Ingvild Stensland vor Länderspielcomeback

Von am 16. Juni 2011 – 8.14 Uhr

„Ich fühle mich wie in einem neuen Körper – und das ist ziemlich cool, wenn man 29 Jahre alt ist“, lacht Ingvild Stensland. Die norwegische Nationalspielerin kämpft seit Dezember mit Rückenproblemen und hat seitdem erst eine Halbzeit Fußball gespielt. Gegen Deutschland am Abend (20.30 Uhr, live im ZDF) dürfte sie zu ihrem Länderspielcomeback kommen – für 90 Minuten reicht es aber noch immer nicht.

Stensland zog sich Ende des vergangenen Jahres einen schweren Bandscheibenvorfall zu. Konservative Behandlungen schlugen nicht an, im Februar musste sie sich einer Operation unterziehen und kämpft seitdem um ihr Comeback.

„Ich bin wieder gesund“
„Seit vier Wochen kann ich wieder Fußball spielen“, so die norwegische Ausnahmespielerin, für die der Tagesablauf nach der Operation durch Reha bestimmt war. „Acht Stunden Reha jeden Tag“ beschreibt sie, „aber jetzt bin ich wieder gesund und sehr glücklich darüber.“ Den Endspurt ihres Vereins Olympique Lyonnais in der Champions League konnte sie nur von außen verfolgen, auch im Finale kam sie nicht zum Einsatz. „Ich war bereit, aber es wäre mein erstes Spiel gewesen – da ist es nicht gut, das Comeback in einem solch wichtigen Spiel zu feiern.“

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Ingvild Stensland steht wieder voll im Mannschaftstraining. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Eine Halbzeit gegen Deutschland?
Doch danach hat sie für Lyon gespielt – 45 Minuten lang. Zu mehr wird es auch gegen Deutschland nicht reichen; nach einer solch langen Pause soll gegen den Weltmeister nicht gleich in die Vollen gegangen werden. „90 Minuten werde ich nicht spielen“, sagt Stensland, die im gestrigen Abschlusstraining der Nationalmannschaft alles mitmachen konnte, „aber eine Halbzeit ist drin.“ 13 Tage vor dem ersten WM-Spiel der Norwegerinnen gegen Äquatorialguinea wären 45 Minuten allerdings auch bitter nötig, denn natürlich fehlt die Spielpraxis.

Es gab Phasen nach ihrer Operation, in denen Stensland nicht sicher war, es überhaupt zur Weltmeisterschaft zu schaffen, „aber die Hoffnung war da, und für die habe ich letztendlich so hart gearbeitet, denn ich wollte unbedingt hier sein.“

Vertrag in Lyon läuft aus
Was nach der Weltmeisterschaft wird, weiß die Mittelfeldspielerin allerdings noch nicht. „Mein Vertrag in Lyon läuft aus.“ Eine Entscheidung, ob sie weiter für die Französinnen spielt, zurück in die Heimat geht oder gar in die Vereinigten Staaten oder Deutschland, ist noch nicht gefallen. „Ich bin für alles offen, denn weiter Fußball spielen möchte ich definitiv.“

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