Deutschland – Kanada: die Spielerinnen in der Einzelkritik

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat, angeführt von einer überragenden Kerstin Garefrekes, mit einem 2:1-Sieg im Eröffnungsspiel der Frauen-WM gegen Kanada die ersten drei Punkten eingefahren. Womensoccer unterzieht die Spielerinnen einer individuellen Bewertung.

Nadine Angerer: Zum ersten Mal seit 679 Minuten musste die deutsche Torhüterin bei einer WM wieder einen Ball aus dem Netz holen. Gegen den platzierten Freistoß von Christine Sinclair war sie machtlos. Ansonsten war sie nur wenig gefordert und verlebte überwiegend ruhige 90 Minuten.

Note: 3

Linda Bresonik: Die Noch-Duisburgerin löste ihre Aufgabe auf der rechten Abwehrseite meist souverän, gelegentlich leistete sie sich aber Nachlässigkeiten. Klärte aber in der 20. Minute hervorragend eine Hereingabe von Diana Matheson. Insgesamt eine gute Vorstellung.

Note: 2,5

Annike Krahn: Hatte zusammen mit Bartusiak einige Male alle Hände voll zu tun, auch weil das Mittefeld defensiv nicht immer gut dagegenhielt. Versuchte sich ab und an auch nach vorne einzuschalten, etwa bei einer schönen Direktabnahme nach einem Behringer-Freistoß.

Note: 3

Saskia Bartusiak: Kanada kam nicht oft gefährlich vor das deutsche Tor, wenn doch war Bartusiak zumeist zur Stelle und stand dort, wo man stehen muss. Die Frankfurterin ging konzentriert zur Sache, gelegentlich mangelte es aber im Aufbauspiel. Wirkte aber souveräner als sonst.

Note: 3

Babett Peter: Sie hatte die linke Außenbahn gewohnt sicher im Griff und ließ nur wenige kanadische Aktionen über ihre Seite zu. Versuchte sich häufig ins Spiel nach vorne einzuschalten und gab die Flanke zum wichtigen 1:0. In der zweiten Halbzeit war sie jedoch nicht mehr so auffällig.

Note: 2,5

Kim Kulig: Die Neu-Frankfurterin hatte heute weniger kreative Momente als zuletzt, blieb im Vergleich zu den Testspielen vor der WM ein wenig blass, vor allem in den ersten 45 Minuten. Biss sich später besser in die Zweikämpfe hinein, defensiv wie offensiv ist aber gleichermaßen noch Luft nach oben.

Note: 3

Simone Laudehr: Hatte offensiv stärkere Momente als in der Defensive. Ihr Fehler hätte fast zum frühen Rückstand durch Sinclair geführt, bei einem Schuss an die Latte hatte sie Pech. Ihr unnötiges  Foul gegen Sinclair inklusive Gelber Karte brachte den Gegner ins Spiel zurück, was am Schluss fast noch ins Auge gegangen wäre.

Note: 4

Kerstin Garefrekes: War beim WM-Auftakt voll da. Ob am rechten oder am linken Flügel, sie beschäftigte die kanadische Defensive immer wieder. Traf per Kopf zum 1:0 und bereitete das 2:0 vor. Wurde zu Recht zur Spielerin des Spiels gekürt. Vergab aber in Halbzeit zwei eine tausendprozentige Torchance.

Note: 1,5

Célia Okoyino da Mbabi
Célia Okoyino da Mbabi (re.) traf in abgezockter Manier zum 2:0 © Nora Kruse / ff-archiv.de

Célia Okoyino da Mbabi: Agierte am Anfang auf der zentralen Position im Mittelfeld eher unauffällig, fand aber im Laufe des Spiels immer besser in die Partie. Erzielte in abgebrühter Manier das 2:0 und war auch in der zweiten Halbzeit ein steter Unruheherd für die gegnerische Mannschaft.

