch!
    Mach´ also aus ´ner Mücke keinen Elefanten, sonst wird Berty böse mit Dir! 😀

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • waiiy sagt:

    @laasee:

    So sehr, wie ich auch die Leistungen von Inka Grings in den vergangenen Spielen kritisiert habe, habe ich auch gesagt, dass sie es drauf hat, sich da rauszuziehen, weil sie eine richtig gute Stürmerin ist. Gestern das Spiel kam ihr da sehr entgegen. Sie war sicher auch nicht gut, wie das ganze Team nicht.

    Aber es gab Spielerinnen, die mit Wucht gegen die Überhärte angegangen sind. Das waren Popp, Grings, Bresonik, Laudehr. Und es gehört auch Kulig dazu, die auch Fouls ausgeteilt hat. Das sehe ich aber nicht negativ. Gestern musste man das tun und Zeichen setzen, zumal die Gefahr von gelben Karten sehr gering war.

    Da waren andere Spieler viel zu lieb wie Da Mbabi, Prinz und Garefrekes.

    Schade, dass Bajramaj nicht eher kam. Sie kann herrlich verbissen spielen und wird mit jedem Foul, was sie bekommt, verbissener. Das hätte gestern gut gepasst.

    Also ich hoffe, dass Inka nun noch mehr Gas gibt und sich den Platz in der Startelf zurückerkämpft (den sie aber auch zurecht hergegeben hatte). Birgit Prinz leistet da ja gute Schützenhilfe. Da wird wohl ein Platz frei in der Offensive… 😉

    waiiy

    PS: Natürlich kann Birgit Prinz von Anfang an spielen… aber nur für 15 Minuten… 😉

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  • laasee sagt:

    @waiiy

    „PS: Natürlich kann Birgit Prinz von Anfang an spielen… aber nur für 15 Minuten.“

    hehe. hmmm……her mood was black when she was substituted after 53 minutes.
    So, if she only has 15 minutes then the „North Korea lightning“ will strike Frau Neid.

    But on a serious point, the team is not constructed properly and unless there is a change of direction, it will get even worse.
    Neid decided that Birgit was to be the main striker but everyone knows that since WM 2007 she has not been able to score goals.
    All the other problems follow from that.

    Also, Poppi is not a top striker. She may have done well at U17 and U20 but senior level is a totally different matter. Her time may yet come but not at this WM.
    In the Buli she has only played a handful of games as a striker, the rest of the time was as a defender.

    For the France game I would change a lot and go with 4-5-1 :

    Angerer.
    Schmidt, Barusiak, Krahn, Peter.
    Bajramaj, Bresonik, Hingst, Laudehr, Behringer.
    Grings.

    That team should also be told that they will stay on the pitch (unless injured) for the full 90 minutes.
    Germany need to develop a team pattern and understanding very quickly.

    The tactics should be very simple – pass and move, pass and move.
    That would also help Lira to regain confidence.
    But everything should be kept as simple as possible – just pass and move for the full 90 minutes.

    Then we will all be much happier.

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  • Camulos sagt:

    Waaiy:

    Es hätte vor der WM mehere Alternativen bezüglich des Sturms gegeben. In den Vereinen exestieren gut eingespielte und erfolgreiche Stürmerinnen. Das man sich diesen Schritt nicht zugetraut hat, dass mag einerseits daran liegen, dass die Trainerin keiner langjährigen Nationalspielerin eine klare Absage erteilen mochte, andererseits aber auch daran, dass sich die neuen Stürmerinnen nie so wirklich von den alten abgrenzen konnten.

    Das Prinz im allgemeinen vor Grings zum Einsatz kommt lässt sich aus sportlicher Sicht, betrachtet man dabei auch die letzte Saison, nicht rechtfertigen.

    Vielmehr dürfte nahe liegen, dass Grings aufgrund von persönlicher Differenzen einfach hinten anzustehen hat.

    Da man es schlicht versäumt hat Alternativen dementsprechend aufzubauen, einzusetzten und einzuspielen bleibt eigendlich nur auf die bewährten Kräfte zu setzten … und da kommt man um Grings einfach nicht drum rum.

    Ich halte es für gefährlich je nach Spiel die aufzustellen, die im letzten Spiel mal ein glückliches Händchen hatten. So ensteht nämlich niemals eine Leistungsteigerung der gesamten Mannschaft, die aber nötig ist und in einem solchen Tunier vorrausgesetzt werden muss.

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  • pinkpanther sagt:

    Das rosarote Kätzchen mal wieder 😉
    Wie der Eine oder die Andere auch tingel ich ja gerade von Spiel zu Spiel und freue mich, mal wieder auf meiner geliebten womensoccer.de-Seite zu sein 🙂
    Ich könnte soviel berichten, dass 2 Blogs damit gefüllt werden könnten, hier aber die mir wichtigsten Kommentare:
    1. Bislang bin ich ja tendenziell eher ein BP-Verteidiger gewesen, aber was sie gestern geboten hat, hat mich live vor Ort wirklich entsetzt! Ich kann mich an mindestens 2 Szenen erinnern, wo sie vollkommen unbedrängt den Ball den Gegnerinnen in die Füße gespielt hat … ganz zu Schweigen davon dass Sie als !Einzige! der Mannschaft nicht in der Lage war richtig dagegenzuhalten und sich reinzubeißen – viiiiel zu langsam, außerdem turnte sie immer im Abseits rum, ich kann mich an keine einzige auch nur im Ansatz gelungene Szene erinnern.
    2. Lira kann man natürlich wegen der paar Minuten nicht ernsthaft bewerten, aber ih fand interessant wie sie bei ihren wenigen Szenen der Robustheit der Nigerianerinnen nichts entgegenzusetzen hatte – auf der anderen Seite ist dies auch wieder ein Lob für die anderen Spielerinnen, die sich in die Partie gebissen haben.
    3. IG fand ich deutlich verbessert.
    Weitere Kommentare die Tage, das Cafe macht jetzt dicht 🙁

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  • JimPanse sagt:

    Die Kicker- Noten sind da:

    Angerer: 3
    Bresonik: 4
    Krahn: 3
    Bartusiak: 4,5
    Peter: 4
    Kulig: 5
    Laudehr: 2,5
    Garefrekes: 5
    da Mbabi: 4,5
    Behringer 3,5
    Prinz: 5
    Popp: 4,5
    Grings: 4

    Im Forum wurde letztes Mal gefragt: Wie der Kicker seine Noten ermittelt? Bin mir hier nicht zu 100% sicher aber ich glaube es gibt eine Art Bewertungsschablone, zumindest wird während der Männerbundesliga ein mehr oder weniger objektiver „Schlüssel“ verwendet, wo Fehlpässe, Ballkontakte, Karten, Tore usw. mit reinspielen.

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