Teamporträt Äquatorialguinea

Von am 21. Juni 2011 – 9.09 Uhr 2 Kommentare

Während die Nationalmannschaft Äquatorialguineas am Donnerstag gemeinschaftlich in Mainz die Partie zwischen Deutschland und Norwegen verfolgte, konnten die anderen WM-Teams bislang keinen Blick auf den Afrikameister von 2008 werfen. „Man erfährt nichts über sie“, sagt Norwegens Nationaltrainerin Eli Landsem – aber genau das hat System.

Die Norwegerin hat sich die Spiele der Afrikameisterschaft auf DVD angeschaut, um einen Eindruck ihres WM-Auftaktgegners in Gruppe D zu bekommen. Mehr sei nicht möglich gewesen, sagt sie, denn von Spielen Äquatorialguineas im Rahmen der WM-Vorbereitung habe sie nichts mitbekommen. „Ich habe sogar bei der UEFA angefragt, aber auch dort konnte man mir nichts sagen.“

„Wundertüte“ aus Afrika
Äquatorialguinea verfügt über eine sehr kurze Geschichte im Frauenfußball – die Mannschaft wird erst seit 2006 in der Weltrangliste geführt. Die Entwicklung seitdem ist allerdings rasant: eingestiegen auf Rang 119, haben sie sich bis heute auf Platz 61 verbessert. Damit sind sie von der Papierform das schwächste Land bei der Weltmeisterschaft. Den afrikanischen Kontinent haben sie allerdings schon aufgemischt.

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2008 gewann die Elf um Stürmerin Genoveva Anonma vom FF USV Jena die Afrikameisterschaft, zwei Jahre später zeigten sie mit dem zweiten Platz, dass sie kein „One Hit Wonder“ sind und qualifizierten sich dadurch neben Nigeria für die Weltmeisterschaft.

Mannschaft bereitet sich in Bitburg vor
Momentan hält sich Äquatorialguinea in der Sportschule Bitburg auf, um sich auf das Turnier vorzubereiten. Sie sind das Team, das bereits am längsten in Deutschland weilt, über das aber dennoch kaum einer etwas weiß. Als einzige Mannschaft im WM-Teilnehmerfeld hat Äquatorialguinea keine Testspiele gegen andere WM-Teams ausgetragen. Was die Afrikanerinnen als Vorteil verkaufen – die Gegner wüssten nichts über sie -, kann auch nach hinten losgehen.

Genoveva Anonma

Genoveva Anonma hat bereits in der Bundesliga für Furore gesorgt © Holger Peterlein / girlsplay.de

Noch nie Spiele außerhalb Afrikas
Denn bislang hat die Mannschaft des brasilianischen Trainers Marcelo Frigerio noch nie gegen nicht-afrikanische Teams gespielt. „Es ist eine großartige Möglichkeit der Vorbereitung, weil wir auf Mannschaften treffen, gegen die wir normalerweise nicht spielen“, beschrieb Englands Nationaltrainerin Hope Powell im Frühjahr die Vorteile der Teilnahme am Cyprus Cup, bei dem sich Powell auch freute, mit Kanada auf einen nicht-europäischen Gegner zu treffen, um auch diese Spielweise vor der WM kennen zu lernen. Diese Erfahrungen fehlen Äquatorialguinea, und so könnten die Westafrikanerinnen bei ihrer ersten Weltmeisterschaft eine Menge Lehrgeld zahlen, denn die Konkurrenz mit Australien, Brasilien und Norwegen in der Gruppe ist groß.

Eingebürgerte Brasilianerinnen
Es bleibt abzuwarten, ob die Rechnung Frigerios und seiner Mannschaft aufgeht. Angesichts der Gruppenzusammensetzung sind die Erwartungen von außen an Äquatorialguinea gering – die Afrikanerinnen können nur gewinnen. Hinzu kommt, dass viele Spielerinnen im Ausland aktiv sind: Anonma und Carol Carioca weisen Bundesligaerfahrung beim FF USV Jena auf, mit Jade Boho steht eine Stürmerin im Kader, die in Spanien aktiv ist. Hinzu kommen einige eingebürgerte Brasilianerinnen.

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2 Kommentare »

  • intersoccer sagt:

    Ich werde mir das Spiel gegen Norwegen in Augsburg anschauen. Ich bin wirklich gespannt auf die Vize-Afrikameisterinnen. Schon irgendwie eine total exotische Mannschaft, bei der nur schwer einzuschätzen ist, ob sie dem Leistungsniveau der Gruppe standhalten kann und vielleit einen Punkt abstauben kann.

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  • susifan sagt:

    Eingebürgerte Brasilianerinnen? Geht dieser Mist nun bei uns Frauen auch schon los? Da hab ich echt kein Verständnis für, nicht jeder Zweck heiligt die Mittel!

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