Note: 2

Melanie Behringer: Von der ersten Minute an rechtfertige sie ihren Einsatz in der Startformation. Zusammen mit Kerstin Garefrekes setzte sie immer wieder zu Flügelläufen an und spielte kluge Pässe. In der zweiten Halbzeit baute sie zu ihrer Auswechslung hin ein wenig ab. Hatte bei einem Latten-Streifschuss Pech.

Note: 2

Birgit Prinz: Die Kapitänin spielte seit langem wieder einmal als alleinige Sturmspitze in vorderster Front. Versuchte immer wieder die kanadische Abwehr zu beschäftigen, arbeitete gut, ließ es aber an der Durchschlagskraft vermissen. Dennoch bot sie eine solide Leistung, zumal sie an beiden Treffern beteiligt war.

Note: 3

Alexandra Popp: Kam in der 56. Minute für Prinz ins Spiel und warf sich gleich wie gewohnt ins Getümmel. Trieb den Ball immer wieder nach vorne und belebte das deutsche Angriffsspiel, ein Tor blieb ihr aber verwehrt.

Note: 2,5

Inka Grings: Tat sich in der ungewohnten Rolle als Einwechselspielerin ein wenig schwer, hatte aber in der 79. Minute eine gute Gelegenheit, für die Entscheidung zu sorgen. Zeigte guten Einsatzwillen, wirkt aber immer noch nicht so spritzig wie man sie kennt.

Note: 3

Fatmire Bajramaj: Kam erst spät in die Partie und ihr war anzumerken, dass sie ihre Chance nutzen wollte. Wirkte aber einfach nicht frei im Kopf und konnte keine großen Akzente setzen.

Note: 3,5

Mein Leben als Hope Solo
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Mein Leben als Hope Solo
  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 20.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

39 KOMMENTARE

  1. Die Gründe für die miese Bewertung bei Simone Laudehr sind alle richtig. Aber insgesamt überwiegt für mich, dass sie das Offensivspiel gestaltet hat, was Birgit Prinz nicht vermocht hat. Deshalb sehe ich sie eher besser, zumal im Gegensatz dazu die vergebene Chance von Kerstin Garefrekes (zu Recht) nicht so ins Gewicht fällt.

    Bei der Bewertung von Birgit Prinz und Inka Grings gibt es woh lvon irgendwoher einen Bonus oder Joker oder? Aber auch Lira Bajramaj kommt gut weg, finde ich.

    waiiy

  2. Die Außenverteidigerinnen, und überhaupt die Verteidigerinnen werden hier etwas unfair beurteilt. In der ersten Halbzeit hatten Bartusiak und Krahn etwas zu kämpfen, haben ihren Job aber zuletzt erledigt. Am Tor waren sie auch nicht schuld. Und über die Außenbahnen haben Peter und Bresonik alles zu gemacht, und dazu noch nach vorne gearbeitet…

    Ich würde auch insgesamt die Offensive etwas härter beurteilen, welche unglaublich viele sehr gute Schanzen vergeben hat. Hätten eigentlich mindestens doppelt so viele Tore schießen sollen…

  3. Ich gebe allen Spielerinnen eine (2); Ausnahme Angerer (ohne Bewertung, da beschäftigungslos)

    Ich hätte im Leben nicht gedacht, daß Deutschland Kanada derart an die Wand spielt … das war absolut souverän! Kandada kam zweimal vor das gegnerische Tor, hatte 1,5 Chancen und machte daraus ein Tor. Deutschland war absolut spielbestimmend. SUPER! Ohne wenn und aber! Das war eine taktische Meisterleistung und die Abwehr – trotz aller Vorbehalte – war einfach auch klasse!

    So kann’s weitergehen…

  4. Hmm Garrincha, aber erstens waren nicht alle deutschen Spielerinnen gleich gut und zweitens darf einem Spieler, der eine 2 kriegen will nicht solche Patzer wie Laudehr passieren.

    Es waren zwar nur zwei Patzer, aber die waren schon kritisch.

    Dass die Abwehr im Verhältnis gesehen so schlecht wegkommt, liegt auch nicht an deren Abwehrleistung. Es war vielmehr ihre Offensivleistung. Der Spielaufbau fängt bereits mit der Innenverteidigung an und von da kamen zu viele hohe Bälle, die auch häufig das Ziel nicht gefunden haben.

