DFB-Elf gelingt WM-Auftakt nach Maß

Von am 26. Juni 2011 – 22.45 Uhr 63 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist eindrucksvoll in die Frauen-WM im eigenen Land gestartet. Im ausverkauften Berliner Olympiastadion feierte das Team von Bundestrainerin Silvia Neid gegen Kanada einen ungefährdeten Auftaktsieg, musste allerdings in der Schlussphase zittern.

Die DFB-Elf behielt beim 2:1 (2:0)-Sieg auch im zehnten Aufeinandertreffen mit den Kanadierinnen zum zehnten Mal die Oberhand. Kerstin Garefrekes (10.) und Célia Okoyino da Mbabi (42.) erzielten die Treffer vor 73 680 Zuschauern, für Kanada traf Christine Sinclair (82.).

Grings zu Beginn nur auf der Bank
Bundestrainerin Silvia Neid hielt in ihrer Startformation eine Überraschung bereit: Stürmerin Inka Grings musste auf der Bank Platz nehmen, für sie durfte die in den Testspielen auffälligere Célia Okoyino da Mbabi von Beginn an im Mittelfeld ran, Birgit Prinz agierte überraschend als Sturmspitze. Auf der linken Außenbahn schenkte Neid Melanie Behringer das Vertrauen gegenüber Fatmire Bajramaj. Italiens Trainerin Carolina Morace stellte wie schon in den vorigen Testspielen Erin McLeod in den Kasten, anstelle der erfahreneren Karina LeBlanc, und bot auch sonst die erwartete Formation auf.

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Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes erzielte per Kopf das 1:0 © Nora Kruse / ff-archiv.de

Deutschland drückt, doch Großchance für Sinclair
Die DFB-Elf drückte von Beginn an aufs Tempo, doch nach einem Fehler von Simone Laudehr sorgte Christine Sinclair für eine Schrecksekunde und die erste Großchance des Spiels, doch ihr Schuss aus 14 Metern ging übers Tor (6.). Doch dann kam die Minute von Kerstin Garefrekes: Erst fand sie nach Flanke von Melanie Behringer noch ihre Meisterin in McLeod, die aus kurzer Distanz ihren Schuss glänzend parierte, doch kurz darauf verwertete sie eine Flanke von Babett Peter kaltschnäuzig per Kopf zur frühen 1:0-Führung, nachdem McLeod den Ball unterlaufen hatte und Marie-Eve Nault im Kopfballduell den Kürzeren zog (10.).

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Kanada kommt besser ins Spiel
Deutschland bestimmte dank starken Flügelspiels weiter die Partie, Annike Krahn setzte den Ball nach einem Freistoß von Behringer nur knapp neben das Tor (16.). Doch die Kanadierinnen arbeiteten sich nach und nach besser in die Partie, eine Hereingabe von Diana Matheson klärte Linda Bresonik in höchster Not zur Ecke (20.). Der deutsche Spielfluss kam nun ein wenig ins Stocken, Matheson hatte mit einem 20-Meter-Schuss übers Tor eine weitere gute kanadische Szene (29.).

Garefrekes und Behringer überzeugen
Die heute unauffällige Kim Kulig setzte nach Ecke von Behringer einen Kopfball nur knapp neben das Tor (33.), doch weitere Chancen blieben zunächst Mangelware. Bresonik ging ein wenig zu unentschlossen gegen Sinclair zu Werke, doch Angerer hielt die Hereingabe sicher (35.). Die Schlussminuten der ersten Halbzeit gehörten dann wieder klar der DFB-Elf. Die starke Behringer setzte sich am rechten Flügel kraftvoll gegen Marie-Even Nault durch, doch ihr Schuss ging über das Tor (40.). Doch nach einem langen Pass von Garefrekes noch hinter der Mittellinie ging Da Mbabi auf und davon und schob den Ball eiskalt zum 2:0 ins Netz (42.).

DFB-Elf

Die DFB-Elf feierte einen perfekten Start in die WM © Nora Kruse / ff-archiv.de

Popp für Prinz
Kanada hatte Glück, dass ein Foul von Emily Zurrer an Da Mbabi nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde (54.). Unter Beifall verließ Kapitänin Prinz das Feld, für sie kam Alexandra Popp zu ihrem WM-Debüt (56.). Nach toller Aktion von Behringer über Popp, Kulig und Da Mbabi kam der Ball zu Garefrekes, die aber mit ihrem Schussversuch scheiterte (57.). Deutschland machte nun wieder mächtig Druck, Garefrekes vergab erneut (58.).

Sinclair macht es spannend
Inka Grings kam für Da Mbabi ins Spiel, das Neid-Team war nun klar überlegen. Behringer setzte den Ball nur hauchdünn übers Tor (65.), Garefrekes vergab gar eine hundertprozentige Chance nach Vorlage von Popp (67.). Laudehr setzte einen Schuss an die Latte (77.), auch Grings vergab eine gute Gelegenheit (79.). Und das rächte sich: Sinclair setzte nach Foul von Laudehr einen Freistoß in den Winkel und machte es noch einmal spannend, Angerer musste bei einer WM erstmals seit 679 Minuten wieder hinter sich greifen (82.). Nach Flanke von Robyn Gayle traf Zurrer sechs Meter vor Angerer den Ball nicht richtig, sonst hätte es lange Gesichter im Stadion gegeben (86.).

Frankreich gewinnt gegen Nigeria
Im ersten Spiel des Tages hat die französische Auswahl Nigeria mit 1:0 besiegt. Vor 25.475 Zuschauern in Sinsheim verlief die erste Halbzeit torlos. Die Französinnen waren das überlegene Team auf dem Platz, der Siegtreffer fiel erst in der 56. Minute. Die zur zweiten Halbzeit eingewechselte Eugenie Le Sommer flankte von der rechten Seite auf Marie-Laure Delie, die sich die Möglichkeit nicht nehmen ließ und den 1:0-Siegtreffer erzielte.

Durch den späteren 2:1-Erfolg der deutschen Mannschaft gegen Kanada nimmt die „Équipe Tricolore“ nach dem ersten Spieltag den zweiten Platz hinter der DFB-Elf ein.

Schlagwörter:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

63 Kommentare »

  • laasee sagt:

    This now gets really crazy.

    In 2010 Inka was the top scorer in the National Team.
    Buli season 2010/11 – only Connie Pohlers scored more than Inka.
    CL season 2010/11 – Inka was top scorer.

    So when did Inka become ‚history‘?
    Was it at the ‚university‘?

    When did this transformation from uber goalgetter to useless player actually occur?

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  • Lucy sagt:

    @laasee

    Was willst du von mir ??? Ich habe nirgends etwas von Prinz gesagt oder behauptet, sie sei die Beste !!! Was kommst du mir da mit dieser Statistik, nach der ich nicht gefragt habe ?!?! Was hat das damit zu tun, dass mir dein dauerndes „Inka, Inka, Inka…“ auf den Wecker geht ?!?

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  • laasee sagt:

    Oh, I am sorry that you are in a bad mood today.
    I hope you enjoy the game tomorrow.
    Stay chilled and have fun.

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