Jays WM: Endlich geht’s los!

Von am 26. Juni 2011 – 2.18 Uhr 5 Kommentare

Hallo Zusammen,

ab heute werde ich Euch durch die WM begleiten, regelmäßig meine Eindrücke vom Turnier schildern und Euch ein bisschen hinter die Kulissen blicken lassen.

Ihr werdet es kaum glauben, aber ich schon ziemlich im Stress. Ich arbeite während der WM als Team Liaison Officer für die neuseeländische Mannschaft und diese ist am Donnerstag mit ihrem gesamten Tross in Düsseldorf gelandet. Ich habe die Mannschaft vom Flughafen abgeholt, sind dann ins Quartier gefahren und schon ging es los: Jeder hat andere Wünsche und da ist absolut Organisationstalent gefragt.

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Vor unserem Hotel tummeln sich schon die Autogrammjäger. Die lassen sich witzigerweise ihre Panini-Bilder unterschreiben und die Neuseeländerinnen waren total baff: „Was ist denn das? Wo gibt es das? Ich will auch so eines!“ Danach musste ich erstmal meine eigenes Panini-Album zeigen. Jetzt habe ich den Salat: Ich muss für ALLE ein Panini-Album besorgen. 🙂

Überhaupt sind die Mädels viel lockerer, als ich das vielleicht von einem deutschen Team gewohnt bin. Wenn wir uns um 12.30 Uhr am Bus treffen sollen, trudeln die ersten um 12.35 Uhr ein. Es geht gemächlicher zu, im Hotel stehen die Zimmer offen, sie tanzen über den Gang und kommen in Trainingsklamotten zum Essen. Mir gefällt diese Atmosphäre, man wird so schneller ein Teil der Gemeinschaft. Gestern haben sich die Spielerinnen geschminkt und ein Tanz-Video aufgenommen. Das ist neu für mich, aber auch ein Riesenspaß. Das gehört einfach zur Kultur und zur Mannschaft dazu. Mal sehen, wie sie das dann auf dem Platz umsetzen können. Es wird sicherlich schwierig, aber ich hoffe, dass sie den 2. Platz schaffen und danach gegen Gruppensieger Deutschland spielen.

Bianca Rech

Bianca Rech verfolgt die WM exklusiv für Womensoccer © privat

Heute geht es endlich los! Mein WM-Kribbeln setzt vor lauter Arbeit zwar erst langsam ein, aber wenn ich den Fernseher einschalte, die Bilder aus Berlin sehe und den Medienrummel wächst die Vorfreude.  Ich bin gespannt auf das 1. Spiel, aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich, dass der DFB-Elf qualitativ kaum eine Nation das Wasser reichen kann. Von Nr. 12 bis 21 sind sie so stark besetzt, diese Ausgeglichenheit innerhalb des Teams ist sehr entscheidend. Das macht einen der großen Unterschiede, im Vergleich zu anderen Nationen, aus. Dennoch wird jede Spielerin  morgen vor 72 000 im Berliner Olympiastadion auch ein Stück weit nervös sein, egal wie abgebrüht sie ist, und wie viel Erfahrung sie hat.

Seit der EM 2009 hat sich die Mannschaft verändert. Kim Kulig hat einen Sprung gemacht. In der Bundesliga sieht man sie kaum auf dem Platz und in der Nationalmannschaft ist sie dann kaum wieder zu erkennen. Ich vergleiche sie gerne mit Lukas Podolski, der in Köln eher unauffällig spielt und explodiert, sobald er in der Nationalmannschaft spielt – ähnlich ist das bei Kim. Auch Simon hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt, und Babett Peter macht seit ein paar Jahren ihr Ding in der Abwehr und wird leider überhaupt nicht wahrgenommen.

Klar gibt’s Teams, die Deutschland gefährlich werden können. Die USA sind sicherlich einer der härtesten Konkurrenten und sie werden sich im Turnier steigern können, auch wenn sie in der Vorbereitung bisher keine guten Ergebnisse erzielten. Genauso Brasilien, von denen hat man bisher gar nichts gehört, dennoch gehören sie zu den Teams, die Deutschland ärgern können. Vielleicht aber haben wir aber auch einen Underdog nicht auf der Rechnung.

Heute Nachmittag haben wir um 16 Uhr Training im Stadion, danach geht’s schnell ins Hotel zurück, denn ich werde mir das Spiel mit der kompletten Mannschaft anschauen. Um in das Turnier zu starten und das WM-Feeling zu bekommen, ist das genau richtig. Sie haben alle große Augen gemacht und es kaum glauben können, als ich ihnen von den 72 000 Zuschauern erzählt habe. Ich freue mich jetzt schon riesig.

Bis bald

Eure Jay

20 Mal spielte Bianca Rech in der deutschen Nationalelf, 2002 gewann die 30-Jährige mit dem 1. FFC Frankfurt den UEFA Women’s Cup. In der Bundesliga spielte sie darüber hinaus lange Jahre beim FC Bayern München und aktuell beim SC 07 Bad Neuenahr. 2005 sammelte sie ein Jahr Auslandserfahrung in Schweden bei Sunnanå SK. Während der WM schildert Bianca Rech in einer exklusiven Kolumne für Womensoccer ihre Eindrücke.

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5 Kommentare »

  • Fußballmama sagt:

    Hallo Bianca,

    schade dass Du nicht bei der WM dabei bist 🙁

    Wir vermissen Dich beim FCB !!

    LG aus Bayern

    PS: Mein Bayern-Trikot hat wieder die Nummer 33 😉

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  • Paul sagt:

    Aber Ihre Namenvetterin und die vertritt sie mit Würde.

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  • kleinschwarz sagt:

    Danke für Deine Eindrücke! Toll, dass Dich hier zu treffen!

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  • Detlef sagt:

    Hallo Jay,
    DANKE für Deine Eindrücke und Berichte von den Kiwis!!! 😉

    Ich teile Deine Beobachtungen zu Kim, Simon und BABBS!!!

    Abwehrspielerinnen fallen in der Regel nur dann wirklich auf, wenn sie Fehler machen (siehe Bartusiak und Krahn)!!!

    BABBS macht ihre Sache ziemlich gut, und fällt dadurch kaum auf!!!
    Vielleicht gelingt es ihr ja, durch ein paar offensive Vorstöße mehr Aufmerksamkeit zu erlangen!!!
    Sie macht ja auch sonst nicht viel tamtam um sich, sie mag das eben nicht!!!

    Ich bin schon auf Deinen nächsten Bericht gespannt!!!

    Grüße aus BaWü

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  • Mosan sagt:

    Danke für die Eindrücke. Gehöre zu denen, die dich bei der Wm lieber auf dem Platz gesehen hätten, aber diese Kolumne ist ein schöner „Trostpreis“ für Fans. 🙂

    Ha, unterschreiben die Kiwis Ladies ihre Portraits im eigenen Panini Album? *g*

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