    Viel zu häufig fing der Spielaufbau erst richtig an, wenn Deutschland die sogenannten „zweiten Bälle“ gewonnen hatte. Das Zusammenspiel ziwschen IV und DM/AV muss einfach noch (offensiv) etwas besser werden.

  5. Allen eine Note 2 zu geben, finde ich wenig sinnvoll, zumal damit alle die gleiche Leistung erbracht hätten, was so keineswegs zutreffend ist.
    Die Bewertungsvorgabe von Markus finde ich daher als korrekt!
    Krahns Gebolze war ein weiteres Mal besonders auffällig, da die Genauigkeit dieser Schläge ins Fatale geht. Ihre hier geschilderte Direktabnahme sah ich allerdings auch kritischer…
    Wieso ein Spiel, das beizeiten die Weiche in Richtung Sieg stellte, so einen unnötigen Verlauf nimmt – wer vermag das zu erklären?

  6. Ich kann mich Mika nur anschließen, die beiden Außenverteidigerinnen haben ein solides Spiel gemacht, für mich beide (Bresonik & Peter) Note 1,5. Laudehr habe ich nicht so schlecht gesehen, dass ich ihr eine 4 geben würde, diese Benotung mit dem (zugegeben dummen) Foul zu begründen ist ein schlechter Witz, dann müßte auch die stümperhafte Nichtverwertung der 1000 Prozentigen Chance durch Garefrekes eine wesentlich schlechtere Note als 1,5 ergeben. Letztere hat sicherlich ein gutes Spiel abgeliefert, aber bei Ihrer Erfahrung sollte man wissen, das Flanken von rechts mit dem linken Fuss genutzt werden, nun ja, typische Rechtsfüßerkrankheit: das linke Bein dient nur zum nicht umfallen (gilt allerdings auch im umgekehrten Fall 🙂

  7. Meines Erachtens kommt Birgit Prinz zu gut weg, sie wirkte für mich fast wie ein Fremdkörper in der Mannschaft. Annike Krahn war für mich die schwächste Abwehrspielerin, viele Pässe in die Spitze landeten beim Gegner und sehr oft klärte sie Bälle in die Mitte… Eine Lena Gößling wäre da wohl die bessere Alternative.

  8. Ja, Simone Laudehr hatte gestern nicht so einen berauschenden Tag. Aber ich bin sicher, sie wird sich steigern.

    Lusankya hat recht, das passt immer noch nicht zwischen IV und DM/AV, Spieleröffnung ist ausbaufähig, gerade von Bartusiak, die doch eigentlich sehr ballsicher ist.

    Bajramaj hat sich überhaupt nicht aufgedrängt, ihr ist ihre große Stärke, die Lockerheit, völlig abhanden gekommen, ihr Berater wollte sie sogar in die Startelf reinreden. Verzettelt sich ständig in ihren Dribblings.
    Da gefällt mir die Behringer, die technisch weniger Potential hat, aber sich wie verrückt reinhängt, ackert, läuft, flankt und schießt, wesentlich besser.

    Die Popp kommt rein, sie ist von der Körpersprache genau das Gegenteil, tritt, wie man sie auch sonst kennt, völlig unbekümmert auf, versucht, Räume für die Mitspielerinnen zu erlaufen, und schießt aus allen Lagen.

  9. Schließe mich Garrincha an, und würde ebenso Allen eine 2 geben – denn Kanada hat sehr beherzt gespielt! Kompliment! 🙂

    Und: Nachdem Valeska Homburg die Bundeskanzlerin interviewt hatte, nannte ARD-Moderator Claus Lufen Angela Merkel doch tatsächlich „Bundestrainerin“!! – ein Geheimnis, das er besser nicht hätte ausplaudern sollen! – Naja, immerhin dürfte das den notorischen Silvia-Neid-Nörglern jetzt gehörig Wind aus den Segeln nehmen, da nun jeder weiß, wer wirklich die Mannschaft aufstellt und die Taktik vorgibt. 😉

  10. I think da Mbabi was the best player.
    Garefrekes scored a goal and did okay.
    Angerer has no blame for the Canada goal and can not be criticised.

    All the rest were average or below average – without exception.

    One of the worrying aspects is that, in the last ten minutes, Canada scored and there were two yellow cards.
    That is not good.

  11. @Jan: vielleicht war das auch ein Wink für die Zukunft, wenn die Koalition zerbrechen sollte… 😉

    waiiy

  12. Also wenn ich lese, dass Simone Laudehr die schlechteste Spielerin der deutschen Mannschaft gestern gewesen sein soll, dann frage ich mich ernsthaft ob ich das falsche Spiel gesehen hab… .
    Wenn es um den Preis der schlechtesten Spielerin geht standen für mich Frau Prinz und Bajramaj ganz oben auf der Liste. Diese Nichtleistung erachte ich als viel schlimmer, als jemand der 90min gut mitspielt und zwei Fehler macht … . Der Freistoß war dumm ohne Frage, aber das ist normalerweise nicht automatisch ein Gegentor … und der Ballverlust war auch alles andere als gut.
    Frau Garefrekes bekommt aber trotz auslassens von mehren 100%igen Chance und „nur“ einem Tor ne 1.5?? Wo sind da die Relationen? Auch an ihr lag es, dass es zum Ende hin nochmal eng geworden ist mit dem Sieg. Hier die Noten nur nach Toren/Vorlagen bzw. Gegentoren zu vergeben halte ich für oberflächig.
    Mit den restlichen Noten (außer Prinz und Bajramaj natürlich, welche ich im Bereich von 4-4.5 sehe) kann ich ziemlich gut leben – achso für mich war Simone Laudehr auch gleich gut wie Kim Kulig – allerdings mit mehr schlechten, aber auch guten Situationen.
    Wenn sie die zwei Aussetzer nicht gehabt hätte, würde ich ihr ne ganz klare 2.0 geben.

  13. Da sind sich ja wohl alle einig, dass Laudehr hier viel zu schlecht bewertet wurde, ich inklusive.

    Derzeit schießen die Bewertung wie Pilze aus dem Boden … Bewertungen mit halbwegs empirischem Wert weil vielen Teilnehmenden findet man u.a. auf der zdf-WM-Seite, bei der Süddeutschen etc.pp. (Und überall landet Laudehr noch weit vor Grings, Prinz und Bajmaraj …)

  14. Laudehr kommt mir viieeel zu schlecht weg! Meine Note eine 2,5.

    Garefrekes max. eine 2. (Gomez läßt grüßen. 😉 )

    Krahn eine glatte 4 (Für das ewige Ball wegschlagen kann es keine bessere Note geben!)

    Woher kommen die guten Noten für Grings und Bajramaj?
    M.E. beide eine schlechte 4 !

    Da Mbabi für mich Player of the match. Note 1,5

  15. Ich finde die Benotungen generell ein wenig zu positiv. Es gab gravierende Mängel im Spielaufbau. Angerer war solide, der Freistoß aber nicht unhaltbar, denn er drehte nach innen in Richtung Tormitte. Aus der Abwehr heraus wurden zuviele lange Bälle geschlagen, besonders von Bartusiak und Krahn, die beide zwar zweikampfstark sind, aber Mängel im Spielaufbau haben. Auch die beiden Sechser haben nicht genug Bälle gefordert, sie müssten eigentlich die Umschaltstationen von Defensive auf Offensive sein. Laudehr war kampfstark, abe manchmal zu übereifrig. Kullig muss mehr Präsenz und Dominz zeigen bei ihren Fähigkeiten. Die Außenbahnen mit Bresonik/Garefrekes und Peters/Behringer waren gut besetzt, da wurde Druck auf die Kanadierinnen aufgebaut. Offensiv zentral war Da Mbabi eine ständige Gefahr, neben Garefrekes die beste Deutsche. Prinz fiel dagegen ab, aber sie kann noch wichtig werden im Turnier, auch wenn sie nicht über 90 Minuten durchspielt. Genau wie Grings, die auch in Kurzeinsätzen Tore machen kann. Popp hat angedeutet, welche Dynamik sie hat, eine große Bereicherung für das Spiel. Bajramaj stand neben sich, sie wird sich erstmal hinten anstellen müssen. Die deutsche Defensive stand teilweise zu tief in der eigenen Abwehr, es hätte noch mehr Druck auf die Kanaderinnen aufgebaut werden müssen. So wurde Kanada immer wieder Möglichkeiten zur Entlastung gegeben. Wichtig aber war erstmal ein Sieg und Steigerungsmöglichkeiten sind vorhanden.

  16. @Uwe
    Dir ist schon klar das wir gegen den Weltranglisten 4 gespielt haben? Das die Mannschaft von Kanada gerade mal zwei Chancen in 90min. hatte?
    Hast du ernsthaft erwartet das wir Kanada an die Wand spielen und 5:0 gewinnen?

    Die Kritik die hier auf Annike draufprasselt kann ich nicht nachvollziehen. Sie hat ihren Job gemacht fertig. Fürs Aufbauspiel hat Frau Neid Annike nicht aufgestellt.

  17. Sinclair had a good game and has been playing in the WPS until a couple of weeks ago.
    German players have been in the ‚university‘ for 3 months.
    Maybe playing football is a better way for a player to prepare for WM.

  18. Zu da Mbabi ist ja schon fast alles gesagt. Vielleicht eins noch…Abseits ist wenn die Schiri pfeift! Als Stürmer eier ich da nicht rum und schaue war ich oder war ich nicht. Das war schon ein wenig dilletantisch. Aber hoffentlich das Erste und letzte Mal. (ich hatte im übrigen das Gefühl der Moderator beim ARD hatte ihren Namen vorher 200 mal geübt und dann auch geschätzte 200 mal zum besten Gegeben…;)…und sowas von korrekt ausgesprochen :))
    Und nochwas Annike Krahn: Sie gehört für mich leider nicht mal in die Auswahl von Kanada. Aber Frau Neid scheint eine Art Krahnobsession zu haben oder will sich ihren Fehler einfach nicht eingestehen. Annike entspricht so garnicht dem von Neid vor der Vorbereitung gesuchten technisch versierten und flexibel einsetzbaren Spielertyp. Ich persönlich und die meisten meiner Puplic-Viewing Kollegen (zugegebenermaßen, alle eher Frauenfussball kritisch)sehen in ihr den Stereotyp des Vorurteils gegen Frauenfussball: burschikos(subjektiv und völlig wertfrei), zu langsam und Fussballerisch/Technisch völlig unbegabt, gemessen an Trainingsaufwand und Vorlaufzeit. Sie ist wahrscheinlich super sympatisch, ein netter Mensch und alles und noch mehr aber keine Spielerin mit dem Niveau für die deutsche Nationalmannschaft. Hat es vor 4, 5 Jahren noch gereicht den Ball einfach hinten raus zu schlagen, ist das heute zu wenig. Allein das Unvermögen der Gegner und die Hilfe der Mitspieler kaschieren ihre erheblichen Defizite.

  19. @uwe

    Eigentlich sind die beiden IV in dem 4-2-3-1 System für den Spielaufbau verantwortlich. Was in dieser Hinsicht von Krahn und Bartusiak kommt, ist für eine A-Nationalspielerin viel zu wenig und die Benotung daher eindeutig zu positiv. Bei der U 19 EM vor 3 Wochen sah das deutlich besser aus.
    Außerdem war Angerer so fast immer gezwungen, lange Bälle zu spielen, was in der Folge dann wieder häufig zu Ballverlusten geführt hat.

  20. Also Markus, ich zweifle wirklich an Deinem Fußballverstand, oder Deinem Wissen, was die Ziffern wirklich bedeuten!!!
    Note 1 = sehr gut, (Celia, KG, BABBS)
    Note 2 = gut,(Kim, MelB, Linda, Poppi)
    Note 3 = befriedigend,(Simon, Sassi, Annike)
    Note 4 = ausreichend,(oder genügend)
    Note 5 = mangelhaft,(Birgit, Inka, LIRA)
    Note 6 = ungenügend
    Sorry für die Klugscheißerei, aber als Sohn einer Lehrerin mußte das mal sein!!! 😉

    PS; NATZE bleibt auf Grund von Beschäftigungslosigkeit auch bei mir ohne Note!!!
    Für mich war der Sinclair-Freistoß absolut unhaltbar!!!
    Wie kommst Du bei ihr auf Note 3???

    Achso, nur so nebenbei bemerkt; wer nichts, oder nur sehr wenig tut, der kann auch keine Fehler machen!!! (Kopf hoch KG und Simon)

  21. So hat der Kicker benotet:

    Angerer (3,5)
    Bresonik (4)
    Krahn (3,5)
    Bartusiak (3,5)
    Peter (2,5)
    Kulig (3)
    Laudehr (3,5)
    Garefrekes (2) „Spielerin des Spiels“
    Okoyino da Mbabi (2)
    Behringer (2,5)
    Prinz (3)

    Popp (2,5)

    Interessant finde ich vor allem die Bewertung von Bresonik. Schade, dass es da keine Anmerkungen zu den Noten gibt.

    Spielnote 2,5 finde ich auch etwas fragwürdig.

  22. @uwe

    Kurz zum Kommentar meines Namensvetters betr. Innenverteidiger: die Zeit der Förster und Kohler, als IV nur auf Zerstören des gegenerischen Spiels aus waren, sind vorbei. Die IV sind heute die erste Station bei der Spieleröffnung. Aber es stimmt natürlich auch: Kanada ist nicht irgendein Gegner, die deutsche Mannschaft hat dominiert und verdient gewonnen. Da ist es auch nicht so wichtig, ob der Freistoß von Sinclair unhaltbar war oder nicht. Na klar ist Angerer eine Klasse-Torhüterin. Aber an ein Team wie Deutschland, das (mit)-führend im Frauenfussball ist, darf man ruhig auch besondere Ansprüche stellen.

  23. Mensch so viele Experten, da muss ich doch glatt auch was dazu schreiben 😉 Sicherlich waren einige auch etwas nervös beim Anblick der fast 74.000 Zuschauer.
    Doch für mich, die live im Stadion saß, wurde falsch gewechselt. Nach dem Birgit, Melli und Célia draußen war lief doch gar nichts mehr rund. Statt aus einer sicheren Defensive zu agieren, wollte es die Bundestrainerin wohl spannend machen. Auch gegen ein Team wie Kanada muss man gegnerische Angriffe bei einer Viererkette Spielerisch lösen können und nicht mit unkontrollierten Spitzkicken die eigenen Mitspielerinnen in Bedrängnis bringen.
    Meines Erachtens fehlte im Mittelfeld ein Regisseur der die Bälle verteilen aber auch abschirmen kann dies konnten beide Sechser nicht wirklich. Es kann ja nicht sein, dass Birgit die Bälle verteilen muss, soll sie sich denn dann selbst anspielen?? Melli hat die ganze Zeit gekämpft und ist gelaufen ihre Auswechslung war für mich eben so unverständlich wie die von Célia und Birgit! Daher hätte ich wohl eher Krahn und Kulig ausgewechselt und ihnen eine Pause gegönnt. Es ist schon überraschend dass sich am Ende nur offensiv Spielerinnen warm machen und die Defensive fast kompl. auf der Bank sitzt. Ich denke gegen einen clevereren Gegner kann man so nicht agieren und schon gar nicht gewinnen

  24. Das Problem mit den falschen Wechseln fängt doch aber schon in der Aufstellung an …
    Schauen wir uns doch mal die „offensive“ Bank an, welche Frau Neid noch hatte, da sie ja anscheind keine Defensivspielern bringen wollte.

    Da saßen Bajramaj, Grings und Popp. Zwei Stoßstürmerinnen und eine Mittelfeldspieler für die Außenbahn (zumindest in der Nationalmannschaft).

    Ihre Wechsel haben eigentlich auch einen Systemwechsel gebracht vom 4-2-3-1 zum 4-4-2 mit einer Doppel-6. Ich kann mich nicht erinnern, wann die deutschen Damen dieses System zu letzt gespielt haben.

    Das der Spielfluss dann verloren geht, kann ich sehr gut nachvollziehen.
    Allerdings war ich sehr positiv überrascht, als Birgit Prinz zu erst ausgewechselt worden ist – das hätte ich Frau Neid nicht zu getraut.

    Ich persönlich hätte nach der Anfangself nur noch Grings ODER Popp eingewechselt und Okoyino da Mbabi als hängende Spitze hinter der Stoßstürmerin aufgeboten.

    Also Prinz gegen Grings/Popp
    Bajramaj gegen Behringer
    und Goeßling gegen Bartusiak/Krahn
    von der Reihenfolge Goeßling vor Bajramaj

  25. Wenn GER sich nicht total in allen Mannschaftsteilen steigert und vor allem Krahn nicht aus der Mannschaft nimmt, dann werden sie diesmal nicht ins Finale kommen!

    Das Auftaktspiel gegen Kanade war m.E. über weite Strecken sehr schwach und viel zu nervös. Da hilft auch nicht alles Schönreden aus berufenem Munde.

  26. @Michael,
    Wie weit waren denn die „Strecken“ Deiner Meinung nach???
    Also die komplette Hälfte Eins, und etwa 30 min in Hälfte Zwei hatte Deutschland meiner Einschätzung nach das Spiel fest im Griff!!!

    Die mangelnde Chancenverwertung wurde hier schon kritisiert, aber Kanada hat im Spiel nach vorn kaum stattgefunden, und nur den einzigen echten Torschuß aufs deutsche Tor verwertet!!!

    Die Abwehr war kaum gefordert, und NATZE so gut wie beschäftigungslos!!!
    Wie sie auf echte Drucksituationen durch starke Teams reagieren, bleibt bis jetzt Spekulatius!!!

    Auch die USA hatten heute enorme Probleme auf der linken Abwehrseite!!!
    Durch Umstellung der Taktik konnten sie diesen Mangel zwar beheben, aber zB gegen Deutschland könnte dies nicht ausreichen!!!
    Auch im Sturm hatten sie gegen die kompakten Koreanerinnen zunächst kein Rezept!!!
    Aber eine gute Mannschaft kann sich auf den Gegner einstellen, und entsprechend reagieren!!!

    Annike hat im ersten Spiel keine großen Fehler gemacht, und ging oft auf Nummer Sicher, wohl auch deshalb, um selbst mehr Sicherheit zu bekommen!!!
    Das sieht selten schön aus, aber es erfüllt seinen Zweck!!! (es gibt „noch“ keine B-Note im Fußball)
    Aus ihr wird halt in diesem Leben keine Filigran-Technikerin mehr werden!!!
    Da wir mit einer Doppel6 agieren, ist es mM auch deren Job, den Spielaufbau zu beginnen, nicht unbedingt Annikes!!!
    Annike fehlt noch Spielpraxis, die sie sich aber jetzt in der Vorrunde noch holen kann, da wir (mM nach) den stärksten Gegner hinter uns haben!!!
    Sie könnte zB bei Standartsituationen öfter mal mit nach vorne kommen, denn sie ist sehr kopfballstark!!!
    Falls ihr gegen Nigeria und Frankreich nicht wirklich grobe Fehler passieren sollten, wird Frau Bundestrainerin sie auch nicht auswechseln!!!

    Das Schönreden finde ich auch nicht sinnvoll!!!
    Aber von vielen Spielerinnen war ja auch zu hören, daß da noch viel Luft nach oben gewesen sei!!!
    Deshalb laß die Medien labern, die Mädels wissen genau, wo die Säge noch klemmt, und wo der Hobel angesetzt werden muß!!!

  27. @Claudi:

    Da hast Du recht, dass das die beiden 6-er nicht können und auch nicht sollen. Entweder Birgit Prinz schafft das oder man zieht Celia zurück auf ihre Position. Alles andere wäre mit einem Systemwechsel verbunden. Der wird definitiv nicht während eines Turniers stattfinden. Oder man setzt jemand Spielstärkere auf eine der beiden 6-er Positionen. Aber wer könnte das sein? Bresonik? Bajramaj?

    waiiy

  28. @waiiy
    Eben dass ist das Problem! Und da Birgit am Sonntag erstmals seit langem mal wieder als Sturmspitze aufgestellt war, passt das System hier nicht. Denn eine Sturmspitze spielt nicht im Mittelfeld sondern vor der gegnerischen Abwehr! Man muss entweder eine hängende Spitze aus ihr machen oder eben das Mittelfeld muss es schaffen die Bälle selbst zu verteilen, aber man kann nicht verlangen, dass eine Sturmspitze ins Mittelfeld rennt die Bälle verteilt und am besten noch die eigene Flanke aufnimmt um dann auch noch das von den Medien geforderte Tor zu erzielen! Wegen mir darf Birgit auch 15 Tore vorbereiten, ich hab keine Lust sie an ihren Toren zu messen. Ich finde wenn sie bei ihren Ballkontakten 2-3 Gegnerinnen bindet, dadurch die anderen Räume haben und ihre Vorlagen verwerten können, ist das doch genau so wichtig. Ich bin gespannt wie sich die Mädels morgen präsentieren werden.

  29. @Claudi:

    Ich stimme Dir vollkommen zu. Ich denke auch, dass Birgit Prinz als Ballverteiler besser aufgehoben ist. Aber ich hätte auch eher ein anderes System spielen lassen, auch wenn es nicht mehr „in“ ist. Bei mir wäre ein 4-4-2 mit Raute (Prinz vorn) besser gewesen. Davor hätten wir wirklich immer 2 gute Stürmerinnen gehabt, da können wir sogar auswählen. Aber vielleicht braucht unsere Abwehr auch die zwei 6-er, um sicher zu stehen…

    waiiy

  30. A big problem for Germany is that Birgit Prinz can not play a full game.
    Against Canada she only lasted 56 minutes.
    I think that the last time Birgit played a full 90 minutes was on 3 March 2010.
    Abby Wambach is in the same age group as Birgit but can still play a full 90 minutes.

    Maybe Birgit would be better used as a substitute and impact player?

  31. @laasee:
    Birigt kann auch über 90 Minuten spielen, konditionell hatte sie sicherlich keine Probleme am Sonntag! Das ich die Auswechslungen nicht verstanden habe, habe ich oben bereits erwähnt.

  32. @Iaasse
    @Claudi:
    Wer an einer WM teilnimmt, MUSS über 90 Minuten „gehen“ können, das ist doch klar. Ich bin auch sicher, das das bei allen der Fall ist. Die Auswechslungen würde gar nicht so kritisch sehen, es ist doch gut, das so viele (fast) gleichwertige Spielerinnen für die Offensive zur Verfügung stehen. Aus dem Defensivbereich hätte ich auch niemanden ausgewechselt, auch Annike Krahn nicht. Immerhin ist der Block hinten eingespielt und hat ja auch bis zur 80. Minute kaum etwas zugelassen. Es ist immer riskant, in der Abwehr zu wechseln, wenn das Spiel noch nicht endgültig entschieden ist. Ich meine, da hat Silvia Neid keine Fehler gemacht. Vielleicht nur, das zu früh alle drei Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft wurden und man bei Verletzungen nicht mehr hätte reagieren können.

  33. @Claudian

    I agree with you.
    Every player that starts a game must be expected to last the full 90 minutes.

    @Uwe

    A good coach will use substitutes in any area of the team without weakening the power of the team.

    On Sunday, I would have been happier to have seen all of the starting Xl go at least 80 minutes playing together.

    Also, it might have been better if Hingst (for experience) had been used as one of the sustitutes.

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